Tag: #sozialemedien

Bundestag Sitze Saal zum Artikelthema Wahlkampf 2017

Die heiße Phase im Wahlkampf 2017:
Wer macht das Rennen?

Die Parteien widmen sich voll und ganz dem Endspurt im Wahlkampf 2017. Denn am Sonntag heißt es: Wählen gehen! Unentschlossenen bleiben nur noch zwei Tage, um sich zu entscheiden, wem sie ihre Stimmen geben möchten. Vielleicht hilft dem ein oder anderen ja der WahlSwiper, eine App im Tinder-Stil, von der wir bereits berichteten. Den Parteien ist bewusst, dass fast sich fast die Hälfte der Wahlberechtigten bis zum Schluss noch nicht ganz sicher ist. Im finalen Countdown geben sie auf den letzten Metern deshalb nochmal alles, mobilisieren Anhänger und liefern Argumente.

Endspurt CDU

Die CDU will nach eigenen Angaben in den letzten “100 Stunden – 100 % Wahlkampf” betreiben. Unter dem Hashtag #100hCDU berichten Anhänger auf Facebook, Twitter, Instagram und Co. von dem Schlussspurt der Partei. Ob die Dokumentation von Hausbesuchen, Kundgebungen oder Brötchenverteilungen: Mit der Aktion möchte die CDU nochmal alle Kräfte mobilisieren.

Warum CDU?

Endspurt SPD

Die SPD zählt ebenfalls den Countdown runter und startete die Aktion #72hSPD. Darin heißt es: “Wach bleiben für mehr Gerechtigkeit”. Bis zur Schließung der Wahllokale am Sonntag um 18 Uhr stehen die SPD-Teams auf allen Kanälen für Fragen zur Verfügung. Via Telefon, E-Mails und Online-Aktivitäten, wie zum Beispiel Livestreams und Twitter-Interviews, wirbt die Partei in der heißen Phase um die letzten Stimmen potentieller Wähler.

Warum SPD?

Endspurt DIE GRÜNEN

Die Grünen nehmen es sportlich und läuten den Wahlmarathon “16 Bundesländer. 16 Stopps. 42 Stunden live” ein. Katrin und Cem touren auf den letzten Wahl-Metern mit Rad, Zug, Bus oder einfach nur zu Fuß durch Deutschland und beantworten die Fragen der Bürger. Nutzer können die Grünen bei Aktionen, Townhalls, Haustürwahlkämpfen und Kneipentouren durch die Nacht online verfolgen. „Die Grüne Pasta Party“ soll den Höhepunkt dieser 42 Live-Stunden darstellen. Die Stops ihrer Reise können auf der Partei-Website eingesehen werden.

Warum DIE GRÜNEN?

Endspurt FDP

Die FDP versucht ebenfalls nochmal alle Kräfte zu mobilisieren. Anhänger werden aufgefordert, ein letztes Mal aktiv zu werden. Zum Beispiel durch einen personalisierten Wahlaufruf in Sozialen Netzwerken. Dieser lässt sich auf der Website der Partei mit wenigen Klicks generieren. Dort können Nutzer aus den 400 Forderungen der FDP ihre Favoriten wählen und teilen. Die letzte Großveranstaltung wird außerdem in einem Livestream übertragen.

Warum FDP?

Endspurt DIE LINKE

Die Linke zelebriert den Auftakt zum 48-Stunden-Wahlkampf mit einem Wahlkampfabschluss-Programm in Berlin. Am Neptunbrunnen werden heute unter anderem Gregor Gysi, Katja Kipping und Sarah Wagenknecht sprechen. Für die musikalische Untermalung sorgt die Punk-Ikone Nina Hagen. In einem Post erklärt die Sängerin, ihr Engagement: “Ich finde es ausgesprochen gut, wenn sich auch prominente Künstler gesellschaftspolitisch zu Wort melden. Aber ein “ Weiter So ! “ der Regierungsparteien wird eine Verbesserung der Lebensumstände in unserem Land nicht zustande bringen, sondern immer nur weiter verhindern. Ich bin der Meinung , dass nur ein Politikwechsel unser Land und seine Lebensumstände verbessern können wird. Deswegen, und aus weiteren guten Gründen, z.B. #GOLBAL_ZERO , habe ich bei der Briefwahl wieder #DiELiNKE gewählt“.

Warum DIE LINKE?

Wahlkampf 2017: Prominenz trifft Politik

Auch andere etablierte Parteien können auf prominente Unterstützung zählen. Für Merkel sprechen sich unter anderem Uschi Glas, Lena Meyer-Landrut und Sophia Thomalla aus. Schulz erhält unter anderem prominente Hilfe von Iris Berben, Sebil Kekilli oder Leonard Lansink.

Wer wird das Rennen machen?

Die Umfragemethode des Meinungsforschungsinstituts YouGov berechnet nicht nur Zweit- sondern auch Erststimmen. Demnach wäre wohl die AFD nach der Union und der SPD, die drittstärkste Partei. Wer diese Wahlprognose fürchtet, sollte seine Stimme nutzen und bei einem Sonntagsspaziergang einen Abstecher ins Wahlbüro machen. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Es liegt in unserer Hand, wer am Sonntag die Bundestagswahl für sich entscheidet. 

Für Norbert Lammert markiert die Wahl ebenfalls das Ende seiner Laufbahn als Bundestagspräsident. Der Sympathieträger scheidet aus dem Parlament aus und richtet sich vor seinem Abgang mit einer Botschaft an die Bevölkerung: „Wer sich entschieden hat, sich nicht für Politik zu interessieren, hat sich entschlossen, anderen die Zukunft zu überlassen“. Seiner Meinung nach haben Nichtwähler „mindestens moralisch den Anspruch verwirkt, sich nachher zu beschweren“.

Pärchen umarmt sich auf Berg zum Artikelthema neue Dating-Apps

Sehen, hören, dichten, lieben?
Neue Dating-Apps im Vergleich

Hachja, die Liebe – verworren und schön zugleich. Ob der Beziehungsstatus nun “es ist kompliziert”, “Single” oder “Mingle” lautet: Jeder sehnt sich früher oder später nach ihr. Dennoch gibt es in Deutschland mehr Alleinstehende denn je – Tendenz steigend. Wenn es dann unter den existierenden Partnerschaften heißt: “Und wo habt ihr euch kennengelernt”, hat man den Eindruck, dass immer öfter die Antwort “im Internet” fällt. Neue Dating-Apps versprechen auf kreative Art und Weise, die große Liebe zu finden. Die Anwendungen sprechen ganz unterschiedliche Sinne an. Dabei zählt meist der erste Eindruck: Wie ist es Menschen einzig und allein anhand der Stimme, einer Frage oder Antwort kennenzulernen? Kann daraus Liebe entstehen?

Wenn Menschen und Beziehungen zur Ware werden

Die wohl bekannteste und meistgenutzte Dating-App ist Tinder – vollkommen überlaufen und fast schon aus der Mode gekommen. Ihren Ruf als Plattform für schnelle Nummern hat sie bereits weg. Für viele ist die App auch nur ein Mittel zum Zweck, das eigene Ego aufzupolieren. Schuld daran ist nicht zuletzt die oberflächliche Funktionalität: Personen werden einzig und allein aufgrund von Fotos nach links oder rechts (weg)gewischt und bewertet. In Apps wie badoo wird es sogar so gruselig, dass die eigene Beliebtheit anhand von Ampelfarben angezeigt wird. Da sieht der ein oder andere nur noch rot… Anhand von Fotos können sogar Doppelgänger von Brad Pitt oder dem eigenen Nachbarn gesucht werden. Hier wird der Mensch austauschbar, er wird zur Ware in einem Massenmarkt. Und der Onlinedating-Markt? Boomt!

Neue Dating-Apps versprechen durch besondere Funktionen besondere Treffen

Zahlreiche Anbieter werben damit, anders zu sein als Tinder und Co.. Statt Massenabfertigung, versprechen sie Tiefgang. Sie versuchen, die Nadel im digitalen Heuhaufen auf kreative Art und Weise zu finden. Dafür besinnen sie sich wieder auf das Wesentliche: Slow-Dating statt Massenabfertigung, Kreativität statt Standartsprüche, mehr Sinneseindrücke statt standardisierter Bilder. 

Once: Du musst nicht viele Frösche küssen

Qualität statt Quantität ist das Leitmotiv der Dating-App Once. Hier werden dem Nutzer jeden Tag jeweils nur wenige, meist drei bis sechs Vorschläge, unterbreitet. Diese sind laut Entwickler das Resultat eines Matchmakings: „Erstmal trifft ein Algorithmus anhand von etwa 40 Kriterien – beispielsweise Alter, Standort und sexueller Orientierung – eine Vorauswahl von 15 bis 20 potenziellen Matchpartnern”. Das klingt erstmal nicht besonders innovativ. In einer ähnlichen Größenordnung können Nutzer dann jeden Tag andere User ’swipen‘. So ergeben sich bereits Matches. Doch noch ist die Kontaktaufnahme nicht möglich. Zunächst werden (aus datenschutzrechtlichen Gründen) ausschließlich Fotos an einen Matchmaker von Once übergeben. Dieser stellt dann anhand von Details oder dem optischen Eindruck die Paare zusammen. So bilden sich die wenigen Vorschläge, die einem dann unterbreitet werden. On top ist es auch möglich, dass ein guter Freund für einen auswählt. Ein Mix aus Algorithmen und Jemanden, der nach subjektivem Eindruck entscheidet, ob Menschen optisch gut zusammenpassen: Absurd? In jedem Falle ist es äußerst angenehm, nicht permanent mit Vorschlägen überhäuft zu werden.

Erhältlich für iOS  und Android

Candidate: Literarisches Frage-Antwort-Spiel

In Candidate wird es literarisch, gar poetisch? Das Swipen funktioniert anhand von Fragen. Je nachdem, ob diese einem, zusammen mit dem Bild und Profil des Kandidaten, gefallen, entscheidet man, ob man antworten möchte oder nicht. In weiteren Spielen entstehen die Matches ausschließlich anhand von Fragen. Bilder und Profildetails gibt es dann nicht. Stattdessen verleiht der Nutzer den Antworten eine Platzierung. Nach und nach werden so Kandidaten ausgeschlossen. Am Ende gibt es ein Match zwischen dem Fragesteller und der – anhand der Antworten – am besten zu ihm passenden Person. Was hier zählt, ist das geschriebene Wort. Allerdings mussten wir feststellen, dass nicht jeder ein Talent zum Schreiben hat. Viele Fragen sind einfallslos, oberflächlich oder nicht einmal zu verstehen. Bei manch anderem geht hingegen die Phantasie durch. Manchmal lassen sich jedoch auch Wesenszüge erahnen. Hier eine kleine Auswahl:

“Ist dein zweiter Zeh länger als der große?”

„Wir sind in einer Beziehung. Wie reagierst du, wenn ich dich ärger und mega Spaß dran habe?“

“Bier oder Bananenhefe mit Lemon?”

“Welchen Duft/Geruch liebst du am meisten?”

„Candelight-Döner mit Bier aus der Dose?“

“Würdest du lieber Tarzan oder Batman daten?”

„Als ich 6 Jahre alt war, war meine Schwester halb so alt wie ich. Jetzt bin ich 70. Wie alt ist meine Schwester?“

„Wenn ich ich bin und du du bist, wer ist dann cool?“

Erhältlich für iOS und Android

Whispar: Die Stimme als erster Eindruck

Sprich mit mir, heißt es bei whispar. Denn die Partnerwahl erfolgt anhand der Stimme. Zunächst können Nutzer das Foto der anderen Person nicht sehen, sie hören diese ausschließlich. Das Bild wird mit der Zeit immer klarer. Anschließend kann man entscheiden, ob man verbunden werden möchte. Bei whispar legt sich jeder User ein 30 sekündiges Stimmprofil an. Eine Stimmfarbe kann anziehend sein. Doch kann sie auch Charakter und Optik in den Schatten stellen? Phillip versucht es mit einem durchgängigen Flüsterton. Dabei wird jedoch nicht ganz klar, ob er nun Erotik versprühen oder sich einfach nur abheben möchte.

Erhältlich für iOS und Android

Bumble: Die Bienen entscheiden

Bei Bumble macht immer die Frau den ersten Schritt. Dafür hat sie 24 Stunden Zeit. Der ausgewählte Mann kann ihr dann ebenfalls innerhalb von 24 Stunden zurückzuschreiben. Die ganze App ist im Honigbienen-Stil gestaltet. Bis auf die festgelegte Regelung zur Kontaktaufnahme, gleicht die Funktionalität den klassischen Swiping-Apps. Fast alle Profile wirken aber seriös und vermitteln den Eindruck, dass hier Menschen angemeldet sind, die ernsthaft an einer Beziehung interessiert sind. Der Mann muss nicht immer den ersten Schritt machen. Nur schade, dass ihm diese Möglichkeit hier sogar verwehrt bleibt. Oder nicht?

Erhältlich für iOS und Android

OkCupid: Prozentualer Vergleich von Persönlichkeit und Interessen

Ob „Gleich und gleich gesellt sich gern“ oder „Gegensätze ziehen sich an“: OkCupid erstellt und vergleicht Persönlichkeitsprofile. Dafür wird man in einer Art Interview zu Dating, Lifestyle, Religion, Sex, Ethics and Other befragt. Hier kann jeder jeden anschreiben und selbst entscheiden, wie viele angebliche Gemeinsamkeiten wichtig sind. Schnell mussten wir feststellen, dass die Fragen mitunter doch sehr unbequem und direkt sein können. Um den heißen Brei wird hier auf jeden Fall nicht geschwafelt. Bei uns gingen die Meinungen darüber, wie wir das finden, sehr weit auseinander. Hier ein kleines Beispiel dafür, was einen die App so fragt:

“Have you ever fantasized about hooking up with a co-worker?“

  • „yes, and I have acted on it“
  • „yes and I have not acted on it“
  • „no”

Übrigens hat man ebenfalls die Möglichkeit auszuwählen, was die andere Seite darauf antworten soll. Liegt man selbst zum Beispiel gerne unten, kann praktischerweise gleich angegeben werden, dass der Partner doch bitte das Gegenteil ankreuzen soll. Na dann dürfte ja wohl nix mehr schief gehen!

Was bringen neue Dating-Apps?

Letztlich verführt das Netz seine User allein durch die zahllosen Optionen dazu, wählerisch zu werden. Gibt es noch jemand schöneren, besseren, tolleren? Vielleicht kommt ja gleich ein noch geeigneterer Kandidat. „Was nützt dir die schönste Schüssel, wenn nichts drin ist“, lautet der Rat unserer Großmütter. Und sie haben recht. Vielleicht ist diese eine Person, die auf dem Bild so gar nicht dein Typ ist, ja in Wahrheit ein Seelenverwandter. Na klar sind die neuen Apps interessant, mehr als rein äußerliche Aspekte von einer Person zu erfahren. Wissenschaftlich ist es sogar bewiesen, dass beispielsweise die Stimme zur Anziehung beiträgt. Doch wo bleibt bei derartigen Apps das wirkliche Kennenlernen eines Charakters? Können wir das so überhaupt noch?

Eine Dating-App bietet die Chance, dass sich zwei Menschen kennen und lieben lernen, die sich im normalen Alltagsleben aufgrund von Schüchternheit, verpassten Gelegenheiten oder anderen Umständen vielleicht nie begegnet wären. Gleichzeitig eröffnet das Web eine Vielzahl an Optionen und Möglichkeiten immer wieder neue Personen kennenzulernen. Wenn man einzig und allein ein wenig Spaß sucht, okay. Jemanden wirklich KENNENLERNEN, kann man allerdings nur im wahren Leben. Vielleicht kommt es deshalb gar nicht so sehr auf die Frage nach der richtigen App, sondern auf unsere innere Einstellung an. Klingt komisch, aber eventuell sollten wir uns erst einmal mit unserem eigenen Ich daten: Denn nur wer sich selbst liebt, kann andere lieben und begreift, dass es in Herzensangelegenheiten kein Besser oder Schlechter gibt.

Mac PC mit Schnittprogramm Musikvideo, zum musikalischen Mashup Artikel von Filmszenen

Mashup-Künstler mixt Songs aus Filmszenen
und geht mit GoT-Cover viral

Alle Ideen bauen auf anderen Ideen auf, weshalb alle kreativen Werke als eine Art Mashup angesehen werden können, findet Matthijs Vlot. Der niederländische Künstler produziert Kurzfilme. Jedoch nicht mit aufwendigem Kameraequipment und eigens engagiertem Cast. Alles was er dafür benötigt, ist ein DVD-Ripper und eine einfache Internetverbindung. Denn der audiovisuelle Remix-Künstler setzt Songs aus Filmszenen zusammen. Mit dieser Kunstform wurde Matthijs Vlot im Internet bekannt. Nun veröffentlichte er ein Cover von Taylor Swift’s neuem Lied „Look What You Made Me Do„. In dem Song ersetzen die Worte von Darstellern der amerikanischen Serie Game of Thrones, die der Sängerin. Das entsprechende Video ging vor Kurzem viral. Das Netz zeigt sich begeistert, findet das Cover besser als die Radio-Pop-Nummer und ist fasziniert von der minutiösen Puzzlearbeit.

Game of Thrones singt Look What You Made Me Do

Der Künstler durchforstete die Folgen der Serie und wählte genau jene gesprochenen Worte aus, die sowohl vom Text, als auch von der Betonung her, genau auf den Songtext von Taylor Swift passen. Mit dabei sind beispielsweise Aussagen der Figuren Jon Snow, Cersei Lannister, Littlefinger, Sansa Stark, Olenna Tyrell und Arya Stark. Aufgrund der Inhalte, vermutet der ein oder andere User eine Parallele, beziehungsweise Anspielung auf die Rachegelüste der Protagonisten in der Geschichte.

Das Youtube-Video ist erst seit wenigen Tagen online und wurde bereits fast 400.000 Mal aufgerufen. Dies mag möglicherweise an dem wieder aufgeflammten Hype um die Serie liegen. Doch viele Nutzer bewundern insbesondere, mit welch einem Blick (beziehungsweise Ohr) für’s Detail der Künstler die Filmschnipsel auswählte und minutiös integrierte. Da war mit Sicherheit Muse und Geduld gefragt.

Von I.T. bis Bond: Remix-Kultur aus Filmszenen

Game of Thrones ist nicht die einzige Serie, derer sich Matthijs Vlot bediente. Breaking Bad bot dem Künstler ebenfalls eine Vorlage. Dabei wurden einzelne Dialoge sowie die Titelmelodie zu einer Art Gedicht zusammen gemixt.  Der Rap mit dem Namen „This is my product„, thematisiert die Substanzen aus dem Labor der Figur Walter White alias Heisenberg.

Satirisch wird es hingegen in „Can’t Take my eyes of you„. In dem Video spielt der Künstler auf die Beziehung zwischen dem amerikansichen und russischen Präsidenten an.

Mit seinem Filmmix-Cover von Adele’s berühmten Song „Hello“, wurde Vlot sogar für den Webby Award in der Kategorie „Video Remixes/Mashups“ nominiert. Die „International Academy of the Digital Arts and Sciences“ zeichnet einmal jährlich kreative Webseiten und Online-Arbeiten in unterschiedlichen Kategorien aus.

P.S.: I Love You

Reise-Collage, in welcher ein Paar die Arme um sich legt; aus der Fotokunst von Half Half Travel

Half Half Travel: Eine Fernbeziehung
als Fotokunst auf Instagram

Getrennt und doch zusammen: Die Fotografen Rebecca Siegel und Dan Gold führen eine Fernbeziehung, die es in sich hat. Beide umreisen die Welt – jedoch nicht zusammen, sondern voneinander getrennt. Eine Liebe auf Distanz aufrechtzuerhalten, ist alles andere als einfach. In ihrem Blog und gleichnamigen Instagram Account „Half Half Travel“, zeigt das Paar eine kreative Möglichkeit mit der räumlichen Trennung umzugehen. Die beiden lichten sich jeweils an dem Ort, an dem sie sich gerade befinden ab, halbieren die Fotografien in der Mitte und fügen die Hälften zu einem neuen Bild zusammen. Nicht trotz, sondern gerade wegen der Darstellung der unterschiedlichen Aufenthaltsorte, erschaffen sie so gemeinsam einzigartige Collagen.

Die Sehnsucht nach der Ferne

Rebecca und Dan lernen sich im Dezember 2015 in New York kennen und lieben. Beide haben den Wunsch für einige Zeit ins Ausland zu gehen. Er will ein Jahr lang durch Europa, Afrika und Südamerika reisen und dabei jeden Monat eine neue Stadt entdecken. Rebecca lebt aktuell in New York. Nachdem sie fast drei Jahre lang in Hongkong und China verbrachte, möchte sie nun noch mehr vom Rest der Welt sehen und diese auf eigene Faust erkunden. Zwei Menschen, zwei unterschiedliche Lebenspläne: Ist die junge Liebe dadurch von vornherein chancenlos?

Getrennt reisen, zusammen fotografieren

Für Rebecca und Dan nicht. Die beiden möchten – trotz der räumlichen Trennung – weder sich als Paar, noch ihre individuellen Träume und Wünsche aufgeben. In der heutigen Zeit hilft ihnen dabei das World Wide Web. Auf kreative und bezaubernde Art und Weise zeigen sie online, dass Liebe keine Grenzen kennt. Sie bedienen sich ihrer Reisebildarchive, wählen zueinander passende Fotografien aus und fügen diese durch digitale Bildbearbeitung liniengetreu zu einem neuen Motiv zusammen. Indem sich die Atmosphären der unterschiedlichen Orte zu einer Einheit verbinden, entstehen interessante Kombinationen. Was Rebecca und Dan über ihre Beziehung hinaus offensichtlich vereint, ist die Liebe zur Fotografie und zum Reisen. Was sie trennt, sind eben genau diese 1000 Kilometer Entfernung. In den Bildern verbinden sich die Welten von Rebecca und Dan. Durch ihre Fotokunst kommen sich die beiden wieder ein Stück näher.

Schwarz-weiß Bild zwei Boxer, Schiedsrichter hält einen Arm hoch, Bild zum Wahlkampf 2017 Artikel

Wahlkampf 2017:
Vom TV-Duell bis hin zum Cyberputsch

Der politische Wahlkampf wurde in dieser Woche wortwörtlich genommen. In diversen Duellen setzten die Parteien ihre Schachzüge: „Die Partei“ knackte die Facebook-Gruppen von AfD-Anhängern, die Kanzlerkandidaten trafen im TV-Duell aufeinander und auch Politiker anderer Parteien gaben sich im Fernsehen einen Schlagabtausch. Das Duell von Merkel und Schulz empfanden viele allerdings eher als ein schlechtes Duett. In den sozialen Netzwerken wurde hingegen heiß diskutiert und kommentiert – nicht selten mit einem zwinkernden Auge.

Spaß und Ernst zugleich: „Die Partei“ verschafft sich Kontrolle über AfD-Gruppen auf Facebook

Anfang der Woche sorgte “Die Partei” für großes Aufsehen im Netz. Die Satirepartei hat 31 AfD-nahe Gruppen auf Facebook gehackt. In den bis dahin geschlossen und geheimen Gruppen tauschten sich AfD-Anhänger aus. Die Namen der Facebook-Gruppen geben bereits einen Einblick in deren Inhalte: „Heimat-Liebe“, „Dr. Frauke Petry – FanCLUB“ oder „AfD 51 %“. Die Satiriker behaupten sogar, sie wurden ursprünglich mit Bots (Computerprogrammen) erstellt und künstlich mit Inhalten bestückt.

„Die Partei“ hat diese Gruppen nach eigenen Angaben über Monate hinweg infiltriert und sich das Vertrauen der Administratoren erschlichen. Diese warf man daraufhin raus und ernannte eigene Seiten-Administratoren. Der Modus wurde auf „öffentlich“ umgestellt. Nun kann jeder sehen, was dort geschrieben wurde. Die Partei ließ es sich außerdem nicht entgehen, weitere Veränderungen im Detail vorzunehmen: So wurde beispielsweise aus  der Gruppe „Antifa – Die Wahrheit!“,  „I <3 Antifa“, aus „Deutschland ohne Islam“ die Gruppe mit dem Namen „Kopftuchpflicht für Deutschland“. AfD-Anhänger sind von dieser Aktion natürlich wenig begeistert und weisen die Verantwortung von sich. So amüsant diese Aktion auch ist, offenbart sie erschreckende Inhalte. Einige davon stellt Shahak Shapira, Satiriker und Mitglied von „Die Partei“, in einem Bekennervideo auf Facebook vor:

Eklat in ZDF-Sendung zum Wahlkampf 2017

In der Live-Sendung „Wie geht’s, Deutschland?“ wurden Politiker mit Bürgerfragen konfrontiert, die aus einer Reportage stammen.  An der Diskussionsrunde im ZDF nahmen Ursula von der Leyen (CDU), Andreas Scheuer (CSU), Heiko Maas (SPD), Katja Kipping (Die Linke), Jürgen Trittin (Die Grünen),  Katja Suding (FDP) und Alice Weidel (AfD) teil. Letztere verließ nach einem Wortgefecht mit Andreas Scheuer abrupt das Studio. Dieser hatte zuvor AfD-Mitglied Björn Höcke als rechtsradikal bezeichnet.

 

Kurz darauf wetterte sie auf Twitter, insbesondere gegen die ZDF-Moderatorin Slomka. In den sozialen Netzwerken werten einige User Weidels Abgang als Inszenierung zum Zwecke der Aufmerksamkeitsgenerierung.

Merkel vs. Schulz im TV: Duell oder Duett?

Im Kanzlerduell ging es dagegen entspannter zu. Bereits vor dem Aufeinandertreffen von Angela Merkel und Martin Schulz waren die Erwartungen daran nicht sehr hoch. Die Grünen nutzten dies für einen belustigenden Post:

Für viele bestätigte sich dies. Denn ein wirklicher Schlagabtausch kam den meisten Nutzern zufolge nicht wirklich in Gange:

Das Netz spricht eher von einem Duett, statt von einem Duell. Ihrer Meinung nach, hielten sich die Meinungsverschiedenheiten der beiden in Grenzen.

Nutzer zeigten sich insbesondere von den Inhalten enttäuscht.

Kein Wunder, dass viele User nach dem Duell nur noch ratloser sind.

Zettelhochburg Berlin:
Joab Nist über seinen Blog Notes of Berlin

Optimismus heißt umgekehrt Sumsi mit Po. Das sollte mal gesagt werden, steht auf einem der vielen Zettel die Joab Nist tagtäglich auf seinem Blog Notes of Berlin digital konserviert. Ob überklebte Straßennamen, behangene Postkästen, bemalte Toilettenkabinen, oder Notizen an Haustüren und Klingelschildern: In der Stadt Berlin herrscht die reinste Zettelwirtschaft. An kaum einem anderen Ort hinterlassen Menschen so viele Botschaften auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Wir haben mit Joab über die Faszination der lustigen Zettel gesprochen.

Wie bist du auf die Idee gekommen “Stadt-Zettel” zu sammeln und sie dann in einem Blog zu veröffentlichen?

Ich bin selber vor 12 Jahren von München nach Berlin gezogen. Ich fand es aufregend, durch die Kieze zu gehen und zu gucken, ob man da was findet, was Berlin für einen charakterisiert. Bei diesen Spaziergängen sind mir immer wieder solche Botschaften, meist Zettel, aufgefallen. Einige von denen waren für mich wie ein AHA-Effekt: Ja stimmt, genau das ist für mich Berlin. Das passt genau hier her! Das war für mich wie ein kleiner Reiseführer durch die Stadt – nur auf eine andere Weise erzählt.  Ich wollte immer mehr von diesen Zetteln entdecken. Dann habe ich mir gedacht: Wie spannend wäre das eigentlich, wenn ich Zettel finden und dokumentieren kann, die auch aus den Ecken der Stadt kommen, in denen ich mich nicht herum treibe? Da braucht es Mitstreiter. Außerdem fand ich, dass die Zettel eigentlich eine größere Öffentlichkeit verdienen. Die hängen ja nur kurz da und sind dann für immer weg. Eigentlich sind sie Originale und Unikate, wo irgendjemand eine Geschichte erzählt. Sie sollen relativ ungefiltert zeigen, was die Menschen hier bewegt. Dass das sehr oft skurril ist, liegt daran, dass die Protagonisten, die so einen Zettel schreiben, in dem Moment nicht so viel nachdenken. Es kommt halt einfach raus und das ist dann halt oft komisch, aber authentisch.

Was sind das für Botschaften?

Eigentlich die komplette Alltagskultur. Also alle Dinge, die einem so täglich in der Großstadt begegnen. Dass jemand gerade verzweifelt einen Job sucht oder jemanden irgendwo gesehen hat und ihn wiedersehen möchte. Die Stadt ist zu groß dafür, er muss einen Zettel schreiben. Oder man beschwert sich über seinen Nachbarn, der sehr skurril ist. Ganz viele Zettel kommen aus Hausfluren und großen Mietshäusern. In Berlin ist es irgendwie gang und gäbe, dass man nicht klingelt, sondern sich Zettel schreibt, um sich über etwas zu beschweren oder um eine Party anzukündigen. Auf der Straße ist auch die Liebe ein ganz großes Thema. Ganz viele Menschen sehen sich irgendwo, haben die Nummern nicht ausgetauscht, sich nicht angesprochen und wollen sich wiederfinden. In einem Ballungsraum wie Berlin musst du dann halt zum Beispiel einen Zettel schreiben und den da aushängen, wo du die Person das letzte mal gesehen hast, damit du sie wiederfinden kannst. Da bringt dir auch ein Post auf Facebook nichts. Du erreichst mehr Leute, aber nicht die Person, die zufällig auch in diesem Kiez wohnt. Neben Diebstahl ist Sex ein riesen Thema. Wir haben wahnsinnig viele Zettel, wo man die Nachbarn rummachen hört. Es gibt auch politische Botschaften. Lost and found ist natürlich auch ein Klassiker.

Hast du ein paar Beispiele beziehungsweise Highlights, die dir spontan einfallen?

Wenn jemand seinen Stoffbären verloren hat und dann steht auf dem Zettel: “Finderlohn 500 Euro”, dann denkst du dir: War das was drin? Oder ist der was wert? Es gibt auch genau das Gegenteil: “Katze verloren. Finderlohn: Sieben Euro”. Warum Sieben? Ist dir dein Tier nicht mehr wert? Der eine verliert sein Geld, der andere seine Steuererklärung, der Dritte seinen Hamster, den er kurz bei der Bushaltestelle abgesetzt hat, um mal eben in den Späti zu gehen. Dann war der Hamster weg.

Warum gibt es so viele Zettel in Berlin, obwohl vieles nur noch digital stattfindet? Wo liegt der Reiz?

Es ist ein Kommunikationsmedium, was du heute trotz Internet quasi als Gegenentwurf noch nutzt. Wenn du zum Beispiel jemanden suchst und im Internet postet, bringt dir das ja nicht so viel. Wenn du nur deine Leute im Kiez ansprechen möchtest – im Sinne von “mein Fahrrad wurde gestohlen, bitte haltet die Augen offen”. Dann macht es einfach Sinn, das noch auf die alte Art und Weise zu kommunizieren. Ich glaube trotz Apps und der Digitalisierung, sind wir ja alle noch mit Papier und Stift aufgewachsen. Und das wird auch die nächsten Jahre noch so sein und das sollten wir auch nicht verlernen. Ich glaube, dass sich das auch ein bisschen initiiert und zum Mitmachen einlädt. Es hat auf jeden Fall eine viel persönlichere Note, als wenn du einfach irgendwo bei WG-Gesucht dein Inserat aufgibst oder einen Facebook-Post machst. Und es sind die Themen, die wir alle kennen: Fahrraddiebstahl, Liebeskummer, nervende Nachbarn. Das ist eines der Geheimnisse, warum das Projekt so gut funktioniert: Man kann sich damit sehr einfach identifizieren. Du brauchst kein großartiges Vorwissen. Du musst auch gar nicht aus Berlin kommen. Du musst Berlin auch nicht mögen, du kannst Berlin hassen. Denn diese Themen gibt es  teilweise auch in anderen Städten. Die Idee ist aber schon, damit Berlin zu charakterisieren und nicht die Zettel an sich. Deshalb ja Notes of Berlin.

Warum denkst du, dass ausgerechnet Berlin so zugekleistert wird?

In Gesamtdeutschland ist Berlin das Mecker der Zettelwirtschaft. Im öffentlichen Stadtbild kann man hier und da mal etwas hinterlassen, ohne, dass das Ordnungsamt gleich um die Ecke kommt. Das ist in München zum Beispiel anders. Das ist eine sehr saubere Stadt. Da siehst du nicht an irgendwelchen Laternen oder Ampelmasten Sachen kleben. Das ist auch verboten. Hier in Berlin sind ja quasi Schichten von Jahren, die sich außen herumwickeln. Es gibt Streetart, Graffiti, Guerilla Gardening – alles so Sachen, wo man auch im öffentlichen Raum mitgestaltend tätig ist. Das prägt glaube ich auch schon so ein bisschen das Gefühl “okay ich kann dort auch einen Zettel hinkleben. Das macht doch jeder”. Alle machen hier irgendetwas. Und das hast du im Vergleich mit anderen deutschen Städten nicht in dem Ausmaß.

Was verraten die Notizen über die Menschen in Berlin?

Es gibt dir einen Einblick: Wovor haben die Menschen Angst? Was treibt sie um? Ist es die Wohnungsnot? Es gibt auch Leute, die sich darüber beschweren, dass das Haus immer internationaler wird. Dann kriegt man auch oft den Eindruck, Berlin ist die Stadt der Singles, Berlin ist einsam und anonym: Wieso suchen die sich alle? Wieso sprechen sie sich nicht an? Wieso hat niemand irgendjemanden? Man merkt auch, dass viele schon manchmal ein bisschen gestresst sind. Man reagiert oft ein bisschen über,  man toleriert vielleicht viel, aber irgendwann reicht es einem. Und man nimmt einfach kein Blatt vor den Mund. Wenn du irgendetwas zu sagen hast, dann sagst du es – auch ungefragt.  Und ich glaube das ist auch wichtig in so einer Großstadt wie Berlin, dass man sich halt irgendwie Gehör verschafft, auch wenn es anonym ist. Dass du irgendwie raus kannst, du brauchst irgendein Ventil.

Und das ist dann der Zettel?!

Genau, vor allem wenn wir von Beschwerden sprechen. Es zeigt aber auch, wie kreativ Berlin ist. Es gibt Zettel, die sind unfassbar talentiert gezeichnet, geschrieben, richtig um die Ecke gedacht und mit so viel Leidenschaft verfasst. Auch die Leute, die mit einem gewissen Ideal hier herkommen oder einen gewissen Lebensstil leben wollen, spiegeln sich in den Zetteln wieder. Und Naivität. Deswegen ist es wie ein Querschnitt durch all die verschiedenen Bezirke und Mietshäuser. Es sind nicht nur die Hipster aus Neukölln oder Kreuzberg, die da Texten. Was auch wieder zeigt, dass es nicht nur ein Phänomen von jungen oder alten Leuten ist, so einen Zettel zu schreiben. Es ist ein Gesellschaftsding.

Du verbreitest die Zettel auch auf Instagram und Facebook. Warum teilen die Nutzer deine Blog-Inhalte dort so leidenschaftlich?

Weil du die Situation oft nachvollziehen kannst. Das sind so radikale Alltagsthemen, eines davon trifft dich immer irgendwie. Dann willst du das auch mit anderen teilen. Deswegen läuft das so gut auf den sozialen Netzwerken. Leute kommentieren auch viel. Bei manchen Posts entstehen ganz lange Kommunikationsstränge. Das ist auch ziemlich spannend, weil du siehst, was die Menschen umtreibt. Sonst gibt es keine Möglichkeit oder keinen Grund, über solche Themen zu sprechen, weil es keine Plattform dafür gibt. Und weil es eigentlich zu alltagsbezogen ist. Wenn du aber Zettel quasi als Auslöser hast, dann kannst du das Thema auch ein bisschen mehr aufmachen. Deswegen ist es auch oft so, dass so ein Zettel manchmal eine Initialzündung ist. Da kommentieren auf einmal 50 Leute zum Thema zugezogen in Berlin oder zur Ghettofizierung, obwohl das gar nicht impliziert war.

Es gibt bereits Bücher und Kalender über das Zettelphänomen. Und auch ein Film wird kommen. Hast du noch weitere Zukunftspläne?

Neuerdings mache ich Live-Lesungen, mit einem „Best of“ der Zettel. Die werden auf Leinwand projiziert und ich interpretiere sie ein bisschen. Mir macht das auch noch mehr Spaß als zu posten, weil ich ja die Reaktionen der Menschen sehe. Dann wird es auch wieder Offline-Ausstellungen geben. Zum Beispiel hat das “The House” Projekt stattgefunden. Das war ein großes urban art Event in Berlin. Da hatte ich zweieinhalbtausend Zettel ausgedruckt und alle in einem Raum an die Wand geklebt. Was sehr spannend war, weil man den Zettel offline wieder dahin bringt, wo er eigentlich herkommt, er durch den Ausdruck wieder haptisch wird. Das ist auf ganzen Wänden gebündelt und du hast nicht wie im Internet einen Zettel, auf den du klickst. Das ist toll, wenn du spürst, wie die Leute dann darüber reden, sich hier und da anstupsen. Du bewegst dich in diesem Raum und da wo dein Auge hinfällt, liest du ein bisschen was, du musst aber auch nicht alles lesen. Du bist dann in so einem Kosmos gefangen.

Hier eine kleine Auswahl an amüsanten Zetteln:

Titelbild: @Leon Kopplow

Die Fotografin Cindy Sherman
inszeniert Selfie-Wahn mit trashigen Grimassen

Ob Kim Kardashian-West in Selfish, Buzz Aldrin im Weltall, Weltstars bei der Oscar Verleihung oder der Otto Normalverbraucher in sozialen Netzwerken: Selfies sind aus unserem Alltag kaum mehr wegzudenken. Eine Vorreiterin der Selbstporträts ist Cindy Sherman, eine der erfolgreichsten und teuersten Künstlerinnen der Welt. Sie wurde vor allem durch ihre feministisch provokanten Bildnisse bekannt. Jetzt ist die Fotografin mit über 600 Bildern auch auf Instagram aktiv. Scrollt man durch ihren Account so könnte man denken, in der Selfie-Hölle gelandet zu sein: Lauter verzerrt groteske Gesichter und Selbstinszenierungen. Eine Kritik am Schönheits- und Selbstoptimierungswahn? Wie provoziert eine Cindy Sherman 2.0?

Provokante Porträts damals und heute

Seit dem Vormarsch der Fotografie ist die Königin der Selbstdarstellung Cindy Sherman. Bekannt wurde die mittlerweile 63-Jährige US-Amerikanerin mit einer Serie von Schwarzweiß-Fotografien, den ‘Untitled Film Stills’ (1977). Jedes einzelne dieser 69 Fotos zeigt sie selbst, Cindy Sherman. Und doch könnten die Fotos nicht unterschiedlicher sein. Bild für Bild, Foto für Foto nimmt die Künstlerin eine andere Frauenrolle an. Mal ist sie Cindy, das trotzige Kind, mal Cindy, die Stenotypistin, mal Cindy, die Bibliothekarin. Auf diese Weise thematisiert sie neben der Identitätsfindung, den Feminismus und die Gender-Diskussion. Mit ihren Fotografien rückt sie außerdem das Spannungsfeld zwischen Künstlichkeit und Wirklichkeit in den Fokus: Was ist wahr und was Illusion?

Cindy Sherman übt Selfie-Kritik auf Instagram: Gruselig oder langweilig?

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Was damals bereits als provokant galt, wirkt im Lichte der von Cindy Sherman neu veröffentlichten Bilder harmlos. Auf ihrem kürzlich gestarteten Instagram-Account springen einem zahlreiche verzerrte Gesichter entgegen. Viele von ihnen wirken wie die Ergebnisse missglückter Schönheitsoperationen. Sherman nutzt diverse Bildbearbeitungsapps und dreht den Spieß um: Eigentlich sollen die Anwendungen Bilder optimieren, eine nachträgliche Modellation und das digitale Auftragen von künstlichem Make-Up ermöglichen. Indem die Fotografin die Bilder nun ausgerechnet mit einer Schönheitsapp entstellt, übt sie Kritik am Optimierungswahn und macht sich über den Selfie-Kult lustig. Auf einem der Bilder zerfällt ihr Gesicht in Einzelteile, auf dem Nächsten liegt sie im Krankenhausbett und sieht aus, als sei sie in den Schminktopf gefallen. Große Augen, kleine Ohren, verzerrte Lippen: Manche Selfies sind witzig, die meisten jedoch sehr verstörend – was typisch für die Werke der Künstlerin ist.

Selfies zwischen Kult und Narzissmus

Für einen gelungenen Schnappschuss muss man längst kein Experte mehr sein. Mit Smartphone und diversen Bildbearbeitungsprogrammen kann das digitale Selbstporträt im Handumdrehen erstellt, bearbeitet und geteilt werden. Doch woher kommt das allzu selbstdarstellerische Bedürfnis? Was bewegt Menschen dazu, mitten auf der Straße ihre Arm gen Himmel zu strecken, ein krampfhaft wirkendes Lächeln aufzusetzen und dabei beinahe den nächsten Laternenmast zu streifen? Selfies können schöne Momente festhalten, die man mit anderen oder mit sich selbst verbracht hat. Doch Fakt ist auch, dass das Schönheitsideal der heutigen Zeit immer mehr Menschen dazu verleitet, das eigene Bild perfektionieren zu müssen – sei es durch Schönheitsoperationen, Diätpläne, materielle Besitzgüter oder eben durch und mit einem Selfie.

Auch wenn Cindy Shermans Instagram-Bilder verstörend sind, so sind die Kritik-Momente an sich eigentlich nichts Neues. Deshalb erntet die Künstlerin auch kritische Stimmen. Das Fazit des Magazins monopol lautet deshalb beispielsweise: eher uncool. Und zum hübsch Ansehen sind sie schließlich nicht gedacht. Oder doch?

 

Titelbild: @Jan Zuppinger, flickr

Illustration von Ann-Kathrin Poneta zum Artikel: Fingers crossed: Instagram Trend #Gerwomany als Wahlaufruf an alle Frauen

Fingers crossed: Instagram Trend
#Gerwomany als Wahlaufruf an alle Frauen

Gestalte selbstbestimmt mit, geh wählen – ist ein Aufruf an alle Frauen in Deutschland. Unter diesem Motto starteten kürzlich sieben Verlage die gemeinsame Kampagne #Gerwomany. Als Facebook und Instagram Trend posieren diverse Celebrities mit gekreuzten Fingern und machen dadurch auf eine Initiative aufmerksam, die Frauen zur Teilnahme an der Bundestagswahl 2017 mobilisieren möchte. Das Ziel: Die weibliche Wahlbeteiligung soll in diesem Jahr mindestens so hoch wie die der Männer sein.

Frauen gehen weniger wählen

Laut der Initiative sind in Deutschland ca. 30 Millionen Frauen wahlberechtigt. Doch von ihnen gehen längst nicht alle wählen. Seit 1953 ist ihre Wahlbeteiligung geringer, als die der Männer. Zwar hat sich diese im Verlauf der Zeit angeglichen, im Jahre 2013 lag der Unterschied bei nur noch 0,5%, doch gerade unter jungen Wählern driften die Werte auseinander. So ist die Wahlbeteiligung der 21- bis 25-Jährigen in den vergangenen 30 Jahren um etwa 20 Prozent gesunken. Gleichzeitig ist mit dem Aufkommen fragwürdiger populistischer Parteien und in Zeiten weltweiter Krisen jede Stimme entscheidend. So lautet ein weiteres Credo der Kampagne: “Gegen Populismus haben wir nur eine Wahl – Wählen gehen”!

Verlagsübergreifende Aktion für die gute Sache

#Gerwomany Kampagne
obs / #GERWOMANY

Die teilnehmenden Verlage erreichen mit ihren insgesamt 23 Frauenmagazinen gemeinsam rund 20 Millionen Leserinnen pro Erscheinungszyklus und haben somit die Möglichkeit, viele Frauen anzusprechen. Sabine Hofmann vom Magazin myself kommentiert: „Wir haben alle zusammen eine enorme Reichweite – und warum sie nicht nutzen, um Dinge zu bewegen? In Frauenmagazinen geht es längst um mehr als um Lippenstift und Handtaschen“. Mit der Gestaltung der Kampagne wurde die Kreativagentur Dojo beauftragt. Das passende Logo bildet sich aus zwei Kreuzen. Sie stehen symbolisch für die zwei abzugebenden Wahl-Stimmen sowie für die weiblichen X-Chromosomen. Die Kampagnenmotive werden in den kommenden Wochen bis zur Wahl am 24. September in Printausgaben, sozialen Netzwerken und anderen digitalen Kanälen, inklusive thematisch passender Beiträge, erscheinen.

Eine Handgeste wird zum Instagram Trend

Auf Instagram machen sich weibliche Blogger, Influencer, Künstler sowie bekannte Persönlichkeiten für die Initiative stark, animieren zum Teilen und setzen ihr Statement mit einer Handgeste, bei welcher Zeige- und Mittelfinger zu einem X gekreuzt werden.

Nicht wählen ist keine Option

Zwar hat sich die Wahlbeteiligung der Geschlechter im Laufe der Zeit bereits angeglichen, dennoch kann es nie schaden, Menschen, in diesem Falle Frauen, dazu zu animieren, sich ihrer politischen Mitgestaltungsrechte bewusst zu werden und ihre Kreuze zu setzen. Denn nichts ist in dieser Hinsicht schlimmer, als gar nicht wählen zu gehen: „Angesichts des zunehmenden Extremismus weltweit ist nicht zu wählen keine Option. Wir allein tragen Verantwortung dafür, dass wir auch weiterhin in einem Land leben, das uns bei allem, was wir tun, Wahlfreiheit gewährt“, so Petra Winter von der Zeitschrift Madame.

An der Aktion beteiligen sich folgende Verlage: Bauer Media Group, Hubert Burda Media, Condé Nast, Emotion Verlag, Funke Mediengruppe, Jahreszeiten Verlag und Vision Media. Die Kampagne wird unter anderem von den Magazinen Vogue, Joy und Shape und Harper’s Bazaar getragen.

 

Titelbild: Illustration @Ann-Kathrin Poneta

Sonnenfinsternis zum Artikel: "Die Google Suchanfrage nach der Sonnenfinsternis in den USA: 'my eyes hurt'"

Die Google Suchanfrage nach der
Sonnenfinsternis in den USA: „my eyes hurt“

HA HA HA – Ich habe die Sonne geblockt. Mach Platz für den Mond, twitterte am Montag  die NASA im Namen des Mondes. Für die Amerikaner war sie die erste Sonnenfinsternis seit ca. 100 Jahren. Kein Wunder also, dass der ein oder andere den Fehler beging und ungeschützt in die Sonne blickte. Oder ist es nur ein Zufall, dass die Kurve der Google Suchanfrage zu “solar eclipse” in den Google-Trends 2017 gleichzeitig mit der Kurve zum Stichwort “my eyes hurt” anstieg?

Google Suchanfrage: Wer sehen will…muss fühlen!?

Google Trends: Anzahl der Suchanfragen „solar eclipse“ und „my eyes hurt“ in New York am 21. August 2017

Google Trends ist ein Tool, das aktuelle und vergangene Google Suchanfragen analysiert und vergleicht. Wie „The Next Web“ berichtete, stiegen die Suchanfragen zu „my eyes hurt“ parallel zur und auch nach der Sonnenfinsternis in den USA fortwährend an. Werden beide Grafen übereinander gelegt, wird deutlich: Kurz nachdem die Suche nach „solar eclipse“ ihren Höhepunkt erreichte und allmählich wieder abflaute, erlangte die Suche nach den Augenschmerzen ihren Höchstwert. Insgesamt googelten nichtsdestotrotz mehr Amerikaner nach „solar eclipse“. Ob eine tatsächliche und fundierte Korrelation besteht, ist ungewiss – aber durchaus denkbar.

Trump in der Erleuchtung

Denn vielleicht folgten sie dem schlechten Vorbild von Donald Trump. Dieser sah trotz der allgemein bekannten Warnungen und erneuten Hinweise seiner Mitarbeiter, für einige Augenblicke ungeschützt Richtung Himmel. Die Medien ließen es sich natürlich nicht entgehen und hielten die – wenn auch kurze – Situation auf Fotos fest. Die New York Daily News titelte „Nicht allzu hell“ und auch das Netz spottete.

Letztlich klappte es dann auch im Weißen Haus noch:

Auch die Sonne zeigte sich nach dem Spektakel versöhnlich und twitterte: „Ich habe die Blockade im Himmel und auf Twitter wieder aufgehoben.“

Falls nun doch noch Fragen zur Sonnenfinsternis offen sein sollten, hier ein anschauliches Erklärvideo im Cat-Content-Style:

 

Und so wunderschön sieht das dann „in Echt“ aus:

Afrikanische Kunst GIF’s
als digitale Illustrationen

Mit seinen animierten und dynamischen Illustrationen schafft Vince Fraser unverwechselbare Werke. Der Künstler beschreibt seinen Instagram Account als ein “Diary of digital and sometimes analogue behaviours”. Fraser nimmt die statischen Bilder einzigartiger Fotografen und transformiert sie in bewegliche digitale Illustrationen. Indem er einzelne Bildelemente animiert, entstehen so hypnotisierende GIF’s.

Statischen Bildern wird Leben eingehaucht

 

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Bevor er sich der digitalen Kunst widmete, arbeitete der in London lebende Künstler im Interior Design. Beide Bereiche sind für ihn miteinander verknüpft.  Seine GIF’s wirken wie zusammen gepuzzelt und doch als Einheit. Auf die einzigartigen Illustrationen von Vince Fraser wurden bereits große Firmen wie British Airways, BBC, T-Mobile und Adidas  aufmerksam, welche die Designs im Werbe-, Lounge- und Immobolienbereich  integrierten. Auch Hugo Boss und Nike gestalten bereits mit ihm ihre Kampagnen.

Im Gespräch mit Konbini erklärt der Illustrator den sowohl farblich als auch inhaltlich einheitlichen Stil seiner Werke: “I’m very particular about which images I use as they need to have the correct balance of light, shadow, contrast and composition for it to work well together. Black and White is also very classic and timeless which can let the audience focus more on the subjects matter without colour distraction“.

Digitale Illustrationen erwecken Kultur zum Leben

Inspiration zieht Fraser nach eigenen Angaben aus der afrikanischen Kunst. Deren kulturelle Elemente sind ein fester Bestandteil seiner Motive: “I draw inspiration from everything around me focusing mainly on black art and culture. In particular, traditional African art, from wooden tribal face masks, figurative sculptures and other decorative objects from West and Central Africa“.

 

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GIF’s können mehr sein als witzige Animationen, die wir mit unseren Freunden im Chat teilen. Wir lieben die Kurzclips auch als Kunstwerke:  30 Jahre GIF-Kunst: Ein Bildformat schreibt Geschichte.

Titelbild: Photographer @LYRA OKO / Make up Artist @MDEIZIMAKEUP  / Model @ANJILILAURA