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Drehort Herr der Ringe zum Artikel: Andrea David über Ihren Reiseblog: Die Welt der Drehorte

Andrea David über ihren Reiseblog:
Die Welt der Drehorte

In welchen Berg wirft Frodo den Ring der Ringe? Ist es wirklich so kalt in Winterfell? Von welchem Dach sprang James Bond? Und auf welcher Feuerleiter küssten sich Julia Roberts und Richard Gere im Happy End von Pretty Woman? Andrea David geht diesen und vielen weiteren Fragen auf ihrer Website und ihrem Reiseblog “Filmtourismus – Die Welt der Drehorte” nach. Mit dem Projekt verbindet die studierte Tourismusmanagerin ihr Interesse für fremde Orte und Länder mit ihrer Leidenschaft für Filme. Vom Großstadtrevier, über Walking Dead und Pumuckl, bis hin zu Game of Thrones : Andrea David sammelt seit 2014 in einer Art Online-Datenbank Drehortinfos zu mittlerweile mehr als 500 Filmen und Serien. Und die Reise geht weiter. Uns hat sie von der Idee erzählt und verrät wie magisch Filmorte wirklich sind.

Welche Filmschauplätze gehören zu deinen Lieblingsdrehorten und warum?

Besonders spannend finde ich die Orte, die auch nach Jahrzehnten noch Filmfans anziehen, zu meinen Favoriten gehören daher das Hotel aus „Dirty Dancing“, die Kleinstadt in der „Rambo“ einst einen Krieg mit dem Sheriff führte, und der Ort, in dem „Grüne Tomaten“ gedreht wurde. So unterschiedlich die Orte auch sind, alle drei profitieren auch heute von ihrer filmischen Vergangenheit.

Wie bist du auf die Idee einer Website und eines Blogs über Filmdrehorte gekommen?

Ich habe Tourismusmanagement studiert und als Filmfan meine Abschlussarbeit über Filmtourismus, also genauer gesagt den Einfluss von Filmen auf die Wahl der Reiseziele, geschrieben. Durch die vielen Recherchen und Praxisbeispiele bin ich auf den Geschmack gekommen und bin im Laufe der Zeit selbst zur begeisterten Filmtouristin geworden. Irgendwann wollte ich meine gesammelten Infos zu Drehorten bekannter Filme mit anderen teilen und habe hobbymäßig mit dem Blog begonnen. Als die Nutzerzahlen immer weiter steigen – heute sind es über 125.000 Leser im Monat – hatte ich vor vier Jahren schließlich den Mut aus meinem Hobby einen Beruf zu machen. Neben dem Reiseblog berichte ich heute auch auf Facebook und Instagram über Reisetipps für Filmfans.

Wonach wählst du die Filme und Serien aus?

Auf Filmtourismus.de geht es vor allem um spannende Drehorte von Kinofilmen und Serien. Fernsehfilme behandle ich aufgrund der Masse nicht, außer es handelt sich um bekannte TV-Reihen wie Tatort oder gut gemachte Dreiteiler. Nicht alle Filme spiegeln dabei meinen persönlichen Geschmack wieder, sondern sind vielmehr eine Auswahl an Filmklassikern und aktuellen Streifen, die hinsichtlich ihrer Schauplätze und möglichen Reisen dahin interessant sind. Neue Filme schaue ich mir nach Möglichkeit schon vor dem Kinostart in der Pressevorführung an und entscheide dann, ob sie auf die Seite passen oder nicht. Hin und wieder kommen aber auch alte Produktionen hinzu, z.B. wenn ich die Drehorte unterwegs entdeckt habe oder besonders viele Anfragen von Nutzern dazu bekomme.

 

Wo recherchierst du nach Informationen zu Drehorten? Ist es schwierig an diese Daten zu kommen?

Wenn ich Glück habe, bekomme ich Input zu den Drehorten von Tourismusverbänden, Sendern und Filmverleihern, mit denen ich häufig bei der Reiseplanung zusammenarbeite. Wenn es keine öffentlichen Informationen dazu gibt, ist es jedoch richtige Detektivarbeit: Filmstills mit Google Streetview vergleichen, immer wieder die Szenenfotos nach markanten Hinweisen absuchen und vor Ort viele Leute fragen. Netterweise schicken mir auch die Leser hin und wieder Infos zu Drehorten, die sie selbst entdeckt haben oder falls sich zwischenzeitlich etwas geändert hat, zum Beispiel ein Hotel oder Restaurant geschlossen hat. Das hilft mir die Seite aktuell zu halten.

Im Filmtourismus treffen Fiktion und Wirklichkeit aufeinander. Ist die Magie eines Films vor Ort zu spüren oder handelt es sich oft eher um eine Desillusion?

Da ich vor jeder Reise viel Zeit mit Recherchen verbringe, gibt es eigentlich selten große Enttäuschungen vor Ort, außer dass ich ab und zu mal vor Absperrungen stehe, wo ich nicht weiter kann oder darf. Meine Erfahrungen, was noch vom ursprünglichen Drehort zu sehen ist und was nicht, gebe ich direkt an den Leser weiter. So kann jeder selbst entscheiden, ob sich die Reise für ihn lohnt. Aber Gebäude und Landschaften, mit denen man eine vertraute Geschichte verbindet, haben einfach eine besondere Aura, sind sozusagen filmisch aufgeladen. Vor Ort erlebt man ein schönes „Wie-im-Film”-Gefühl, vorausgesetzt man lässt die Illusion auch bewusst zu und hat ein gewisses Maß an Vorstellungskraft. Da ist es dann auch nicht mehr so wichtig, dass jedes Detail genauso wie im Film aussieht.

Welche Drehorte möchtest du unbedingt noch besuchen?

Ganz oben stehen die Mittelerde-Schauplätze in Neuseeland, die alten „Star Wars“-Drehorte in Tunesien und die Movie Ranch auf Hawaii, die man vor allem aus „Jurassic Park“ kennt. Die Liste ist insgesamt noch sehr lang und ständig landen auch wieder neue Orte darauf.

Ihr seid auf den Geschmack gekommen? Lasst Euch von Andrea David’s Blog inspirieren.

bunte Farben zum Artikelthema Interview mit Andreas Fischer: Wie Digitalisierung den klassischen Kunstbegriff aufbricht

Interview mit Andreas Fischer:
Wie Digitalisierung den klassischen Kunstbegriff aufbricht

Andreas Fischer ist ein Künstler mit Sitz in Berlin, der sich auf digitale Kunst spezialisiert hat. In unserem Interview berichtet er über seine Zusammenarbeit mit Samsung für die IFA, wie eine Agentur seine Arbeit kopiert hat und warum der Trend zur Virtualisierung auch wieder zurückgehen wird.

 

Seit wann arbeitest du hauptberuflich als Künstler?

Ich würde sagen dass das ein langwieriger Prozess ist. Ich habe an der Universität der Künste Berlin studiert. In einer digitalen Klasse mit den Professoren Joachim Sauter und Jussi Ängeslevä. Das ist an sich ein Design Studium, beziehungsweise ein Teil von dem Grafikdesign Studium. Die haben eine Fachklasse mit Ausrichtung auf digitale Medien. Ich habe mich eigentlich gleich nach dem Studium selbstständig gemacht und angefangen zu freelancen. Gleichzeitig hatte ich eigene Arbeiten und Ausstellungen. Wobei ich am Anfang als Motion Designer gearbeitet habe. Es dauert ja auch eine Weile bis man eine Linie gefunden hat. Es wurde dann immer mehr eigene Projekte. Aber es hat schon ein paar Jahre gedauert.

 

 

Ilaria Nistri X ANF A/W 15/16 collection

 

Du hast schon mit vielen Marken wie zum Beispiel Samsung zusammengearbeitet und für eine Modedesignerin Stoffmuster entworfen. Wie sind diese Kooperationen entstanden?

Das meiste ist über das Internet gekommen weil Marken irgendwann meine Arbeiten finden und dann auf mich zukommen. Dann kommt man ins Gespräch und schaut was möglich ist. Ich mache kaum direkte Akquise oder sowas. Das heißt ich habe meine Online-Präsenz, meine Ausstellungen und Social Media aber ansonsten mache ich echt nichts. Die Kunden kommen eigentlich zu mir und das läuft ganz gut.

 

Was war das größte Projekt, das du gemacht hast?

Die Arbeit mit Samsung 2016 für die IFA war eins der Highlights und eines der größten Dinge, die ich gemacht habe. Da muss man dazu sagen, dass ich das nicht alleine gemacht habe. Sondern in Zusammenarbeit mit der Postproduktion und einem Designstudio. Ich war für einen Teil des Kreativen verantwortlich, also der Medienbespielung. Meine Aufgaben waren Konzeption und Art Direction, die Geschichte der visuellen Bespielung zu entwickeln und einen Teil der Produktion.

 

 

Photo by Christopher Bauder

 

Was steht bei dir in nächster Zeit Neues an?     

Über mein neues Projekt darf ich noch nicht so viel sagen. Ich arbeite mit einem Hersteller für Computerprozessoren zusammen, der auf künstliche Intelligenz spezialisiert ist. Die produzieren riesige Datensätze und es geht darum, diese in eine Form zu bringen und zu visualisieren.

 

Wie lange arbeitest du an einem Projekt?

Das kommt ganz drauf an. Es gibt kommerzielle Projekte, die nur ganz kurz sind. Bei eigenen Projekten verhält es sich meistens anders. Es kann sein, dass man in ein paar Tagen ein Konzept macht oder auch ein halbes Jahr an etwas arbeitet. Es gibt bestimmte Themen, die mich interessieren und Werkreihen, die ich immer weiter entwickle. Das hat keinen Anfang und auch kein Ende. Wofür ich mit am bekanntesten bin, sind diese generativen Zeichnungen und Videoinstallationen. Die Reihe heißt “Schwarm” und “V0ID” ist eine Weiterentwicklung davon. Ich habe vor zehn Jahren angefangen diese Software zu entwickeln. Einmal im Jahr oder wenn ich Lust darauf habe, setze ich mich hin, schreibe ein paar Sachen und produziere wieder neue Arbeiten. Im Moment mache ich viele Videos. Das Ganze basiert auf einer Software. Also ich filme, drehe und animiere nichts, sondern es ist eine rein textbasierte Software, die ich ablaufen lasse und mit der ich Videos erzeuge. In diesem Projekt ist die meiste Kontinuität drin. Das ist irgendwie ein Thema, das mich nicht so richtig los lässt oder wo ich immer wieder neue Facetten entdecke. Ich möchte eine andere visuelle Qualität aus dem gleichen System holen.

 

Was möchtest du mit deiner Kunst ausdrücken?

Das ist was womit ich mich immer ein bisschen schwer tue. Es gibt keinen konkreten Hintergrund. Was mich an meiner Arbeit fasziniert ist das, was man generatives System nennt. Da geht es nicht darum eine einzelne Arbeit zu machen, sondern darum ein System zu schaffen, das potenziell eine endlose Reihe an Arbeiten selber produzieren kann. Es ist ein Algorithmus, den ich vorgebe und innerhalb dieses Regelwerks hat die Software einen gewissen Entscheidungsfreiraum. Jeder Sekundenbruchteil wird ein kleiner Schalter umgelegt oder wird nicht umgelegt. Ich habe ein paar Millionen von diesen kleinen Schaltern und gebe eine Regel vor, wie die sich zu verhalten haben. Dadurch entsteht ein kohärentes Bild. Dieses Phänomen nennt man Emergenz. Das heißt, wenn man sich einen einzelnen Partikel angucken würde und der zeichnet eine Linie, dann sieht man halt eine Linie. Aber dadurch dass man eben so viele von diesen Partikeln hat, entsteht ein großes Ganzes. Das System wird dann erst sichtbar. Die Schwarm- und die V0ID-Reihe haben die gleiche Basis, die ich immer weiterentwickle. Ich nehme dann andere Farbkomponenten, neue Wege wie gezeichnet wird. Es ist nicht immer das gleiche aber eine Weiterentwicklung von dem Grundprinzip.

 

Könnten andere dieses Konzept kopieren?

Mich hat mal eine Agentur angefragt. Dann hat sie sich aus irgendeinem Grund dagegen entschieden mit mir zu arbeiten. Ein paar Monate später habe ich dann gesehen, dass sie meine Arbeit einfach kopiert haben. Man kann das System an sich nachprogrammieren aber was die Leute eben nicht schaffen, ist die gleiche visuelle Qualität zu erzeugen. Es ist ja auch sehr viel abhängig von der Farbgebung und welche Bilder man aus dem System auswählt. Also das kuratieren der eigenen Arbeit ist sehr wichtig. Das System spuckt sehr viel aus aber es hat nicht alles einen hohen ästhetischen Wert, was produziert wird. Ich suche aus was ich für gelungen halte – das ist dann die Arbeit an sich. Dafür bin ich in dieser Szene der digitalen Kunst letzten Endes auch bekannt. Aber diese Algorithmen sind nichts was ich erfunden habe, sondern es ist nur eine Variation und Weiterentwicklung davon.

 

 

V0ID V 02 by ANF

 

Ist man dann mehr Programmierer als Künstler? Was würdest du zu Leuten sagen, die meinen dass digitale Kunst keine Kunst ist?

Der Kunstbegriff ist eigentlich vollkommen aufgebrochen. Wenn man sich die zeitgenössische Kunst anschaut, geht es ja gar nicht mehr ums Handwerk. Das Handwerk machen andere. Natürlich gibt es noch Maler und Leute, die das alles selber machen aber da geht es eigentlich nicht mehr drum. Es geht um das Konzept und die Idee, die dahinter steckt und nicht mit welchem Werkzeug das jetzt erzeugt wurde. Video ist ein Thema, das stärker geworden ist in den letzten Jahren weil es mehr Displays und mehr Möglichkeiten gibt diese zu zeigen. Nicht nur Online sondern auch im Raum.             

 

Glaubst du digitale Kunst in ein Trend, der wieder abnimmt?

Durch die Digitalisierung ist man immer weiter von der Realität und dem Handwerklichen entfernt. Die meisten Leute verbringen den ganzen Tag damit auf den Display zu gucken, benutzten nur drei ihrer Sinne und gucken auf Sachen, die simuliert werden. Die sind natürlich in irgendeiner Form da, aber haben nichts mehr mit der physischen Realität zu tun. Dadurch entsteht bei den Menschen wieder das Bedürfnis zurück zum selbst machen, zum Erdigen und Natürlichen. Das kann ich beides nachvollziehen und das wird weiterhin parallel existieren. Die Virtualisierung greift weiter um sich und die Qualität der Simulation wird besser. Bis man irgendwann ein Implantat hat, das die Bilder direkt auf der Retina erzeugt und man kein Display mehr dafür braucht. Aber gleichzeitig haben wir noch unseren physischen Körper und unsere Sinne. Es ist ein biologisches Bedürfnis sich mit Menschen zu umgeben. Wenn man das nicht macht wird man unglücklich. Man ist immer noch ein Primat, zwar sehr hoch entwickelt aber nach wie vor durch Enzyme gesteuert. In jedem von uns steckt diese evolutionsbiologische Subroutine und die wird man nicht rausbekommen, auch nicht mit mehr Digitalisierung. Je weiter sie voranschreitet, desto mehr entfernen wir uns von dem Urzustand, auf den wir programmiert sind.   

 

 

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Bäume Äste Grüne Blätter Sonnenstrahlen zum Artikelthema Ich lebe grün! Blog gibt Tipps für einen nachhaltigen Lebensstil

Ich lebe grün!
Blog gibt Tipps für einen nachhaltigen Lebensstil

Lisa Albrecht hat zusammen mit ihrem Mann Paul den Blog Ich lebe grün! gegründet. Seit 2010 erfreut sie ihre Leserinnen und Leser unter anderem mit leckeren veganen Rezepten und Inspirationen für eine bewusste Lebensweise. In diesem Interview verrät uns Lisa wie sie auf die Idee gekommen ist, einen grünen Blog zu gründen und wie sich Nachhaltigkeit in das Familienleben integrieren lässt.

Wie bist du auf die Idee gekommen einen Blog zu dem Thema “Nachhaltiger Lebensstil” zu gründen?

Die Idee kam nicht von heute auf morgen, sondern sehr schleichend. Unseren Blog Ich lebe grün! gibt es schon seit Oktober 2010. Mit der vegetarischen und später veganen Ernährung habe ich mich immer mehr für den nachhaltigeren Lebensstil interessiert. Da dieser Bereich sehr umfassend ist, wollte ich meine Entdeckungen gerne mit anderen Menschen teilen. So entstand der Blog, aus purer Leidenschaft und Neugierde. Der Markt war damals nicht so gut mit grünen Alternativen ausgestattet – ich war immer froh, wenn ich in ähnlichen Blogs Tipps bekam. Heute freue ich mich sehr, dass es deutlich einfacher geworden ist, auf nachhaltige Produkte umzusteigen. Es gibt ja auch so viele Informationen im Internet. Jetzt sehe ich meine Aufgabe darin, nicht nur meine Erfahrung weiterzugeben, sondern auch spannende Produkte und grüne Inspirationen für den Alltag aus der Masse herauszufiltern, auszuprobieren und wenn sie mir gefallen vorzustellen.

Seit wann lebst du nachhaltig und vegan?

Ich lebe nachhaltig immer nach meinen aktuellen Möglichkeiten, man lernt nie aus und es gibt immer Luft nach oben. Mit 17 Jahren wurde ich Vegetarierin, von heute auf morgen. Ich fragte mich damals auch, warum ich das nicht schon früher gemacht habe. Der Schritt zur komplett pflanzenbasierten (also veganen) Ernährung kam etwas später, im Sommer 2013. Vegetarierin war ich aus ethischen, Veganerin zuerst aus gesundheitlichen Gründen geworden. Aber als ich mich dann mit der Thematik richtig beschäftigt habe, war mir schnell klar, dass der Kuhmilchkonsum für mich nicht vertretbar ist. Das gleiche gilt auch für Eier. Ernährung ist ja schon ein großer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Ich habe immer mehr Bio eingekauft, dann interessierte ich mich mehr für nachhaltig produzierte Mode und Naturkosmetik. So integrierte ich immer mehr Bereiche in mein Leben, die ich bis heute versuche möglichst nachhaltig zu gestalten.

Wo bekommst du die tollen Rezept-Ideen für deinen Blog her?

Die Rezepte sind alle in meiner Küche entstanden – durch das einfache Experimentieren. Ich koche und backe sehr gerne, das entspannt und macht mich glücklich. Wenn dabei geschlemmt werden kann – umso schöner. Seit drei Jahren veröffentliche ich überwiegend vegane, vollwertige, glutenfreie und zuckerfreie (damit meine ich den üblichen Haushaltszucker) Rezepte. Nicht nur der Geschmack, sondern auch die Nährwerte stehen bei mir an erster Stelle.

Ist es schwieriger einen nachhaltigen bzw. veganen Lebensstil mit Kind zu führen?

Nein, es ist nicht schwierig. Die Frage ist immer – wie bequem man ist bzw. wie gerne man etwas Neues ausprobieren möchte. Die meisten haben vielleicht gleich einen riesigen Berg an Wegwerfwindeln im Kopf, wenn sie an ein kleines Kind denken. Es gibt jedoch tolle Alternativen, wie z.B. richtig niedliche Stoffwindeln (die perfekt funktionieren und noch schicker als die typischen Windeln aussehen) oder auch Windelfrei (einfach danach bei mir im Blog suchen). Wir haben beides gemacht. Das hat super geklappt und wir hatten richtig tolle Ergebnisse. Bei uns gibt es auch Plastik im Kinderzimmer, jedoch schauen wir auf die Qualität und kaufen gerne Second Hand. Vegane Ernährung funktioniert sehr gut, wenn man sich vorher informiert und das Kind nicht einseitig ernährt. Aber das gilt für jeder Ernährungsform. Es gibt heute tolle Bücher zum Thema “Vegane Kinderernährung”. Da stehen alle wichtigen Tipps drin.

Du hast auch einen YouTube-Kanal. Wird es bald neue Videos geben oder konzentrierst du dich lieber auf den Blog?

Ich überlege in der Tat in der letzten Zeit häufiger, was ich mit meinem YouTube-Kanal nun machen soll. Der Blog ist definitiv mein Baby und da stecke ich sehr viel Zeit rein. Ich bin mit meinem Blog selbstständig, er hat im Moment die höchste Priorität. YouTube habe ich damals ausprobiert und irgendwann aus Zeitgründen aufgehört. Ich liebe Videos zu produzieren, jedoch fehlt mir aktuell die Zeit dazu. Den Kanal einfach zu schließen finde ich zu früh.Im Kopf drehe ich das eine oder andere Video noch und vielleicht lasse ich mir da bald etwas spannendes einfallen. Gerne würde ich meinen Blog mit YouTube so verbinden, dass ich beides auch realisieren kann.

Hast du kleine & einfache Tipps, wie man seinen Lebensstil nachhaltiger gestalten kann?

Der einfachste Tipp ist, weniger zu konsumieren – wenn man jedoch etwas braucht, sollte man weniger und dafür hochwertige Sachen kaufen. Beim Essen könnte man ohne Mehrkosten auf Bio umstellen – es gibt tatsächlich sehr günstige Produkte in Bio-Qualität auf dem Markt. Hier lohnt sich der Vergleich. Vegan muss man nicht sofort werden, aber weniger Fleisch zu essen, wäre sehr umweltfreundlich. Second Hand ist eine tolle Sache. Ich finde es so schade, dass Menschen immer mehr wegwerfen, obwohl die Sachen alle noch richtig gut sind. Das Gleiche gilt auch für Gebrauchsgegenstände, wie Möbel oder Geräte. Was wir jetzt immer mehr machen: Dinge reparieren lassen und weiter benutzen. Grundsätzlich gilt bei einer nachhaltigen Lebensweise, alles zu hinterfragen und sich Zeit zu nehmen kurz zu recherchieren, wie man dies oder jenes nachhaltiger gestalten kann. Für fast alle Bereiche gibt es eine nachhaltigere Lösung ohne große Kompromisse. Man muss es einfach nur wollen und dann natürlich auch machen.

 

Lisa Albrecht

Bloggerin & Autorin

 

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