Durchblick im Parteien-Dschungel?
Wahl-App im Tinder-Style und ein Musikomat

Wer die Wahl hat, hat die Qual, heißt es so schön. Oder doch nicht? Zahlreiche Apps zur Bundestagswahl 2017 versprechen die passende Partei zu finden, die die eigenen Werte und Vorstellungen vertritt. Der Klassiker unter ihnen ist der Wahl-O-Mat. Neue Anwendungen nutzen nun ganz unterschiedliche Herangehensweisen. Eine von ihnen tindert: Die App WahlSwiper, erhältlich für iOS und Android, geht nach dem Auswahlprinzip der bekannten Dating-App vor. Leere Versprechungen oder ein Traum-Match? Und was hören die Politiker eigentlich so unter der Dusche?

Die veröffentlichten Programme der Parteien sollten die Grundlage für eine gut überlegte Wahlentscheidung sein. Doch die 113 Seiten der SPD oder die 75 Seiten der Union wirken allein durch ihren Umfang nicht besonders einladend. Wer liest sich schon gerne derartige Wälzer durch? Da fehlt einem dann doch meist entweder Zeit oder Muse. Diversen Apps gelingt es nun, mal mehr und mal weniger, Licht ins Programm-Wirrwarr zu bringen. Unterhaltsam sind die folgenden in jedem Falle.

Politisches Tindern mit neuer Wahl-App 

Der WahlSwiper nutzt das Prinzip von Tinder und vereinfacht den Entscheidungsprozess auf spielerische Art und Weise. Nacheinander werden dem Nutzer 30 Fragen aus unterschiedlichen Rubriken wie zum Beispiel Arbeit, Bildung, Umwelt, Außenpolitik, Gesundheit sowie Familie und Gesellschaft gestellt. Aus dem Themenfeld Internet erscheint die Frage: “Sollen soziale Netzwerke zur Löschung von Desinformationen wie “Fake News” gesetzlich verpflichtet werden?” Ein Wisch nach links steht für Nein, mit rechts bekundet man seine Zustimmung. Wem etwas unklar ist, dem wird die Frage in einem kurzen Video noch einmal ausführlicher erklärt. Wer sich “verwischt” hat, kann auch noch einmal zurück gehen und seine Wahl ändern. Und wer sich unschlüssig ist, der kann einzelne Fragen überspringen. Im Endergebnis wird dann ein Ranking erstellt, dass mittels prozentualer Gewichtung anzeigt, inwieweit die eigenen Vorstellungen mit den Plänen und Leitsätzen der einzelnen Parteien übereinstimmen.

Parteifilter nach Musikgeschmack: Was hören Merkel, Schulz und Co.?

Wer sich jetzt noch nicht verliebt hat, kann ja mal in sich horchen – und in die Playlisten der Parteien. Denn Deezer hat sich zur Bundestagswahl mit dem Musikomat eine kleine Spielerei ausgedacht. Auf der Website kann man herausfinden, mit welcher Partei der eigene Musikgeschmack am meisten übereinstimmt. Dafür beantworten die Nutzer Fragen rund um ihre musikalischen Vorlieben und Momente. Die zur Auswahl stehenden Antworten sind natürlich mit Beispielsongs unterlegt. On top wurde zu jeder Partei eine Playlist angelegt. Die Zusammenstellungen kommen von den Parteizentralen höchst persönlich. Der Musikstreaming-Dienst-Anbieter bat CDU, SPD, FDP, Grüne und Linke je eine Playlist mit 17 Musiktiteln zu erstellen. Die Parteimitglieder waren eingeladen den Lieblingssong des Vorsitzenden, die Musik für eine Wahlparty und inoffizielle Parteihymnen anzugeben. Die CDU geht da schon mal „Atemlos durch die Nacht“, und die FDP mag Techno, die Linke Punk.

Hier eine kleine Auswahl was bei den Parteien sonst noch so läuft:

SPD

Auf Der Guten Seite – Sportfreunde Stiller
Sexy And I Know It – LMFAO
Angie (2005 Digital Remaster) – The Rolling Stones

CDU

Einigkeit und Recht und Freiheit – Berliner Philharmoniker 
Tage wie diese – Die Toten Hosen
Thunderstruck – AC/DC

Die Grünen

Haus am See – Peter Fox
We Are Family – Sister Sledge
BE DEUTSCH! – Jan Böhmermann

Die Linke

Im Zweifel für den Zweifel – Tocotronic
Ein ehrenwertes Haus – Udo Jürgens
We Are Your Friends (Original Mix) – Simian

FDP

Alles neu – Peter Fox
No Roots – Alice Merton
Despacito Luis Fonsi – Daddy Yankee

Das angebliche Lieblingslied von Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Wir lieben die Stürme“ von Ronny. Martin Schulz hört laut SPD am liebsten „Penny Lane“ von den Beatles.

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