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Bilder auf Staffeleien zum Artikelthema Kunstauktion in Berlin erzielt Rekordsumme

Auktionsrekord:
5,5 Millionen für Beckmanns “Die Ägypterin”

Zum Ersten, zum Zweiten, zum Unglaublichen. Das Werk “Die Ägypterin” von Max Beckmann, erzielte bei einer Kunstauktion in Berlin sagenhafte 4,7 Millionen Euro, inklusive Aufgeld waren es sogar 5,5 Millionen Euro. So teuer wurde in Deutschland noch nie ein Bild versteigert. Damit hatte keiner gerechnet: Denn der Schätzwert lag bei einem immer noch hohen, aber vergleichsweise geringen Betrag von 1,5 bis 2 Millionen Euro. Wie kam es dazu? Und wer ist der glückliche neue Besitzer?

Losnummer 20: Die Ägypterin überrascht alle

Das Dachgeschoss der Villa Grisebach in der Charlottenburger Fasanenstraße wurde in der vergangenen Woche zum Schauplatz eines neuen Rekordes. Für die Frühjahrsauktion des Hauses reisten Interessierte und Liebhaber aus Deutschland, der Schweiz und Amerika an und auch per Telefon waren zahlreiche Kunstsammler live zugeschaltet. Das Los mit der Nummer 20 ist an der Reihe: Das Gemälde mit dem Namen “Weiblicher Kopf in Blau und Grau (Die Ägypterin)“ von dem deutschen Maler, Grafiker, Bildhauer, Autor und Hochschullehrer Max Beckmann.

Es überboten sich dreizehn Interessenten am Telefon und vier weitere im Auktionssaal der Berliner Villa Grisebach in 200.000 Euro Schritten in einem schnellen Schlagabtausch. Eine ungenannte bedeutende schweizerische Privatsammlung soll sich schließlich den Zuschlag für Beckmanns Gemälde in Höhe von 5,5 Millionen Euro gesichert haben. Mehr ist über den Meistbietenden nicht bekannt. In jedem Falle scheint es sich um flammende Kunstliebhaber zu handeln.

Historische Kunstauktion in Berlin: Wie kam es dazu?

Erklären lassen sich die hohen Gebote und der Zielbetrag nicht genau. Dennoch gibt es einige Faktoren, die dazu beigetragen haben können, dass “Die Ägypterin” eine Rekordsumme bei einer Auktion in Deutschland einbrachte. Zunächst einmal wurde die Werbetrommel gerührt: Das erfolgreiche und bekannte Auktionshaus Grisebach verschickte Broschüren in über 40 Länder, es gab Vorbesichtigungstermine in Hamburg, Dortmund, Zürich, Düsseldorf und Berlin. Einer der Interessenten konnte an keinem davon teilnehmen und erhielt deshalb sogar eine eine extra angefertigte Reproduktion in Öl und konnte so mit der Ägypterin Probewohnen.  Und sogar ein Dichter – genauer gesagt Durs Grünbein –  schrieb ein Gedicht zu dem Gemälde.

Geheimnisvolle Unbekannte erzielt Rekordsumme

Nicht zuletzt ist es die ihm innewohnende Mystik, die das Bild zu einem Besonderen macht. Sie lässt sich nicht nur durch die Optik, sondern auch durch die Entstehungszeit und den historischen Hintergrund erklären. Das geheimnisvolle Frauenporträt entstand 1942 in Beckmanns Atelier im Amsterdamer Exil. Weil seine Tagebücher, die zu dieser Zeit entstanden, nicht vollständig zugänglich sind, ist bis heute ebenfalls unklar, ob sich der Künstler für “Die Ägypterin” von einer realen Frau inspirieren ließ. Beckmann selbst nannte die Unbekannte einmal “Die Pythia“, wie die weissagende Priesterin am Orakel von Delphi. Mit Schmuck behangen und das Gesicht stark geschminkt: Das sechzig mal dreißig Zentimeter große weibliche Porträt macht einen antiken und mystischen Eindruck, weshalb ihr wohl auch der Beiname “Die Ägypterin” zugesprochen wurde.

 

Das Bild hatte Beckmanns Förderer Eberhard Göpel damals in Amsterdam erworben. Seine Frau Barbara Göpel erstellte zu Lebzeiten auch das Werkverzeichnis des Künstlers. Das Gemälde stammt aus ihrem Nachlass und kam dadurch das erste Mal auf den Markt.

 

Beckmanns Frauenporträt wurde allerdings bereits in großen Ausstellungen in Europa und auch in Amerika einer breiten Masse zugänglich gemacht. So wurde es zuletzt 2003 in London und New York präsentiert. Ob wir die Ägypterin auch weiterhin zu Gesicht bekommen, steht jedoch ebenfalls noch in den Sternen.

 

“Die Ägypterin” von Max Beckmann:

 

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Mehrere Personen laufen, joggen mit Nike-Schuhen, Bild zum Artikel Stark im Park

Stark im Park:
Kostenloser Sport in Berlin

Sport frei: In Berlin könnt ihr diesen Sommer an kostenlosen (!) Trainingsangeboten im Freien teilnehmen. Ermöglicht wird dies durch Stark im Park – einem Förderprogramm der Senatsverwaltung für Inneres und Sport. Es möchte die Berliner und Berlinerinnen dazu bewegen, sich mehr zu bewegen, aktiv durch den Sommer zu kommen und dabei die frische Luft zu genießen.

Berlin bewegt: Kollektives Schwitzen im Sommer

Der gute alte Sportmuffel ist in fast jedem von uns mehr oder weniger vertreten. Und was motiviert da besser als Sport in Gesellschaft? Zumindest fällt das Aufraffen so leichter. Ein positiver Nebeneffekt: Frische Luft tut gut. Wie der Name bereits andeutet, bietet Stark im Park Sporteinheiten in über 15 Berliner Grünanlagen an sieben Wochentagen an. Ebenso vielfältig ist das Angebot: Ob Laufen, Gerätetraining, Spielen, Rückenübungen, Zirkeltraining oder Yoga, bei über 20 verschiedenen Sportarten ist für jeden etwas dabei.

 

Zum Programm, inklusive aller zeitnahen Termine.

Hier ein paar Eindrücke bisheriger Sporteinheiten:

Stark im Volkspark: Bodyfit für Frauen

Krafttraining for free in Kreuzberg

AfD Demo Berlin

AfD Demo Berlin:
Kein Dancefloor für Nazis

Tanzen für den guten Zweck: Am Sonntag könnt ihr bei Sonnenschein und ordentlich Bass ein Zeichen gegen Rechts setzen. Denn am 27. Mai planen AfD und Pegida einen Großaufmarsch in Mitte und die ganze Berliner Club- und Open Air- Szene hält dagegen: Das Motto der Gegendemo lautet “AfD wegbassen” und soll den Rechten die gute Laune verderben, indem tanzende, gut gelaunte und weltoffene Menschen auf die Straßen Berlins ziehen.

Alles, was die Nazis hassen

“Berlins Clubkultur ist alles, was die Nazis nicht sind und was sie hassen: Wir sind progressiv, queer, feministisch, antirassistisch, inklusiv und bunt”, schreiben die Organisatoren in der Facebookveranstaltung. Die Party wird den Aufmarsch crashen, heißt es.
 
Das Berliner Nachtleben hatte schon zuvor mit politischen Aktionen ein Zeichen gegen Rechts gesetzt: Zur Berliner Abgeordnetenhauswahl 2016 gab es Plakate mit Slogans wie „Sorry, AfD steht nicht auf der Liste” oder „Tanz dich frei von deinen Vorurteilen”.
 
Über 150 Clubs unterstützen die Gegendemo am Sonntag. Die Liste ist somit endlos und umfasst Clubs wie Tresor, das Gretchen, die Ipse oder das Zurück zu den Wurzeln Festival. Auffallend ist, dass das Berghain nicht dabei ist. Eins steht jedenfalls fest: Es wird bunt und vielfältig. Also, lasst es euch nicht entgehen!

Ausschnitt von dem Gemälde Der Wanderer über dem Nebelmeer von Caspar David Friedrich zum Artikel Wanderlust in Berlin Ausstellung zeigt den Kult der Romantik

Wanderlust in Berlin:
Ausstellung zeigt den Kult der Romantik

Caspar David Friedrichs berühmter “Wanderer über dem Nebelmeer” gastiert die kommenden Monate in Berlin! Das Ölgemälde, welches um 1817 entstand, ist der Inbegriff der Romantik und versetzt selbst Kunstmuffel in eine nostalgische Stimmung. Wenn der Blick der Rückenfigur über Berge und Täler hinweg in die Ferne schweift, dann lädt uns Caspar David Friedrich dazu ein, die Perspektiven zu wechseln. Zahlreiche Künstler und Medien greifen das Motiv immer wieder auf, Wanderer stellen das Bild nach und ergänzen es um ihre Geschichte – kaum ein anderes Gemälde fasziniert die Menschen so sehr. Normalerweise hat das Bild seinen Platz in der Hamburger Kunsthalle, welches es 1970 als Dauerleihgabe erworben hat. Nun wanderte der Wanderer über dem Nebelmeer für eine Sonderausstellung der Alten Nationalgalerie zu uns, nach Berlin. Lasst euch das Original nicht entgehen.

In oder out? Wanderlust in Berlin macht Lust auf mehr

Die in dieser Woche eröffnete Ausstellung Wanderlust – Von Caspar David Friedrich bis Auguste Renoir könnt ihr bis zum 16.09.2018 bestaunen. Ein Besuch lohnt sich! Thematisiert wird das Wandern als Motiv in der Malerei des 19. Jahrhunderts rund um den Globus. Mit dabei sind namenhafte Größen der Kunst wie zum Beispiel Karl Friedrich Schinkel, Auguste Renoir oder Gustave Courbet. Rousseas Parole “Zurück zur Natur!” und Goethes Sturm-und-Drang-Dichtung stehen für das damalige moderne Lebensgefühl. Doch die Ausstellung zeigt auch, dass ebenfalls zahlreiche Kunstwerke der klassischen Moderne von ihr geprägt sind. Wandern ist out? Wandern ist Kult! Die Kapitel der Ausstellung verdeutlichen, dass das Flanieren in der Natur keineswegs langweilig ist, sondern durchaus spannend, wirkmächtig und vielfältig sein kann:

Entdeckung der Natur, Lebensreise, Künstlerwanderung, Spaziergänge, Sehnsuchtsland Italien, Wanderlandschaften nördlich der Alpen.

Der Wanderer über dem Nebelmeer mal anders – Kult!

Immer wieder wurde das Gemälde von Caspar David Friedrich als Ausgangspunkt für neue Bilderfindungen und individuelle Kunstwerke gewählt. Wir zeigen euch die Witzigsten und Schönsten:

 

 

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Titelbild: Wanderer über dem Nebelmeer, um 1817, Öl auf Leinwand, 94,8 x 74,8 cm
Hamburger Kunsthalle | © SHK / Hamburger Kunsthalle / bpk / Elke Walford

Teufelsberg

Teufelsberg Berlin:
Die eindrucksvolle Terrasse bleibt vorerst geschlossen

Schon von Weitem sieht man die markanten weißen Bälle: Die ehemalige US-Abhörstation auf dem Berliner Teufelsberg lockt nicht nur Touristen an – auch die Berliner tümmeln sich hier gerne. Der Teufelsberg ist DIE Attraktion im Grunewald und mittlerweile bekannt als Lost Place und Streetart-Hotspot.
 
Doch die wohl eindrucksvollste Terrasse in ganz Berlin muss vorerst geschlossen werden: Nach einem in Auftrag gegebenen Gutachten der Besitzer, gibt es Probleme mit der Standsicherheit und dem Brandschutz der Terrasse. Oliver Schruoffeneger (Grüne), Baustadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf, hat letztendlich die Schließung angeordnet. Wie lange der Zugang zu der schönen Aussicht gesperrt sein wird, ist noch unklar.

Ein Berg mit viel Geschichte

Der Teufelsberg hat dabei schon so einiges an Geschichte hinter sich: Nach dem zweiten Weltkrieg wurde er als Trümmerberg links liegen gelassen und im Kalten Krieg als Abhörstation genutzt – bis er schließlich vor zwei Jahren einen neuen Pächter bekam, der ihn zu der Attraktion machte, die wir heute kennen. Seitdem muss zwar Eintritt bezahlt werden, dafür kann man verschiedene Kunstwerke von Künstlern bestaunen und auch das ein oder andere Event genießen.
 
Der Pächter hofft derweilen die Fans zu mehr Besuchen anregen zu können, um das Geld für die Mängel einzutreiben. So heißt es auf der Website: “Wir sind bemüht, den behördlichen Vorgaben zu entsprechen und die Plattform und die Radome sobald als möglich wieder zu eröffnen. Helfen Sie mit Ihren Eintrittsgeldern, die notwendigen Baumaßnahmen zu finanzieren”. Also, nichts wie hin!
 
Titelbild: @Martin Hearn

Gallery Weekend Berlin

Gallery Weekend:
Das Wochenende gehört der Kunst

Zieht eure bequemsten Schuhe aus dem Schrank, denn es ist wieder soweit: Für das Gallery Weekend vom 27. bis 29. April in Berlin werden euch rund 47 teilnehmende Museen, Ausstellungen und private Sammlungen in Berlin die Türen öffnen und ihre neuen Frühlings-Ausstellungen präsentieren.
 
Zum 14. Mal wird ganz Berlin zu einer großen Ausstellung, denn die Schauplätze erstrecken sich über mehrere Bezirke: In Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Tempelhof-Schöneberg sowie Charlottenburg-Wilmersdorf könnt ihr euch inspirieren lassen – und das alles für lau. Bis Sonntagabend werdet ihr die Möglichkeit haben Gespräche mit Künstlern und Künstlerinnen zu führen und an Führungen teilzunehmen.
 
Das Gallery Weekend verdeutlicht abermals, warum Berlin als Hochburg der Kunst gilt und welchen Einfluss sie auf Künstler unserer Zeit hat. Mit über 1000 internationalen und nationalen Gästen in den letzten Jahren ist das Gallery Weekend ein verkaufsstarker Termin, für den selbst Künstler aus Russland, den USA oder auch China anreisen. Neben vielseitigen Kunstwerken, die ihr nicht missen solltet, werden auch Afterparties stattfinden, auf denen ihr tanzen solltet.
 
Hier habt ihr ein paar Impressionen vom letzten Jahr:

Echo-Skandal

Die Vitrinen werden immer leerer:
Ciao Echo!

Auch wenn es schon ein paar Tage her ist, dass der Echo verliehen wurde, so hält die Empörung an: Jetzt hat auch die Dirigent-Legende Daniel Barenboim seinen Echo zurückgegeben und damit auf die Antisemitismus-Debatte reagiert.
 
Ausgerechnet an dem Gedenktag für die Opfer des Holocaust wurden die Rapper Fahrid Bang und Kollegah von der Phono-Akademie für ihr Album „Jung, brutal, gutaussehend 3“ mit einem Echo ausgezeichnet. Dabei enthalten ihre Songs unter anderem Zeilen wie: „Mach wieder mal ’nen Holocaust, komm’ an mit dem Molotow“ und “Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen”.
 
Der am 12. April ausgebrochene Antisemitismus-Skandal hatte unter anderem dazu geführt, dass der Präsident des Deutschen Musikrats, Martin Maria Krüger, seinen Rückzug angetreten hat. Schon zuvor ist der Präsident des Deutschen Kulturrates, Christian Höppner, aus dem Beirat des Echo ausgetreten. Und auch vor Barenboim hatten sich Künstler wie Marius Müller-Westernhagen, Peter Maffay und Klaus Voormann von ihrem Echo verabschiedet.

Wird das Konzept des Echo überarbeitet?

Der Bundesverband Musikindustrie hat sich daraufhin in einem Statement darauf bezogen, dass der Echo sich ja auf Verkaufszahlen stütze und schon seit seiner Entstehung ein Publikumspreis ist. Dennoch hat der Skandal etwas bewegt, denn so lautet es weiter:
 
„Dieses Grundprinzip des ECHO sowie alle mit der Nominierung und Preisvergabe zusammenhängenden Mechanismen werden wir nach den Erfahrungen aus diesem Jahr, die uns getroffen und erschüttert haben, in allen Details umfassend analysieren, entsprechende Konsequenzen daraus ziehen und ein neues, solides Fundament schaffen.“
 
Dies könnte der erste Schritt sein, politische und gesellschaftliche Fragen in der Kunst zu stellen und Konstrukte wie den ECHO zu hinterfragen.
Ob es als Statement reicht und nachhaltige Auswirkungen hat, seinen verstaubten Echo zurückzugeben, sei dahingestellt. Unserer Meinung nach, darf Antisemitismus auch im Raum der Kunst niemals legitimiert werden. Der ECHO-Klassik im Oktober stellt jedenfalls eine weitere Chance dar, die Debatte über Diskriminierung und Antisemitismus in der Musik und Rassismus in der Kunst fortzuführen.

Instagram adé:
Alle zu Vero?

Die Zeiten der unhinterfragten Plattformnutzung scheinen vorbei: Facebook missbraucht unsere Daten, Instagram verhilft uns zu einem gestörten Selbstbild und auch auf Youtube tümmeln sich immer mehr Vlogger, die noch nicht die Schule beendet haben und schon mehr verdienen als unsere Eltern. Die Frage nach einem alternativen Social Network, dass uns dabei hilft, mit anderen in Kontakt zu bleiben und dabei informiert und unterhaltet, wird immer lauter.

Vero = Das neue soziale Netzwerk?

Da scheint es nur sinnvoll, dass eine Social Network-App, die sich als „True Social“ verkauft, gerade ihren Erfolg feiert: Auch wenn Vero (italienisch für real) schon seit 2015 im Appstore erhältlich ist, so dauerte es bis Anfang März dieses Jahres, bis die ersehnte Aufmerksamkeit einschlug. Unter anderen verspricht die App eine Timeline ohne Algorithmus, frei von Werbung zu sein und keine Nutzerdaten zu sammeln. Sie soll rein über die Einnahmen durch die Abonnements finanziert werden – User Content steht im Mittelpunkt. So weit, so gut.
 
Schon bald sprachen prominente Nutzer von der Plattform in den höchsten Tönen: Sie sei „einzigartig“, würde die „Echtwelt-Beziehungen online spiegeln“ und „die Kunst der Kommunikation“ hinein in ein Social Network tragen. Auf der Website der App lässt sich sogar ein Manifest der Macher dazu finden.

Kein radikal neues Konzept

Dennoch entpuppt sich das Konzept der App beim Test nicht als radikal neu. Vero erinnert an eine Mischung aus Instagram und Facebook und bietet somit eine Plattform, die es ermöglicht, seine Erlebnisse und Interessen mit anderen zu teilen. Für Postings hat man sechs verschiedene Optionen, die literarische Wasserfälle jedoch unmöglich machen: Die Auswahl beschränkt ich auf Fotos/Videos, Links, Musik, Filme/TV, Bücher und Orte. Die gängigen Optionen wie Profil anlegen, Chatten und Freunde annehmen sind ebenfalls verfügbar. Kleine Unterschiede lassen sich dennoch finden: Seine Freunde kann man in vier Gruppen einteilen, von extrem privat bis öffentlich. Vielen Usern mag diese Funktion sicherlich zusagen, vor allem wenn sie gerne private Inhalte teilen.

 

Der Hype ist mit Vorsicht zu genießen

Ins Leben gerufen hat die App der libanesische Milliardär Ayman Hariri. Schon früh machte sich die Vermutung breit, bei dem Hype handle es sich vor allem um eine Marketingstrategie, für die man sich Influencer ins Boot geholt hatte – nicht gerade visionsgetreu.

 


 
Zudem stand der CEO und Mit-Gründer Hariri schon länger in Kritik: Als Sohn des zweifachen Ministerpräsidenten von Libanon war er stellvertretender Geschäftsführer der größten saudi-arabischen Baufirma Saudi Oger, die unter anderem massiv wegen schlechter Arbeitsbedingungen und Lohnentzug kritisiert worden war.
 
Die Ankündigung der Macher, die App für die erste Million Nutzer lebenslang kostenlos anzubieten, war schlussendlich jedoch eine clevere Strategie. Zu clever, denn schon bald hatte die App mit technischen Fehlern zu kämpfen, die unter anderem durch die hohe Zahl an Registrierungen zustande kam. Einige Blogger dämpfen die Euphorie ebenfalls recht früh ab, indem sie Kritik an den Nutzungsbedingungen übten. Diese legen fest,  dass die Rechte an den hochgeladenen Inhalten an die App-Betreiber und User übergehen. Dies führte schließlich dazu, dass der Hashtag #DeleteVero geboren wurde.  Dahinter steckt unter anderem auch die Tatsache,  dass man sein Profil auf Vero nicht sofort löschen kann, sondern nur eine Anfrage auf Löschung möglich ist.

Gute Strategie – doch ist das Konzept auch nachhaltig?

Dennoch hat Vero es geschafft, den Schneeballeffekt für sich ins Rollen zu bringen. Auch beweist die App durch seine Abgrenzungen von anderen Plattformen sein Alleinstellungsmerkmal und bedient sich lustigerweise ähnlichen Klischees, wie der berühmt-berüchtigte Club Berghain: Die Optik ist dunkel, macht neugierig und man will dabei sein. Der FOMO- Effekt wurde durch die kostenlosen Abonnements somit wunderbar ausgenutzt.
 
Ob das Konzept von Vero dennoch nachhaltig ist, sollte abzuwarten sein. Noch ist die Mitgliederzahl zu klein, um effektives Networking mit Mehrwert anzubieten. Unserer Ansicht nach, sollte auch jeder Hype mit Vorsicht genossen werden – und die Frage gestellt werden, ob ein weiteres Profil auf einer weiteren Plattform tatsächlich notwendig ist. Diese hat zumindest uns die Entscheidung, bei Vero mitzumischen, erleichtert.
 
Titelbild: @Alexa Suter

Gerichte im Resataurant

Beste-Reste-Box:
Gegen Lebensmittel-Verschwendung

Jeder von uns hat sich mindestens schon ein Mal in seinem Leben darüber geärgert: Man sitzt im Restaurant, das Essen schmeckt köstlich, aber die Portion ist so groß, dass man es einfach nicht schafft diese aufzuessen. Wehmut kommt auf – inklusive schlechtem Gewissen! Denn es entgeht einem nicht nur ein weiterer Gaumenschmaus, nein, dieser landet nun auch noch im Müll. Jährlich werden ca. 18 Millionen Tonnen hochwertiger Lebensmittel weggeschmissen.

 

Eine deratige Lebensmittelverschwendung findet auch in der Gastronomie  und dem Catering-Bereich tagtäglich massenhaft statt. Laut dem Bundesministerium für Ernährung handelt es sich hier um 23,6 Kilo Lebensmittel pro Gast und Jahr. Doch so weit muss es nicht kommen. In amerikanischen Restaurants ist es mittlweile selbstverständlich sich das Essen in sogenannten “Doggy Bags” einpacken zu lassen.  Den Gästen ist es jedoch meist sehr unangenehm danach zu fragen. Dem wirkt die Aktion „Restlos genießen“ mit ihrem Konzept hierzulande entgegen.

Riesen Portionen auf XXL-Tellern tragen Mitschuld

Eigentlich ist das Einpacken von Speiseresten etwas ganz Normales, das viele von uns aus ihrer Familie kennen: Wenn die Eltern oder Großeltern etwas Leckeres gekocht haben, wird das Übriggebliebene kurzerhand eingepackt und am nächsten Tag aufgewärmt. Essen wegzuwerfen, kam für die Generation, die in Kriegszeiten aufwuchs, nicht in die Tüte.

 

Oft sind die Augen größer als der Magen, heißt es so schön. Doch im Restaurant haben die Gäste oft gar keine andere Wahl: Die Portionen sind meist so riesig, dass sie kein normaler Magen bewältigen kann. Insbesondere in Berlins süddeutschen und österreichischen Lokalen ist die Kost oft üppig.

Doggy-Bags zwischen Scham und Nützlichkeit

Im Laufe der Zeit wurde auch in Restaurants um sogenannte “Doggy Bags” gebeten. Der Name deutet bereits an, wie schambehaftet das Thema war und immer noch sein kann. Denn die Bezeichnung kommt daher, dass die Gäste damals vorgaben, die eingepackten Reste solle ihr Hund bekommen. Tatsächlich war das Essen in den meisten Fällen für sie selbst oder Daheimgebliebene bestimmt. Heute argumentiert so kaum noch jemand. Und dennoch ist es den meisten Menschen nach wie vor unangenehm danach zu fragen.

Nachhaltig, praktisch, sinnvoll: Die Beste-Reste-Box

Dem versucht die Gemeinschaftsaktion “Restlos genießen” der Initiative “Zu gut für die Tonne!” des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft sowie Greentable.de, einer Internetplattform für nachhaltige Gastronomieangebote, entgegenzuwirken. Dies soll dadurch gelingen, dass die Gäste nicht erst nachfragen müssen, sondern die Wirte aktiv ihre Reste-Boxen anbieten. Türaufkleber und Einleger für die Speisekarte sollen ebenfalls darauf aufmerksam machen und unnötige Scham eliminieren. Der Restaurantcoach Christian Rach unterstützt die Aktion.

 

Die Boxen dürfen natürlich am Ende nicht mehr Müll produzieren als sie vermeiden sollen  – deshalb ist die Beste-Reste-Box recyclingfähig, fett- und wasserresistent und zu 100 Prozent biologisch abbaubar. Man kann sie sogar bis auf 160 Grad erhitzen und in die Mikrowelle oder ins Tiefkühlfach stellen.

In Berlin gibt es schon viele Interessenten und auch Restaurants, die die Beste-Reste-Boxen bereits nutzen. Mit dabei sind beispielsweise das Restaurant AIGNER am Gendarmenmarkt und der Cateringservice die dollen Knollen. Hier könnt ihr weitere Speiselokale checken.

Berlin Recycling gegen Lebensmittel-Verschwendung

Die Berliner Tafel setzt sich ebenfalls gegen die Verschwendung von Lebensmitteln ein. Die KIMBA-Initiative möchte vor allem bei jüngeren Generationen ein nachhaltiges Bewusstsein fördern.

Jackfruit

Die Jackfruit:
Obst als Fleischersatz

Die Pallette unentdeckter Obst- und Gemüsesorten scheint unendlich. Ein neu entflammter Hype dreht sich nun um eine Frucht, die als Fleischersatz dienen soll: Die Jackfruit. Dies dürfte nicht nur alle Verganer und Vegetarier freuen. Immer mehr Menschen versuchen ihren Fleischkonsum zu reduzieren. Die Ernährungswissenschaftlerin Susann-C. Ruprecht rät, einige fleischfreie Tage einzuplanen. In dieser Zeit könnte auch die Jackfruit auf dem Speiseplan stehen. Doch was kann die Frucht wirklich? Wie steht es um den Geschmack? Und wie gesund ist sie? 

Süß oder salzig – das ist hier die Frage!

Optisch ist die Jackfruit bereits durch ihre imposante Größe und die noppige bis stachelige Schale ein echter Hingucker. Auch die inneren Werte zählen: Hier befinden sich 50-500 weißliche Kerne, die essbar sind. In Indien wird daraus Mehl für Chapatti und Papadums hergestellt. Man kann die Kerne auch rösten und als salzige Knabberei genießen, die im Geschmack Esskastanien ähnelt. 

 

Die etwa 35 Kilogramm schwere Frucht wächst an bis zu 20 Meter hohen Bäumen. Der milchige Fruchtsaft erinnert an Kleber. Ihren Ursprung hat die Jackfruit in tropischen Ländern. Dort wird sie meist süß – als Dessert oder Snack – verzehrt. Denn die reife Frucht schmeckt wie ein Mischung aus Mango, Ananas und Banane. Die unreife Frucht hingegen ist geschmacksneutral und ähnelt der Konsistenz von Hähnchenbrustfilet. In der westlichen Welt wird sie deshalb auch als “Gemüsefleisch” betitelt. Ein und dieselbe Frucht kann also sowohl für die Haupt-, als auch für die Nachspeise genutzt werden.

Wie gesund ist die tropische Frucht?

Die Jackfruit ist ein Energielieferant schlechthin: Im Vergleich zu anderen Früchten, ist sie besonders reich an nahrhafter Stärke. Deshalb wird sie in den Herkunftsländern auch als Grundnahrungsmittel und als Ersatz für Reis verwendet. On top kommen 27 mg  Kalzium pro 100 g – das sorgt für gesunde Knochen und Zähne. In den Kernen schlummern zudem reichlich B-Vitamine, Magnesium, Eisen und Schwefel. 

 

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, der muss nicht extra in nach Indien oder Thailand fliegen. Die Jackfruit ist auch in Deutschlands Super- und Biomärkten erhältlich. Bei uns löst die tropische Frucht allerdings ein bisschen Fernweh aus. Wenn Ihr also bei Eurer nächsten Urlaubsreise eine selbstgepflückte Jackfruit esst, denkt dabei an uns und schickt uns gerne eine Foto. Lasst Euch doch einfach von verschiedenen Reisezielen inspirieren. Und vielleicht bringt Ihr dann ja sogar einen weiteren Food-Trend mit ins Land.