Schwimmendes Museum
verschönert die Spree

Das neue Hafenprojekt in Berlin soll ein Stück Geschichte begehbar machen. Was damalige Exilsuchende in der DDR vor der Flucht abhielt, wird jetzt zu einer Art Kunstwerk. Und das, obwohl das Projekt schon kurz vor dem Aus stand. Glücklicherweise bekommt Berlin nun doch die Chance, Nostalgie mit Moderne zu verbinden.

 

Ausstellung auf dem Wasser

Der historische Bröckel-Steg wird zum Zentrum des neuen Hafenprojekts in Berlin-Treptow. Geplant ist der Bau eines 220 Quadratmeter großen, schwimmenden Museums, in dem Ausstellungen über Berlins Binnenschifffahrt gezeigt werden. Bis 2022 will der Senat 4,7 Millionen Euro in das Projekt investieren. Der 480 Meter lange Betonsteg ist die letzte Erinnerung an die Wassergrenze zwischen dem seinerzeit getrennten Berlin. Zu DDR-Zeiten sollte er Menschen an der Flucht über das Wasser hindern. Vor einigen Jahren stand der historische Steg kurz vor seinem Abriss. Der Abtransport von 2.300 Tonnen Stahlbeton ist bereits in Auftrag gegeben worden, was jedoch mithilfe von Protesten verhindert werden konnte. Seitdem steht das Berliner Monument unter Denkmalschutz.

Stärkung der regionalen Wirtschaft

Mitinitiator Rainer Klemke freut sich sehr, dass die Finanzierung jetzt stehe. Neben dem Museum wird ein neuer Wasserweg mit Schautafeln gebaut. Außerdem sind Ausflugsdampfer und eine Museumslinie mit der “Heinrich Zille”, Baujahr 1896, geplant. Der Landzugang wird sich neben der Arena in Treptow befinden. Ein weiteres Highlight soll das begehbare Dach werden. Ganze 16 Museumsschiffe sollen die Anlage schlussendlich umrahmen. Tatsächlich ist das aufwendige Hafenprojekt nur ein Anfang, um die regionale Wirtschaftsstruktur zu unterstützen. 100 Millionen Euro von Bund und Land hat der Senat bereits an weitere Projekte verteilt. Eines davon ist beispielsweise der Umbau des ehemaligen US-Krankenhauses in Dahlem in ein Gründerzentrum für stolze 48,7 Millionen Euro.

 

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