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Collage King Kong am Fernsehturm/Alexanderplatz zum Artikel: Superhelden machen Berlin unsicher: Die Berlininja Fotomontagen

Superhelden machen Berlin unsicher:
Die Berlininja Fotomontagen

Hasta la vista Berlin! Mit seinem Instagram-Account Berlininja begeistert der aus Schweden stammende Künstler Duda seine Community. Rund 11,8 Tausend Follower sprechen für sich. Duda hat eine Vorliebe für alles Übernatürliche, Illusionen, Fiktionen und Superhelden. Dies verraten auch seinen witzigen Fotomontagen: Darin platziert er in Berliner Stadtansichten berühmte Helden wie Spiderman, Superman und Hulk. Ob Pippi Langstrumpf auf einer Simson, Mario beim Wasserski durch die Straßen Berlins, Fred Feuerstein beim Golfen oder die Scooby Crew vor einem Campingbus: Die Helden unserer Kindheit sind ebenfalls mit dabei und lassen den Betrachter fast schon nostalgisch werden. Uns hat der Instagrammer seine Superhelden-Geschichte verraten.

Ein Instagram Profil, das in anderen Sphären schwebt!

Die Anfänge seines Instagram Accounts gleichen den heute klassischen Foto-Profilen und ließen noch nichts Fiktives erahnen. Zunächst empfahl dem Insta-Neuling ein Freund, der ebenfalls erfolgreich auf der Plattform unterwegs ist, “to post pictures and write facts about them. My early pictures were simply only that”. Diesem Rat folgend, postete Duda interessante Fotografien aus dem Berliner Stadtleben. Doch sein Superheldenherz schlug mit der Zeit immer stärker und setzte sich schließlich durch: “I like everything that is not possible in ‘real life’ such as: Xmen powers, space travel with Star Wars or giant ninja Turtles. I decided to put those characters in my pictures. When I started to add these heroes, I got a good response from the Instagram community”.

Fotomontagen zwischen Realität und Fiktion

Fotomontage von Berlininja: King Kong klammert sich an Fernsehturm in Berlin
Fotomontage: King Kong am Berliner Fernsehturm; Künstler: Duda

Die Fotomontagen entstehen laut Duda ganz intuitiv: “When I see something nice for example a building, a tree, or just a nice view, I visualize: which superhero fits into this scenery? What could I add to this scene to make it more interesting? When I am editing the picture, I google that superhero and find a perfect match and add it”. Ob an Hochhäusern, in U-Bahn-Schächten oder Fotoautomaten: Der Gestaltungsspielraum des Künstlers ist sehr groß. Schließlich können Superhelden “für gewöhnlich” nicht nur sämtliche Kräfte entfalten, sondern auch klettern, beamen oder sogar fliegen.

Berlin! I think I spider!

Doch welcher Held passt denn nun besonders gut in die Berliner Luft und Landschaft? Duda’s Antwort fällt gleichzeitig auf seinen ganz persönlichen Lieblingshelden: “Spiderman! Specially for my Instagram project. Spiderman fits into ALL scenery’s such as tall building, busy crossroads, trains and simple abandon streets. He is perfect for the Berlin environment”. Ist Berlin prädestiniert für solch ein Superhelden-Projekt? Der Instagram Künstler lebt seit ungefähr einem Jahr in der deutschen Hauptstadt! Berlin ist bärenstark – klar! Doch KingKong auf dem Fernsehturm ist auch nicht ohne – denn tief im Inneren schlummern echte Superkräfte: “Berlin is a playground for photographers. Berlin has so many different styles: tall buildings at Alexanderplatz/Mitte, nature at Tiergarten/Tempelhof, charm in Kreuzberg/Schöneberg plus so much more. And not to forget the yellow trams, or as Instagramers call them: the yellow snakes. In comparison, NewYork has so many superheroes (DareDevil, Spiderman, etc) why do we not have any in Berlin?!”  

Na dann Berlin: Möge die Macht mit dir sein!

Ach und: Superheldinnen sind natürlich auch dabei!

 

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Bilder: @Duda, Berlininja

Netzreaktionen
auf die Ergebnisse der btw2017

Deutschland hat gewählt. Gestern Abend sorgten bereits die ersten Hochrechnungen für die ein oder andere Überraschung, in erster Linie aber für Enttäuschung und Entsetzen. Während CDU und SPD große Verluste hinnehmen und damit eine ihrer schlechtesten Wahlergbnisse überhaupt einstecken mussten, konnten die kleineren Parteien neue Stimmen einsammeln. Die scheinbaren Gewinner der btw2017 sind demnach die Grünen, die FDP sowie zum Teil die Linken. Allen voran leider auch die AfD. Zum ersten Mal seit dem 2. Weltkrieg, zieht eine Partei mit zum Teil stark rechtspopulistischem Gedankengut in den Bundestag ein. Laut Umfragen entschieden sich die meisten AfD-Wähler nicht aus inhaltlicher Überzeugung, sondern aus Protest.  Im Netz sorgt das Wahlergebnis für hitzige Diskussionen.

Einige können dem Resultat nur mit einem Galgenhumor begegnen

btw2017: Das Glas ist nicht halb leer sondern halb voll?

Was nicht vergessen werden darf ist, dass sich rund 87% der Wahlberechtigten gegen die AfD ausgesprochen haben. Auf Twitter trendet daher momentan der Hashtag #87. Mit ihm bringen die User ihre Ablehnung zur AfD zum Ausdruck und äußern ihre Wünsche für eine friedvolle Zukunft Deutschlands.

Doch dies ist nur ein schwacher Trost

Spielen vielleicht gerade solche Abgrenzungen der AfD ihre Wähler zu? Fehlen den anderen Parteien klare Profile?

 

Von daher sollten wir einen Blick auf weitere Reaktionen werfen:

Unabhängig vom Wahlergebnis feiert das Netz die tapferen Wahlhelfer-Helden aus Basdorf (Rheinsberg).  In dem kleinen Ort waren 23 Bürger wahlberechtigt. Von ihnen wählten 18 per Brief. Auf die rerstlichen fünf konnte das Wahllokal dann 10 Stunden warten. Sehen ganz durchgefroren aus die Armen!

Ein kurzes Fazit im Online-Wahlkampf 2017

Ob  online oder offline: Der Wahlkampf 2017 war weitaus weniger markant und turbulent als die sich nun anschließende Diskussion der Wahlergebnisse und die neue Regierungsbildung. Gewaltige Shitstorms und erwähnenswerte Konfrontationen blieben in den vergangenen Wochen aus. An sich nichts Schlechtes, vermissten die Wähler jedoch immer wieder konstruktive Diskussionen um und mit vielfältig relevanten Inhalten. Im Online-Wahlkampf hatte man daher den Eindruck es gehe eher um Coolness und Optik (siehe FDP), zeitgemäße Spielereien (WhatsApp Chat mit den Grünen), oder klassische Öffentlichkeitskommunikation. Von Livevideos und Twitter-Interviews bis hin zu WhatsApp-Chats und YouTube-Diskussionen nutzten allerdings viele Parteien die volle Bandbreite  der Online-Kommunikation. Insbesondere die FDP, die Grünen und zum Teil auch die SPD schöpften diese Möglichkeiten aus und wussten die digitalen Möglichkeiten geschickt  zu nutzen.

Bundestag Sitze Saal zum Artikelthema Wahlkampf 2017

Die heiße Phase im Wahlkampf 2017:
Wer macht das Rennen?

Die Parteien widmen sich voll und ganz dem Endspurt im Wahlkampf 2017. Denn am Sonntag heißt es: Wählen gehen! Unentschlossenen bleiben nur noch zwei Tage, um sich zu entscheiden, wem sie ihre Stimmen geben möchten. Vielleicht hilft dem ein oder anderen ja der WahlSwiper, eine App im Tinder-Stil, von der wir bereits berichteten. Den Parteien ist bewusst, dass fast sich fast die Hälfte der Wahlberechtigten bis zum Schluss noch nicht ganz sicher ist. Im finalen Countdown geben sie auf den letzten Metern deshalb nochmal alles, mobilisieren Anhänger und liefern Argumente.

Endspurt CDU

Die CDU will nach eigenen Angaben in den letzten “100 Stunden – 100 % Wahlkampf” betreiben. Unter dem Hashtag #100hCDU berichten Anhänger auf Facebook, Twitter, Instagram und Co. von dem Schlussspurt der Partei. Ob die Dokumentation von Hausbesuchen, Kundgebungen oder Brötchenverteilungen: Mit der Aktion möchte die CDU nochmal alle Kräfte mobilisieren.

Warum CDU?

Endspurt SPD

Die SPD zählt ebenfalls den Countdown runter und startete die Aktion #72hSPD. Darin heißt es: “Wach bleiben für mehr Gerechtigkeit”. Bis zur Schließung der Wahllokale am Sonntag um 18 Uhr stehen die SPD-Teams auf allen Kanälen für Fragen zur Verfügung. Via Telefon, E-Mails und Online-Aktivitäten, wie zum Beispiel Livestreams und Twitter-Interviews, wirbt die Partei in der heißen Phase um die letzten Stimmen potentieller Wähler.

Warum SPD?

Endspurt DIE GRÜNEN

Die Grünen nehmen es sportlich und läuten den Wahlmarathon “16 Bundesländer. 16 Stopps. 42 Stunden live” ein. Katrin und Cem touren auf den letzten Wahl-Metern mit Rad, Zug, Bus oder einfach nur zu Fuß durch Deutschland und beantworten die Fragen der Bürger. Nutzer können die Grünen bei Aktionen, Townhalls, Haustürwahlkämpfen und Kneipentouren durch die Nacht online verfolgen. „Die Grüne Pasta Party“ soll den Höhepunkt dieser 42 Live-Stunden darstellen. Die Stops ihrer Reise können auf der Partei-Website eingesehen werden.

Warum DIE GRÜNEN?

Endspurt FDP

Die FDP versucht ebenfalls nochmal alle Kräfte zu mobilisieren. Anhänger werden aufgefordert, ein letztes Mal aktiv zu werden. Zum Beispiel durch einen personalisierten Wahlaufruf in Sozialen Netzwerken. Dieser lässt sich auf der Website der Partei mit wenigen Klicks generieren. Dort können Nutzer aus den 400 Forderungen der FDP ihre Favoriten wählen und teilen. Die letzte Großveranstaltung wird außerdem in einem Livestream übertragen.

Warum FDP?

Endspurt DIE LINKE

Die Linke zelebriert den Auftakt zum 48-Stunden-Wahlkampf mit einem Wahlkampfabschluss-Programm in Berlin. Am Neptunbrunnen werden heute unter anderem Gregor Gysi, Katja Kipping und Sarah Wagenknecht sprechen. Für die musikalische Untermalung sorgt die Punk-Ikone Nina Hagen. In einem Post erklärt die Sängerin, ihr Engagement: “Ich finde es ausgesprochen gut, wenn sich auch prominente Künstler gesellschaftspolitisch zu Wort melden. Aber ein “ Weiter So ! “ der Regierungsparteien wird eine Verbesserung der Lebensumstände in unserem Land nicht zustande bringen, sondern immer nur weiter verhindern. Ich bin der Meinung , dass nur ein Politikwechsel unser Land und seine Lebensumstände verbessern können wird. Deswegen, und aus weiteren guten Gründen, z.B. #GOLBAL_ZERO , habe ich bei der Briefwahl wieder #DiELiNKE gewählt“.

Warum DIE LINKE?

Wahlkampf 2017: Prominenz trifft Politik

Auch andere etablierte Parteien können auf prominente Unterstützung zählen. Für Merkel sprechen sich unter anderem Uschi Glas, Lena Meyer-Landrut und Sophia Thomalla aus. Schulz erhält unter anderem prominente Hilfe von Iris Berben, Sebil Kekilli oder Leonard Lansink.

Wer wird das Rennen machen?

Die Umfragemethode des Meinungsforschungsinstituts YouGov berechnet nicht nur Zweit- sondern auch Erststimmen. Demnach wäre wohl die AFD nach der Union und der SPD, die drittstärkste Partei. Wer diese Wahlprognose fürchtet, sollte seine Stimme nutzen und bei einem Sonntagsspaziergang einen Abstecher ins Wahlbüro machen. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Es liegt in unserer Hand, wer am Sonntag die Bundestagswahl für sich entscheidet. 

Für Norbert Lammert markiert die Wahl ebenfalls das Ende seiner Laufbahn als Bundestagspräsident. Der Sympathieträger scheidet aus dem Parlament aus und richtet sich vor seinem Abgang mit einer Botschaft an die Bevölkerung: „Wer sich entschieden hat, sich nicht für Politik zu interessieren, hat sich entschlossen, anderen die Zukunft zu überlassen“. Seiner Meinung nach haben Nichtwähler „mindestens moralisch den Anspruch verwirkt, sich nachher zu beschweren“.

Mädchen mit Zöpfen und Kussmund zum Artikel Vorher-Nachher-Bilder: Wild fremd geknutscht!

Vorher-Nachher-Bilder:
Wild fremd geknutscht!

Wie verändern sich die Gemüter der Menschen, nachdem sie geküsst wurden? Das fragte sich die Fotografin Johanna Siring in ihrer Fotoserie “Kiss of a stranger”. Dafür besuchte die Künstlerin ein Festival und knutschte vor Ort wildfremde Personen – unabhängig von Geschlecht und äußerlichen Merkmalen. Was das Kunstwerk so interessant macht ist, dass sie diese vor und nach dem Lippenbekenntnis ablichtete. Da verwandeln sich die coolsten Poser zu gelösten und strahlenden Gesichtern, die den Moment offenbar einfach nur genießen.

Vorher-Nachher-Bilder geknutschter Festivalbesucher

Johanna Siring ist gebürtige Norwegerin und lebt aktuell in New York. Ihre Liebe zur Festival-Atmosphäre, verband die Künstlerin mit einem spannenden Foto-Experiment. Auf dem dänischen Roskilde sprach sie ihr fremde Besucher an und fragte, ob sie damit einverstanden wären, geküsst und fotografiert zu werden. Die Personen wurden dann vor und nach dem intimen Moment porträtiert. Dabei reagierte jeder Kusspartner anders: „Einige habe mich nur kurz geküsst und sind danach in Gelächter ausgebrochen, andere haben direkt mit mir rum gemacht“, sagt die Fotografin dem Magazin i-D.

Wie die Fotos zeigen ist das was sie eint, die verwandelte Mimik, Gestik und Aura. Auf den Vorher-Bildern merkt der Betrachter, dass sich die Person über ihre eigene Wirkung Gedanken macht, dass sie versucht ein ganz bestimmtes Bild von sich nach Außen zu tragen. Manche schauen gekonnt lässig, andere versuchen das süße Mädchen zu mimen. Wie die Nachher-Fotos zeigen, ist vieles davon nur Fassade. Johanna Siring findet jeden Menschen fotogen und interessant. Sie möchte die Einzigartigkeit und das wahre Wesen eines Menschen ergründen und fotografisch festhalten.

Zu Risiken & Nebenwirkungen eines Kusses fragen Sie ihren Arzt oder Körper

Der Knutscher zauberte fast allen Geküssten ein natürliches Lächeln ins Gesicht. Doch mit Magie hat das (auch wenn es noch so schön klingt) gar nicht so viel zu tun. Berühren sich die Lippen, werden deren Nervenenden angeregt. Durch einen Kuss schüttet der Körper Dopamin aus, welches wiederum den Oxytocin-Spiegel ansteigen lässt. Stresshormone weichen Glückshormonen. Und die wollen schließlich irgendwo hin. Kein Wunder also, dass die abgelichteten Festivalbesucher auf den zweiten Porträts Funken versprühen.

Menschen durch einen Knutscher kennenlernen

Gleichzeitig nimmt ein derartig intimer Moment die Anspannung und Unsicherheit gegenüber dem Fremden und schafft eine emotionale Bindung. Dem Magazin i-D beschreibt die Künstlerin diese Beziehung zum scheinbar Fremden: „Nach dem Kuss hatte ich interessanterweise das Gefühl, dass ich sie ein bisschen besser kennengelernt habe. Und dieses wird in den zweiten Porträts sichtbar. Am wichtigsten dabei ist es, dass man offen ist und den Leuten mit Respekt begegnet, unabhängig vom Hintergrund der Person. Man kann immer gegenseitig voneinander lernen. In der heutigen Zeit, in der Hass die Schlagzeilen bestimmt, ist es umso wichtiger zu kommunizieren, dass wir alle nur Menschen sind. Und dass wir zeigen, wie einfach es sein kann, den anderen kennenzulernen”.

Die etwas anderen „Kussszenen“ zeigt die Künstlerin auf ihrem Instagram-Account. Klickt Euch einfach durch die einzelnen Slideshows für den Vorher-Nachher-Effekt:

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Pärchen umarmt sich auf Berg zum Artikelthema neue Dating-Apps

Sehen, hören, dichten, lieben?
Neue Dating-Apps im Vergleich

Hachja, die Liebe – verworren und schön zugleich. Ob der Beziehungsstatus nun “es ist kompliziert”, “Single” oder “Mingle” lautet: Jeder sehnt sich früher oder später nach ihr. Dennoch gibt es in Deutschland mehr Alleinstehende denn je – Tendenz steigend. Wenn es dann unter den existierenden Partnerschaften heißt: “Und wo habt ihr euch kennengelernt”, hat man den Eindruck, dass immer öfter die Antwort “im Internet” fällt. Neue Dating-Apps versprechen auf kreative Art und Weise, die große Liebe zu finden. Die Anwendungen sprechen ganz unterschiedliche Sinne an. Dabei zählt meist der erste Eindruck: Wie ist es Menschen einzig und allein anhand der Stimme, einer Frage oder Antwort kennenzulernen? Kann daraus Liebe entstehen?

Wenn Menschen und Beziehungen zur Ware werden

Die wohl bekannteste und meistgenutzte Dating-App ist Tinder – vollkommen überlaufen und fast schon aus der Mode gekommen. Ihren Ruf als Plattform für schnelle Nummern hat sie bereits weg. Für viele ist die App auch nur ein Mittel zum Zweck, das eigene Ego aufzupolieren. Schuld daran ist nicht zuletzt die oberflächliche Funktionalität: Personen werden einzig und allein aufgrund von Fotos nach links oder rechts (weg)gewischt und bewertet. In Apps wie badoo wird es sogar so gruselig, dass die eigene Beliebtheit anhand von Ampelfarben angezeigt wird. Da sieht der ein oder andere nur noch rot… Anhand von Fotos können sogar Doppelgänger von Brad Pitt oder dem eigenen Nachbarn gesucht werden. Hier wird der Mensch austauschbar, er wird zur Ware in einem Massenmarkt. Und der Onlinedating-Markt? Boomt!

Neue Dating-Apps versprechen durch besondere Funktionen besondere Treffen

Zahlreiche Anbieter werben damit, anders zu sein als Tinder und Co.. Statt Massenabfertigung, versprechen sie Tiefgang. Sie versuchen, die Nadel im digitalen Heuhaufen auf kreative Art und Weise zu finden. Dafür besinnen sie sich wieder auf das Wesentliche: Slow-Dating statt Massenabfertigung, Kreativität statt Standartsprüche, mehr Sinneseindrücke statt standardisierter Bilder. 

Once: Du musst nicht viele Frösche küssen

Qualität statt Quantität ist das Leitmotiv der Dating-App Once. Hier werden dem Nutzer jeden Tag jeweils nur wenige, meist drei bis sechs Vorschläge, unterbreitet. Diese sind laut Entwickler das Resultat eines Matchmakings: „Erstmal trifft ein Algorithmus anhand von etwa 40 Kriterien – beispielsweise Alter, Standort und sexueller Orientierung – eine Vorauswahl von 15 bis 20 potenziellen Matchpartnern”. Das klingt erstmal nicht besonders innovativ. In einer ähnlichen Größenordnung können Nutzer dann jeden Tag andere User ’swipen‘. So ergeben sich bereits Matches. Doch noch ist die Kontaktaufnahme nicht möglich. Zunächst werden (aus datenschutzrechtlichen Gründen) ausschließlich Fotos an einen Matchmaker von Once übergeben. Dieser stellt dann anhand von Details oder dem optischen Eindruck die Paare zusammen. So bilden sich die wenigen Vorschläge, die einem dann unterbreitet werden. On top ist es auch möglich, dass ein guter Freund für einen auswählt. Ein Mix aus Algorithmen und Jemanden, der nach subjektivem Eindruck entscheidet, ob Menschen optisch gut zusammenpassen: Absurd? In jedem Falle ist es äußerst angenehm, nicht permanent mit Vorschlägen überhäuft zu werden.

Erhältlich für iOS  und Android

Candidate: Literarisches Frage-Antwort-Spiel

In Candidate wird es literarisch, gar poetisch? Das Swipen funktioniert anhand von Fragen. Je nachdem, ob diese einem, zusammen mit dem Bild und Profil des Kandidaten, gefallen, entscheidet man, ob man antworten möchte oder nicht. In weiteren Spielen entstehen die Matches ausschließlich anhand von Fragen. Bilder und Profildetails gibt es dann nicht. Stattdessen verleiht der Nutzer den Antworten eine Platzierung. Nach und nach werden so Kandidaten ausgeschlossen. Am Ende gibt es ein Match zwischen dem Fragesteller und der – anhand der Antworten – am besten zu ihm passenden Person. Was hier zählt, ist das geschriebene Wort. Allerdings mussten wir feststellen, dass nicht jeder ein Talent zum Schreiben hat. Viele Fragen sind einfallslos, oberflächlich oder nicht einmal zu verstehen. Bei manch anderem geht hingegen die Phantasie durch. Manchmal lassen sich jedoch auch Wesenszüge erahnen. Hier eine kleine Auswahl:

“Ist dein zweiter Zeh länger als der große?”

„Wir sind in einer Beziehung. Wie reagierst du, wenn ich dich ärger und mega Spaß dran habe?“

“Bier oder Bananenhefe mit Lemon?”

“Welchen Duft/Geruch liebst du am meisten?”

„Candelight-Döner mit Bier aus der Dose?“

“Würdest du lieber Tarzan oder Batman daten?”

„Als ich 6 Jahre alt war, war meine Schwester halb so alt wie ich. Jetzt bin ich 70. Wie alt ist meine Schwester?“

„Wenn ich ich bin und du du bist, wer ist dann cool?“

Erhältlich für iOS und Android

Whispar: Die Stimme als erster Eindruck

Sprich mit mir, heißt es bei whispar. Denn die Partnerwahl erfolgt anhand der Stimme. Zunächst können Nutzer das Foto der anderen Person nicht sehen, sie hören diese ausschließlich. Das Bild wird mit der Zeit immer klarer. Anschließend kann man entscheiden, ob man verbunden werden möchte. Bei whispar legt sich jeder User ein 30 sekündiges Stimmprofil an. Eine Stimmfarbe kann anziehend sein. Doch kann sie auch Charakter und Optik in den Schatten stellen? Phillip versucht es mit einem durchgängigen Flüsterton. Dabei wird jedoch nicht ganz klar, ob er nun Erotik versprühen oder sich einfach nur abheben möchte.

Erhältlich für iOS und Android

Bumble: Die Bienen entscheiden

Bei Bumble macht immer die Frau den ersten Schritt. Dafür hat sie 24 Stunden Zeit. Der ausgewählte Mann kann ihr dann ebenfalls innerhalb von 24 Stunden zurückzuschreiben. Die ganze App ist im Honigbienen-Stil gestaltet. Bis auf die festgelegte Regelung zur Kontaktaufnahme, gleicht die Funktionalität den klassischen Swiping-Apps. Fast alle Profile wirken aber seriös und vermitteln den Eindruck, dass hier Menschen angemeldet sind, die ernsthaft an einer Beziehung interessiert sind. Der Mann muss nicht immer den ersten Schritt machen. Nur schade, dass ihm diese Möglichkeit hier sogar verwehrt bleibt. Oder nicht?

Erhältlich für iOS und Android

OkCupid: Prozentualer Vergleich von Persönlichkeit und Interessen

Ob „Gleich und gleich gesellt sich gern“ oder „Gegensätze ziehen sich an“: OkCupid erstellt und vergleicht Persönlichkeitsprofile. Dafür wird man in einer Art Interview zu Dating, Lifestyle, Religion, Sex, Ethics and Other befragt. Hier kann jeder jeden anschreiben und selbst entscheiden, wie viele angebliche Gemeinsamkeiten wichtig sind. Schnell mussten wir feststellen, dass die Fragen mitunter doch sehr unbequem und direkt sein können. Um den heißen Brei wird hier auf jeden Fall nicht geschwafelt. Bei uns gingen die Meinungen darüber, wie wir das finden, sehr weit auseinander. Hier ein kleines Beispiel dafür, was einen die App so fragt:

“Have you ever fantasized about hooking up with a co-worker?“

  • „yes, and I have acted on it“
  • „yes and I have not acted on it“
  • „no”

Übrigens hat man ebenfalls die Möglichkeit auszuwählen, was die andere Seite darauf antworten soll. Liegt man selbst zum Beispiel gerne unten, kann praktischerweise gleich angegeben werden, dass der Partner doch bitte das Gegenteil ankreuzen soll. Na dann dürfte ja wohl nix mehr schief gehen!

Was bringen neue Dating-Apps?

Letztlich verführt das Netz seine User allein durch die zahllosen Optionen dazu, wählerisch zu werden. Gibt es noch jemand schöneren, besseren, tolleren? Vielleicht kommt ja gleich ein noch geeigneterer Kandidat. „Was nützt dir die schönste Schüssel, wenn nichts drin ist“, lautet der Rat unserer Großmütter. Und sie haben recht. Vielleicht ist diese eine Person, die auf dem Bild so gar nicht dein Typ ist, ja in Wahrheit ein Seelenverwandter. Na klar sind die neuen Apps interessant, mehr als rein äußerliche Aspekte von einer Person zu erfahren. Wissenschaftlich ist es sogar bewiesen, dass beispielsweise die Stimme zur Anziehung beiträgt. Doch wo bleibt bei derartigen Apps das wirkliche Kennenlernen eines Charakters? Können wir das so überhaupt noch?

Eine Dating-App bietet die Chance, dass sich zwei Menschen kennen und lieben lernen, die sich im normalen Alltagsleben aufgrund von Schüchternheit, verpassten Gelegenheiten oder anderen Umständen vielleicht nie begegnet wären. Gleichzeitig eröffnet das Web eine Vielzahl an Optionen und Möglichkeiten immer wieder neue Personen kennenzulernen. Wenn man einzig und allein ein wenig Spaß sucht, okay. Jemanden wirklich KENNENLERNEN, kann man allerdings nur im wahren Leben. Vielleicht kommt es deshalb gar nicht so sehr auf die Frage nach der richtigen App, sondern auf unsere innere Einstellung an. Klingt komisch, aber eventuell sollten wir uns erst einmal mit unserem eigenen Ich daten: Denn nur wer sich selbst liebt, kann andere lieben und begreift, dass es in Herzensangelegenheiten kein Besser oder Schlechter gibt.

DAM Gallery: Ausstellung Mirror Finish von Siebren Versteeg; Kunstwerk Tank A Tank B

DAM Gallery:
Ausstellung Mirror Finish von Siebren Versteeg

Mit der Ausstellung “Mirror Finish” startet der New Yorker Künstler Siebren Versteeg morgen in der DAM Gallery sein Berlin Debüt. In den digitalen und internetbasierten Bildschirm- und Leinwandarbeiten setzt er sich mit den Verhältnissen von Mensch, Medien und Technologien auseinander. Dabei arbeitet Versteeg in erster Linie mit Algorithmen und Programmierungen. Unter diesen Rahmenbedingungen basieren viele seiner Werke demnach auf Zufällen. Was passiert, wenn ein Miniaturbild von Donald Trump nicht nur auf programmierte Pinselstriche, sondern auch auf Nacktbilder aus dem Netz trifft? Und welche Wirkung entfaltet diese Kombination auf Leinwand? Ist die Leinwand überhaupt eine Leinwand, oder ist all das nur eine digitale Illusion?

Double Vision (Google Mirror, Yandex Mirror)

Siebren Versteeg; Double Vision (Google Mirror, Yandex Mirror), 2017

Kann Google als ein Spiegel dienen? “Double Vision” besteht aus zwei Bildschirmen mit jeweils einer darüber montierten Kamera. Stellen sich die Besucher davor, wird in bestimmten Abständen ein Foto von ihnen aufgenommen und in die Google Bildsuche in Echtzeit eingegeben. Google Images ist die größte Bildsuchmaschine der Welt. Sie liefert nicht nur Fotografien auf bestimmte Stichworte. Mit ihrer Hilfe lassen sich auch Bilder mit Bildern suchen. Ist das effektiv? Versteht die Maschine mit ihren Algorithmen unsere Bilder? Versteht sie uns? Zeigt man Google auf dem Foto beispielsweise ein Peace-Zeichen, erscheinen mehr oder weniger erwartbare Ergebnisse, wie Hände, Finger und Beine. Dass die Technik den menschlichen Blick letztendlich dann doch nicht vollends nachahmen kann, beweisen Googles Nacktbilder-Antworten auf eine Frau in einem beigen Trenchcoat. Der Künstler geht noch weiter: Der gleiche Vorgang wiederholt sich auf einem zweiten Bildschirm, nur mit dem Unterschied, dass die Aufnahmen von der russischen Suchmaschine Yandex abgeglichen werden. Und tatsächlich ist es so, dass Google und Yandex, thematisch gesehen, tendenziell unterschiedliche Ergebnisse liefern.

Zufall und Spiegel der Gesellschaft zugleich

Siebren Versteeg; Split Open and Melt und Rust Sleeping; Algorithmically generated image printed on canvas, epoxy resin; 2017

Das Kunstwerk “Fake News”, zeigt in einem Bildschirm verschiedene neutrale Galerieräume. In sie werden Leinwände hinein projiziert, welche sich wiederum spontan, zufällig und in Echtzeit aus dem Netz sowie programmierten Vorgaben speisen. Es handelt sich um eine Bildsynthese, die individuelle und digital erzeugte Pinselstriche mit Bildschnipseln aus dem Internet kombiniert. Ähnlich gewollt spontane Mischungen ließ der Künstler in der Reihe “Today Series” auf Leinwände drucken. Einigen von ihnen stülpte er sogar erst im Nachhinein digital eine Leinwand-Optik über. So entsteht eine interessante Kombination. Die Bilder wirken in jeder Position des Betrachters neu.

Vom Digitalen ins Reale und zurück: Die DAM Gallery

Wer auf den Geschmack gekommen ist, der kann noch bis Anfang November die DAM Gallery besuchen und weitere Werke von Siebren Versteeg bestaunen. Auf Basis eines 1998 gegründeten virtuellen Digital Art Museums, rief Wolfgang Lieser in Berlin die Galerie ins Leben  und schuf mit ihr eine Bühne für digitale Kunst und Kultur. Von den Pionieren der digitalen Gestaltung der 60er Jahre, über Netzkunst, bis hin zu aktuellen virtuellen Arbeiten: In regelmäßig stattfindenden Ausstellungen werden die Werke von verschiedenen internationalen Digitalkünstlern präsentiert. Gleichzeitig ist sie ein Ort des Austausches und Dialoges. Fand die digitale Kunst anfangs noch kaum Beachtung, steht sie heute sowohl in der Kunstszene, als auch bei Kunstinteressierten hoch im Kurs.

Wie werden digitale Medien in der Kunstproduktion noch genutzt? Wir werden Euch auch zukünftig von den Schätzen der DAM Gallery berichten.

Wo? DAM Gallery, Berlin; Seydelstr. 30, 10117 Berlin

Wann? 20. September bis 4. November 2017

Öffnungszeiten? Mittwoch – Freitag: 13 – 18 Uhr; Samstag: 12 – 16 Uhr und nach Vereinbarung

 

Titelbild: Künstler Siebren Versteeg: Tank A, Tank B; Fine Art Print, each Edition 5, 2017

Das Futurium Berlin: Ein Blick in die Zukunft

Am Wochenende blickten die Berliner für einen Tag in die Zukunft – als das Futurium im Regierungsviertel erstmalig seine Türen öffnete. Es soll Bühne, Museum, Labor und Forum der Zukunft sein und Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Kunst und Gesellschaft unter einem Dach vereinen. Gefeiert wurde die bauliche Fertigstellung des Hauses in der Nähe des Hauptbahnhofes. Mit dabei war die erste Roboterband der Welt, ein Virtual-Reality-Flugsimulator, experimentelle Musiker, ein Roboter, der dem Publikum die Zukunft erklärt und mit ihm interagiert, sowie rund 15.000 Besucher, die neugierig darauf waren, was die Zukunft so mit sich bringt.

Architektonische Besonderheit mit Blick über Berlin

Quadratisch, praktisch gut – so wirkt die minimalistische Architektur des Futurium-Hauses auf den ersten Blick. Doch befindet man sich im Gebäudeinneren, stellt man schnell fest, dass es einem weitläufigen und modernen Labyrinth gleicht. Über drei Etagen erstrecken sich hier große Flure, verwinkelte Räume, futuristische Wendeltreppen, Anhöhen mit riesigen Fensterglasscheiben, Panoramafenster, raketenantriebsförmige Lampen, pinke, schwarze ausgeklügelte und schlichte Betonwände zugleich. Ein echtes Highlight ist das begehbare Dach. Vom Zoo, über den Reichstag bis hin zum Fernsehturm und dem Gasometer Schöneberg: Auf der spektakulären Dachterrasse konnten die Besucher in einem sogenannten “Skywalk” einen 360-Grad-Rundumblick über Berlin genießen. Auf dem Gebäude befinden sich außerdem zahlreiche Solarzellen, welche das Haus auch in Zeiten, in denen keine Sonne scheint, mit Energie versorgen sollen. Bei der dunklen Verglasung und den großen Panoramafenstern des Hauses, orientierte man sich an der Funktion einer Sonnenbrille: Sie sollen Licht, aber keine Wärme hereinlassen. Konzipiert hat das Gebäude das Berliner Architekturbüro Richter Musikowski und der Landschaftsarchitekt Juca. Sie gewannen den zuvor international ausgeschriebenen Architekturwettbewerb und setzten sich mit ihrem Entwurf gegen 160 Konkurrenten durch.

Finale Eröffnung des Futuriums im Jahr 2019

Die Auftaktveranstaltung markierte den Beginn eines mehrstufigen Eröffnungsplanes. Im Jahre 2018 stellen die Initiatoren dann die drei geplanten Ausstellungsschwerpunkte, die sich mit unserem Verhältnis zur Technik, zur Natur und zu uns selbst beschäftigen, in interdisziplinären Programmwochen vor. Im Futurium Lab – einer Art Experimentierlabor – können Besucher dann selbst Hand anlegen. Die finale Eröffnung des Zukunftshauses ist für das Frühjahr 2019 geplant.

Das Futurium ist ein gemeinsames Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und Wissenschaftsorganisationen und Firmen. Das Haus will Zukunftsszenarien bündeln, Forschung und Innovation fördern und der Öffentlichkeit zugänglich machen.

 

Futurium 2017: Virtual-Reality-Flugsimulator

Kunstwerk Berlin Art Week

Techno-Tempel, Galerie, Performance:
Top 5 (digitale) Berlin Art Week Highlights

Die Berlin Art Week ist aktuell in vollem Gange und lädt noch bis zum 17. September in der ganzen Stadt zu Ausstellungseröffnungen, Galerien, Messen, Preisverleihungen und künstlerischen Projekten. Für all diejenigen, die die Woche der Berliner Kunstszene bislang noch nicht erkundet haben, stellen wir in unserem Artikel die Top 5 Highlights digitaler Werke zusammen.

12×12. Der BB Videoraum in der Berlinischen Galerie

Amie Siegel, Genealogies, 2016, HD video, © Amie Siegel, Courtesy Simon Preston Gallery, New York

Um innovative Filme und Videos geht es im BB Videoraum. Hier zeigen innerhalb eines Jahres 12 nicht nur zeitgenössische, sondern auch junge Künstler ihren experimentellen Umgang mit dem Bewegtbild. Im Rahmen der Art Week ist Amie Siegel mit ausgewählten Arbeiten vertreten, die das Verhältnis von Original und Kopie behandeln. Sie beschäftigt sich mit der Bedeutungsaufladung von Alltagsdingen und dem damit einhergehenden kulturellen Gedächtnis. Wird dies dadurch selbst wieder zum Produkt? Die Künstlerin nutzt in ihrem Schaffen Film, Video, Performance, Fotografie und Sound.

Wo? Berlinische Galerie, Alte Jakobstraße 124–128, 10969 Berlin

Wann? 23. August – 02. Oktober 2017

Zur Projektbeschreibung

Ausstellung: Thank You for Sharing

artburst berlin e.V.

Thank You for Sharing ist eine Ausstellung des Berliner Kunstvereins artburst und widmet sich künstlerisch dem Thema der informationellen Selbstbestimmung: Was passiert mit unseren eigenen Daten? Wer sammelt sie, in welchem Maße und zu welchem Preis? Und welche Rolle spielt dabei die staatliche Überwachung? Die Künstler beschäftigen sich mit diesem Spannungsfeld und werfen die Frage auf, ob eine digitale Abstinenz die einzige Alternative ist.

Wo? Organ kritischer Kunst/Raum 29, Prinzenallee 29, 13359 Berlin

Wann? 9. September – 1. Oktober 2017

Zur Projektbeschreibung

Moving is in every direction. Environments – Installationen – Narrative Räume

Pipilotti Rist, Remake of the Weekend, 1998, Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, 2014 Schenkung der Friedrich Christian Flick Collection, © Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof, SMB, Schenkung der Friedrich Christian Flick Collection / Jan WindszusCourtesy Pipilotti Rist, Hauser & Wirth und Luhring Augustine

Ein Raum, in dem leise der Schnee rieselt, während an der Wand eine Videoinstallation läuft. Die Künstlerin Bunny Rogers arbeitet darin das nationale Drama eines Amoklaufs in einer amerikanischen Schule auf. Viele weitere Künstler entführen in der Ausstellung auf ca. 3.500 Quadratmeter Fläche, in unterschiedliche kleine Welten und bieten nachdenkliche sowie sinnliche Erlebnisse. Die Rauminstallationen präsentieren die Geschichte der Installationskunst von den 1960er-Jahren bis heute. Der Fokus liegt auf erzählerischen Strukturen.

Wo? Hamburger Bahnhof, Invalidenstraße 50-51, 10557 Berlin

Wann? 17. März – 24. September 2017

Zur Projektbeschreibung

Medienübergreifend: Galerie Jaguars and Electric Eels

Julia Stoschek Collection Berlin, Installationsansicht der Ausstellung JAGUARS AND ELECTRIC EELS, 2017, Foto: Simon Vogel

Der Naturforscher Alexander von Humboldt brach zwischen 1799 und 1804 zu zwei Expeditionen ins Grüne auf. 1853 wurden seine Aufzeichnungen und Eindrücke der neu entdeckten Welt unter dem Titel Jaguars and electric eels als Sonderausgabe veröffentlicht. In der gleichnamigen Ausstellung in Berlin untersuchen nun zahlreiche Künstler in überwiegend medienbasierten Werken, die heutige Realität, in derer die Grenzen zwischen Natürlichkeit und Künstlichkeit verschwimmen. Der Eintritt kostet 5 Euro. Für 10 Euro kann man sogar zusätzlich an einer Führung teilnehmen.

Wo? Julia Stoschek Collection, Leipziger Straße 60
10117 Berlin

Wann? Sonderöffnungszeiten vom 14. – 17.  September:
12—20 Uhr

Zur Projektbeschreibung

KW Berlin: Performance Free Wifi 3

Live-Streaming-Apps finden eine immer größere Beliebtheit. Periscope ist eine von ihnen. Die Künstlerin Nina Könnemann nutzt sie für ihre Performance im Rahmen der Berlin Art Week. Auf der Plattform werden Texte und Live-Videos mehrerer Teilnehmer in Echtzeit zu einer filmischen Montage zusammengestellt. Ein Teil der Performance ist inszeniert, vieles entsteht allerdings spontan durch Zufälle oder technische Störungen. In der Projektbeschreibung heißt es: “Alle Live-Videos der Performance werden von Orten gesendet, die kostenlosen Zugang zum Internet anbieten. Öffentliche und kommerzielle Bereiche, wie Warteräume, Coffeeshop-Filialen und Bibliotheken verschmelzen zu einem imaginären WLAN-Kontinuum. Während öffentliches Internet durch die Verbreitung privater Datenverträge zunehmend überflüssig wird, bleibt es doch weiterhin von Bedeutung für Obdachlose, TouristInnen und digitale Nomaden”.

Wo? KW Institute for Contemporary Art, 1. Stock, Auguststraße 69, 10117 Berlin

Wann? 17 September, 20 Uhr

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Zum Ausklang: Postbahnhof wird zum Temporary Techno-Tempel

flickr: mightymightymatze

Und was bietet das Abendprogramm? Zum Beispiel eine Techno-Kirche. Am Wochenende verwandelt sich der Postbahnhof für kurze Zeit in einen Techno-Tempel. Der Name wird dort zum Programm: Spezielle Lichttechniken sollen in Kombination mit den Sounds ein einzigartiges und sakrales Ambiente schaffen. Im Rahmen der Art Week präsentiert die Berliner Liste Musik von Rødhåd und Kobosil.

Wo? Postbahnhof, Straße der Pariser Kommune 8, 10243 Berlin

Wann? 14.–17. September 2017, ab 19 Uhr

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Nach der Berlin Art Week, ist vor der Berlin Art Week: Weitere spannende Events im September finden sich in unseren Top 10 September Events in Berlin.

 

Titelbild: @Berlin Art Week; Sammlung Boros, Privatsammlung / Private Collection, Katja Novitskova, Pattern of Activation, 2014 © NOSHE

Graffiti zum Thema Urban Nation Museum

Urban Nation:
In Berlin eröffnet erstes Museum für Streetart

Kreativität kennt keine Grenzen, auch keine räumlichen. Die Berliner Straßenkunst ist mit ihren zahlreichen Graffitis, Aufklebern und Bemalungen das beste Beispiel hierfür. Ob an Laternen, Fassaden, Mauern oder auf Gehwegen – überall finden sich urbane Kunstwerke. In der Bülowstraße bündeln sich viele von ihnen, sodass Spaziergänger zu Galeriebesuchern werden. Der Ort ist demnach prädestiniert dafür, ein Aushängeschild der Berliner Straßenkunst zu sein. An diesem Wochenende eröffnet dort das Künstlerkollektiv Urban Nation das erste Museum für Streetart. Das Projekt begann laut Initiatoren im Jahr 2016 mit der „Vision einer weltweiten Urban-Art-Community, eines Netzwerks ohne Grenzen“. Mit dem neuen „Museum for Urban Contemporary Art„, wird dieser Traum nun Realität. Zelebriert wird das Ereignis vom 16. bis zum 17. September mit einer großen Kunstmeile.

Das Museum, das es gar nicht geben dürfte

Das „Museum for Urban Contemporary Art“, ist mehr als nur ein klassisches Museum.  Neben ständigen, teilweise sogar interaktiven Ausstellungen, Veranstaltungen und Workshops, wird selbstverständlich auch die Hauswand zur Leinwand. In der Bülowstraße findet Streetart in, an und um das umgebaute vierstöckige Wohn- und Geschäftshaus aus der Gründerzeit ein kleines Zuhause. Das Gebäude mit der Nummer 7 sticht schon von weitem heraus, da die Fassade in ein riesiges Mural verwandelt wurde. Dieses wird mit der Zeit von verschiedenen Künstlern immer wieder neu gestaltet. Und auch die Architektur ist besonders: Die Straße wird buchstäblich in die Räume verlagert. So gibt es beispielsweise eine Trasse und einen Galeriesteg, die sich durch das Innere ziehen. Dies ermöglicht, die ausgestellten Arbeiten von nah und fern betrachten zu können.

Die künstlerische Leiterin beschreibt das Museum in einem Interview mit Radio Eins als eine Art Archiv, welches Berlinern und Touristen die Bedeutung und Relevanz der Straßenkunst näher bringen soll. Darüber hinaus wird die Galerie ein Ort des Austausches, der Inspiration und Wissenschaft – für Künstler, Kunstinteressierte und die allgemeine Öffentlichkeit.

Das große Streetart-Fest von Urban Nation

Am Wochenende kann das Museum nun erstmalig besucht und dabei die Werke von über 130 internationalen Künstlern bestaunt werden. Zwischen dem U-Bahnhof  Nollendorfplatz und der Frobestraße, wird es zudem ein Straßenfest mit verschiedenen Aktionen, Wandgemälden, Kunstinstallationen, Showacts sowie einer Community Wall und einem Skaterpark geben. 

Hinter Urban Nation steht die Stiftung Berliner Leben, gegründet von der Gewobag.  Bereits seit Jahren gestalten sie Berliner Fassaden in riesige Outdoor-Kunstwerke und organisieren entsprechende Streetart-Projekte um Menschen und Künstler miteinander zu verbinden.

Ein Museum kann mehr, als ein Raum voller Bilder sein.

Wo? Urban Nation, Bülowstraße 7, 10783 Berlin

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Für einen hassfreien Wahlkampf 2017:
Aktion macht aus Hetze Klopapier

Bis zur Bundestagswahl sind es nur noch wenige Tage. Der Wahlkampf läuft aktuell auf Hochtouren. Klar, dass hier unterschiedlichen Parteien und Meinungen aufeinander treffen. Wir leben glücklicherweise in einem demokratischen Land, in dem jeder seine eigene Meinung vertreten darf. Im Artikel Eins des Grundgesetzes steht ebenfalls geschrieben, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Hass und Hetze haben im Wahlkampf  2017 ebenfalls nichts zu suchen. Das findet auch die gemeinnützige Initiative Goldeimer und startet unter dem #scheisspapier, die Kampagne: „Aus Hass und Hetze wird Klopapier„. Indem rechte Hetze zu Toilettenpapier verarbeitet wird, will man gegen die Verbreitung derselbigen vorgehen.

Stilles Örtchen: Hass zur Liebe recyceln

Die Sonderedition eines Toilettenpapiers, verarbeitet entsprechendes Wahlkampfmaterial zu Klopapier. Jeder ist dazu eingeladen, Material zu sammeln (nicht zu zerstören), einzusenden und die Rollen für das eigene Stille Örtchen zu bestellen. Der Verkauf kommt der Organisation CURA zugute. Diese kümmert sich um die Opfer rechter Gewalt.

Und so soll das Ganze dann im Detail funktionieren:

Goldeimer gegen Hetze im Wahlkampf 2017

Goldeimer ist ein gemeinnütziges Projekt aus Hamburg-St.Pauli. Dort setzt man sich durch den Verkauf von Klopapier und dem Betrieb von Komposttoiletten, weltweit für den Zugang zu sanitären Anlagen ein. Den Initiatoren ist es wichtig, für eine tolerante Gesellschaft und faire Wirtschaftswelt einzutreten. „Scheisspapier“ ist ein Zeichen gegen rechts und für Menschlichkeit und Toleranz!

Für diejenigen, bei denen nun rechtliche Zweifel aufkommen, findet sich auf der Projektwebsite folgender Vermerk: „Wir sind für die demokratische Parteienvielfalt. Die Aktion richtet sich nicht gegen eine bestimmte Partei. Sie ruft natürlich nicht zum Diebstahl von Info-Material auf und auch nicht zur Zerstörung von Wahlplakaten oder von Info-Ständen von Parteien. Das ist strafbar. Müllsammeln nicht. Es geht ausschließlich darum, ein Zeichen gegen Hetze und Hass zu setzen“.