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David OReilly, „Everything“ (Screenshot) zum Artikel über die Konferenz der Berliner Festspiele

Berliner Festspiele:
Die Konferenz INTO WORLDS

Videokunst, Sound-Installationen, Virtual Reality Experiences, Projektionsumgebungen von Planetarien – das alles und noch viel mehr, ist Gegenstand der am kommenden Wochenende stattfindenden Konferenz “INTO WORLDS”, eine Veranstaltung der Berliner Festspiele. Im Martin-Gropius-Bau treffen sich Künstler und Wissenschaftler, um gemeinsam mit dem Publikum alte und neue immersive Welten zu entdecken. Mit dabei sind Bekanntheiten, wie der Berliner Journalist und Aktivist Markus Beckedahl, sowie Videokünstler, die Werke aus der Julia Stoschek Collection präsentieren. Besucher können außerdem das neue Musik-Video von Björk „Notget“ als VR-Experience erleben.

Berliner Festspiele: Kunst, Wissenschaft und Ihr!

Versprochen wird den Besuchern, laut den Veranstaltern der Berliner Festspiele, ein Ein- und Auftauchen in und aus immersiven spannenden Welten: „Handwerkliche Körpertechniken, spektakuläre Unterhaltungsformate von Jahrmarktsattraktionen bis zur Virtual Reality, sowie spirituelle Mentalpraktiken zwischen religiöser Versenkung und meditativer Selbstoptimierung. Immersion zeigt sich dabei als ambivalente Bewegung. Sie steht einerseits für Selbst- oder Medienvergessenheit, geistige Übung oder Ekstase, ist jedoch andererseits Anlass für Distanznahme und kritische Reflexion: Wie, von wem und wozu werden die verschiedenen Welten gebildet, an denen wir täglich partizipieren? In welche Rollen geraten wir dabei und wie tragen wir zur Bildung dieser Welten bei?”

 

Ihr möchtet Antworten durch eine kreative Entdeckungsreise finden?

 

Dann besucht die Konferenz der besonderen Art, welche vom 19. bis 21. Januar stattfindet. Der Eintritt kostet am Eröffnungsabend 6 Euro / ermäßigt 4 Euro, ein Tagesticket am Samstag oder Sonntag 10 Euro, ermäßigt 6 Euro. Für 21 Euro, oder 12 Euro ermäßigt, sichert ihr euch ein Gesamtticket für alle drei Tage. Tickets sind hier erhältlich.

 

Titelbild: @Berliner Festspiele; Künstler: David OReilly, „Everything“ (Screenshot)

Schauspieler vor digitaler Leinwand zum Artikel: Das Digitale im Theater: Interview mit Falk Richter

Interview mit Falk Richter:
Wie digital ist das Theater?

Falk Richter, einer der bekanntesten deutschen Regisseure und Autoren, beschäftigt sich in seinen Inszenierungen zunehmend mit den Fragen unserer Zeit, mit politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen, Unsicherheiten und Problemen. Ist Europa angesichts der aktuellen Herausforderungen noch ein sicherer Ort? Ist eine offene Gesellschaft überlebensfähig? Wie gefährlich ist die Hinwendung zum Völkisch-Nationalen?  Falk Richters neues Buch “ICH BIN EUROPA” sucht Antworten auf derartige Fragen und bündelt seine neuesten fünf Stücke (Lesung:  am 18.01. , Maxim Gorki Theater). In seinen Inszenierungen spielen die Medien eine große Rolle und das nicht nur thematisch gesehen:  Auch in der Darstellung setzt Falk Richter immer wieder gezielt digitale Elemente ein. Mit uns spricht er über die Transformation des Theaters durch den Einsatz von Video, Internet, Leinwand und Co. .

Dass das Theater sich immer stärker der digitalen Welt öffnet, ist eindeutig – bisher geschieht das aber in erster Linie mit Kameras auf der Bühne sowie mit Videoelementen. Was halten Sie davon, Theater live zu übertragen und ins Netz zu bringen? Wäre das überhaupt noch Theater?

Theater lebt von der Nähe zwischen Zuschauer und Schauspieler bzw Tänzer oder Performer. Es ist einer der letzten öffentlichen Räume, in denen der Zuschauer sich ohne Ablenkung für eine bestimmte Zeit mit voller Aufmerksamkeit auf ein Ereignis einlassen kann. Wichtig für das Theater ist auch immer die Totale: Der Blick auf die Bühne ist immer eine Totale, nicht wie im Film ein Ausschnitt. Selbstverständlich ist es möglich, Theaterinszenierungen ins Netz zu stellen, aber, wenn es sich dabei nur um abgefilmte Theaterinszenierungen handelt, finde ich das persönlich uninteressanter als das Original-Ereignis. Das Erlebnis im Theater zu sitzen mit anderen Zuschauern und live und unmittelbar Zeuge des nicht mehr weiter medial bearbeiteten Materials zu sein, ist sehr viel stärker, als Zuhause auf seinem Laptop irgendwo eine abgefilmte Aufführung zu sehen. Interessanter wäre es dann, wenn man das Medium des Internets nutzt und direkt dort im Internet inszeniert. Also eine Inszenierung nur für Internetuser macht. Eine Inszenierung, die auf das Medium und seine ihm innewohnenden besonderen Strukturen eingeht und damit arbeitet.

Haben Sie selbst schon darüber schon nachgedacht, ein Theaterstück mit einer Übertragung ins Netz als fester Bestandteil aufzuführen?

Mein erstes Theaterstück „Gott ist ein DJ“, das ich 1999 geschrieben habe, setzt sich ganz stark mit der Frage auseinander, was passiert, wenn Menschen vor Kameras agieren, wenn sie ihr Leben ins Netz stellen und der Frage, wie sehr die Anwesenheit einer Kamera die Verhaltensweisen von Menschen beeinflusst und jede Interaktion zur Inszenierung macht. In „Gott ist ein DJ“ sind wir als Zuschauer gemeinsam anwesend in einem Studio mit einem jungen DJ und einer Fernsehmoderatorin, die ihr Privatleben, ihre Beziehung und ihre künstlerische Arbeiten ständig online zur Verfügung stellen. Als ich den Text schrieb, hatte ich mir vorgestellt, dass die Live-Inszenierung in einer Kunsthalle stattfinden würde und tatsächlich auch gestreamt würde und Zuschauer – sowohl Theaterzuschauer also auch Online-Zuschauer – mit Anregungen und Fragen, mit direkter Interaktion also – in das Geschehen eingreifen und das Spiel beeinflussen sowie weitertreiben könnten. Damals gab es allerdings noch nicht die technischen Mittel dazu wie Apps und soziale Plattformen. Es wäre also denkbar, dass das Stück heute wieder, aber erweitert durch die neuen, weiter entwickelten technischen Mitteln, zur Aufführung kommen würde.

Kann sich Theater durch einen Digitalisierungsprozess neue Möglichkeiten eröffnen?

Theater ist eine Kunstform, die mehr als 2000 Jahre alt ist, aber sich seitdem ständig weiterentwickelt und sich durch alle technischen und künstlerischen Strömungen und Entwicklungen inspirieren lassen hat und diese aufnehmen und weiterdenken kann. Video, Livecam und Film sind mittlerweile wichtige Bestandteile vieler Theater-Inszenierungen – auch meiner. Die Wahrnehmungsmöglichkeiten werden dadurch vielseitiger, die Art, wie wir im Theater auf die Wirklichkeit reagieren, wird mehrdimensionaler. Wir leben in einer Welt, in der wir fast alles nur noch über Medien vermittelt erfahren: Wir sehen Bilder im Fernsehen, Film und im Netz. Wir verbringen einen erheblich großen Teil unseres Leben mit produzierten Bildern oder kleinen Filmchen, die wir auf Bildschirmen verfolgen. Das Theater kann das wiederum thematisieren, indem es zeigt, wie Bilder inszeniert werden, wie Wirklichkeitswahrnehmung gelenkt wird. Das wiederum ermöglicht einen analytisch- kritischen Blick auf die Produktion von Realitäten und Scheinrealitäten.

Viel diskutiert ist Ihr Stück “FEAR“ an der Schaubühne. Hier arbeiten Sie in vielen Szenen mit einem Bildschirm und Videos als Hintergrundbild. Als Zuschauer wirken gerade die ersten Szenen sehr intensiv, fast sind sie schwer auszuhalten, was gut zur Thematik passt. Im Anschluss gibt es einen Bruch, als die Blumen auf die Bühne getragen werden und Gitarrenmusik gespielt wird. Hier ist kein Videoelement zu sehen. Warum haben Sie Bewegtbild in diesem ersten Teil eingesetzt und im darauffolgenden Teil nicht? 

Der erste Teil von FEAR setzt sich mit einer Gruppe junger eher unpolitischer Großstädter auseinander, auf die der rasant zunehmende Rechtspopulismus in Deutschland und Europa wie ein Alptraum wirkt. Ihnen ist dieses rechtsnationale Denken und die reaktionären Slogans, die plötzlich überall in den Medien auftauchen und der ganze Hass in den Internetforen fremd, suspekt und er wirkt auf sie so, als seien sie unvermittelt in eine HBO- oder Netflix-Horrorserie geraten. Daher kommt in dem Teil des Abends sehr viel Video zum Einsatz. Es ist wie ein Overkill an überfordernden Bildern der Angst. Das Video zeigt zum einen eine Google Recherche über rechtsnationale Politiker, die mit Angstszenarien von einer angeblichen Überfremdung und mit Terrorangst eine paranoide Stimmung in der Bevölkerung anheizen – von Viktor Orban über Björn Höcke bis Marine Le Pen. Diese Politikerbilder werden mit alptraumartigen Szenarien vermischt. Alles wirkt unheimlich. Später verlassen die Hauptfiguren in meinem Stück diesen Alptraum. Sie ziehen sich zurück in eine für sie ideal erscheinende Urban Gardening Welt, in der sie von all der rechtsnationalen Politpropaganda nichts mehr mitbekommen. Der mediale Overkill ist wie ausgeschaltet. Sie singen Songs von Sufjan Stevens und versuchen eine andere Art zu leben für sich auszuprobieren: Zarter, ruhiger, voller Respekt im Umgang miteinander. In FEAR habe ich also das Medium Video eingesetzt, um die Überforderung darzustellen, die es bedeuten kann, ständig Informationen ausgesetzt zu sein. Wo man nicht weiß, ob sie wahr sind oder fake news, und ständig Angstszenarien ausgesetzt ist, die unentwegt medial kursieren. Eine Art Informationskrieg.

Können digitale Elemente auch von der Schauspielkunst ablenken?

In meinen Inszenierungen stelle ich in vielen Momenten Tanz, Text, Musik, Bühne, Kostüm und Video gleichberechtigt und gleichwertig auf die Bühne. Das heißt, das zentrale Ereignis ist nicht „die Schauspielkunst“, der sich alles andere unterzuordnen hat und, die nicht „gestört“ werden darf. Ich suche nach einem Zusammenspiel unterschiedlicher theatraler Ausdrucksmittel. Dabei kann es auch zu mehrfachen komplexen Überlagerungen von Text, Musik und Video kommen. Der Zuschauer kann sich auf alle Spuren gleichzeitig einlassen.

Nimmt der Einsatz digitaler Elemente zu? Wie sieht die Zukunft des digitalen Theaters aus?

In meinen Inszenierungen war der Einsatz digitaler Medien oft sehr entscheidend. Ich habe oft mit Video gearbeitet. Hin und wieder habe ich mich auch bewusst dagegen entschieden, um Theater pur zu haben. Aber grundsätzlich nutze ich sehr viel Video. Die Dramaturgien meiner Inszenierungen folgen auch oft digitalen Medien – die Stücke haben keinen klassischen Aufbau, sondern folgen eher der Struktur einer Youtube-Nacht, in der man sich rauschartig von einem Clip zum nächsten bewegt. In meiner letzten Inszenierung AM KÖNIGSWEG in Hamburg, hat der Videokünstler Michel Auder viele seiner Filme, die er für die Inszenierung produziert hat, mit dem Iphone aufgenommen und mit bestimmten Apps geschnitten. Eine spannende Zukunft des Digitalen im Theater generell sehe ich darin, dass immer mehr digitale Möglichkeiten direkt für die Inszenierung genutzt werden: Dass Zuschauer über Apps durch öffentliche Räume der Stadt geführt werden, dass sie eventuell schon über Apps mit den handelnden Figuren kommunizieren oder in die Handlung eingreifen können – der Aspekt des Interaktiven wird sicher zunehmen. Aber das Theater, das sich dem Digitalen versperrt, um eine Art Schutzraum gegen die zunehmende Digitalisierung des Lebens zu behaupten, das wird es auch immer geben, davon bin ich überzeugt.

 

Vielen Dank für die interessanten Einblicke!

 

Wir verlosen 2×2 Tickets für die Lesung von Falk Richter am 18.01. im Maxim Gorki Theater. Schickt uns einfach eine E-Mail mit Eurem Namen, der Anschrift und dem Betreff „Digitales Theater“ an: redaktion@neoavantgarde.de

Teilnahmeschluss: 16.01.2018

 

Titelbild: @Maxim Gorki Theater (ÇİĞDEM TEKE in „Verräter DIE LETZTEN TAGE“, EIN PROJEKT VON Falk Richter, REGIE Falk Richter, BÜHNE/KOSTÜME Katrin Hoffmann, MUSIK Nils Ostendorf, VIDEO, Aliocha Van Der Avoort, LICHT Carsten Sander, DRAMATURGIE Jens Hillje, Mazlum Nergiz)

Mann in Kostüm silberne Röhren zu dem Artikelthema Die Maschine steht still nach E. M. Forster: Ist die Technik unser Untergang?

Die Maschine steht still nach E. M. Forster:
Ist die Technik unser Untergang?

Wer braucht schon frische Luft, körperliche Nähe oder einen tieferen Sinn im Leben, wenn einfach alles auf der Welt von nur einem Apparat aus gesteuert werden kann? Das Ergebnis kann man sich im Theater an der Parkaue in “Die Maschine steht still” nach E. M. Forster ansehen. Wir haben uns die Vorstellung angeschaut und geben euch eine Review zu der Dramatisierung.

 

Unterwerfung der Natur

Wie würde die Erde aussehen, wenn Maschinen das komplette Leben der Menschen bestimmen könnten? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Regisseurin und Videokünstlerin Evy Schubert in der Dramatisierung “Die Maschine steht still”. Die Maschine wird von Denis Pöpping verkörpert und steht im Zentrum des Theaterstücks. Sie ist der neue Lebensmittelpunkt der Menschheit geworden, nachdem diese die Natur vollkommen bezwungen hatte. Von der Erde geflohen, beschlossen die Menschen sich von ihrem alten Leben sowie ihrem religiösen Glauben zu lösen und dienten von dort an ausschließlich der Maschine.

 

 

Denis Pöpping in „Die Maschine steht still“ | Foto: Christian Brachwitz

 

Keine Erlebnisse, Emotionen, Erfahrungen

Von da an wurden zwischenmenschliche Beziehungen auf ein Minimum reduziert –  körperliche Nähe ist für die Menschen ein Fremdwort. Die meiste Zeit des Tages verbringen sie in ihren fast leeren Zimmern in der Maschine. Jeder arbeitet rund um die Uhr daran, sie mit Wissen zu versorgen, um sie zu stärken. Während die meisten Menschen mit ihrem eintönigen Alltag zufrieden sind, kommen einer Person langsam Zweifel: Kuno. Er möchte die Maschine verlassen und zurück zur Erde reisen. Seine Mutter Vashti, der er davon über den Kommunikationskanal der Maschine berichtet, ist von dieser Idee überhaupt nicht begeistert. Genauso wenig wie von Kunos Bitte nach einem persönlichen Treffen.

 

 

Ensemble „Die Maschine steht still“ | Foto: Christian Brachwitz

 

Anpassung oder Tod

Um zu ihrem Sohn zu gelangen, muss Vashti eine futuristische Version eines Zuges betreten, von dem aus man einzelne Länder der Erde sehen kann. Trotz ihrer Angst vor den ganzen ungewohnten optischen Eindrücken, schafft sie es zu ihrem Sohn. Dieser hat es inzwischen auf die Erde geschafft und ist sich nun sicher, dass die Maschine den Menschen mehr nimmt als nützt und nur aus eigennützigen Motiven handelt. Die Maschine stuft Kuno als Gefahr ein und beschließt, ihn, wie alle Andersdenkende, zu vernichten. Vashti glaubt ihrem Sohn nicht und stimmt zu, Kuno der “Heimatlosigkeit”, also dem Tod, zu überlassen. Doch die Maschine beginnt nach mehreren Systemfehlern nach und nach zusammenzubrechen. Alle Menschen, die nicht auf die Erde geflohen sind, sterben.    

 

 

Die Maschine in „Die Maschine steht still“ | Foto: Christian Brachwitz

 

M. Forster nah an der Realität

Die Dramatisierung basiert auf dem Roman “Zimmer mit Aussicht” des englischen Erzählers E.M. Forster (1879-1970). Die kurz darauf folgende Verfilmung der Anti-Utopie gewann drei Oscars. Der Roman erschien Jahrzehnte bevor der erste Computer erfunden wurde und skizziert eine frühe Version des Internets. Tatsächlich ist “Die Maschine steht still” sehr nah an der Realität. Nur die wenigsten kommen heute ohne Smartphone, Laptop und das Internet aus. Die virtuelle Welt scheint eine derart große Faszination auszulösen, die sich vor allem bei jungen Menschen zu einer starken Abhängigkeit entwickelt hat. Ein Leben ohne WhatsApp, YouTube und Instagram? Unvorstellbar! Die Dramatisierung von Evy Schubert zeigt in überspitzter Form, dass die komplette menschliche Hingabe zu technischen Geräten auch unser Untergang werden könnte. Maschinen erleichtern unser Leben enorm, aber sie können niemals die Einzigartigkeit der Realität ersetzen.      

 

 

Hier gibt es weitere Infos

Titelbild: Christian Brachwitz

 

Frau blaues T-Shirt Kalender Januar zum Artikelthema Januar: Top 10 Events in Berlin

Januar:
Top 10 Events in Berlin

Gerade haben wir uns noch das wunderschöne Feuerwerk über den Dächern Berlins angeschaut und schon befinden wir uns im Jahr 2018. Die meisten haben sich unrealistische Neujahrsvorsätze wie “mehr Sport machen” vorgenommen. Wie wäre es stattdessen mit “etwas mehr Kultur”? Unsere Top 10 Events in Berlin sind dafür nämlich genau das Richtige!  

 

ArtNight: Frida Kahlo

Am 16. Januar findet eine weitere ArtNight mit dem Thema “Frida Kahlo” in der Brotfabrik Berlin statt. Teilnehmer können, mit Hilfe der Künstlerin Kaitlyn, auf einer Leinwand ihre eigenen Kunstwerke erschaffen. Egal ob alleine mit Freunden oder mit einem Date – die ArtNight ist für jeden ein Erlebnis. Man muss keine künstlerischen Kenntnisse haben oder Materialien mitbringen. Getränke und Essen können vor Ort zu angemessenen Preisen erworben werden.

 

Wo: Brotfabrik Berlin, Caligariplatz 1, 13086 Berlin

Wann: 16.01.2018

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Eröffnung: Ausstellung „Drive Drove Driven“

In der Kommunalen Galerie Berlin wird eine Gruppenausstellung von 23 künstlerisch arbeitenden Fotografen eröffnet, die sich ausschließlich mit Autos beschäftigt. Dieser Gegenstand schenkt uns sowohl Flexibilität als auch Mobilität und erleichtert den Alltag enorm. Oft werden Gefahren, die das Autofahren mit sich bringt, unterschätzt und es kommt zu tödlichen Unfällen. Die Künstler setzten sich in über 60 Aufnahmen mit den positiven und negativen Aspekten dieser Beförderungsart auseinander.

 

Wo: Kommunale Galerie Berlin, Hohenzollerndamm 176, 10713 Berlin
Wann: 28.01.2018
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Eröffnung: Kunst/Natur – Künstlerische Interventionen IV

Interventionen ist der vierte und letzte Teil des Modellprojekts Kunst/Natur der bildenden Künstler Mark Dion, Assaf Gruber und Elizabeth Price. Teilnehmer können sich außerdem über eine Live-Hörprobe mit der Komponistin Ulrike Haage freuen. Während sich Mark Dion mit materieller Kultur beschäftigt hat, gibt es von Assaf Gruber einen Film über eine in der DDR durchgeführte Korallenexpedition und die Arbeit von Präparatoren. Die Geschichte des Museums für Naturkunde Berlin wurde von Elizabeth Price in einer Installation veranschaulicht.

 

Wo: Museum für Naturkunde Berlin, Invalidenstraße 43, 10115 Berlin
Wann: 29.01.2018
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Kuratorenführung: Preis der Nationalgalerie 2017

Im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin führt die freie Kuratorin Dorothée Brill durch die Shortlist-Ausstellung mit den Arbeiten der 2017 für den Preis nominierten Künstlerinnen Sol Calero, Iman Issa, Jumana Manna und Agnieszka Polska. Die Ausstellung, über die wir bereits berichtet haben, ist für jeden Liebhaber der Gegenwartskunst ein Muss. Mit farbenfrohen und puristischen Werken machen die Künstlerinnen auf Gesellschaftsprobleme, wie Korruption oder die globale Erderwärmung, aufmerksam.

 

Wo: Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, Invalidenstraße 50-51, 10557 Berlin
Wann: 13.01.2018
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Planetarium: Himmelsspaziergang

Das Planetarium Berlin lädt zu einer Entdeckungsreise des Nachthimmels ein. Besucher erfahren, was hinter den fernen Lichtpünktchen steckt, die nachts den Himmel erleuchten. Das Wandern zwischen Galaxien und Nebel wird von leiser Musik und Geschichten über Sternbilder begleitet. Die “Himmelspaziergänge” unterscheiden sich voneinander, da jede Nacht etwas anderes am Himmel zu sehen ist.   


Wo: Planetarium am Insulaner / Wilhelm-Foerster-Sternwarte, Berlin

Wann: 05.01.2018

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Cabaret: Across the Middle, Past the East

Das Cabaret “Across the Middle, Past the East” begeistert seine Zuschauer mit Musik, Glamour und schwarzem Humor. Ein temporäres Kollektiv aus Künstlerinnen mit Wurzeln im östlichen Mittelmeerraum setzt sich mit ihrer komplex geteilten Herkunftsregion auseinander. Sie stellen sich unter anderem die Frage, wie man Denken entnationalisieren kann, ohne kulturelle Identitäten aufzugeben. Die Künstlerinnen wollen, dass jeder Ort auf der Welt für jeden ein Zuhause werden kann, für das man sich nicht verändern muss.


Wo: Sophiensaele, Sophienstraße 18, 10178 Berlin
Wann: 25. – 28.01.2018  
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Sand Malerei Show: Geschichte der Mauer

Im Zentrum der neuen Sand Malerei Show im Sandtheater des Admiralspalast Berlin steht eine Epoche der deutschen Geschichte, die ein ganzes Land bewegt hat. Sandartisten erschaffen eine beeindruckende Zeitreise mit sich ständig verändernden Sandbildern. Es geht dabei um die Errichtung der Mauer 1961, die Jahre der Trennung und den langersehnten Fall der Mauer 1989 bis zum Leben im heutigen, wiedervereinten Berlin.

 


Wo: Sandtheater im Admiralspalast Berlin, Admiralspalast Friedrichstrasse 101, 10117 Berlin

Wann: bis 27.01.2018
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Eröffnung: „Berliner Schatzhäuser. 150 Jahre Kunstgewerbemuseum“

Das Kunstgewerbemuseum feiert sein 150-jähriges Bestehen. Aus diesem Grund beleuchtet eine Ausstellung die Geschichte der Sammlung an ihren verschiedenen historischen Standorten. Sieben Schautafeln und eine Reihe museumsgeschichtlich bedeutender Kunstweke skizzieren die Grundzüge dieser langen Entwicklung. Zusätzlich wird deutlich, wie sich die Aufgaben des Kunstgewerbemuseums gewandelt haben.


Wo: Kunstgewerbemuseum, Matthäikirchplatz, 10785 Berlin
Wann: 11.01.2018
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Vernissage: Katrin Bäcker – Entführungen

Die Malerin Katrin Bäcker aus Berlin erschafft in ihren Kunstwerken Begegnungen an der fließenden Grenze zwischen Zivilisation, Wildnis, Kultur und Natur. Stadtbewohner werden regelrecht entführt und in Landschaften versetzt, die nicht von Menschen geprägt worden sind. Andersherum finden sich Affen aus der Wildnis in menschlichen Lebensräumen wieder, wo sie den Projektionen und dem Erkenntnisdrang der Menschen ausgesetzt sind.


Wo: WerkStadt, Emser Str, 124, 12051 Berlin
Wann: 13.01.2018
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Komische Oper Berlin: Die Zauberflöte

Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart begeistert nicht nur Berlin, sondern auch Los Angeles, Minneapolis, das Reich der Mitte (Shanghai, Xiamen und Guangzhou) und nicht zuletzt Warschau. Vor allem die Mischung aus Filmanimation und live agierenden Sängern macht die Oper zu einem unvergesslichen Erlebnis. Tiefsinnigkeit trifft auf augenzwinkernden Humor, der Groß und Klein verzaubert.


Wo: Komische Oper Berlin, Behrenstraße 55-57, 10117 Berlin
Wann: 05.01.2018
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Computerbildschirm Computersprache zum Artikelthema HAU Berlin: “Endgame” Review

HAU Berlin:
“Endgame” Review

Ist es gerechtfertigt, im Namen der Demokratie zu unlauteren Mitteln zu greifen? Das partizipative Theaterstück “Endgame” im HAU Berlin von machina eX wirft diese ethisch-moralische Frage bei seinen Zuschauern auf. Wir haben die Vorstellung besucht und berichten euch in diesem Artikel darüber.

 

Start-Up gegen Rechte

In dem Game-Theater “Endgame” von machina eX im HAU Berlin bekämpft ein Start-Up eine neurechte Bewegung mit dem Ziel, die Demokratie zu verteidigen. Weil die Bewegung sich mit zeitgemäßen Marketingstrategien auskennt, gewinnt sie immer mehr Anhänger dazu. Die Gründer des Unternehmens fühlen sich sowohl von der Politik als auch von dem Rechtssystem im Stich gelassen. Im Kampf gegen die Rechten haben sie sich ein 30-köpfiges Team zusammengestellt. Diese Rolle übernimmt das Publikum im Rahmen des interaktiven Theaters. Der Auftrag besteht in der Recherche von potenziellen rechten Mitgliedern in sozialen Netzwerken. Im besten Fall führt die Informationssuche nicht nur zu Beweisen für eine Anzeige, sondern schwächt auch die gesamte Bewegung.

 

Partizipatives Theater

Von Anfang an werden die Zuschauer in das Theaterstück integriert. Zu Beginn findet eine Aufteilung des Publikums in drei Gruppen statt. Jede Gruppe wird danach einem Teamleiter zugeteilt. Diese feuern ihre Mitglieder derart intensiv an, dass man das Gefühl bekommt man sei in einer religiösen Sekte. Die Teams müssen am Computer kleine spielerische Aufgaben lösen. Dazu gehört beispielsweise das Herausfinden von Identitäten der Bewegung, deren Geräte zu hacken um Informationen zu bekommen und die anschließende Kontaktaufnahme mit der Zielperson. Am Anfang waren die Spiele noch unterhaltsam aber spätestens nach dem dritten Aufgabe haben sie ihren Reiz verloren. Die wirklich gute schauspielerische Leistung der Darsteller ist dadurch leider in den Hintergrund geraten.

 

Begehbares Computerspiel

Machina eX besteht aus Anna Fries, Clara Ehrenwerth, Lasse Marburg, Mathias Prinz, Philip Steimel, Robin Hädicke und Yves Regenass. Seit 2010 arbeiten sie an der Kombination aus Theater und Computerspiel. Das Medientheaterkollektiv ist aus kulturwissenschaftlichen Studiengängen der Universität Hildesheim hervorgegangen. Bei dem partizipativem Game-Theater werden moderne Technologien mit Mitteln des klassischen Illusionstheaters verbunden. Auf diese spannende Weise entstehen spielbare Theaterstücke und begehbare Computerspiele. “Endgame” überzeugt nicht nur mit politischer Aktualität, sondern beleuchtet auch die dunklen Kampfzonen des Internets. Ganz anders als gewohnt nutzten die vermeintlich “Guten” die Anonymität in sozialen Netzwerken aus, um ihre Ziele zu erreichen. Wir finden: Ein neues, modernes Format mit viel Potential!

 

Hier gibt es weitere Informationen

 

 

blauer Himmel eingeschneite Tannen und Bäume zum Artikelthema Dezember: Top 10 Events in Berlin

Dezember:
Top 10 Events in Berlin

Was bringt einen mehr in winterliche Weihnachtsstimmung als heißer Glühwein, zarte Lebkuchen und ein abendlicher Spaziergang über den Weihnachtsmarkt? Auch die folgenden zehn Events in Berlin versüßen uns die Zeit bis zum Heiligabend und sind eine tolle Gelegenheit, besondere Weihnachtsgeschenke für die Liebsten zu besorgen.    

 

Weihnachtliche Events in Berlin

Opening Mise-en-scène: architektonische Portraits

 

In der Ausstellung „mise-en-scène – architektonische Portraits” werden ikonische Werke der Moderne neu interpretiert. Der Künstler Peter Welz stellt nicht nur seine Videos vor, sondern hat auch David Maljkovic und Christopher Roth dazu eingeladen, ihre Film- und Videoarbeiten zu zeigen. Die Ausstellung findet im Deutschen Architektur Zentrum DAZ in Berlin statt.

 

Wo: DAZ, Köpenicker Str. 48-49, 10179 Berlin

Wann: 01.12.2017  

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Merry Markthalle

 

Wer auch findet, dass Weihnachten viel zu schnell vorbeigeht, kommt im Dezember auf seine Kosten! Jeden Freitag und Samstag wird der Wochenmarkt der Markthalle Neun zum Weihnachtsmarkt und bringt uns in Festtagsstimmung. Zu kaufen gibt es handwerkliche Produkte aus kleinen, jungen Manufakturen – lokal und aus der ganzen Welt. Weitere Highlights sind die Weihnachtsbackstube, der Markthallen-Adventskalender und die DIY-Geschenke-Packstation. Für die musikalische Untermalung sorgen Chöre aus dem Kiez.

 

Wo: Markthalle Neun, Eisenbahnstraße 42/43, 10997 Berlin

Wann: 01.-23.12.2017

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8 Femmes    

 

Dieses Event ist für alle Französisch-Fans unter euch. In der Aufführung “8 Femmes” geht es um die brutale Ermordung eines Hausherren kurz vor Weihnachten. Abwechselnd kommen Zeuginnen, Richterinnen, Angeklagte und Opfer zu Wort. Wer ist der Täter und warum hat er diesen Mord begangen? Wer Antworten auf diese Fragen will, sollte sich auf dem Weg in das Institut français Berlin machen.

 

Wo: Institut français Berlin, Kurfürstendamm 211, 10719 Berlin

Wann: 02.-03.12.2017

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Naschmarkt am 1. Advent

 

Und nochmal hat es die Markthalle Neun in die Liste der “Top 10 Events im Dezember geschafft”. Am 1. Advent erwartet uns eine süße Vielfalt aus Berlin und Brandenburg. Der Nikolausstiefel und die Adventstafel können mit Plätzchen, Lebkuchen, Dominosteinen, Pralinen, Schokoladen und Kuchen prall gefüllt werden. Im Naschlabor und der Kekswerkstatt wird sich alles rund um das Thema “Zimt” drehen. Um 13 Uhr wird das beste Naschwerk des Jahres 2017 mit der “Süßen Schnecke” von einer prominenten Jury ausgezeichnet.

 

Wo: Markthalle Neun, Eisenbahnstraße 42/43, 10997 Berlin
Wann: 03.12.2017

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Die Liebe zur Malerei

 

Wen interessiert im 21. Jahrhundert, dem Zeitalter der Digitalisierung, noch Malerei? Auf jeden Fall Isabelle Graw, die ihr neues Buch “Die Liebe zur Malerei: Genealogie einer Sonderstellung” im Dezember veröffentlicht. Im Museum der Gegenwart kann man kostenlos an einer Lesung und einer anschließenden Podiumsdiskussion teilnehmen. Neben Isabelle Graw werden auch die Malerin Jutta Koether und die Theoretikerin Kerstin Stakemeier anwesend sein.

 

Wo: Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, Invalidenstraße 50-51, 10557 Berlin

Wann: 02.12.2017

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The Green Market Berlin: Winter Edition 2017

 

Im Dezember gibt es Weihnachtsmärkte soweit das Auge reicht. Was es bisher aber nicht gab, ist ein veganer Lifestyle Markt in der “Winter Edition 2017”. Direkt an der Spree kann nachhaltig geshoppt, geschlemmt und gestöbert werden. Besonders vielversprechend klingen Leckereien wie Indian Masala Chai-Tee, Spekulatius-Creme-Cupcakes und Ingwer Donuts. Wer kandiertes Obst und Schmalzkuchen nicht mehr sehen kann, ist hier genau richtig.   

 

Wo: Funkhaus Berlin, Nalepastraße 18, 12459 Berlin

Wann: 16.-17.12..2017

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Christmas Garden 2017

 

Über den Christmas Garden 2017 haben wir zwar schon berichtet, aber in dieser weihnachtlich inspirierten Hitliste darf er auf keinen Fall fehlen. Euch erwartet eine einzigartig gestaltete Welt aus winterlichem Licht und Zauber. Die funkelnde 100-jährige Hängebuche, die leuchtende Wunschbrücke und der schimmernde Schneeflockenteich sind nur drei von 30 Highlights, auf die sich Besucher freuen können.  

 

Wo: Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin, Königin-Luise-Straße 6-8, 14195 Berlin

Wann: 16.11.2017-07.01.2018

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MoKuzuMimi: Nikolaus-Vernissage

 

Am Nikolaustag erwartet euch in den Gerichtshöfen Weddings eine Verkaufsvernissage. Künstler verkaufen dort ihre kleinformatigen Werke in transparenten Tüten für maximal 100 Euro.  Außerdem gibt es Glühwein, Knabbereien und musikalische Einlagen. Der Nikolaus stattet der Veranstaltung höchstpersönlich einen Besuch ab. Weil der Eintritt frei ist, bleibt mehr Geld zum Kunstshoppen.

 

Wo: Gerichtshöfe, Gerichtstr. 12/13, 13357 Berlin

Wann: 06.12.2017

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Dänischer/Skandinavischer Weihnachtsmarkt

 

Die Kirche der dänischen Gemeinde in Berlin verwandelt sich für zwei Tage in einen Weihnachtsmarkt. Mehr als 100 Freiwillige sorgen für skandinavische Vielfalt mit köstlichen, dänischen Speisen. Unter anderem wird es das weltberühmte smørrebrød, klejner (kleines Gebäck) und Ris a’la mande (eine Art Milchreis) geben – alles natürlich hausgemacht. Glühwein-Liebhaber kommen selbstverständlich auch auf ihre Kosten.

 

Wo: Brienner Straße 12, 10713 Berlin

Wann: 02.-03.12.2017

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Der kleine Prinz im Admiralspalast Berlin


In “Der kleine Prinz” werden die Elemente Schauspiel, Film, Puppenspiel und Live-Musik zu einer einzigartigen Vorstellung kombiniert. Über 100.000 Zuschauer haben sich das Theaterstück bereits angesehen. Faszinierende Ganzkörper-Puppen und die, live gespielte, arabisch-orientalische Musik machen die Inszenierung unvergesslich. Zwei Euro jeder verkauften Karte kommen dem Wassergewinnungsprojekt von UNICEF im Sudan zugute.

 

Wo: Admiralspalast Berlin, Friedrichstraße 101, 10117 Berlin

Wann: 21.12.2018-14.01.2018

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Pussy Riot (Nadya Tolokonnikova)

Inside Pussy Riot:
Eine Theater-Revolution?

Die Saatchi Gallery zelebriert Hundert Jahre russische Revolution mit einem Theaterstück der besonderen Art. In „Inside Pussy Riot“ macht die russische Polit-Punk-Band dem Publikum ihre Geschichte hautnah erlebbar. Menschenrechte und Meinungsfreiheit sind die zentralen Themen, für die das Projekt eintritt. Gestartet haben die Initiatoren mit einer Crowdfunding-Kampagne. Nun wird das Konzept zur Realität: Denn heute ist der Auftakt für das immersive Theaterstück in der Saatchi Gallery. Den Projektinitiatoren stellt sich nur noch eine Frage: “Would you sacrifice everything for the sake of a punk prayer for a liberal world?”

Die nackte Wahrheit miterleben

Pussy Riot ist eine künstlerisch-rebellische Punk-Gruppe aus Moskau. Neben der Kirche kritisieren sie mit ihren Aktionen vor allem die russische Politik, Präsident Wladimir Putin und den Umgang mit Sexualität und Menschenrechten. Weltweite Aufmerksamkeit erhielt die Band durch ihren inszenierten Auftritt in der Moskauer Christ-Erlöser-Kirche im Jahr 2012. Die interaktive Darstellung „Inside Pussy Riot“ entstand in Zusammenarbeit mit der Theatergruppe Les Enfants Terribles und entführt uns in eine Welt zwischen Gefängniszellen und nackten Tatsachen. Über die wissenswerten Details berichteten wir bereits. Das Publikum ist nicht nur live dabei, sondern mittendrin – eine ungewöhnliche, vielleicht sogar revolutionäre Darstellungsweise?

 

Nadya Tolokonnikova, politische Aktivistin und Pussy Riot Mitglied, kommentiert das Projekt mit einem demokratischem Appell:

 

„Inside Pussy Riot shows you what prison, prosecution of political activists and police oppression looks like. It also reminds you what democracy, on the contrary, looks like. And when I say ‘democracy’, I mean real democracy, which is about direct participation of citizens. Inside Pussy Riot plunges you into the totality of an authoritarian system – if you do not choose real democracy and participation, authoritarianism chooses you.“

 

Inside Pussy Riot 

14. November – 24. Dezember 2017

Saatchi Gallery London

 

Members of the radical feminist punk group ‘Pussy Riot’ stage a protest against Vladimir Putin’s policies at the so-called Lobnoye Mesto (Forehead Place), long before used for announcing Russian tsars’ decrees and occasionally for carrying out public executions, in Red Square in Moscow.

 

70 Jahre
Komische Oper Berlin

Wie die Zeit vergeht! Die Komische Oper Berlin feiert mit einer Online Ausstellung ihr 70-jähriges Bestehen. Seit 1947 begeistert das Moderne Theater seine Zuschauer mit avantgardistischen Interpretationen von Opern, Tanzshows, Musicals und Vorträgen. Für die Macher der Online Ausstellung ist dieses Jubiläum aber nicht nur ein Blick in die Vergangenheit sondern vor allem ein Blick in die Zukunft.

 

Die Komische Oper Berlin blickt zurück

Die Komische Oper steht für allem für eins: echte Musiktheatertradition. Trotzdem ist es den Initiatoren der Institution ein wichtiges Anliegen, Tradition mit Zukunftsfähigkeit und Aktualität zu verbinden. Aus diesem Grund funktioniert die digitale Ausstellung “70 Jahre Zukunft Musiktheater” als ein Zusammenspiel zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Alte Exponate werden im Internet veröffentlicht, sodass Menschen auf der ganzen Welt sie sehen können. Es gibt verschiedene digitale Räume, wie beispielsweise die Künstlergarderobe, die Bühne oder das Foyer, die Interessierte zum Durchstöbern einlädt.   

 

Einmal um die ganze Welt

In 70 Jahren ist die Komische Oper Berlin bereits in über 70 Städten und 33 Ländern aufgetreten. Mit der digitalen Weltkarte kann man sehen, wo genau die einzelnen Aufführungen stattgefunden haben. Die Künstlerinnen und Künstler führten bereits Schwanensee in Sydney, Ritter Blaubart in Budapest und die Zauberflöte in Peking auf. Seit der Gründung der Oper hat sich einiges verändert. Wie Plakate von damaligen Aufführungen aussahen, zeigt der digitale Raum “Schaukasten”. Dort kann man sich von traditionellem Theaterflair inspirieren lassen. Genauso wie mit Videozusammenschnitten aus früheren Inszenierungen unter dem Bereich “Bühne”.

 

Auf weitere 70 Jahre Komische Oper Berlin  

Die Slideshow, in der frühere Bilder des Theaters und das heutigen Gebäude nebeneinander gestellt werden, versetzt den Betrachter in Nostalgie. Ein bewegliches Namenskarussell gibt Aufschluss darüber, wer alles in der Komischen Oper gesungen, dirigiert und inszeniert hat. Der Kommentarbereich, in dem Zuschauer ihre Glückwünsche zum 70-jährigen Bestehen posten können, verleiht der Online Ausstellung eine persönliche Note. Die komische Oper ist bereits ein wichtiges Kulturgut in Berlin und die innovative Angehensweise aller Mitwirkenden ist ein Garant für ein erfolgreiches Bestehen in der Zukunft.

 

 

Hier geht’s zur Online Ausstellung

 

Titelbild: @Gunnar Geller

 

Top 10 Berlin Events
im November

Wir bewegen uns immer schneller auf die kalte Jahreszeit zu. Umso schöner ist es, sich (warme) Theateraufführungen, Kunstausstellungen oder Festivals anzusehen. Der November hat in Sachen Berlin Events nämlich einiges zu bieten: Egal ob Nachtflohmarkt, Märchenstunde oder Museumsbesuch im Dunkeln – hier werdet ihr sicher fündig!

 

Märchenhaftes Schauspiel: Berliner Märchentage

Die diesjährigen Berliner Märchentage verzaubern uns unter dem Motto “Die Liebe ist eine Himmelsmacht” mit Geschichten, die sich mit Liebe und Hass auseinandersetzen. Sie sollen verdeutlichen, dass vor allem das Thema Liebe in Zeiten von Völkerwanderungen, Unruhen und kriegerischen Auseinandersetzungen unverzichtbar ist. Die Märchen werden in Bibliotheken, Buchhandlungen, Schulen und vielen weiteren Orten stattfinden.

 

Wo: verschiedene Orte in Berlin

Wann: 09. – 26.11.2017

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3 Tage Kunst: Messe für Gegenwartskunst

Wie der Name der Messe schon verrät, stellen professionelle Künstlerinnen und Künstler, die im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf leben und arbeiten, für drei Tage ihre Werke aus. Dafür wurden 28 Kunstschaffende von einer unabhängigen Fachjury ausgewählt. Die Veranstaltung findet in der Kommunalen Galerie Berlin statt. Die Genres der Werke reichen von Fotografie über Druckgrafik bis zu Malerei. Der Eintritt ist frei.

 

Wo: Kommunale Galerie Berlin, Hohenzollerndamm 176, 10613 Berlin

Wann: 03.-05.11.2017

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Schöneberger Art 2017 Galerierundgang & offene Ateliers

Dieses Jahr feiert der Galerierundgang und die zugehörigen offenen Ateliers ihr 10-jähriges Jubiläum mit 78 Künstlerinnen und Künstlern und 15 Galerien. Das Kunst-Event wurde 2008 mit dem Ziel gegründet, die Vielfalt und die Professionalität der Künstler in Schöneberg zu stärken. Gleichzeitig sollte die Kunst einem breiten Publikum nahe gebracht werden. Tatsächlich steigen jedes Jahr die Besucherzahlen und der Rundgang erfreut sich einer immer größer werdenden Bekanntheit.

Wo: Grunewaldstraße 79, 10823 Berlin

Wann: 04.-05.11.2017

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Schnäppchen jagen bei Nacht: Yaam Nachtflohmarkt 

Shoppen, Tanzen, Schlemmen: das alles bietet der Yaam Nachtflohmarkt. Bei Mondschein kann alles ge- und verkauft werden, was sonst in Kellern oder Dachböden verstaubt. Außerdem erwarten einen verborgene Musikschätze aus der Perlentruhe und kulinarische Köstlichkeiten aus Brasilien oder der Karibik. Besonderes Highlight: die anschließende Aftershowparty!

 

Wo: An der Schillingbrücke 3, 10243 Berlin

Wann: 10.-11.11.2017

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LOST WORDS – Installation in der Nikolaikirche

Das Innere der Nikolaikirche wird dank der Rauminstallation von Künstlerin Chiharu Shiota in einen neuen Assoziations- und Denkraum verwandelt. Anlass des Events ist das 500-jährige Jubiläum der Reformation, zu deren Zentren auch die Berliner Nikolaikirche zählte. Schwarze Fäden, in die Bibelseiten in verschiedenen Sprachen eingewoben sind, symbolisieren die globale Verflochtenheit der Reformation und der biblischen Botschaft. Shiota spricht mit LOST WORDS aktuelle Debatten um Migration und Integration an.

 

Wo: Nikolaikirchplatz 1, 10178 Berlin

Wann: 18.10-19.11.2017

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Insekten auf Leichen: Dr. Mark Benecke

Halloween ist dann zwar schon vorbei, aber wer sich weiter gruseln möchte, ist bei diesem Event genau richtig. Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke widmet sich skurrilen Fragen über die Existenz von den unterschiedlichsten Kriechtieren an Tatorten und wie diese dabei helfen können, Mörder zu entlarven. Ein spannender Einblick in das Leben eines Kriminalbiologen, dessen Job nicht der Tod sondern das Leben nach dem Tod ist.

 

Wo: Huxleys Neue Welt, Hasenheide 107, 10967 Berlin

Wann: 17.11.2017

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Eröffnung: Ausstellung 2017 Sony World Photography Awards

Einer der größten Fotowettbewerbe der Welt bietet Besuchern zum dritten Mal eine unfassbare Vielfalt an Fotografien, die zum Lachen oder auch zum Nachdenken anregen. Egal ob ruhige Landschaftsbilder aus abgelegenen Regionen der Welt oder Fotoserien über das Leben von Sexarbeiterinnen in Indien – Diese Ausstellung ist für Fotografie Liebhaber ein Muss.

 

Wo: Willy-Brandt-Haus, Wilhelmstraße 140, 10963 Berlin

Wann: 07.11.2017

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Taschenlampenführung für Erwachsene

Als ob ein 13 Meter großes Dinosaurierskelett nicht schon bei Tag furchteinflößend genug wäre, gibt’s das ganze jetzt auch im Dunkeln. Das Museum für Naturkunde Berlin lädt zu einer nächtlichen Tour durch die dunklen Museumsräume und die wissenschaftlichen Sammlungen ein. Teilnehmer können das Museum dabei auf eine ganz neue Weise erleben. Taschenlampe nicht vergessen!

 

Wo: Museum für Naturkunde Berlin, Invalidenstraße 43, 10115 Berlin  

Wann: 04.11.2017

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interfilm Festival: Eject XX

Das kurioseste Filmfest des Jahres, oder auch Allerzeiten, findet erneut auf der Berliner Volksbühne statt. Während die Teilnehmer versuchen sich gegenseitig mit den verrücktesten Einreichungen zu übertrumpfen, hat am Ende allein das Publikum in der Hand wer den Sieg mit nach Hause nimmt.

 

Wo: Volksbühne Berlin, Rosa-Luxemburg-Platz, 10178 Berlin

Wann: 24.11.2017

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Call for Performers Luftartistik Gala

Am 11. November führen Artisten eine atemberaubende Show in luftiger Höhe im Rahmen der Luftartistik Festspiele Berlin vor. Wer nicht nur zugucken sondern auch mitmachen will: Es werden regelmäßig Workshops angeboten, in denen man in die Welt der Luftartistik hineinschnuppern kann.   

 

Wo: Pfefferberg Theater, Schönhauser Allee 176/Haus 15, 10119 Berlin

Wann: 11.11.2017

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Ed Atkins Installation

Old Food von Ed Atkins:
Über Digitalträume & Wirklichkeitsabzocke

Schauen wird in Kapital konvertiert. Youtube vergütet tausend Views mit etwa einem Dollar – im Fernsehen liegt der Wert viel höher. Die Schlingranken des Marketings wuchern via Mail, Tracking, setzen Cookies, streuen Krümel wie Hänsel und Gretel, um dir zu folgen. Atkins’ Ausstellung ist der Köder, dich in den Museumskörper zu locken, mit seinen Sälen, Magen und Verdauungstrakt, deren Wände dich still durchkneten, Laser, die dich wie Zilien forttragen und einfangen – Zitat Ende. 

Mit diesen Worten werden die Besucher der heute begonnenen Ausstellung „Old Food“ von Ed Atkins  im Martin-Gropius-Bau begrüßt. Und tatsächlich: Der Künstler schafft es, den Betrachter mit seiner bildgewaltigen Installation emotional einzufangen, nur um ihm anschließend gerade dadurch wieder ein mumliges Gefühl einzuverleiben.

Ed Atkins und seine spezifische Videoästhetik

Der gebürtige Brite lebt momentan in Berlin und ist mit seinen experimentellen, computergenerierten Filmen, Animationen und Bildwelten ein Star in der jungen Kunstszene. Atkins beschäftigt sich mit der Allgegenwärtigkeit digitaler Medien. Bekannt wurde er durch Videoinstallationen mit CGI-Avataren. Diese animierte er mittels Motion-Capture-Technik und versah sie mit der Stimme des Künstlers.

Old Food: Digital einbalsamiertes Gammel-Essen?

© Ed Atkins, “Old Food”, 2017, Installation view, Martin-Gropius-Bau, Berlin, Photo: Mark Blower. Courtesy the artist, Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin, Cabinet Gallery, London, Gavin Brown’s Enterprise, New York, Rome and dépendance, Brussels

Für den Martin-Gropius-Bau und das Programm Immersion kreierte der Künstler nun seine bisher größte Installation: „Old Food“ . Wer jetzt denkt es gehe dabei um vergammeltes Essen, der irrt. Vielmehr erforscht der Künstler weiterhin die neuen Medien und versetzt den Betrachter in Gemütlsagen zwischen Verträumtheit  und Desillusionierung, Ekel und Nüchternheit. 

Museumsräume erzeugen bizarre Gefühlswelten

© Ed Atkins, “Old Food”, 2017, Installation view, Martin-Gropius-Bau, Berlin, Photo: Mark Blower. Courtesy the artist, Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin, Cabinet Gallery, London, Gavin Brown’s Enterprise, New York, Rome and dépendance, Brussels

Die Ausstellungsräume umgibt hingegen sehr wohl eine bizarre  Stimmung. Größeren und kleineren Videoinstallationen stehen jeweils zahlreiche Kostüme aus dem Fundus der Deutschen Oper Berlin gegenüber: Von  Don Carlos bis hin zu Aida. Das können die Besucher übrigens vom ersten Augenblick und vom ersten Raum an „riechen“. Viel seltsamer mag es für die Betrachter jedoch sein, auf Bildwelten zu treffen, die zunächst sehr idyllisch anmuten. Da steht ein Klavier inmitten einer grünen Blumenwiese, in einer Berghütte knistert der Kamin vor sich hin und es blicken einen altertümliche Wesen und niedliche Kinderaugen an.

© Ed Atkins, “Old Food”, 2017, Installation view, Martin-Gropius-Bau, Berlin, Photo: Mark Blower. Courtesy the artist, Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin, Cabinet Gallery, London, Gavin Brown’s Enterprise, New York, Rome and dépendance, Brussels

Doch nun kommt es: Die Figuren weinen, wirken verzweifelt, ihre Haut scheint sich zu verflüssigen. Auf dem Klavier spielt eine Hand, die sich durch diverse Plessuren von der sich im Instrument spiegelenden Natur abhebt. Seine Figuren sind in einer ewig langen Leidensgeschichte gefangen – ohne Anfang, Spannungsbögen und ohne Ende. Zugleich verwirrt die akustische Komponente: Es erklingen Kompositionen von Jörg Frey, die so gar nicht den klassischen Harmonien entsprechen. Die Disharmonien in Dauerschleife tragen ebenfalls dazu bei, dass die scheinbare Idylle aufgehoben wird. Den Besuchern überkommt ein ähnlich unwohles Gefühl wie bei der Betrachtung von verschimmeltem Essen. Nur mit dem Zusatz, dass sie sich ihrer eigenen Rolle in den neuen Medien und einer kommerzialisierten Welt bewusst werden. 

Ed Atkins möchte genau dies mit seiner Installation zeigen. Er erzeugt künstliche Digital-Romantik, um sie im nächsten Moment wieder zu zerstören. Dabei bezieht er sich auf die Hoffnungen, die in die CGI-Technik gelegt werden. Mit ihrer Hilfe sollen unsere Träume „real“ werden. Täuschend echte Figuren wirken dann aber doch wieder deratig aalglatt, dass sie ihre Wirkung selbst aufheben. Der ultimative Burger und die perfekte Bikini-Figur: Mit der Realität haben schmackhaft kreierte Photoshop-Werbebilder oft wenig zutun. Ed Atkins entblößt das Streben nach Perfektionismus, indem er der digital erzeugten Romantik auf bizarre Weise die Romantik nimmt (die sie ja eigentlich nie war).

Die Ausstellung läuft noch bis zum 07. Januar 2018.

Titelbild: @Ed Atkins, “Old Food”, 2017, Installation view, Martin-Gropius-Bau, Berlin, Photo: Mark Blower. Courtesy the artist, Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin, Cabinet Gallery, London, Gavin Brown’s Enterprise, New York, Rome and dépendance, Brussels