Kategorie: Berlin

Fahrradfahrer auf der Straße

Ride of Silence:
Für mehr Sicherheit für Fahrradfahrer*innen

Morgen, um 19 Uhr am Brandenburger Tor, ist es wieder soweit: Die von dem ADFC Berlin organisierte Fahrt “Ride of Silence” findet statt. Die Erinnerungs- und Mahnfahrt soll an die im Straßenverkehr tödlich verunglückten und verletzten Radfahrer*innen erinnern.
 
Dabei scheint Berlin auf den ersten Blick perfekt zum Fahrradfahren: Breite Straßen und viel schöne Natur machen Lust aufs Rad zu steigen, außerdem locken die umliegenden Seen zu einer Fahrradtour am Wochenende. Das Fahrradfahren hat zudem viele positive Aspekte: Man ist nicht nur draußen unterwegs, mobil, aktiv und spart sich die Kosten für ein U-Bahn-Ticket (in der im Sommer gefühlte 50 Grad Celsius herrschen) – man kann das Radeln sogar mit einer Dienstleistung verbinden.
 
Somit ist es kein Wunder, dass viele Radler*innen im Straßenverkehr aufzufinden sind. Und umso wichtiger ist es, auf die Gefahren aufmerksam zu machen. Denn zum Teil sind Radwege gesperrt oder nicht vorhanden und viele Auto- und LKW Fahrer fahren unvorsichtig. Auch die Zahlen stehen für sich: Obwohl Fahrradfahrer und Fußgänger im letzten Jahr nur an 5% der Verkehrsunfällen beteiligt waren, so machten sie ganze zwei Drittel der Verkehrstoten aus. Insgesamt kamen 2017 neun Radfahrerinnen und Radfahrer ums Leben, in diesem Jahr sind es bereits drei.

Ride of Silence in über 300 Städten

Dies hat schließlich dazu geführt, dass der Ride of Silence ins Leben gerufen wurde – denn jeder Schwerverletzte und Getötete ist einer zu viel. Zum Gedenken treffen sich seit 2003 Radfahrer*innen weltweit in über 300 Städten für eine Erinnerungs- und Mahnfahrt am dritten Mittwoch im Mai. Auch in Berlin wird seit 2015 an die verunglückten Radfahrer und Radfahrerinnen erinnert und gleichzeitig an die Politik appelliert, mehr für die Sicherheit von Radfahrenden zu tun.
 
Die Fahrt ist inzwischen als Demonstration angemeldet und soll sich aus Respekt möglichst leise und ohne Alkohol oder Musikanlagen abspielen. Der ADFC Berlin stellt an den Unfallorten Geisterräder zum Gedenken auf und es können zudem weiße T-Shirts mit dem Hashtag #StopKillingCyclist erworben werden – damit auch den Zuschauern der Anlass der Fahrt verständlich wird.

Falls der Vatertag ins Wasser fällt:
Hier sind sieben coole Kulturevents für drinnen

Der Mai verwöhnt uns ganz wunderbar: Morgen ist Vatertag – oder Christi Himmelfahrt – und wir haben wieder frei. Ursprünglich sollte dieser Tag im christlichen Glauben die Rückkehr Jesu Christi zu seinem Vater im Himmel erinnern. Heute wird der freie Tag vor allem genutzt, um auf diversen Events (auf das männliche Geschlecht) anzustoßen.
 
Ein Blick auf die Wettervorhersage stimmt uns jedoch pessimistisch, wenn es um Veranstaltungen im Freien geht. Doch anstatt Trübsal zu blasen, haben wir für euch die siebencoole Kulturevents rausgesucht, bei denen ihr trocken bleibt.

1. Die Fotoausstellung “Nachtschwärmer” im Haus 15

Die Ausstellung von Bernhard Schurian zeigt euch diverse Insekten wie Schmetterlinge, Käfer und Bienen, auf großflächigen Bildern – hier könnt ihr die Tiere bis ins kleinste Detail genau betrachten. Der Wissenschaftsfotograf am Museum für Naturkunde hat den Zeitpunkt gut gewählt: Die Ausstellung verdeutlicht abermals welchen Verlust Insektensterben und die schwindende Biodiversität mit sich bringt. Der Eintritt ist kostenlos.

2. Das Programm im Zeiss-Großplanetarium

Europas modernstes Wissenschaftstheater hat so einiges zu bieten: Hier wird euch am Vatertag ein spannendes Programm rund um unser Universum geboten. So zum Beispiel die morgige “Sternstunde”, die euch auf eine Tour von den Objekten und Sternbildern, die man aktuell am Berliner Himmel sehen kann, bis hinaus in den Weltraum führen wird.

3. „On Speed: Chicks flying for 20 years” an der Volksbühne

Vor 20 Jahren hat es mit dem Kunstkollektiv aus Alex Murray-Leslie und Melissa Logan alias “Chicks on speed” begonnen – seitdem wagen sie Experimente in den Zwischenwelten von Design und Elektropop, adressieren im Kunstkontext Themen wie Kommerzialisierung und Massenproduktion und dehnen die Grenzen der kreativen Sprache aus. Unter dem Titel “On Speed: Chicks flying for 20 years” feiern sie morgen ihr Jubiläum und präsentieren ihren Stilmix aus neuen Medien, Fashionhacks und visueller Livemusik im Großen Haus.

4. Tanzkurs in Klärchens Ballhaus

Hier wird das Tanzbein geschwungen: In Klärchens Ballhaus könnt ihr morgen Abend kostenlos ChaCha, Walzer und Co lernen.

5. FICKO-Salon #5: Veranstaltung zum Themenschwerpunkt Staatskritik

Wer ist der bürgerliche Staat? Und welche Rolle nimmt er in der kapitalistischen Gesellschaft ein? Diese und viele andere Fragen könnt ihr morgen Abend in einer offenen Gesprächsrunde im FICKO-Salon im ORi diskutieren.

6. Performance “Bilder aus Nichts” im Gorki-Theater

Die Golden Gorkis (Ensemble 60+) setzten sich in dieser Performance mit dem eigenen Tod auseinander: Die Frage “Wer werde ich gewesen sein?” steht im Mittelpunkt und sich an die Grenzen des Vorstellbaren – jedoch Unvermeidlichen – gewagt.

7. Kino Babylon: Eröffnung des Anime Berlin Festivals

Zum dritten Mal feiert das Babylon das Anime Berlin Festival: Vom 10. bis 20. Mai präsentiert euch das Kino die große Vielfalt der Anime Filmkultur. Das Festival startet morgen mit dem Eröffnungsfilm “Mutafzkaz”, welcher für ein actionreiches, urbanes und mit Hip Hop Beats untermauertes Vergnügen sorgen wird.

Eisdielen in Berlin

Ice, Ice, Baby:
Wir stellen euch die besten Eisdielen in eurem Kiez vor

Es frühlingt wieder! Holt eure Fahrräder raus, packt die dicken Pullis weg und gönnt euren Gesichtern mal wieder ein paar Sonnenstrahlen. Doch auch euer Gaumen darf sich wieder freuen – denn jedes Kind weiß: Es gibt nichts Besseres, als ein richtig gutes Eis im Sonnenschein. Damit der erste Eisdielen-Ausflug auch euren Vorstellungen entspricht und einer Langnese-Werbung gerecht wird, haben wir hier für euch die besten Eisläden in eurem Kiez rausgesucht. Auf die Waffeln, fertig – Eis!

Mitte: Cuore Di Vetro

Die glücklichsten Menschen laufen euch in Mitte auf der Straße mit einem Eis von Cuore Di Vetro entgegen – denn es wird gemunkelt, dass es dort das beste Eis der Stadt gibt. Der Laden gehört einem jungen italienischen Ehepaar, dass seine Eismacher-Künste damals vom Meister einer bekannten italienischen Eisdiele beigebracht bekommen hat. In dem „Herz aus Glas“ ihrer Eisdiele, könnt ihr direkt zusehen, wie der cremige und nicht allzu süße Gaumengenuss an Ort und Stelle hergestellt wird. Und das Beste daran: Ihr könnt euch das ganze Jahr daran erfreuen!

Prenzlauer Berg: Rosa Canina

Bei Rosa Canina bekommen Berliner Schleckermäuler feinstes Bio-Eis: Hier wird ohne Aromastoffe und mit reinen Früchten und exzellenter Schokolade gearbeitet. Die Kombination von Früchten und Gewürzen zeichnen die Eismanufaktur besonders aus: Beispielsweise sind Himbeere mit Basilikum und Ananas mit Salbei beliebte Sorten. Doch nicht nur in Prenzlauer Berg, auch in der Markthalle Neun kann man sich an dem Gourmet-Eis erfreuen.

Kreuzberg: vanille & marille

In der Eismanufaktur vanille & marille schmeckt man die Sonne Spaniens: Spanischen Safran mit gerösteten Mandeln auf weißer Schokolade kann man hier probieren oder auch Sorten wie Original Tahiti Vanille, indische Mango oder sizilianische Pistazie. Vanille & marille setzt auf Vielfalt und exotischen Eisgenuss. Natürlich ist alles selbst gemacht und von höchster Qualität.

Neukölln: Mos Eisley

Starwars Fans haben den Namen sicherlich schon mal gehört, doch diesmal handelt es sich nicht um einen großen Raumhafen auf einem Wüstenplaneten, sondern um richtig gutes italienisches Eis. Bei Mos Eisley kann man sich durch Sorten wie Campari-Grapefruit, Spicy Mango oder Soja-Erdnuss Crunch schlemmen. Die Inhaberin selbst hat sich ihr Handwerk an der Gelato Universität Bologna angelernt – super Verarbeitung und exzellente Zutaten sind damit gesichert.

Wedding: Eismanufaktur Berlin

Bei der Eismanufaktur Berlin könnt ihr euch an exzellentem Sorbet erfreuen: Das Kakao-Sorbet ist so einzigartig, dass es sogar von dem Gourmet-Blatt „Feinschmecker“ gelobt wurde. Im Gegensatz zu vielen anderen Eisdielen, perfektioniert man hier den cremigen Genuss und verwendet wenig Fett und Zucker. Vegan und lactosefrei geht natürlich auch und Sorten wie Passionsfrucht oder Erdbeer-Minze sind so erfrischend und fruchtig, dass sie gleich Lust auf mehr machen.

Friedrichshain: Caramello

Cremig, cremiger, Caramello: Das Bio-Eis der kleinen Manufaktur überzeugt mit seiner besonders luftigen Konsistenz und einem intensiven Geschmack. Zu verdanken ist dies der besonders rahmigen Milch aus Brandenburg, die extra Zutaten wie Sahne oder sonstige Fette unnötig macht. Auch vegane Sorten sind dabei und es werden nur Produkte aus biologisch kontrolliertem Anbau verwendet. So wurde beispielsweise die Sorte „1001 Nacht“ angeblich von einer verflossene Liebe inspiriert – und schmelzt jeglichen Liebeskummer weg!

Schöneberg: Jones Ice Cream

Ein Kugel der Sorte „Salted Butter Caramel“ oder „Whisky & Pecans“ gefällig? Die Gäste von Jones Ice Cream in Schöneberg schätzen die amerikanische Eisvariante und die Eis-Keks-Kreationen von Gabrielle und Jan. Ihren babyblauen Foodtruck kann man unter anderem auch beim Bite Club und dem Street Food Thursday erspähen. Und im Winter gibt es hier cremig heiße Schokolade und Waffeln, die euch auch die kalte Jahreszeit versüßen.

Haferkater Stand

Haferkater Berlin:
Über das neue alte Porridge

Was unseren Großmüttern und Großvätern einst als magenfreundlicher Haferbrei bekannt war, wird aktuell unter dem Namen Porridge neu entdeckt und zelebriert. Zu Recht, denn die Hafermahlzeit ist nicht nur sehr gesund, sie macht auch lange satt und versorgt uns mit wichtigen Nährstoffen. Der Getreidebrei, wird aus Haferflocken oder Hafermehl sowie Wasser oder Milch zubereitet. Haferkater hat sich auf das traditionelle schottische Porridge spezialisiert. Erst kürzlich eröffnete in Berlin eine zweite Filiale im Bezirk Prenzlauer Berg. Wir haben mit Anna Schubert aus dem Gründerteam über die Geheimnisse des Food-Trends und seine Fans gesprochen.

Was glaubst du macht den Haferbrei aktuell so „sexy“ und beliebt?

Hafer wird gerade wiederentdeckt als glutenarmes, nährstoffreiches Getreide. Porridge macht durch den Ballaststoff Beta-Glucan zudem lange satt. In Kombination mit verschiedenen farbenfrohen und leckeren Toppings wird Porridge das perfekte Frühstück. Porridge hat also einen großen gesundheitlichen Mehrwert und ist außerdem noch schön anzusehen: Zwei Kriterien, die vor allem Food Blogs und Instagramer dazu bringen, immer wieder und ausgiebig über Porridge zu posten! 

 

Ich denke, die Verbindung von gesundem Slow-Food und einem schnell servierten, warmen Frühstück zum Mitnehmen, macht den Porridge von Haferkater zum idealen Frühstück für alle, die am Morgen nicht schon wieder beim Bäcker essen möchten.
 

Welche Toppings sind echte Geheimtipps?

Spannend finde ich vor allem die herzhaften Varianten, so haben wir zum Beispiel einen Porridge des Monats mit Rote Bete Mus, Avocado, Walnüssen und Minze. Herzhafte Cremes oder Pürees in den Porridge zu rühren, schmeckt super, macht bei Rote Bete (oder z.B. Süßkartoffeln) eine tolle Farbe und gibt dem Porridge eine ganz neue Note. 

Wer sind die Kunden von Haferkater?

Unsere Kunden sind von jung bis alt bunt gemischt. Es kommen sehr junge Menschen, die manchmal nicht einmal wissen, dass sie gerade Haferbrei essen. Die älteren Gäste, zählen Haferflocken bereits seit Jahrzehnten zu ihrem Frühstück. Der typische Haferkater-Kunde ist keineswegs nur der Berliner Hipster, wie man vielleicht denken mag, sondern oft sportlich aktiv, an Ernährung interessiert und hat morgens nicht allzu viel Zeit, sich mit viel Liebe ein Frühstück zuzubereiten. Wir haben das glücklicherweise schon!

 

 

Hier erhaltet Ihr einen ersten Einblick, was in Sachen Porridge so geht:

Hier findet Ihr Haferkater in Berlin:

Friedrichshain

Boxhagener Str. 76-78, 10245 Berlin

Mo-Fr: 07:00-16:00
Sa-So: 08:00-17:00
 

Prenzlauer Berg

Eberswalder Straße 26, 10437 Berlin

Mo-Fr: 07:00-18:00
Sa-So: 08:00-19:00

Light catching shadows von Camilla Richter

Top 10 April Events:
Berlin & Brandenburg

Am Wochenende hieß es in Berlin und Brandenburg vielerorts: Frohe Weihnachten,  statt frohe Ostern. Schnee im Frühling – der  April, der weiß ja bekanntlich nicht was er will. Wir schon: Tolle Events im Frühling. And here they are:

Light catching shadows von Camilla Richter

Die Berliner Glaskünstlerin Camilla Richter verzetzt das Bikini Berlin mit ihrer Ausstellung „Light Catching Shadows“ vom 23. März bis zum 28. April 2018 in ein buntes Farbenmeer.

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VELOBerlin: Fahrradmesse 2018

Auf dem Gelände des Tempelhofer Feldes  findet im April die Fahrradmesse VELOBerlin statt. Hier könnt ihr Euch über die neuesten Zweirad-Trends informieren.

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Alltagsgedanken: Best of Martenstein

Nicht nur im Starßenverkehr, auch im Alltag verfallen wir oft unnötigem Stress und regen uns über Kleinigkeiten auf. Gelassenheit könnt ihr bei dem Kolumnist Harald Martenstein lernen. Doch manchmal fallen ihm, wenn alle lieb sein wollen, auch Bosheiten ein – hauptsache eigensinnig, aber bitte ohne Shitstürme!

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6-Gänge-Frühlingserwachen

Beim Pop Up Dinner „Frühlingserwachen“ kommen Wild und Wiese auf den Tisch.  Auch für Auge und Ohr wird einiges geboten. Da ist für jeden was dabei.

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Flower Power in Berlin

Frühlingshaft wird es auch beim Flower Market. Hier erwarten Euch neben einem riesigen Blumenmeer, Streetfood, erfrischende Drinks, Do-it-yourself-Workshops sowie gute Stimmung und Musik inklusive Flower Crowns!

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Job- und Karriermesse: Connecticum Berlin

Nicht vergessen: Vom 24. – 26. April öffnet die größte Job- und Karriermesse der Welt wieder ihre Türen. Hier können insbesondere Studenten, Absolventen und Young Professionals mit 400-Top-Unternehmen in Kontakt treten.

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Eine Liebeserklärung an das gute alte Brot

Brot ist nicht gleich Brot, Brot kann mehr – das ist wohl das Plädoyer der Veranstaltung BrotZeit in der Markthalle Neun. Diese verwandelt sich einen Tag lang zu einer riesigen Backstube mit traditioneller Back- und Handwerkskunst voller Ofenduft.

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ISM Hexadome Exhibition

Der Klang- und Videokünstler Brian Eno präsentiert im Martin-Gropius-Bau eine faszinierende 360-Grad-Installation. Die immersive Ausstellung vereint Kunst und Technik auf faszinierende Art und Weise.

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Kirschblütenfest im Zeichen von China, Korea, Japan

In den Gärten der Welt wird es mit dem Kirschblütenfest fernöstlich. Wenn die Kirschbäume in Blüte stehen, wird der Frühling hier mit asiatischen Klängen und kuluturellen Highlights begrüßt.

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Baumblütenfest in Werder

Die Blütenstadt Werder feiert vom 28. April bis 6. Mai das das alljährliche traditionelle Baumblütenfest mit viel Tanz und Musik. In einem Weinanbau-Gebiet darf guter Wein natürlicher ebenfalls nicht fehlen.

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Alle,  die lieber die pure Landluft genießen möchten, finden hier interessante Orte mit günstigen und schönen Gruppenunterkünften.

 

 

 

 


 

Titelbild: @Bikini Berlin Kunstinstallation Camilla Richter

Mädchen mit grünen Accessoirces zum Artikel-Thema: Top 10 Berlin Events im März

März:
Top 10 Events in Berlin

Es ist Frühling! Auch wenn die Sonne scheint: Bei arktischen Temperaturen und Glatteis ist das kaum zu glauben. Vielleicht lassen ja unsere Top 10 Berlin Events im März Frühlingsgefühle in Euch aufkommen. Denn es wird grün: Wenn die ersten Knospen sprießen, wagt sich der ein oder andere Veranstalter wieder an Außenlocations.  Doch auch für Schlecht-Wetter-Tage ist gesorgt. Seht selbst:

Für Frauen: Für Babette

Am 08. März ist internationaler Frauentag! Eigentlich sollte es ja keinen bestimmten Tag brauchen, um das weibliche Geschlecht zu feiern, sich bei einer besonderen Frau zu bedanken oder einfach nur einen lieben Gruß oder ein nettes Kompliment zu hinterlassen. Der Weltfrauentag erinnert auch an die eigentlich selbstverständliche, aber leider noch immer nicht vollständig etablierte, Gleichberechtigung der Frau.

 

In der Bar Babette wird auf das bezaubernde Geschlecht angestoßen! Auf dem Programm stehen gute Musik, Performances, Videokunst und vieles mehr.

 

Wo: Bar Babette, Karl-Marx-Allee 36, 10178 Berlin
Wann: 08. März
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Sternschnuppenströme in Astronomie Aktuell

Zugegeben – der Titel der Veranstaltung “Astronomie Aktuell” klingt wie ein langweiliges Unterrichtsfach in der Schule. Doch es steckt viel mehr als das dahinter. Wenn wir in den Sternenhimmel blicken, sehen wir ja schließlich auch nur einen Bruchteil der unglaublich vielfältigen kosmischen Welt. Der Planetariumsdirektor Tim Florian berichtet in seinem Vortrag anhand eines künstlichen Sternenzeltes des Planetariums von Raumsonden, Sternschnuppenströmen, Kometen und von aktuellen Entdeckungen in der Astronomie und Raumfahrt. Eintritt: 8 € / 6 €

 

Wo: Zeiss-Großplanetarium, Prenzlauer Allee 80, 10405 Berlin
Wann: 09. März, ab 20 Uhr
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Ausstellung: Hacking Urban Furniture Exhibition

Ob “Becherbutler”, “Kippendiener” oder “Friedrichsrein” – so unterschiedlich die Namen der Berliner Mülleimer auch sind, eines haben sie gemeinsam: Es sind Mülleimer, die im Kopf bleiben. Und gleichzeitig eine gute Aufmerksamkeitsgenerierung für die Berliner Stadtreinigung. Auch andere Metropolen nutzen den urbanen Raum zur Kommunikation. Wie Stadtmöbilierung mit Außenwerbung Hand in Hand geht, zeigt die zehntägige Ausstellung „Hacking Urban Furniture Exhibition“. Künstler, Stadtforscher, Politiker und Aktivisten untersuchen in Installationen, Workshops und Diskussionsrunden gemeinsam das Potential neuer Konzepte öffentlicher Stadtmöbilierung.

Vielleicht seht ihr dann bald Bushaltestellen, City-Toiletten, Bänke, und Infoboards mit ganz anderen Augen.

 

Wo: ZK/U – Zentrum für Kunst und Urbanistik, Siemensstraße 27, 10551 Berlin
Wann: 15. März, 19 – 23 Uhr

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Palmensinfonie im Botanischen Garten Berlin

Klassik unter Palmen: An insgesamt vier Samstagen im März verwandeln sich die Gewächshäuser des Botanischen Gartens in ganz besondere Konzertsäle. Zwischen Baum und Borke erzeugen Berliner Ensembles und Solisten eine bezaubernde Atmosphäre. Besuchern ist ein faszinierender Rundgang durch die verschiedenen musikalischen Naturwelten möglich. Tickets müssen vorab erworben werden.

 

Wo: Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin
Wann: Königin-Luise-Str. 6-8, 14195 Berlin
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Irland hautnah: St. Patrick’s Festival Berlin

Am 17. März ist St. Patrick’s Day. Und Berlin feiert mit! Nicht nur die Sehenswürdigkeiten in New York, Pisa und Rom erscheinen in diesem Anlass in grünem Licht, auch der Berliner Funkturm. Übrigens: In Berlin leben ca. 1000 registrierte Iren.

Das Kunst- und Kulturhaus Urban Spree taucht in die irische Welt ein und zelebriert den St. Patrick’s Day in Berlin. Los geht es mit einer Live-Übertragung von drei Rugby-Spielen der Six Nations 2018 auf Großleinwand. Sportinteressierte können sich außerdem auf verschiedene Aktivitäten rund um die Themen Gaelic Football und Hurling freuen. Ebenfalls nicht fehlen dürfen irische Köstlichkeiten, Geschichten, Kostüme, Konzerte verschiedener Berliner Musiker und – nicht zu vergessen – Irish Whiskey. Abgerundet wird das Festival durch die ab 22 Uhr stattfindende Afterparty. Geplant ist auch eine große Parade durch die Straßen Berlins. Tagsüber ist das Festival kostenlos, für die Afterparty sind Tickets zum Verkauf erhältlich.

 

Wo: Urban Spree, Revaler Str. 99 (Ecke Warschauer Str., Revaler Str.), 10245 Berlin
Wann: 17. März, 13 Uhr – 18. März
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Midnight Court X-tended & Special Guests

Auch die UFA-Fabrik veranstaltet einen Abend, ganz im Zeichen des St. Patrick’s Day. Hier wird es besonders musikalisch: Tanzt irische Tänze zu den Klängen irischer Musik. Auf die Ohren gibt es die Band Midnight Court, Aaron Shirlow, Bernd Lüdtke und Noel Monigue. Unterstützt werden sie von dem Geiger Ravi Srinivasan und Leonard Barry am irischen Dudelsack sowie dem Querflötenspieler Harry Bradley.

 

Wo: UFA-Fabrik
Wann: 17. März, 20 Uhr
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Macramé Wall Hanging Workshop

Körbe flechten? Die Macramé-Technik ist viel mehr als das! Die aus dem Orient stammende Knüpftechnik wird genutzt, um Ornamente, Textilien oder Schmuck aus verschiedenen Materialfäden herzustellen. Dabei entstehen echte Kunstwerke. Probiert es selbst aus! In dem mehrstündigen Macramé-Workshop, designt und stellt ihr selbst einen individuellen Wandbehang her – ob als Fensterspiel, Blumentopfhalter oder Raumteiler – lasst Eurer Phantasie freien Lauf. Die Materialien werden gestellt. Der Workshop ist kostenpflichtig.

 

Wo: Hallesches Haus, Tempelhofer-Ufer 1, 10961 Berlin
Wann: 18. März
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Berlin Travel Festival

Abenteuer- und reiselustig? Dann auf zum Berliner Travel Festival! Vom 09. bis 11. März 2018 verraten Euch dort Experten und erfahrene Traveler Tipps und Tricks für Eure Reise. Und auch, wer einfach nur inspiriert werden möchte, wird hier fündig. Zu den Tickets.

 

Wo: Arena Berlin, Eichenstraße 4, 12435 Berlin
Wann: 09. März – 11.März
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Ausstellungseröffnung: Carsten Nicolai. tele

Visueller Augenschmaus gefällig? Vom 23. März bis 20. August 2018 läuft die Ausstellung „Carsten Nicolai. tele“. Die Werke des Künstlers Carsten Nicolai vereinen visuelle Kunst mit elektronischem Sound. In der Berlinischen Galerie erwartet die Besucher eine spannende Licht-Objekt-Installation.

 

Wo: Berlinische Galerie, Alte Jakobstraße 124-128, 10969 Berlin
Wann: 23. März, 19 – 22 Uhr

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Film Noir: 40 classics of the darkest genre in film history

Das Babylon widmet dem international beliebten und schwärzesten Genre der Filmgeschichte, dem “Film Noir” einen ganzen Monat lang seine Aufmerksamkeit. An verschiedenen Terminen werden 40 Filmklassiker, darunter Werke von Alfred Hitchcock, Fritz Lang, Billy Wilder oder John Huston gezeigt.

Laut den Veranstaltern verspricht das dunkle Genre: “Harte Schwarzweiß-Kontraste, stürzende Linien, Menschen in Panik, den Abgrund vor Augen, den Abgrund in sich vor Augen: Willkommen in der Welt des Selbstbetrugs und des Wahns, willkommen in der Welt des Film Noir!”

 

Wo: BABYLON, Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178 Berlin
Wann: Verschiedene Termine im März, siehe:

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Mischa Leinkauf Maike Mia Höhne zum Artikelthema Berlinale Talents Talk: Meinung, Freiheit und Politik in der Kunst

Berlinale Talents Talk:
Meinung, Freiheit und Politik in der Kunst

Der Künstler Mischa Leinkauf spricht in einem Talk der Berlinale Talents über die Möglichkeiten in Berlin, künstlerische Freiheit und politische Meinungen. Eines seiner Projekte hat ihm nicht nur ein Einreiseverbot beschert, sondern hätte auch im Gefängnis enden können.

 

Hooligans und Bengalos

Grölende Fußballfans, laute Explosionen und dichter Nebel – mit diesen Bildern wird der Berlinale Talents Talk “Crossing Bridges: Reinventing You Art Form” mit Mischa Leinkauf eröffnet. Bei dem Video handelt es sich um die neueste Installation von Matthias Wermke und Mischa Leinkauf, namens “4. Halbzeit”. Darin thematisiert das Künstlerduo die zentrale Rolle von organisierten Fußballfans in sozialen Bewegungen. Wermkes und Leinkaufs  Repertoire reicht von Film über Performances bis zu Art Exhibition. Der Talk wurde von der Berlinale Shorts Kuratorin Maike Mia Höhne moderiert.

 

“Wer in Berlin aufgewachsen ist, hat so viele Möglichkeiten mit der Stadt und der Architektur umzugehen”

 

Schaukeln in Berlin

Zu Beginn erzählt Leinkauf von dem ersten Projekt, dass er zusammen mit Wermke im Jahr 2005 gestartet hat. In “Die neonorangene Kuh” ist ein Mann zu sehen, der an den verschiedensten Orten in Berlin, auf einer transportablen Schaukel schaukelt. Egal ob in der U-Bahn, dem Potsdamer Platz, dem BVG-Gebäude oder der Oberbaumbrücke – überall haben sie die Schaukel aufgehängt. “Wer in Berlin aufgewachsen ist, hat so viele Möglichkeiten, mit der Stadt und der Architektur umzugehen”, sagt Leinkauf. In all ihren Arbeiten ist Wermke der Mann vor der Kamera. Zu diesem Entschluss seien sie gekommen, da nur Leinkauf eine Kamera bedienen könne.

 

 

© Bettina Ausserhofer, Berlinale 2018

 

Luftige Höhen

2011 ist die Kanal-Installation “Entscheidungen” entstanden, in der sich Wermke in luftige Höhen begibt. Darin hängt er unter anderem an einem Kran und einer Brücke. Filme, Kunst und Installationen zu machen, gebe Leinkauf die Möglichkeit, eine Form der Freiheit zu behalten. Er gehe auch ohne Genehmigung an Orte, die nicht betreten werden dürfen. Dabei bestehe oft die Gefahr, festgenommen zu werden. Trotz “hohen Sicherheitsvorkehrungen” wird deutlich, dass Wermke und Leinkauf mit ihren Arbeiten Risiken eingehen und dabei auch politisch werden wollen. “Symbolic Threats” aus 2014 ist ein passendes Beispiel dafür.  

 

“Jeder hat uns gesagt: Macht hier in New York nicht die selben Sachen, die ihr in Berlin macht. Sie werden euch ins Gefängnis stecken oder auf euch schießen”

 

Terrorismus oder Kunst?

Die Idee zu “Symbolic Threats” sei bereits 2007 entstanden, als sie nach New York eingeladen wurden. “Jeder hat uns gesagt: Macht hier in New York nicht dieselben Sachen, die ihr in Berlin macht. Sie werden euch ins Gefängnis schicken oder auf euch schießen”. Diese Warnung hat die Künstler nicht davon abgehalten, die zwei Flaggen auf der Brooklyn Bridge durch weiße Exemplare auszutauschen. Ihnen sei nicht bewusst gewesen, was sie damit auslösen würden. Die amerikanischen Medien haben die Aktion als Akt der Provokation und als terroristische Bedrohung eingestuft. Plötzlich sind die medialen Reaktionen ungeplant zum Teil des Projekts geworden.

 

 

© Bettina Ausserhofer, Berlinale 2018

 

Kritik an amerikanischer Politik

Wären Wermke und Leinkauf nicht sofort wieder nach Berlin zurückgeflogen, hätte ihnen ein Jahr Gefängnis gedroht. Der Austausch der Flaggen sei offensichtlich Kritik an der amerikanischen Politik gewesen, erklärt Leinkauf. Ganz ungestraft sind sie dann doch nicht davon gekommen. Kurz nach ihrem Projekt folgte ein Einreiseverbot. “Die Überwachungskameras haben die Aktion besser aufgezeichnet als wir selbst”. Kunst solle nicht nur aus kommerziellen Zwecken genutzt werden, sondern eine starke Meinung ausdrücken und auf die Realität eingehen. Auch er müsse von etwas leben, aber Leinkauf hat sich dafür entschieden, mit Institutionen zusammenzuarbeiten, die seine Arbeit zu finanzieren.

 

 

Titelbild: © Bettina Ausserhofer, Berlinale 2018

BVG-Gebäude gelbe Straßenbahn zum Artikelthema Verkehrswende: BVG bestellt Elektrobusse in Milliardenhöhe

Verkehrswende:
BVG bestellt Elektrobusse in Milliardenhöhe

Wer die Umwelt verbessern will, muss auch mal tief in die Tasche greifen. Das dachte sich auch die BVG und bestellte prompt 45 kostspielige Elektrobusse. Ob sich diese Investition lohnt, wird sich erst später herausstellen.  

 

Senkung der Stickoxidwerte

Elektrofahrzeuge sind gerade total im Trend – da möchte die BVG natürlich mitmachen. Deswegen wurden auch direkt 45 Elektrobusse mit Batterie, im Auftrag des Aufsichtsrats, bestellt. Im Grunde ist das eine gute Idee. Schließlich machen Linienbusse 16% der Stickoxidwerte im Straßenverkehr aus. Der ganze Spaß soll allerdings 37,5 Mio. Euro kosten – eine ganz schön große Summe, findet auch der SPD-Abgeordnete Tino Schopf. Angesichts dieser Summen schlackere sogar er mit den Ohren.  

 

Missglückte Testphase

Was neben den hohen Kosten auch abschreckend sein sollte, sind die Ergebnisse des 15-monatigen Tests der BVG. Vier Busse der polnischen Marke Solaris wurden auf der Linie 204 zwischen Bahnhof Südkreuz und Bahnhof Zoo eingesetzt. Im Durchschnitt waren aber nur drei der vier Busse verfügbar. Der Senat begründet die Ausfallquote von 25% mit “unplanbaren Schäden”. Probleme mit der Steuerungs-, Antriebs- und Ladetechnik seien die Hauptursachen gewesen. Mal habe es an der defekten Bordelektronik gelegen, mal waren die Türen defekt oder es gab keinen Strom.

 

Günstigere Alternative

„Eine solche Verfügbarkeitsquote wäre sowohl aus finanziellen Gründen, als auch aus Kundensicht nicht akzeptabel“, räumt die Verkehrsverwaltung ein. Der Senat ist der Meinung, dass der Versuchscharakter die schlechte Verfügbarkeitsquote verursacht habe „und keinesfalls auf künftig zu beschaffende Elektrobusse übertragen werden muss“. Dabei gibt es eine gute Alternative: saubere Euro-6-Dieselmotoren. Für 37,5 Mio. Euro könnten 150 Exemplare davon angeschafft werden. Sie produzieren 90% weniger Stickoxide als die alten Busse. Angesichts dieser Zahlen fragt sich nicht nur Tino Schopf: „Die Gesundheit ist wichtiger als die Kosten. Doch muss es so teuer sein?“

Video zwei sich küssende Männer zum Artikelthema: Homosexuellen-Denkmal Berlin: Neuer Kurzfilm löst Videoloop ab

Homosexuellen-Denkmal Berlin:
Neuer Kurzfilm löst Videoloop ab

Es ist nicht ganz so bekannt wie das Holocaust-Denkmal in Berlin aber mindestens genauso bedeutend. In der NS-Zeit mussten viele Homosexuelle ihre sexuelle Orientierung verheimlichen um nicht hingerichtet zu werden. Daran erinnert auch das neue Video von Yael Bartana.

 

Unendlicher Kuss

In dem Homosexuellen-Denkmal in Berlin konnte man bis jetzt ein Video in Endlosschleife betrachten, das zwei sich küssende Männer zeigt. Initiiert und gebaut wurde es von dem dänisch-norwegischen Künstlerduo Michael Elmgreen und Ingar Dragset. Den Videoloop kann man nur durch ein kleines schmales Fenster an der Seite des grauen Kubus anschauen. Das 2008 eingeweihte Denkmal soll an die von den Nationalsozialisten ermordeten Homosexuellen erinnern. Alle paar Jahre findet ein nicht öffentlicher künstlerischen Wettbewerb statt, in dem ein neuer Videoloop gekürt wird.

 

 

Foto: Sabine Hauke

Erinnerung an die Grausamkeit

In diesem Jahr ist der Kurzfilm von Yael Bartana aus insgesamt elf Bewerbungen herausgestochen. Ein internationales Gremium hat die israelische Multimediakünstlerin als Siegerin gekürt. Bis Ende Mai soll der Film gedreht und zum Festakt anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Denkmals gezeigt werden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird die Veranstaltung persönlich eröffnen. Das Homosexuellen-Denkmal befindet sich in der Nähe des offiziellen Holocaust-Denkmals von dem US-amerikanischen Architekten Peter Eisenman. Ab Juni wird das neue Video von Yael Bartana zu sehen sein. 

 

 

Titelbild: Marko Priske

bunte Farben zum Artikelthema Interview mit Andreas Fischer: Wie Digitalisierung den klassischen Kunstbegriff aufbricht

Interview mit Andreas Fischer:
Wie Digitalisierung den klassischen Kunstbegriff aufbricht

Andreas Fischer ist ein Künstler mit Sitz in Berlin, der sich auf digitale Kunst spezialisiert hat. In unserem Interview berichtet er über seine Zusammenarbeit mit Samsung für die IFA, wie eine Agentur seine Arbeit kopiert hat und warum der Trend zur Virtualisierung auch wieder zurückgehen wird.

 

Seit wann arbeitest du hauptberuflich als Künstler?

Ich würde sagen dass das ein langwieriger Prozess ist. Ich habe an der Universität der Künste Berlin studiert. In einer digitalen Klasse mit den Professoren Joachim Sauter und Jussi Ängeslevä. Das ist an sich ein Design Studium, beziehungsweise ein Teil von dem Grafikdesign Studium. Die haben eine Fachklasse mit Ausrichtung auf digitale Medien. Ich habe mich eigentlich gleich nach dem Studium selbstständig gemacht und angefangen zu freelancen. Gleichzeitig hatte ich eigene Arbeiten und Ausstellungen. Wobei ich am Anfang als Motion Designer gearbeitet habe. Es dauert ja auch eine Weile bis man eine Linie gefunden hat. Es wurde dann immer mehr eigene Projekte. Aber es hat schon ein paar Jahre gedauert.

 

 

Ilaria Nistri X ANF A/W 15/16 collection

 

Du hast schon mit vielen Marken wie zum Beispiel Samsung zusammengearbeitet und für eine Modedesignerin Stoffmuster entworfen. Wie sind diese Kooperationen entstanden?

Das meiste ist über das Internet gekommen weil Marken irgendwann meine Arbeiten finden und dann auf mich zukommen. Dann kommt man ins Gespräch und schaut was möglich ist. Ich mache kaum direkte Akquise oder sowas. Das heißt ich habe meine Online-Präsenz, meine Ausstellungen und Social Media aber ansonsten mache ich echt nichts. Die Kunden kommen eigentlich zu mir und das läuft ganz gut.

 

Was war das größte Projekt, das du gemacht hast?

Die Arbeit mit Samsung 2016 für die IFA war eins der Highlights und eines der größten Dinge, die ich gemacht habe. Da muss man dazu sagen, dass ich das nicht alleine gemacht habe. Sondern in Zusammenarbeit mit der Postproduktion und einem Designstudio. Ich war für einen Teil des Kreativen verantwortlich, also der Medienbespielung. Meine Aufgaben waren Konzeption und Art Direction, die Geschichte der visuellen Bespielung zu entwickeln und einen Teil der Produktion.

 

 

Photo by Christopher Bauder

 

Was steht bei dir in nächster Zeit Neues an?     

Über mein neues Projekt darf ich noch nicht so viel sagen. Ich arbeite mit einem Hersteller für Computerprozessoren zusammen, der auf künstliche Intelligenz spezialisiert ist. Die produzieren riesige Datensätze und es geht darum, diese in eine Form zu bringen und zu visualisieren.

 

Wie lange arbeitest du an einem Projekt?

Das kommt ganz drauf an. Es gibt kommerzielle Projekte, die nur ganz kurz sind. Bei eigenen Projekten verhält es sich meistens anders. Es kann sein, dass man in ein paar Tagen ein Konzept macht oder auch ein halbes Jahr an etwas arbeitet. Es gibt bestimmte Themen, die mich interessieren und Werkreihen, die ich immer weiter entwickle. Das hat keinen Anfang und auch kein Ende. Wofür ich mit am bekanntesten bin, sind diese generativen Zeichnungen und Videoinstallationen. Die Reihe heißt “Schwarm” und “V0ID” ist eine Weiterentwicklung davon. Ich habe vor zehn Jahren angefangen diese Software zu entwickeln. Einmal im Jahr oder wenn ich Lust darauf habe, setze ich mich hin, schreibe ein paar Sachen und produziere wieder neue Arbeiten. Im Moment mache ich viele Videos. Das Ganze basiert auf einer Software. Also ich filme, drehe und animiere nichts, sondern es ist eine rein textbasierte Software, die ich ablaufen lasse und mit der ich Videos erzeuge. In diesem Projekt ist die meiste Kontinuität drin. Das ist irgendwie ein Thema, das mich nicht so richtig los lässt oder wo ich immer wieder neue Facetten entdecke. Ich möchte eine andere visuelle Qualität aus dem gleichen System holen.

 

Was möchtest du mit deiner Kunst ausdrücken?

Das ist was womit ich mich immer ein bisschen schwer tue. Es gibt keinen konkreten Hintergrund. Was mich an meiner Arbeit fasziniert ist das, was man generatives System nennt. Da geht es nicht darum eine einzelne Arbeit zu machen, sondern darum ein System zu schaffen, das potenziell eine endlose Reihe an Arbeiten selber produzieren kann. Es ist ein Algorithmus, den ich vorgebe und innerhalb dieses Regelwerks hat die Software einen gewissen Entscheidungsfreiraum. Jeder Sekundenbruchteil wird ein kleiner Schalter umgelegt oder wird nicht umgelegt. Ich habe ein paar Millionen von diesen kleinen Schaltern und gebe eine Regel vor, wie die sich zu verhalten haben. Dadurch entsteht ein kohärentes Bild. Dieses Phänomen nennt man Emergenz. Das heißt, wenn man sich einen einzelnen Partikel angucken würde und der zeichnet eine Linie, dann sieht man halt eine Linie. Aber dadurch dass man eben so viele von diesen Partikeln hat, entsteht ein großes Ganzes. Das System wird dann erst sichtbar. Die Schwarm- und die V0ID-Reihe haben die gleiche Basis, die ich immer weiterentwickle. Ich nehme dann andere Farbkomponenten, neue Wege wie gezeichnet wird. Es ist nicht immer das gleiche aber eine Weiterentwicklung von dem Grundprinzip.

 

Könnten andere dieses Konzept kopieren?

Mich hat mal eine Agentur angefragt. Dann hat sie sich aus irgendeinem Grund dagegen entschieden mit mir zu arbeiten. Ein paar Monate später habe ich dann gesehen, dass sie meine Arbeit einfach kopiert haben. Man kann das System an sich nachprogrammieren aber was die Leute eben nicht schaffen, ist die gleiche visuelle Qualität zu erzeugen. Es ist ja auch sehr viel abhängig von der Farbgebung und welche Bilder man aus dem System auswählt. Also das kuratieren der eigenen Arbeit ist sehr wichtig. Das System spuckt sehr viel aus aber es hat nicht alles einen hohen ästhetischen Wert, was produziert wird. Ich suche aus was ich für gelungen halte – das ist dann die Arbeit an sich. Dafür bin ich in dieser Szene der digitalen Kunst letzten Endes auch bekannt. Aber diese Algorithmen sind nichts was ich erfunden habe, sondern es ist nur eine Variation und Weiterentwicklung davon.

 

 

V0ID V 02 by ANF

 

Ist man dann mehr Programmierer als Künstler? Was würdest du zu Leuten sagen, die meinen dass digitale Kunst keine Kunst ist?

Der Kunstbegriff ist eigentlich vollkommen aufgebrochen. Wenn man sich die zeitgenössische Kunst anschaut, geht es ja gar nicht mehr ums Handwerk. Das Handwerk machen andere. Natürlich gibt es noch Maler und Leute, die das alles selber machen aber da geht es eigentlich nicht mehr drum. Es geht um das Konzept und die Idee, die dahinter steckt und nicht mit welchem Werkzeug das jetzt erzeugt wurde. Video ist ein Thema, das stärker geworden ist in den letzten Jahren weil es mehr Displays und mehr Möglichkeiten gibt diese zu zeigen. Nicht nur Online sondern auch im Raum.             

 

Glaubst du digitale Kunst in ein Trend, der wieder abnimmt?

Durch die Digitalisierung ist man immer weiter von der Realität und dem Handwerklichen entfernt. Die meisten Leute verbringen den ganzen Tag damit auf den Display zu gucken, benutzten nur drei ihrer Sinne und gucken auf Sachen, die simuliert werden. Die sind natürlich in irgendeiner Form da, aber haben nichts mehr mit der physischen Realität zu tun. Dadurch entsteht bei den Menschen wieder das Bedürfnis zurück zum selbst machen, zum Erdigen und Natürlichen. Das kann ich beides nachvollziehen und das wird weiterhin parallel existieren. Die Virtualisierung greift weiter um sich und die Qualität der Simulation wird besser. Bis man irgendwann ein Implantat hat, das die Bilder direkt auf der Retina erzeugt und man kein Display mehr dafür braucht. Aber gleichzeitig haben wir noch unseren physischen Körper und unsere Sinne. Es ist ein biologisches Bedürfnis sich mit Menschen zu umgeben. Wenn man das nicht macht wird man unglücklich. Man ist immer noch ein Primat, zwar sehr hoch entwickelt aber nach wie vor durch Enzyme gesteuert. In jedem von uns steckt diese evolutionsbiologische Subroutine und die wird man nicht rausbekommen, auch nicht mit mehr Digitalisierung. Je weiter sie voranschreitet, desto mehr entfernen wir uns von dem Urzustand, auf den wir programmiert sind.   

 

 

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