All articles written by: Charleen

Bild zum Kreativwettbewerb

Kreativwettbewerb: Zeig‘ uns deine Heldin!

Mit unserem Kreativwettbewerb fragen wir euch: Müssen Helden verkleidet sein und durch die Lüfte fliegen? Drachen bekämpfen, Ungeheuer erschlagen und eine Jungfrau in Bedrängnis retten? Unglaublichen Mut beweisen? Männlich sein? Es gibt unzählige Gründe, die einen Menschen zum Helden machen. Der Kampf gegen furchtbare Monster und das Überwinden der Schwerkraft gehören in den wenigsten Fällen dazu – männlich sein schon gar nicht. Die Rolle von Helden und Heldinnen kann vielmehr individuell verstanden werden und auf persönlichen Erfahrungen beruhen. Geduld kann ebenso eine heldenvolle Eigenschaft wie Liebe sein.

Zeit für Heldinnen in unserem Kreativwettbewerb

Wir suchen wahre Heldinnen der heutigen Gesellschaft. Wer das ist? Das entscheidest du! Unter dem Motto „Alltagsheldin“ laden wir gemeinsam mit KLINGEL Kreative aller Sparten ein, uns zu zeigen, was für sie eine Frau zur Heldin macht. Stelle uns deine künstlerische Interpretation der Frauenrolle in der gegenwärtigen Gesellschaft vor und widme deinen Beitrag deiner persönlichen Alltagsheldin.

Klick, zoom, bang – Wähle dein Format

Egal ob fiktive Frauenfigur oder reale Person – wähle aus, wen du willst und präsentiere, wie du willst. Zur Auswahl stehen drei Kategorien: Poetry, Bild und Video. Das bedeutet, du kannst deine persönliche Heldin in einem selbst geschriebenen Gedicht vorstellen, sie grafisch in Form eines Bildes oder Comics präsentieren oder ein Videoportrait drehen. Auswahlkriterien sind sowohl Klarheit der Message sowie Kreativität und Umsetzung der Idee.

And the winner is…

Die eingesendeten Beiträge werden von einer Fachjury bewertet. Die ersten drei Platzierungen werden mit einem Preis bedacht. Der Teilnahmeschluss ist der 1. Oktober 2017. Wir freuen uns über eine rege Teilnahme, spannende Heldengeschichten und eindrucksvolle Interpretationen. Viel Erfolg!

Du willst mehr erfahren? Dann findest du hier alle Angaben und Informationen rund um den Wettbewerb.

Blick in ein Fenster Frau vor Laptop und Smartphone Spiegelung der Straße und von vorbeilaufenden Menschen symbolisiert zwei Persönlichkeiten: Die digitale Identität und die reale Identität

Digitale Identität: Wechselwirkung zwischen On- und Offline

Wer sich die Möglichkeiten der Selbstinszenierung On- und Offline betrachtet, muss sich die Frage stellen, welches “Ich” authentisch sein kann. Wie stimmt meine digitale Identität mit der realen überein? Sind die Avatare im Netz ein wahrhaftiges Abbild unserer Identität oder bloßes Wunschdenken? Ist unserer Auftreten in der Realität realer, weil es unmittelbarer ist? Dazu muss zwischen den vielen Handlungs-Situationen unterschieden werden – unserem Auftreten im Kontext der Familie, Freunde, Beruf, Vereinen … oder wenn wir alleine sind. Womöglich ergibt die Summe unserer Denk- und Handlungsmuster eine unbewusste Identität.

In einer digitalisierten Welt ist der Mensch nicht nur Mensch, sondern auch User. Ob auf Facebook, Instagram oder Linkedin: Es bietet sich eine Vielzahl an Möglichkeiten für die Profilierung – mit unterschiedlichen Intentionen und Kommunikations-Codices. Kommunikationswissenschaftler haben ermittelt, dass sich der User dabei immer (unbewusst) an seinen Wunschbildern orientiert. Social Media ist ein Tool des Storytelling, und der User begreift sich als Erzähler seiner eigenen Geschichte. Er hat den Blick von außen auf sich Selbst erlernt und geht an seine Kommunikation mit folgender Prämisse ran: Welche Geschichte möchte ich erzählen und wie muss ich mich darstellen, damit ich Protagonist in dieser Geschichte sein kann. Das Selbstbild, die digitale Identität, definiert sich im Netz also durch die eigene Identität und das soziale Selbstverständnis. Dieses Bild, welches im Social Media regelrecht konzipiert und strategisch kommuniziert wird, bietet dritten “Identitäts-Anbietern” – Influencern, Unternehmen, Menschen-Marken –  eine Projektionsfläche für die eigene Story. Das Geheimnis des Storytelling ist, Identitäten einen Kontext zur Identifikation und Weiterentwicklung zu bieten. So können Menschen Orientierung erhalten – gerade im Zeitalter des Informationsüberflusses.

Unabhängig von den Informationen, welche der User bewusst von sich preisgibt, bilden seine Meta-Daten eine objektive Komponente und damit seine digitale Identität. Demografische Daten zu Orten und Zeiten, Nutzer-Geräten und Such-Anfragen ergeben ein sachliches Bild unserer Persönlichkeit, welches mehr oder minder von dem Selbstkonzept abweicht. Die Diskrepanz dieser beiden Bilder lässt auf Bedürfnisse, aber auch auf die Integrität des Users schließen. Im Netz lässt sich allerdings bloß ein digitales Verhalten erfassen und interpretieren. Experten streiten sich, ob es sich dabei um ein verzerrtes oder maximal authentisches Abbild unserer Identität handelt – gerade weil Menschen in keiner anderen Form so viele Informationen und Spuren hinterlassen, wie im digitalen Raum. Allerdings können auch hier bewusst Informationen gestreut und verfälscht werden. Die Medienkompetenz X.0 ist der Inbegriff der Wandelbarkeit des Menschen, welche nicht im digitalen Raum endet, sondern auch auf seine Offline-Identität zurück reflektiert. Wie wir uns darstellen, ist wie wir uns sehen, ist wie wir uns verhalten.

Was bedeuten also die Möglichkeiten der Selbstinszenierung für den Menschen? Offensichtlich ist die digitale Identität ein Ergebnis des Offline-Menschen. Dabei sind zwischenmenschliche Beziehungen der Schlüssel zum Selbstverständnis eines jeden Menschen. Sehnsüchte, welche durch die Selbstdarstellung im Netz komplementiert werden, ergeben sich aus den Erfahrungen und der Zufriedenheit des Menschen hinter dem Avatar. Alle diejenigen, welche ein bewusstes Storytelling im Netz betreiben und eine Community ansprechen, suchen dabei bewusst nach Sehnsüchten und Bedürfnissen, welche sie bedienen können. So gerät das Netz zu einem Marktplatz für Sinn und Bedeutung. Wer eine authentisch-schlüssige und emotional-ansprechende Botschaft stark kommunizieren kann, gewinnt das Vertrauen und den Glauben der Community. Wer sich seiner Identität nicht sicher ist, der meint im Netz zu gestalten, wird allerdings schnell Teil einer audience. Dabei sind die Grenzen zwischen Consumer und Producer fließend. Dies ist vor allem in einem Zeitalter brisant, indem der Begriff digitale Kunst die kreative Szene prägt.

weißes Roboter-Gesicht Nahaufnahme

Ein Blick in die digitale Zukunft – Die CeBIT 2017

Ende März ist es wieder soweit: Die CeBIT öffnet ihre Türen. Vom 20. – 24. März präsentieren über 3000 Aussteller, darunter über 450 Start-Ups und namenhaften Unternehmen, die neuesten technologischen Innovationen der letzten Monate. Partnerland ist in diesem Jahr Japan.

AI, humanoide Roboter, IoT und Virtual Reality – das sind die Kernthemen in diesem Jahr

Klar ist: Das Angebot der CeBIT an neuer Technik, visionären Ideen und aktuellen Forschungsergebnissen ist so umfangreich, dass es sich nicht in einige wenige Kategorien einteilen lässt. Dennoch bilden klare Schwerpunkte heraus.

Artificial Intelligence – Chancen und Risiken

Das Thema Artificial Intelligence begleitet uns schon einige Zeit und so scheint es nur folgerichtig, dass die Errungenschaften der Forschung in Bezug auf das Denken von Maschinen ein zentraler Punkt der diesjährigen CeBIT ist. Dabei finden auch Innovationen aus dem Bereich der Medizin einen Platz. Künstliche Intelligenz beschränkt sich längst nicht nur auf Aufwendungen im Alltag. Sie wird in Zukunft alle Lebensbereiche durchdringen und „erweitern“. Neben der Bewunderung dessen, was heute schon möglich ist, soll das Thema aber auch kritisch beleuchtet werden. Dazu haben die Organisatoren Experten auf dem Gebiet als Sprecher eingeladen. Bei ihren Vorträgen soll es auch um die Problematiken gehen, die sich in Zukunft aufgrund der neuen Errungenschaften zeigen werden. Wird unsere Arbeitskraft überflüssig? Schafft sich der Mensch selber einen intelligenten Feind?

Der Roboter als Freund und Helfer

Neben der Künstlichen Intelligenz zieht eine andere Technologie die Aufmerksamkeit auf sich: humanoide Roboter. In Deutschland sind diese im öffentlichen Leben noch kaum anzutreffen, in Japan hingegen gehören sie bereits dazu. Sie leiten Passagiere am Flughafen zum richtigen Gate und sind in der Lage Stimmen und Bilder so genau zu verarbeiten, das eine Interaktion ermöglicht wird. Auch in anderen Bereichen, etwa in der Altenpflege, sind Roboter auf dem Vormarsch.

Die vollständige Vernetzung – das Internet of Things

Auch die Möglichkeiten des vernetzen Leben sollen in diesem Jahr wieder zu bestaunen sein. Mit dem Internet of Things soll unser Alltag ein neues Gesicht bekommen. Neben Anwendungen die sich dem Smart Home zuordnen lassen, stehen zunehmend auch die Möglichkeiten in Bezug auf den Verkehr und Infrastrukturen im Fokus. Das US-amerikanische Unternehmen Cisco schätzt, dass 2015 mehr als 50 Milliarden Geräte mit dem Internet verbunden sein werden. Nun stellt sich zunehmend die Frage nach der Sicherheit einer so umfangreichen Vernetzung. Auch das Thema der Digital Security soll deshalb von Experten auf der CeBIT beleuchtet werden.

Virtual Reality – nicht nur für Spiele

Virtual Reality (VR) wird vor allem mit der Gamer-Szene in Verbindung gebracht. Auch im medizinischen Bereich werden die ersten Anwendungen getestet, die für die Ausbildung beispielsweise von Chirurgen genutzt werden können. Zunehmend erschließt nun noch eine andere Branche den Markt: der Tourismus. So können die Brillen auch genutzt werden um potenzielle Urlauber schon vorab durch die Hotelanlage zu führen. Einer Studie zufolge gehen über 70 Prozent der Unternehmen aus der Tourismusbranche davon aus, dass die Erkundung des geplanten Urlaubsziels vor der Buchung schon 2025 verbreitet sein wird.

Eine Erweiterung von VR stellt zudem die Augmented Reality (AR) dar. Bei diesen Anwendungen wird dem realen Umfeld noch etwas hinzugefügt. Etwa so, wie dies bei dem Augmented-Reality- Spiel Pokémon Go der Fall ist. Auch hier bietet die CeBIT eine Bühne für alle neuen Weiterentwicklungen.

Japan ist das Partnerland der diesjährigen CeBIT

Keine Nation ist so digitalisiert wie Japan. Das Land, das 127 Millionen Menschen zählt, präsentiert sich an der Spitze in Sachen Technik und Digitalisierung. Was bei uns noch als Zukunftsmusik gehandelt wird, ist in der japanischen Gesellschaft längst angekommen. Schon heute kommen in Japan 211 Roboter auf 10 000 Mitarbeiter. Die Japaner gehören zu den am stärksten Vernetzen Bevölkerungen der Welt und investieren jährlich Milliarden in die Forschung und Entwicklung neuer Technologien. Als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt ist Japan auch für die deutsche Wirtschaft insbesondere im Hinblick auf neue Innovationen ein wichtiger Partner.

Inhaltlich wird es in jedem Fall einige interessante Beiträge von Seiten der japanischen Kollegen geben. So wird beispielsweise der Direktor des Intelligent Robotics Laboratory des Departments of Adaptive Machine Systems der Universität Ösaka einen Vortrag zu der vieldiskutierten Frage halten, ob der Mensch sich selber abschafft.

Vom Experten bis zum Neugierigen

Ein jeder, der sich auf dem Gebiet der Technik, IT und Digitalisierung bewegt, wird auf der CeBIT noch neue Erkenntnisse gewinnen können und die Möglichkeit haben, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Aber auch all jene, die neugierig sind auf die neuen Entwicklungen und auf alles, was heute schon möglich ist, werden auf ihre Kosten kommen. Wie in den letzten Jahren, kann auch in diesem Jahr wieder für fünf Tage ein Blick in die nahe und ferne Zukunft geworfen werden.

Foto:@pixabay

HTML-Text Algorithmen auf Screen

Algorithmen – und wie sie uns beeinflussen

Wer sich im Netz bewegt, kommt nicht um Algorithmen herum, auch wenn diese für den Nutzer auf den ersten Blick nicht sichtbar sind. Dennoch werden jede Suchanfrage und jeder angeklickte Beitrag von Algorithmen registriert. Sie sammeln Daten und werten diese aus. Auf Grundlage dieser Informationen personalisieren sie die angezeigten Inhalte wie Werbung, Beiträge und Suchergebnisse. So bestimmt das Verhalten eines Nutzers, was ihm in Zukunft präsentiert wird. Unternehmen, die sich Algorithmen bedienen, betonen in erster Linie die Vorteile eines personalisierten Internets. Im Hinblick auf Datenschutz und Meinungsbildung sind Algorithmen allerdings kritisch zu betrachten.

Was steckt hinter einem Algorithmus?

Bei einem Algorithmus handelt es sich um eine Anwendung, die zur Lösung eines bestimmten Problems eingesetzt wird – ähnlich einer mathematischen Formel. Die Vorgehensweise wird dabei zuvor definiert, sodass die Lösungsfindung immer nach dem gleichen Muster abläuft. Algorithmen sind jedoch keine starren Gebilde. Vielmehr sind sie in der Lage, sich an plötzlich auftretende Umstände oder Veränderungen anzupassen. So werden Algorithmen bei Navigationssystemen eingesetzt, um nach bestimmten Kriterien die richtige Route zu ermitteln und im Falle einer Sperrung eine alternative Route zu berechnen. Beim Schachspielen können sie menschliche Gegner schlagen und auf Online-Dating-Portalen potenzielle Partner vorschlagen.

Big Data macht es möglich

Algorithmen bedienen sich einer schier unendlichen Menge an Nutzungsdaten. Klickt ein User ein bestimmtes Angebot oder einen Werbebanner an, wird dieser Klick durch Algorithmen registriert und die Schaltung zukünftiger Werbung automatisch an die Interessen des Nutzers angepasst. Große Onlineshops nutzen Algorithmen, um das Kaufverhalten ihrer Kunden zu analysieren und diese durch Produktvorschläge zum Kaufen zu animieren. Bei Werbung und Onlineshopping mag dies harmlos erscheinen. Mit seinem Buch „Filter Bubble“ machte Eli Pariser dagegen bereits 2011 auf die Gefahren von Big Data und Algorithmen aufmerksam. Der Internetaktivist weist vor allem auf das kritische Phänomen hin, dass auch Suchanfragen bei Google oder vorgeschlagene Inhalte auf Facebook durch Algorithmen beeinflusst werden. Dies führe über kurz oder lang dazu, dass Menschen nur noch mit Inhalten konfrontiert werden, die ihrer eigenen Meinung entsprechen oder nahekommen. Sie befinden sich also in einer sogenannten „Filterblase“, die den Blick über den Tellerrand erschwert.

Soziale Netzwerke als Gefahrenquellen

Gerade im Hinblick auf die politische Meinungsbildung rückten in den letzten Monaten vermehrt die sozialen Netzwerke in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Bezogen auf die Diskriminierung bestimmter Personengruppen, die Einstellung zu einem politischen Kandidaten oder die Wahrnehmung des Meinungsklimas zu einem bestimmten Thema, stellen Algorithmen eine Gefahr dar. Durch die personalisierte Auswahl an Beiträgen und Meinungen wird der Nutzer in seiner bisherigen Ansicht bestärkt. So erhält ein Facebook User nicht alle geteilten Inhalte seiner Freunde in chronologischer Reihenfolge, sondern eine von Facebook zuvor nach Relevanz sortierte Auswahl. Wie genau der Algorithmus funktioniert, dem der Newsfeed bei Facebook unterliegt, ist nicht bekannt. Erste Studien belegen jedoch, dass Facebook durch seine Filterung unter Umständen die Radikalisierung seiner Nutzer begünstigt. Denn wer bereits eine radikale Einstellung vertritt, fühlt sich durch die präsentierten Inhalte, die seiner Meinung entsprechen, noch zusätzlich bestätigt.

Algorithmen müssen kontrolliert werden

Längst ist das Problem von Algorithmen bekannt. Doch von einem politischen Einschreiten kann momentan noch nicht die Rede sein. Trotzdem tut sich etwas: Die deutsche Initiative „AlgorithmWatch“ hat es sich zum Ziel gesetzt, Algorithmen auf ihren Einfluss auf das menschliche Verhalten zu untersuchen. Explizit dann, wenn die Entscheidungsfindungsprozesse von Algorithmen zu ethischen Konflikten führen. Etwa, wenn Frauen aufgrund eines Algorithmus bei ihrer Jobsuche automatisch Stellenangebote angezeigt werden, die tendenziell schlechter bezahlt werden. Solche Algorithmen müssen nicht ursprünglich auf diese Weise programmiert worden sein. Vielmehr „lernt“ ein Algorithmus im Laufe der Zeit aufgrund sich wiederholender Muster dazu, wodurch im Zweifelsfall problematische Auswahlprozesse entstehen können. In diesem Fall gilt es, diese Algorithmen zu korrigieren. Darüber hinaus fordern immer mehr Spezialisten und Medientreibende mehr Kontrolle und Mitbestimmung und fördern damit den Diskurs über mögliche Regulationen.

Transparenz dort, wo sie schützt

Vielfach wird mehr Transparenz gefordert, wenn es um das Sammeln und Speichern von Daten geht. Bei der Programmierung von Algorithmen kann zu viel Transparenz aber auch bedeuten, dass Suchanfragen bis zu einem gewissen Maße manipuliert werden können. Man denke hier an die Suchmaschinenoptimierung bei Google, die nur dadurch möglich gemacht wird, dass Informationen über den Suchmaschinen-Algorithmus bekannt sind. In anderen Bereichen aber, in denen Personen automatisch bewertet werden, sollten die Kriterien, nach denen der Algorithmus arbeitet, einsichtig sein. So etwa bei der Vergabe von Arbeits- und Studienplätzen oder medizinischen Verfahren, beispielsweise zur Erkennung von Tumoren. Für die Zukunft scheinen Initiativen wie „AlgorithmWatch“ deshalb an Relevanz zu gewinnen. Zu überlegen wäre darüber hinaus, ob die stichprobenhafte Überprüfung von Algorithmen ein neues Berufsfeld darstellen könnte. In jedem Fall sollte sich jeder Internetnutzer der Beeinflussung seiner Suchergebnisse und der Personalisierung angezeigter Inhalte bewusst sein. Möglicherweise gilt es dafür, das Thema in den Medien und in Bildungseinrichtungen verstärkt einzubringen.

Foto: @pixabay

Euromünzen gestapelt vor dem Hintergrund einer verschwommenen Uhr

Bitcoins, SwissCoins und Co.

Um sogenannte Kryptowährungen ranken sich allerlei Gerüchte. Die meisten Menschen haben noch nie davon gehört, andere halten es für eine Randerscheinung an der illegalen Peripherie des Internets. Doch tatsächlich steckt mehr hinter der digitalen Währung. Nicht nur, dass in Berlin schon 2014 der erste Bitcoin-Automat aufgestellt wurde; es bieten sich für den Normalbürger auch unter dem Gesichtspunkt der informellen Selbstbestimmung und der markttechnischen Spekulation völlig neue Möglichkeiten.

Was ist Kryptogeld?

Unter einer Kryptowährung versteht man digital generiertes und verschlüsseltes „Geld“. Dabei werden zwei Arten unterschieden: Bei der ersten gibt es ein Unternehmen mit alleinigem Emissionsrecht, das die Währung kontrolliert. Es fungiert wie eine Notenbank, reguliert die Geldmenge und bildet die Basisinstanz, auf die sich Anleger beziehungsweise Nutzer verlassen. Die zweite und wesentlich häufigere Art der Kryptowährung hat keine Zentralbank. Währungen dieser Sorte sind dezentral aufgebaut und unterliegen keiner Kontrolle, außer der ihrer Nutzer: Es handelt sich um Peer-to-Peer Netzwerke. Zu diesen gehört auch der Bitcoin, der als erstes Kryptogeld überhaupt gilt und die höchste Marktkapitalisierung hat. Bei dem Modell von Bitcoin wird das Geld beim sogenannten „Mining“ durch die Nutzer generiert. Um einen Bitcoin zu erhalten, errechnen die „Miner“ unter Aufwand von Prozessorleistung Datenblöcke. Anfangs konnte noch jeder Nutzer selbst auf seinem Heim-PC oder mit seiner Grafikkarte „minen“. Mittlerweile sind die Blöcke jedoch so komplex, dass es spezielle Hardwares gibt und sich Leute zusammenschließen, um im Pool, also arbeitsteilig, Bitcoins zu generieren. Darüber hinaus lassen sich Bitcoins auch von Händlern oder an der Börse kaufen.

Welche Vorteile hat die Verwendung von Kryptowährungen?

Die Verwendung solcher dezentralen Währungen hat ähnliche Vorteile wie das Bargeld: Sie ist anonym und kann nur schwer zurückverfolgt werden. Außerdem können durch das Fehlen einer Zentralbank beziehungsweise irgendeiner Bank keine Negativzinsen durchgesetzt werden, wie es etwa bei einem konventionellen Bankkonto möglich ist. Ein Vorteil, den Kryptowährung sogar gegenüber Bargeld hat, ist die Tatsache, dass eine physische Enteignung ebenfalls nahezu unmöglich ist.

Welche Risiken birgt die Benutzung digital generierter Währung?

Die Gefahren, die für den Nutzer von Kryptowährung ausgehen, liegen auf der Hand. Ist die Währung dezentral verwaltet, so gibt es auch keine Instanz, die regulierend eingreifen kann, wenn es zu größeren Schwankungen kommt. So ist auch der Bitcoin keineswegs stabil: 2013 beispielsweise verfünffachte sich sein Wert binnen weniger Monate. Ein weiteres Problem ist die Anfälligkeit für Betrüger. Das System ist für den einzelnen schwer zu durchschauen und für Laien zudem äußerst schwer verständlich und komplex. Da es sich beim Internet nach wie vor um einen mehr oder weniger unkontrollierten Raum handelt, gibt es mittlerweile viele unseriöse Anbieter.

Welche Anbieter und welche Kryptowährungen gibt es?

Neben Bitcoin gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, sein Geld in Online-Währungen einzutauschen. Dazu gehört unter anderem Peercoin. Das System basiert – anders als Bitcoin – nicht auf der „Proof-of-Work“- Methode, bei welcher der Nutzer Rechenleistungen nachweisen muss, um Coins zu erhalten, sondern auf der „Proof-of-Stake“- Methode. Bei dieser Methode erhalten Nutzer neue Coins auf Basis ihrer bisherigen Coins. Je mehr Coins ein Nutzer über einen längeren Zeitraum besitzt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er neue Coins erhält. Ziel von „Peercoins“ ist es, die Umweltbelastung, die es durch den hohen Stromverbrauch, der beim klassischen Mining entsteht, zu vermindern. Ethereum und Litecoin sind die Kryptowährungen, die nach Bitcoin über das größte Marktkapital verfügen. Andere Anbieter sind OneCoin und SwissCoin. Beide unterscheiden sich dadurch von klassischen Kryptowährungen, dass sie zentral gesteuert werden und somit für die Unternehmen, von denen sie herausgegeben werden, kontrollierbar sind. Außerdem sind beide Währungen nicht frei verfügbar, sondern nur auf internen Handelsplattformen zugänglich. Hinzu kommt, dass es sowohl bei OneCoin als auch bei SwissCoin maßgeblich um Vertrieb geht: In einem Pyramidensystem werden Tutorial-Pakete verkauft. Jeder Nutzer soll weitere Kunden gewinnen und erhält dafür Provision.

Welche Zukunft haben Kryptowährung?

Es steht wohl außer Frage, dass Kryptowährung in Zukunft an Bedeutung gewinnen dürfte. Allein die stetig wachsende Relevanz und der zunehmende Umfang des Internets lassen diese Annahme plausibel erscheinen. Auch ist es wahrscheinlich, dass der digitale Zahlungsverkehr, zu dem auch normales Onlinebanking gehört, weiter zunehmen wird. Abseits der etablierten Währungen ist damit zu rechnen, dass der Markt für alternative Bezahlsysteme wachsen wird. Heute ist es noch nicht absehbar, welche Wirtschafts- und Finanzkrisen die Welt in den nächsten Jahrzehnten erleben wird. Allerdings war schon bei der Euro-Krise zu beobachten, dass das Vertrauen in den Staat als den traditionellen Garanten der Wertstabilität schnell schwand und zeitweise sogar Banken geschlossen blieben, um eine Flucht ins Bargeld zu verhindern. Denkbar für die Zukunft ist nun eine Flucht in die Kryptowährungen: Wenn der Marktteilnehmer der Währung misstraut, wird er sich eine neue suchen. In der Vergangenheit wurde in solchen Situationen auf Gold zurückgegriffen, in Zukunft werden es vielleicht Bitcoins sein. Gerade im westlichen Raum, wo immer wieder der Verdacht aufkommt, auf lange Sicht werde das Bargeld abgeschafft, können Kryptowährungen eine Alternative bieten. Offen bleibt, welche Anbieter sich auf dem Markt dauerhaft etablieren können. Solche wie OneCoin und SwissCoin, deren Geschäftsmodell auf einem Schneeballsystem beruht, das für den Erhalt immer weiterwachsen muss, werden es wahrscheinlich schwer haben.

Foto:@pixabay

Fahrrad Sonnenuntergang

Die Zukunft hat zwei Räder

Fahrradfahren bedeutet Mobilität, Spaß und Ausgleich – und ist damit weit mehr als eine bloße Möglichkeit, um von A nach B zu gelangen. Wer aufs Fahrrad steigt, zeigt einen aktiven und modernen Lifestyle aus. In unseren ständig verstopften Großstädten, in denen jeder Parkplatz ein Glücksgriff und der Feierabendverkehr einem täglich kostbare Zeit raubt, greifen deshalb immer mehr Menschen zur Zwei-Rad-Version. Morgens vor der Arbeit weckt die Bewegung die Lebensgeister, nach der Arbeit bietet Fahrradfahren die perfekte Möglichkeit, um abzuschalten, den Kopf freizubekommen und sich nach dem vielen Sitzen im Büro noch einmal zu bewegen. Aber auch in der Freizeit ist Fahrradfahren eine wunderbare Alternative zum Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Smart unterwegs – mit mobilen Apps

Vor allem beim Fahrradfahren in der Stadt sind mobile Apps von Vorteil und vereinfachen die Orientierung enorm. Die meisten sind mit einer Vielzahl möglicher Einstellungen ausgestattet. So können neben einem optimalen Weg auch die individuelle Fahrgeschwindigkeit mit einbezogen oder Vorlieben zu Straßentypen angegeben werden. Auch längere Fahrradtouren lassen sich mit einer App problemlos planen.

Einige Apps – darunter Naviki und Bike Citizens – sind inzwischen so optimiert, dass sie die zurückgelegten Wege registrieren und so eine Heatmap über stark frequentierte Strecken erstellen können. Diese sind wiederrum für Städte und Kommunen von Nutzen, um die Infrastruktur für Radfahrer zu optimieren. Etwa indem fehlende Radwege auf viel befahrenden Strecken erkannt und in anstehenden Planungen für Radwege berücksichtigt werden. Und die Routenplaner haben noch einen weiteren Vorteil: Anders als in anderen europäischen Städten, wie etwa in Kopenhagen, wird der Radverkehr in deutschen Städten bisher kaum registriert. App-Nutzer, die einer Aufzeichnung ihrer Daten zustimmen, bieten hier einen ersten Anhaltspunkt. So sorgt man beim Fahrradfahren darüber hinaus auch für die Verbesserung der Infrastruktur.

Ein Thema, das mobilisiert

Längst schon schlägt der zunehmende Fahrradtrend große Wellen. Die Zeiten, in denen bei Berliner Critical Mass-Veranstaltung nur knapp 100 Leute teilnahmen, sind lange vorbei. Seit 2014 stiegen die Teilnehmerzahlen stetig an. An der letzten Berliner Veranstaltung im August nahmen über 2500 Fahrradfahrer teil. Und auch in anderen deutschen Städten werden regelmäßige Treffen organisiert, mit denen die Teilnehmer auf mehr Rücksichtnahme und die Präsenz von Fahrradfahrern im Straßenverkehr aufmerksam machen wollen.

Aber nicht nur Veranstaltungen wie die Critical Mass zeigen, dass Fahrradfahren immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gelangt. Ende September dieses Jahres veranstaltete der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) eine Veranstaltung unter dem Motto „Mobilität 4.0“, zu der sich Vertreter aus Politik, Fahrradbranche und verschiedenen Start-Ups trafen, um über die Zukunft des vernetzten Radfahrens zu diskutieren. Die Bewegung hin zum Fahrrad und weg vom Auto soll zukünftig auch auf politischer Ebene mehr Unterstützung erfahren und junge Start-Ups feilen schon jetzt an innovativen Ideen, die das Fahrradfahren noch komfortabler und reizvoller machen sollen.

Das Angebot wächst

Ein großer Schritt zu mehr Mobilität in der Stadt sind auch die vielerorts installierten Fahrradstationen, an denen Touristen und Bewohner Fahrräder ausleihen können. Immer mehr im Kommen sind zudem E-Bikes oder auch Penelecs. Laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) wurden allein in Deutschland im vergangenen Jahr über eine halbe Million E-Bikes verkauft – und die Tendenz ist steigend. Durch die unterstützende Leistung eines kleinen Motors erleichtern diese Fahrräder das Vorankommen zusätzlich. Da kommen auch Bewegungsmuffel auf ihre Kosten.

Rauf auf’s Rad!

Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt: Die Zukunft gehört den Fahrrädern. Und dank smarter Apps findet sich jeder nun auch ohne Auto-Navi problemlos in allen Städten zurecht.

Morgen dann also mit dem Fahrrad zur Arbeit?

Foto: @pixabay

Bücherstapel Visionen

Zukunftsmalerei

1949 veröffentlicht George Orwell seinen dystopischen Roman „1984“. Nur wenige Jahre nach Ende des Krieges entwirft er eine Zukunftsvision der Welt, die aufrütteln soll. Sein Werk beschreibt eine Gesellschaft, die von Überwachung und Manipulation geprägt ist. Heute, knapp 70 Jahre später, sind Kameras an öffentlichen Orten, die Speicherung von Daten und die Kritik an manipulierter Presse schon fast zum normalen Alltag geworden. So sehr hat sich das Empfinden für Privatsphäre in unserem Alltag verändert, dass uns „1984“ schon lange nicht mehr so utopisch erscheint. Mehr noch, durch das Internet scheint die Privatsphäre jedes einzelnen schon lange nicht mehr ein behütetes Gut zu sein.

Offengelegt – Keine Anonymität im Netz

2016 beschäftigen uns andere Zukunftsvisionen, wenngleich die Vorstellung einer totalen Überwachung auch weiterhin ein Thema ist. Heute jedoch denkt man dabei nicht mehr an Bildschirme, die einen, wie von Orwell beschrieben, rund um die Uhr bewachen. Bewachung hat in der Gegenwart mit Technologie zu tun, man denkt an das Internet, die Speicherung von Daten, den Einsatz von Drohnen. Wer sich jetzt ein Bild von der Zukunft machen möchte, der lässt „1984“ im Regal stehen und greift stattdessen zu einem Werk, das ein Bild unserer nahen Zukunft abbildet – The Circle. Dave Eggers ruft darin ein Unternehmen ins Leben, das Google, Apple, Facebook und Twitter vereint. Statt Überwachung geht es jetzt um Transparenz. Das ambitionierte Ziel von „The Circle“: Eine bessere Menschheit durch Transparenz. Um dieses Vorhaben umzusetzen, wird zunächst die Anonymität aus dem Internet verband. Wer im Netz unterwegs ist, kann dies nur mit einer einsehbaren Internetidentität. Im Alltag soll mithilfe von Mini-Kameras und direkter viraler Übertragung, das Leben eines jeden Individuum einsehbar werden. Dass diese Transparenz auch Schattenseiten hat, erfährt die Protagonistin Mea Holland bald am eigenen Leib. Sehr realistisch zeigt der Autor, dass das Internet schon lange nicht mehr nur ein Medium der Vernetzung ist. Schon bald wird klar: Wer das Internet beherrscht, der formt auch die Zukunft.

Wenn das Licht aus geht

Weniger eine Zukunftsvision als vielmehr eine realistische Bedrohung beschreibt der Thriller „Blackout“ von Marc Elsberg. Der Autor stellt in seinem Buch ein Gedankenexperiment an: Was passiert, wenn die Stromversorgung gekappt wird? Das Szenario ist das Folgende: Mitten im kalten Februar gelingt es einer Gruppe von Hackern, Europa den Strom abzuschalten und damit auch den Zugang zum Internet zu verschließen. Schnell wird deutlich, dass eine Gesellschaft ohne Elektrizität heute nicht mehr möglich ist. Es zeigt sich die Kehrseite der allgegenwärtigen Vernetzung. Lange schon sind Wasserversorgung, Maschinen und Verkehrsmittel auf eine lückenlose Bereitstellung von Strom angewiesen. Alles wird mit Programmen gesteuert und mit Strom gespeist. In „Blackout“ zeigt sich nun, was diese Abhängigkeit bedeutet. Bereits kurz nach dem Ausfall bricht die Lebensmittelversorgung zusammen, in Krankenhäuser bricht das Chaos aus, die Wirtschaft wird lahmgelegt und schon nach kurzer Zeit kämpfen die Menschen ums blanke Überleben. Der Roman wirft Fragen auf, mit denen sich nach der Veröffentlichung auch Experten auseinandersetzen mussten. Wie realistisch ist ein totaler „Blackout“ tatsächlich? Geht die Vernetzung zu weit?

Mehr als pure Unterhaltung

Sowohl „The Circle“ als auch „Blackout“ thematisieren die Vernetzung der heutigen Gesellschaft, zeigen mögliche Entwicklungen auf und legen Schwachstellen offen. Wen die mögliche Zukunft unserer vernetzten Gesellschaft interessiert, erhält hier neben unterhaltsamen Lesestoff Denkanstöße und neue Einblicke.

Bildquelle: @pixabay

Berge in den Alpen. Die Sonne bricht durch die Wolkendecke

Wir stellen vor: Kulinarik im alpinen Raum

Vom Digitalen heute einmal zu etwas ziemlich Greifbaren und vor allem: ziemlich Leckeren! Das neuste E-Book von NeoAvantgarde ist eine kulinarische Reise durch die Alpenregion in Deutschland und Österreich. Angefangen in Bayern, machen wir uns über Tirol und die Steiermark auf den Weg nach Oberösterreich und sammeln unterwegs neben kulturellen Eindrücken vor allem leckere Rezepte. Von Klassikern, bis hin zur Neuinterpretation von traditionellen Gerichten – wir haben die bekanntesten deutschen und österreichischen Foodblogger nach ihren liebsten Essen aus der alpenländischen Küche gefragt. Hier verraten sie ihre leckersten Rezepte und Kochtipps.

Neben köstlichem Essen gibt das E-Book auch einen interessanten Einblick in die Kultur der durchwanderten Regionen. Neben den schönsten Sehenswürdigkeiten gibt es interessantes Hintergrundwissen zu traditionellen Festen, Brauchtümern und der Mentalität der Bewohner. So eingestimmt macht das Durchstöbern der für die Region typischen Rezepte gleich viel mehr Spaß. Und damit es sich Knödel, Kaiserschmarrn und Weißwurst nicht direkt an den Hüften gemütlich machen, gibt es zudem eine kleine aber feine Auswahl an Wanderrouten.
Wer neugierig geworden ist, kann hier einen Blick in unser kostenloses E-Book werfen.

Bild: pixabay.

bunte Farbexplosion

Wir stellen vor: Katharina Leest über Marketing für Kreative

Leben für die Kunst impliziert noch lange nicht, von der Kunst auch leben zu können. Und um direkt das Klischeé des Zigaretten rauchenden Exzentrikers in einem kleinen Pariser Atelier aus den Gedanken zu bannen: Kunst spielt sich in den unterschiedlichsten Facetten und Branchen ab. Mitunter kann sich künstlerische Freiheit auf der Basis einer finanziellen Grundlage jedoch besser entfalten, was bei vielen Kreativen die Frage aufwirft, wie sie sich selbst und ihre Werke am besten für die Öffentlichkeit sichtbar machen können. Auch wir von NeoAvantgarde wünschen uns, dass unsere Artikel nicht nur lesenswert sind, sondern auch gelesenwerden. Doch wie können wir interessierte Leser finden? Grundsätzlich ist es aktuell zwar leichter den je, eine Plattform für kreative Arbeiten zu finden – das Internet bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, den eigenen Bekanntheitsgrad zu steigern – doch auch hier verhält es sich ähnlich wie in der Branche selbst: Die große Diversität des Angebotes erschwert den Überblick. Ein Marketingkonzept nach den eigenen Vorstellungen und Wünschen zu finden oder zu entwerfen fällt schwer.

Dabei ist bei der Arbeit an einer individuellen Lösung für das Marketing auch nichts anderes gefragt als Kreativität – da ist sich unsere Autorin Katharina Leest sicher. Gemeinsam mit NeoAvantgarde hat sie ein E-Book zum Thema Online Marketing für Kreative realisiert. Die Unternehmensberaterin und studierte Marketingmanagerin ist in ihrer Freizeit selbst begeisterte Musikerin und kann die Problematik deshalb besonders gut nachempfinden. Sie ist sich sicher, dass es möglich ist „die eigene Kunst kunstgerecht zu vermarkten“. In ihrem ersten Buch dieser Art gibt sie deshalb einen leichten Einstieg in die Welt des Online Marketings. Sie übersetzt kryptische Begriffe, vergleicht kritisch unterschiedliche Ansätze sowie Anbieter und bietet nicht zuletzt übersichtliche Checklisten, an denen sich der Leser auf dem Weg zu seinem individuellen Marketingkonzept orientieren kann. Für kreative Köpfe, die auf der Suche nach der passenden Eigenvermarktung an die Hand genommen werden wollen, ist dieses Buch also genau das Richtige.

Wer neugierig geworden ist, klickt sich einfach zu unserem kostenlosen E-Book.

Foto: olly/fotalia

Auf der Straße fahrende Moped- und Motorradfahrer, die beschleunigen

Schneller, Besser, Effizienter

Der englische Autor Charles Leadbeater beschreibt die Beschleunigung von Musik im direkten Zusammenhang mit dem Zeitgeist: „Jazz wurde vom Boogie Woogie, Rock ’n Roll, Disco, Punk, Techno, und House abgelöst. Unsere Musik antwortet auf die Geschwindigkeit unserer Gesellschaft – oder reguliert sie.“ Technologien beeinflussen alle Ebenen des Alltags: Kommunikation, Ernährung und Bewegung – alles geschieht in einem zeitlichen Rahmen, den jeder für sich selbst definiert. Technik vereinfacht es, einen gemeinsam Takt zu finden.

Die technische und soziale Dimensionen der Beschleunigung führen zu einer Beschleunigung des Lebens. Seit der Industrialisierung jagt eine Transportrevolution die nächste. Die technischen Möglichkeiten der Herstellung von materiellen Gütern führen zu mehr Kommerzialisierung und erfordern daher gemeinsame Standards für Technologien. Prozesse müssen nachvollziehbar, messbar und effizient sein, damit die Möglichkeiten des Fortschritts ausgeschöpft werden können.

Technologien beschleunigen ebenfalls den sozialen Wandel. Egal ob Mittel-, Ober- oder Unterschicht: Familien erhalten durch die zunehmende Vernetzung Zugang zu den gleichen Informationsressourcen und können zwischen mehreren Optionen wählen, um ihr Leben zu gestalten. Die Kontextbedingungen einer Klassengesellschaft sind aufgehoben, Handlungsmöglichkeiten demokratisiert. Dadurch werden Lebenswege dynamischer. Die Stabilität der religiösen und gesellschaftlichen Traditionen wird durch Selbstbestimmung ersetzt.

Gleichzeitig sehen sich die Menschen neuen Ängsten ausgesetzt. Eine säkularisierte Gesellschaft wird sich ihrer begrenzten Lebenszeit bewusst und möchte die Möglichkeiten ihrer Zeit voll auskosten. Die Verpassensangst führt zu dem Zwang, sich anzupassen: Der Lifestyle ist geboren. Nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ finden Interessengruppen thematische Schnittmengen, um eine Community aufzubauen und ihr Hobby auszuleben. Die Qual der Wahl führt am Ende doch zur Subkultur.

Hinter den Ebenen der Beschleunigung stehen verschiedene Denkmuster. So gibt der ökonomische Motor Impulse für die technische Beschleunigung. Der amerikanische Historiker Lewis Mumford erklärte: „Die Uhr und nicht die Dampfmaschine ist die Schlüsselmaschine des Industriezeitalters.“ Die Trennung von Arbeit und Freizeit sollte zu mehr Effizienz führen. Heute werden die Boxen mehr und mehr abgeschafft. Arbeit ist ein Lebensstil, welcher sich durch die technischen Innovationen überall leben lässt, auch in der Freizeit. Gleichzeitig erhält die Freizeit Einzug in die Arbeitswelt: Ob Kegelbahn bei Google oder Yoga-Kurse bei Eventbrite – Mitarbeiter verschmelzen Arbeit und Hobby zu einem organischen Lebensstil.

Die Steigerung der Geschwindigkeit von Herstellungs- und Entwicklungsprozessen bestimmen den sozialen Wandel. Innovationen vermindern Stabilität und Planbarkeiten. Lebenspläne gehören der Vergangenheit an. Eine Berufsausbildung bestimmt nicht länger die Zukunft eines Menschen. Stattdessen gliedert sich das Leben in Phasen und Projekte, welche so schnell wechseln wie der technologische Status Quo. Die Beschleunigung verspricht dabei ein Auskosten der Weltoptionen. Erlebnisepisoden sollen vermehrt und verdichtet, das Leben gelebt werden. Aus den neuen Denkweisen ergeben sich neue Gebote für eine Gesellschaft: Das Verschwendungsverbot und das Effizienzgebot. Zeitverschwendung ist eine Sünde. Werden Ziele nicht erreicht, so muss sich das Individuum rechtfertigen.

Vor diesem Hintergrund muss sich jeder selbst fragen: Was heißt „Zeit für mich haben“? Um diese Frage zu beantworten, muss eine Fähigkeit zur Wahrnehmung eigener Rhythmen und Bedürfnisse entwickelt werden. Das kann bedeuten, dass man vor dem Schlafengehen mal nicht die Emails checkt und sich eine wohlverdiente Pause gönnt.

Bild: Adam Porter, Unsplash