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Schaufenster aus Harry Potter mit Daily Prophet Zeitungen und Bildern die sich bewegen

It’s magic:
Eine interaktive Zeitung à la Harry Potter

Auf der Titelseite des Tagespropheten – der größten und bedeutendsten Tageszeitung in der Magischen Welt – könnte heute folgende Schlagzeile pranken: “Die Geschichte von Harry Potter, unsere Geschichte, wird 20 Jahre alt!” – Hierzu natürlich ein Titelbild, das sich bewegt.

20 Jahre Harry Potter – Happy Birthday!

Denn am 26. Juni 1997 erschien der erste Harry Potter Band, mit welchem sich die Erfolgsautorin J.K. Rowling in die Herzen ihrer Leser zauberte. Der Fankult um den kleinen Zauberer ist bis heute nicht erloschen. Mittlerweile gibt es sogar schon ein Spin-Off der Potter-Abenteuer. J.K. Rowling hat eine faszinierende und bis ins kleinste Detail magische Welt erschaffen, in der nichts unmöglich scheint: vom fliegenden Trabbi bis zum Unsichtbarkeitsumhang, einem Liebestrank oder lebendigen Gemälden, die auf ihre Betrachter reagieren, ist alles dabei. Auch die Bilder des Tagespropheten, der Zeitung für Zauberer schlechthin, bewegen sich. Ähnlich wie GIF’s, kleine Videos in Dauerschleife, sind sie fester Bestandteil der haptischen Seiten. So schreit dem Leser beispielsweise Harrys Patenonkel Sirius aus dem Gefängnis von Askaban entgegen. Bilder, die nicht nur einen, sondern mehrere Momente festhalten, Gemälde, die mit dem Leser sogar interagieren – das ist Magie!

Next Generation Paper – gedruckte Bilder bewegen sich

Oder doch nicht? Eine Zeitung à la Harry Potter könnte tatsächlich auch in unserer Welt bald Realität werden. An der University of Surrey erforscht und bearbeitet Professor David Frohlich aktuell eine interaktive Zeitung, genauer gesagt ein “next generation paper”. Für dieses Projekt wurden ihm vom Research Council’s UK Digital Programme finanzielle Mittel in Höhe von 1.5 Millionen US-Dollar bereit gestellt. Viel Geld – doch die Bedeutsamkeit des Experimentierfeldes schwebt in ähnlichen Dimensionen.

Denn diese neue Form der Zeitung, der haptischen Seite im Allgemeinen, soll eine Brücke zwischen der physischen und digitalen Welt schlagen. Dabei geht es nicht nur um Zeitungen: auch Bücher, Poster oder allgemeine Dokumente und Bilder können digital verbunden werden. Bisher ist eine Verbindung von Gedrucktem und Digitalem via QR-Codes möglich. Werden diese mit dem Smartphone gescannt, so werden dem Nutzer online zusätzliche Informationen bereitgestellt. Das next generation paper soll Verknüpfungen zu sämtlichen Medien, wie TV, Smartphone, Tablet und Computer ermöglichen. Doch das Projekt geht noch einen Schritt weiter: Es setzt sich zum Ziel, digitale Inhalte und Medien unmittelbar in die Haptik einer Seite zu integrieren. Denkbar sind Videoclips, die sich bei der Berührung der Seitenoberfläche automatisch starten oder Sound-Effekte beim Umblättern derselbigen. Und auch die Interaktion mit Abbildungen auf dem Papier ist, wie bei den Gemälden der Geschichte von Harry Potter, möglich. In der Theorie funktioniert das, indem sich die in einer haptischen Seiten gelegenen Sensoren über Hyperlinks mit einem sich in der Nähe befindlichen digitalen Gerät verbinden und so Informationen rückkoppeln. So könnten nicht nur zusätzliche themenrelevante Informationen vermittelt, sondern mehr Sinne denn je angesprochen werden – neue Konsum- und Erlebniswelten entstehen.

Eine digitale Revolution

Professor Frohlich gibt Aussicht auf eine mögliche Revolution unseres bisherigen Mediennutzungsverhaltens: „We plan to give the physical paper a whole new lease of digital life. Elements of interactive paper have been around in prototype form for some time, but we hope our research will help create a mass market next generation paper for the 21 century.“

Wird eine derartige Innovation Realität, so hätte dies nicht nur Einfluss auf das Leseverhalten von Printmedien, sondern auch auf unser alltägliches Leben: man denke beispielsweise an interaktive und lebendige Werbeplakate, Einkaufszettel, Briefsendungen, Pizzakartons, Geburtstagskarten, ja sogar Restaurant-Menüs.

Falls ihr die ganze Magie nicht abwarten könnt: Facebook hat sich für heute eine kleine Besonderheit ausgedacht. Wenn ihr in eurem Status Stichworte wie „Harry Potter”, „Gryffindor“, „Slytherin“, „Hufflepuff“ oder „Ravenclaw“ eingebt, so werden die Namen farbig dargestellt. Wenn ihr dann auch noch auf einen der Begriffe klickt, so erscheint ein Zauberstab, welcher bunte Magie versprüht. Nettes Gimmick, aber da geht doch noch mehr – wir hoffen auf ein next generation paper.

Auch wenn eigentlich die Technik dahinter steckt, so würden wir dennoch das Gefühl haben ein klein wenig unseren Alltag zu verzaubern. Drücken wir die Daumen, dass das Projekt auf Erfolgskurs geht!

Bild: @flickr, Carol Smith

Berlin Oberbaumbrücke, Spree und Fernsehturm bei Abenddämmerung

Berlin Challenge: 24 Stunden kostenlos

Als eine der wenigen Ur-Berlinerinnen, die auch tatsächlich noch in Berlin lebt, kenne ich die Stadt vermutlich nicht mal halb so gut, wie die unzähligen Touristen, die voller Elan jedes Eckchen meiner geliebten Hauptstadt erkunden. Darum habe ich es mir zur ultimativen Herausforderung gemacht, in 24 Stunden so viel wie möglich in meiner Stadt zu erleben, ohne dabei Geld auszugeben. Gesagt getan – mein Wecker klingelt Samstag bereits um 6 Uhr früh. Müde mache ich mich auf den Weg zum Kreuzberg im Viktoriapark, von wo aus ich überraschenderweise einen atemberaubenden Ausblick über Berlin habe. Zugegeben, ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal einen so schönen Start in den Tag hatte! Gut gelaunt schlendere ich weiter zum Wasserfall, der direkt vom Berg fließt. Ich bin jetzt schon völlig begeistert, was Berlin außerhalb meines gewohnten Kiezes zu bieten hat und mache mich euphorisch auf den Weg zum nächsten Highlight meiner Tour – dem David Bowie Haus. Hero´s  von Bowie hat definitiv meine Jugend geprägt und lässt mich nostalgisch wie ein alter Groupie seine Wohnung von außen betrachten. Schockverliebt in das Gefühl, welches dieses alte Haus bei mir auslöst, nehme ich mir fest vor nochmal herzukommen aber da ich heute gegen die Zeit spiele, mache ich mich schon wieder auf zur nächsten Sehenswürdigkeit. Mittlerweile ist es um neun Uhr, was an jedem anderen Samstag meine gewohnte Aufstehzeit wäre. Da die Daimler Contemporary Kunstausstellung erst gegen elf Uhr öffnet, entscheide ich mich spontan dazu, der Arminiusmarkthalle in Berlin Moabit einen Besuch abzustatten. Das imposante Bauwerk von Blankenstein und Lindemann zieht mich nicht nur aufgrund der Größe in seinen Bann, sondern vielmehr bin ich von der Idee begeistert, dass hier ein Ort für kulinarische und kulturelle Austauschmöglichkeiten geschaffen wurde. Mit einem frisch gebrühten Kaffee geht es weiter zum Potsdamer Platz, wo ich einen kurzen Blick in die aktuelle Ausstellung der Daimler Kunstaustellung werfe. Die dortige Kunst wechselt alle drei Monate und bietet Kunstinteressierten einen Einblick in immer neue Themenschwerpunkte. Bevor ich mir überlege, wohin es mich jetzt verschlägt, stelle ich fest, dass der halbe Tag bereits um ist und ich wahrscheinlich mehr von Berlin gesehen habe, als im vergangenen Jahr. Wahnsinn! Voller Elan mache ich mich auf zur Eastside Galerie, von wo aus ich einen Spaziergang entlang der Mauer, die parallel zur Spree verläuft, mache. Um mich vom ganzen Laufen ein wenig zu erholen, setze ich mich am Alexanderplatz in den 100er Bus und fahre bis zur Endstation am Zoo. Die rund 60-minütige Fahrt entlang der wichtigsten Sehenswürdigkeiten bietet eine super Alternative zu teuren Sightseeing-Touren. Da mein nächster Halt der Tränenpalast ist, fahre ich mit dem 100er Bus wieder zurück zur Friedrichstraße. Angekommen am Palast, schaue ich mir die rührende Dauerausstellung über die Grenzerfahrungen der Deutschen an und mir wird erst jetzt wieder bewusst, woher der Palast seinen Namen hat. Passend zur Stimmung besuche ich anschließend die nahegelegene Gedenkstätte der stillen Helden, bevor ich mich zum Volkspark Humboldthain aufmache. Dort angekommen, erwartet mich ein anstrengender Aufstieg aber der Blick vom Flakturm auf mein wunderschönes Berlin ist es wert. Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es direkt weiter zum Salsa Workshop im Red Ballon. Zwar muss ich sagen, dass der Tag mich ganz schön müde gemacht hat, jedoch habe ich noch immer so viel Adrenalin von meiner Überdosis Berlin, dass ich nach dem Workshop meinen Tag bei einem der vielen kostenlosen Open-Air-Festivals ausklingen lasse. Punkt sechs Uhr falle ich völlig erschöpft aber glücklich ins Bett. Am nächsten Morgen stelle ich fest, dass ich verliebt bin – verliebt in meine alte und neue Heimat Berlin.

Bild: pixabay.

Mikrofon in der Hand gehalten

Geliehene Musik – geliehener Geschmack?

Musikalisches Konsumverhalten erfährt seit der Einführung und Etablierung des Musikstreamings einen drastischen Wandel. Unterschiedlichste Anbieter erschließen sich einen komplett neuen Markt und haben den Genuss von „gemieteter“ Musik nicht nur einfacher, sondern auch salonfähig gemacht. Über das Internet bietet sich eine fast unerschöpfliche Quelle an Künstlern, Alben und Genres, auf die jederzeit, überall und kostengünstig zugegriffen werden kann. Doch wie weit berührt und formt ein derartiges Konsumieren den individuellen Musikgeschmack?

Musikstreaming – ein Freiheitsgewinn?

Befürworter des Streamings sehen in dieser Art des Musikgenusses ganz klar einen immensen Vorteil. Durch den Zugriff auf einen derartig umfangreichen Pool an musikalischen Werken schaltet sich das Phänomen der Knappheit aus. Wo früher noch Plattenfirmen bestimmten, was auf dem Markt veröffentlicht wird oder Tonträger unbekannter Künstler als Raritäten gehandelt wurden, gibt es heute kaum noch Einschränkungen. Musik ist für jeden Nutzer gleichermaßen und unerschöpflich verfügbar und kann verschwenderischer denn je genossen werden. Beim Stöbern bekommen so auch unbekanntere und auf den ersten Blick vielleicht uninteressante Künstler eine Chance, in das persönliche Musikrepertoire zu gelangen. Im Gegenzug wird Musik, die den individuellen Geschmack nicht trifft schneller aussortiert und der eigene Stil Stück für Stück pointiert. Auch dem Bedarf nach dem Austausch untereinander kommen die Streamingdienste nach. Durch die Vernetzung der Nutzer untereinander bildet sich eine interessante Community zur kritischen Diskussion. Empfehlungen können hier direkt ausgetestet werden und eine kryptische Beschreibung der Musikstücke ist kaum noch nötig. In vielerlei Hinsicht bietet Musikstreaming also ein umfangreiches Angebot.

Für Kritiker avancieren Streamingportale durch eben dieses Überangebot jedoch mehr und mehr zum Schmelztiegel eines vereinheitlichten Musikgeschmacks. Um den Überblick nicht zu verlieren, greifen Nutzer hier immer häufiger auf vom Anbieter bereits vorgefertigte Playlists zurück. Das gezielte Suchen nach Musik, die den eigenen Geschmack trifft, erübrigt sich also zu einem Großteil. Wer Indie mag, klickt einfach die Indie Playlist an. Verschwenderischer Umgang wird hier mit einem oberflächlichen Musikgenuss gleichgesetzt. Denn wie soll eine kritische Auseinandersetzung mit Musik stattfinden, wenn alles, was auf den ersten Ton nicht ansprechend klingt, direkt weggeklickt wird? Spielraum für Reibung ist praktisch nicht vorhanden und es drängt sich die Frage auf, ob sich ein individueller Stil überhaupt ohne Kritik ausbilden kann. Fragwürdig bleiben also auch die vom Portal selbst gemachten Vorschläge zu neuen Künstlern oder Musikrichtungen. Diese werden anhand der Präferenzen des Nutzers generiert. Eine Maschine versucht also anhand des Nutzungsverhaltens die musikalischen Vorlieben des Users zu treffen. Ob etwas derartig Individuelles wie Musikgeschmack überhaupt von einem Algorithmus geclustert werden kann, wird gar nicht erst in Frage gestellt. Mit der Nutzung von Streamingdiensten geht hier also grundsätzlich die Angst vor Vereinheitlichung und Verlust des eigenen aber auch gesellschaftlichen Musikgeschmacks einher.

Doch egal ob Freiheitsgewinn, Bevormundung oder einfach nur eine unkomplizierte Art Musik zu genießen: Letztendlich muss doch jeder für sich selbst entscheiden, wie und ob er Online Streaming Dienste nutzen möchte.

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