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Computerbildschirm Computersprache zum Artikelthema HAU Berlin: “Endgame” Review

HAU Berlin:
“Endgame” Review

Ist es gerechtfertigt, im Namen der Demokratie zu unlauteren Mitteln zu greifen? Das partizipative Theaterstück “Endgame” im HAU Berlin von machina eX wirft diese ethisch-moralische Frage bei seinen Zuschauern auf. Wir haben die Vorstellung besucht und berichten euch in diesem Artikel darüber.

 

Start-Up gegen Rechte

In dem Game-Theater “Endgame” von machina eX im HAU Berlin bekämpft ein Start-Up eine neurechte Bewegung mit dem Ziel, die Demokratie zu verteidigen. Weil die Bewegung sich mit zeitgemäßen Marketingstrategien auskennt, gewinnt sie immer mehr Anhänger dazu. Die Gründer des Unternehmens fühlen sich sowohl von der Politik als auch von dem Rechtssystem im Stich gelassen. Im Kampf gegen die Rechten haben sie sich ein 30-köpfiges Team zusammengestellt. Diese Rolle übernimmt das Publikum im Rahmen des interaktiven Theaters. Der Auftrag besteht in der Recherche von potenziellen rechten Mitgliedern in sozialen Netzwerken. Im besten Fall führt die Informationssuche nicht nur zu Beweisen für eine Anzeige, sondern schwächt auch die gesamte Bewegung.

 

Partizipatives Theater

Von Anfang an werden die Zuschauer in das Theaterstück integriert. Zu Beginn findet eine Aufteilung des Publikums in drei Gruppen statt. Jede Gruppe wird danach einem Teamleiter zugeteilt. Diese feuern ihre Mitglieder derart intensiv an, dass man das Gefühl bekommt man sei in einer religiösen Sekte. Die Teams müssen am Computer kleine spielerische Aufgaben lösen. Dazu gehört beispielsweise das Herausfinden von Identitäten der Bewegung, deren Geräte zu hacken um Informationen zu bekommen und die anschließende Kontaktaufnahme mit der Zielperson. Am Anfang waren die Spiele noch unterhaltsam aber spätestens nach dem dritten Aufgabe haben sie ihren Reiz verloren. Die wirklich gute schauspielerische Leistung der Darsteller ist dadurch leider in den Hintergrund geraten.

 

Begehbares Computerspiel

Machina eX besteht aus Anna Fries, Clara Ehrenwerth, Lasse Marburg, Mathias Prinz, Philip Steimel, Robin Hädicke und Yves Regenass. Seit 2010 arbeiten sie an der Kombination aus Theater und Computerspiel. Das Medientheaterkollektiv ist aus kulturwissenschaftlichen Studiengängen der Universität Hildesheim hervorgegangen. Bei dem partizipativem Game-Theater werden moderne Technologien mit Mitteln des klassischen Illusionstheaters verbunden. Auf diese spannende Weise entstehen spielbare Theaterstücke und begehbare Computerspiele. “Endgame” überzeugt nicht nur mit politischer Aktualität, sondern beleuchtet auch die dunklen Kampfzonen des Internets. Ganz anders als gewohnt nutzten die vermeintlich “Guten” die Anonymität in sozialen Netzwerken aus, um ihre Ziele zu erreichen. Wir finden: Ein neues, modernes Format mit viel Potential!

 

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Holzfiguren Maria Joseph Baby Jesus Esel Kuh Krippe Holzhütte dunkler Hintergrund zu dem Artikelthema YouTube Weihnachtsvideo zuDigital XMAS: Maria und Joseph auf Facebook, Twitter und Co.

Digital XMAS:
Maria und Joseph auf Facebook, Twitter und Co.

Seit gestern brennt die erste Kerze auf dem Adventskranz. Ein perfekter Anlass, um mit unserer “Digital XMAS”-Reihe für den Dezember zu beginnen. Wir wollen in die digitale Welt abtauchen, schauen was hier in Sachen Weihnachten los ist und präsentieren euch das Beste, was die Onlinewelt zu bieten hat. Den Anfang macht das YouTube Weihnachtsvideo “Digital Nativity”, indem die allseits bekannte Weihnachtsgeschichte in das 21. Jahrhundert übertragen wird.  

 

Schwangerschaftsverkündung per SMS

Habt ihr euch schon einmal gefragt wie die Weihnachtsgeschichte abgelaufen wäre, wenn es damals schon das Internet gegeben hätte? Auf YouTube kann man sich mit dem Video “Digital Nativity” ein Bild davon machen. Maria erfährt über eine SMS des Erzengels Gabriel, dass sie mit dem Sohn Gottes schwanger ist. Daraufhin loggt sie sich bei Gmail ein, um Joseph von der Neuigkeit zu erzählen und bittet ihn “ASAP” zu einem Gespräch. Um den Weg von Nazareth nach Bethlehem zu finden, wird natürlich der Routenplaner von Google Maps aufgerufen. Blöderweise sind Fahrräder und Autos als Verkehrsmittel erst ab dem 18. Jahrhundert erhältlich, sodass sie sich mit einem Esel begnügen müssen.

 

Joseph als Facebook-Fan

Das Handy erleichtert Maria und Joseph auch die Suche nach einer Unterkunft, sodass sie direkt online einchecken können. Joseph drückt seine Nervosität über die Geburt via Facebook aus und kauft bei Farmville direkt eine Kuh und einen Esel – was wäre eine göttliche Geburt ohne Bauernhoftiere? Wie jeder Social-Media-affine-Vater es tun würde, postet er kurz darauf ein Foto von seinem Sohn und erntet tausende Likes. Über Facebook erstellt Joseph die Veranstaltung “Triff das Baby”, woraufhin sich die heiligen drei Könige ankündigen. Auf Twitter folgen Kaspar, Melchior und Balthasar dem Stern von Bethlehem, um zu dem Baby zu finden. Diese modern erzählte Version der Weihnachtsgeschichte vergrößert uns die Vorfreude auf Heiligabend. Finden wir super!  

 

 

blauer Himmel Wolken grüner Luftballon zu dem Artikelthema Digitale Kunst: Nois7 lässt Elefanten fliegen

Digitale Kunst:
Nois7 lässt Elefanten fliegen

Viele Menschen auf Instagram sind auch ohne nennenswertes Talent berühmt geworden. Der Künstler Robert Jahns alias Nois7 gehört definitiv zu denjenigen, die aufgrund ihrer Begabung zu einer großen Reichweite gekommen sind. Wer ihn und seine digitale Kunst noch nicht kennt, hat etwas verpasst.

 

LIMITED PRINTS now available at www.nois7.com (link in profile). This NYC Elephant is in the collection too! 🎈

Ein Beitrag geteilt von Robert Jahns (@nois7) am

 

Eine Million Fans

Roberts Jahns arbeitet seit drei Jahren selbstständig als Künstler und Fotograf. Mit seinen Werken begeistert er regelmäßig 1,1 Millionen Instagram-User. Sein Markenzeichen ist die Verbindung von traditioneller Fotografie und digitaler Bildbearbeitung. Eines seiner bekanntesten Bilder ist der Butterphant. Seitdem Jahns sein Interesse für Bildbearbeitung entdeckt hat, setzt er visuelle Ideen in dieser besonderen Form um. In einem Interview mit onlinemarketing.de erzählt er, dass er die Welt oft anders als andere sehe und genau das in seinen Fotos verdeutlichen will. Der Künstler probiert am liebsten neue Dinge aus und teilt Bilder zuerst auf Instagram bevor er sie weiterverarbeitet.

 

The whale in Venice came up again.

Ein Beitrag geteilt von Robert Jahns (@nois7) am

 

Influencer mit Vision

Die beeindruckende Zahl an Follower, die Jahns vorweisen kann, habe er sich hart erarbeitet. Es sei sehr schwer eine Community aufzubauen, verrät er in dem Interview. Dementsprechend kontinuierlich müsse man an diesem Ziel dranbleiben. Reichweite ist aber nicht das einzige, was ihm wichtig ist: “Ich versuche die Leute mit meinen Bilder zu inspirieren und möchte, dass sie für eine kurze Zeit dem wirklichen Leben „entfliehen“ können, um für einen Moment in meiner Traumwelt zu sein”. Außerdem legt er großen Wert auf den Austausch mit seinen Followern. Deswegen hat er bereits mehrere Editing Contest veranstaltet, bei dem Fans seine Originalfotos bearbeiten können.

 

 

Online-Karriere mit digitaler Kunst

Vor sechzehn Jahren hat Jahns mit der Fotografie angefangen. Ein Erfolgsrezept für die große  Online-Karriere habe er nicht. Man müsse mit seiner Arbeit aus der Masse herausstechen, um gesehen zu werden. Jahns arbeitete beispielsweise mit anderen Fotografen zusammen, um neue Follower zu erreichen. Weil er möglichst authentisch sein möchte, findet man auf seiner Instagram-Seite nur wenige sponsored Posts. Der Influencer hat nicht nur hohe Ansprüche an sich selbst, sondern auch an seine Kooperationspartner. Außerdem erstellt er, außerhalb von Instagram, noch andere Artworks für Brands, besucht Live TV-Shows und gibt Interviews. Von diesem Künstler wird man definitiv noch mehr hören.

 

Hier geht’s zu dem Instagram-Account von Nois7

 

Bäume Äste Grüne Blätter Sonnenstrahlen zum Artikelthema Ich lebe grün! Blog gibt Tipps für einen nachhaltigen Lebensstil

Ich lebe grün!
Blog gibt Tipps für einen nachhaltigen Lebensstil

Lisa Albrecht hat zusammen mit ihrem Mann Paul den Blog Ich lebe grün! gegründet. Seit 2010 erfreut sie ihre Leserinnen und Leser unter anderem mit leckeren veganen Rezepten und Inspirationen für eine bewusste Lebensweise. In diesem Interview verrät uns Lisa wie sie auf die Idee gekommen ist, einen grünen Blog zu gründen und wie sich Nachhaltigkeit in das Familienleben integrieren lässt.

Wie bist du auf die Idee gekommen einen Blog zu dem Thema “Nachhaltiger Lebensstil” zu gründen?

Die Idee kam nicht von heute auf morgen, sondern sehr schleichend. Unseren Blog Ich lebe grün! gibt es schon seit Oktober 2010. Mit der vegetarischen und später veganen Ernährung habe ich mich immer mehr für den nachhaltigeren Lebensstil interessiert. Da dieser Bereich sehr umfassend ist, wollte ich meine Entdeckungen gerne mit anderen Menschen teilen. So entstand der Blog, aus purer Leidenschaft und Neugierde. Der Markt war damals nicht so gut mit grünen Alternativen ausgestattet – ich war immer froh, wenn ich in ähnlichen Blogs Tipps bekam. Heute freue ich mich sehr, dass es deutlich einfacher geworden ist, auf nachhaltige Produkte umzusteigen. Es gibt ja auch so viele Informationen im Internet. Jetzt sehe ich meine Aufgabe darin, nicht nur meine Erfahrung weiterzugeben, sondern auch spannende Produkte und grüne Inspirationen für den Alltag aus der Masse herauszufiltern, auszuprobieren und wenn sie mir gefallen vorzustellen.

Seit wann lebst du nachhaltig und vegan?

Ich lebe nachhaltig immer nach meinen aktuellen Möglichkeiten, man lernt nie aus und es gibt immer Luft nach oben. Mit 17 Jahren wurde ich Vegetarierin, von heute auf morgen. Ich fragte mich damals auch, warum ich das nicht schon früher gemacht habe. Der Schritt zur komplett pflanzenbasierten (also veganen) Ernährung kam etwas später, im Sommer 2013. Vegetarierin war ich aus ethischen, Veganerin zuerst aus gesundheitlichen Gründen geworden. Aber als ich mich dann mit der Thematik richtig beschäftigt habe, war mir schnell klar, dass der Kuhmilchkonsum für mich nicht vertretbar ist. Das gleiche gilt auch für Eier. Ernährung ist ja schon ein großer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Ich habe immer mehr Bio eingekauft, dann interessierte ich mich mehr für nachhaltig produzierte Mode und Naturkosmetik. So integrierte ich immer mehr Bereiche in mein Leben, die ich bis heute versuche möglichst nachhaltig zu gestalten.

Wo bekommst du die tollen Rezept-Ideen für deinen Blog her?

Die Rezepte sind alle in meiner Küche entstanden – durch das einfache Experimentieren. Ich koche und backe sehr gerne, das entspannt und macht mich glücklich. Wenn dabei geschlemmt werden kann – umso schöner. Seit drei Jahren veröffentliche ich überwiegend vegane, vollwertige, glutenfreie und zuckerfreie (damit meine ich den üblichen Haushaltszucker) Rezepte. Nicht nur der Geschmack, sondern auch die Nährwerte stehen bei mir an erster Stelle.

Ist es schwieriger einen nachhaltigen bzw. veganen Lebensstil mit Kind zu führen?

Nein, es ist nicht schwierig. Die Frage ist immer – wie bequem man ist bzw. wie gerne man etwas Neues ausprobieren möchte. Die meisten haben vielleicht gleich einen riesigen Berg an Wegwerfwindeln im Kopf, wenn sie an ein kleines Kind denken. Es gibt jedoch tolle Alternativen, wie z.B. richtig niedliche Stoffwindeln (die perfekt funktionieren und noch schicker als die typischen Windeln aussehen) oder auch Windelfrei (einfach danach bei mir im Blog suchen). Wir haben beides gemacht. Das hat super geklappt und wir hatten richtig tolle Ergebnisse. Bei uns gibt es auch Plastik im Kinderzimmer, jedoch schauen wir auf die Qualität und kaufen gerne Second Hand. Vegane Ernährung funktioniert sehr gut, wenn man sich vorher informiert und das Kind nicht einseitig ernährt. Aber das gilt für jeder Ernährungsform. Es gibt heute tolle Bücher zum Thema “Vegane Kinderernährung”. Da stehen alle wichtigen Tipps drin.

Du hast auch einen YouTube-Kanal. Wird es bald neue Videos geben oder konzentrierst du dich lieber auf den Blog?

Ich überlege in der Tat in der letzten Zeit häufiger, was ich mit meinem YouTube-Kanal nun machen soll. Der Blog ist definitiv mein Baby und da stecke ich sehr viel Zeit rein. Ich bin mit meinem Blog selbstständig, er hat im Moment die höchste Priorität. YouTube habe ich damals ausprobiert und irgendwann aus Zeitgründen aufgehört. Ich liebe Videos zu produzieren, jedoch fehlt mir aktuell die Zeit dazu. Den Kanal einfach zu schließen finde ich zu früh.Im Kopf drehe ich das eine oder andere Video noch und vielleicht lasse ich mir da bald etwas spannendes einfallen. Gerne würde ich meinen Blog mit YouTube so verbinden, dass ich beides auch realisieren kann.

Hast du kleine & einfache Tipps, wie man seinen Lebensstil nachhaltiger gestalten kann?

Der einfachste Tipp ist, weniger zu konsumieren – wenn man jedoch etwas braucht, sollte man weniger und dafür hochwertige Sachen kaufen. Beim Essen könnte man ohne Mehrkosten auf Bio umstellen – es gibt tatsächlich sehr günstige Produkte in Bio-Qualität auf dem Markt. Hier lohnt sich der Vergleich. Vegan muss man nicht sofort werden, aber weniger Fleisch zu essen, wäre sehr umweltfreundlich. Second Hand ist eine tolle Sache. Ich finde es so schade, dass Menschen immer mehr wegwerfen, obwohl die Sachen alle noch richtig gut sind. Das Gleiche gilt auch für Gebrauchsgegenstände, wie Möbel oder Geräte. Was wir jetzt immer mehr machen: Dinge reparieren lassen und weiter benutzen. Grundsätzlich gilt bei einer nachhaltigen Lebensweise, alles zu hinterfragen und sich Zeit zu nehmen kurz zu recherchieren, wie man dies oder jenes nachhaltiger gestalten kann. Für fast alle Bereiche gibt es eine nachhaltigere Lösung ohne große Kompromisse. Man muss es einfach nur wollen und dann natürlich auch machen.

 

Lisa Albrecht

Bloggerin & Autorin

 

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Schaukelpferd mit Roboterkopf bunte Farben zum Artikelthema Future Design Award: Das Spielzeug 2.0

Future Design Award:
Das Spielzeug 2.0

Netzsieger und NeoAvantgarde beschäftigen sich im Rahmen eines Wettbewerbs mit dem Thema “digitale Erziehung”. Der „Future Design Award“ soll das Spielzeug 2.0 hervorbringen, das Kindern frühzeitig digitale Kompetenzen vermittelt.  

 

Chancen und Gefahren

Die Digitalisierung ist aktueller denn je und betrifft auch Bereiche wie das Berufsleben. Umso wichtiger ist es, dass unsere Kinder auf diese Zukunft vorbereitet werden. Innerhalb der frühkindlichen Erziehung lernen Kinder auf spielerische Art und Weise Kompetenzen auszubilden, die später auf andere Bereiche übertragbar sind. Trotzdem wollen viele Pädagogen, aufgrund der damit verbundenen Kritik, bei der Erziehung keine digitalen Medien einsetzen. Schließlich können Kinder heutzutage problemlos auf nicht altersgerechte Inhalte im Internet zugreifen. Oft verbringen sie auch zu viel Zeit am Bildschirm. Dabei ist die Ausbildung von sensomotorischer Fähigkeiten bis zum Grundschulalter besonders wichtig für eine positive Entwicklung.

 

Das Spielzeug der Zukunft

Die angebrachte Kritik ändert aber nichts an der Tatsache, dass digitale Fertigkeiten immer mehr an Bedeutung gewinnen. “Altersgerechtes Spielzeug” könnte eine Lösung für dieses Problem sein. Dabei stellt sich die Frage, wie ein Spielzeug aussehen würde, dass trotz der frühzeitigen Förderung von Medienkompetenzen, keine Reizüberflutungen verursacht? Haben Spielzeugklassiker in weiterentwickelter Form das Potenzial, digitale Kompetenzen zu fördern? Oder zusammengefasst: Wie sieht ein Spielzeug 2.0 aus? Eltern und Erzieher müssen die frühkindliche digitale Erziehung stärker fördern. Um moderne Denkansätze und einfache Lösungen dafür zu finden, haben wir in Zusammenarbeit mit Netzsieger den “Future Design Award” ins Leben gerufen.

 

Fakten zum Wettbewerb

Der Wettbewerb richtet sich an Studenten, Designer, Erzieher, Pädagogen und Kreative. Teilnehmerinnen und Teilnehmer können sich zwischen zwei Kategorien entscheiden. Die Herausforderung in Kategorie 1 besteht in der Erstellung eines Kinderspielzeug-Designs 2.0.. In Kategorie 2 soll ein medienpädagogisches Konzept zum Thema “digitale Erziehung” erstellt werden. Nach Einsendeschluss (15. Juni 2018) bewertet eine Fachjury aus den Fachbereichen Design und Pädagogik alle gültigen Einsendungen. Bewertet wird nach den Kriterien Kreativität und Umsetzbarkeit der Idee. Pro Kategorie gibt es drei Gewinner, die mit Preisgeldern im Wert von 1.500, 1.000 und 500 Euro ausgezeichnet werden.

 


Hier gibt’s weitere Informationen zu dem Future Design Award          

 

Kunst 3 Bilder weißer Hintergrund zum Artikelthema DAM Gallery: Zwischen Historizität und Moderne

DAM Gallery:
Zwischen Historizität und Moderne

In Berlin kann in der DAM Gallery seit dem 15. November eine Ausstellung besucht werden, die das Thema Selfies völlig neu aufgreift. Die amerikanische Künstlerin Carla Gannis erschafft darin ein perfektes Zusammenspiel aus traditionellen Bildsujets und modernen Einflüssen aus dem 21. Jahrhundert. Genauso wie bei unserem letzten Besuch in der Gallery, fanden wir auch diese       Ausstellung unglaublich eindrucksvoll.    

 

DAM Gallery präsentiert “Until the End of the World”

Die DAM Gallery präsentiert die Einzelausstellung “Until the End of the World” von Carla Gannis. Sie ist eine in Oxford geborene Künstlerin, die heute in Brooklyn, New York lebt. 52 Wochen lang hat Gannis an einer Sammlung von 52 digitalen Zeichnungen, namens “The Selfie-Drawings”, gearbeitet. Dabei machte sie 2015 über das ganze Jahr Selfies von sich und setze diese in analoge und digitale Zeichnungen um. Innerhalb dieses Prozesses setzte sich die Künstlerin intensiv mit dem Thema “Selbst” auseinander. Die ,paradoxerweise, gezeichneten Selfies wurden außerdem Gegenstand eines neuen Projektes: “A Subjekt Self-Defiend”. Jedes Bild hat durch aufwendige Augmented Reality Anwendungen seine eigene 3D Wirklichkeit bekommen. Wer die Blippar App herunterlädt und sein Handy über die Zeichnungen schweben lässt, erlebt eine dynamische Animation auf dem Bildschirm.    

 

„Golden Shower“

DAM Gallery Carla Gannis „Golden Shower“

Das Bild namens “Golden Shower” zeigt eine Frau unter der Dusche, die von Bitcoins überschüttet wird. Obwohl es so aussieht, als ob sie in Selfie von sich machen will, sieht man auf dem Bildschirm des Handys ein altes Gemälde. Dabei handelt es sich um das historisches Gemälde “Danaë empfängt den Goldregen”. Danaë entstammt der griechischen Mythologie und wird von dem olympischen Gott Zeus verehrt. Weil sie sich für Zeus aufgrund seiner vielen Liebschaften nicht interessiert, beschließt er, Danaë auf anderem Wege Nahe zu kommen. Dafür verwandelt er sich unter anderem in Goldmünzen.

 

„Origin of the Universe“

DAM Gallery Carla Gannis „Origin of the Universe“

„Origin of the Universe” ist eine Anlehnung an Gustave Courbets Meisterwerk “Ursprung der Welt” aus dem Jahr 1866. Genauso wie bei dem Original ist das Gesicht der Frau verdeckt. Um die Skulptur in das 21. Jahrhundert zu transportieren, hat Gannis einen iPod hinzugefügt. Darauf befindet sich ein Video, das sich bewegende Formen in wechselnden Farben zeigt. Der besondere Clou zeigt sich im Dunkeln: Das Kunstwerk leuchtet.

 

„Electronic Graveyard/ The Upload“

DAM Gallery Carla Gannis „Electronic Graveyard/ The Upload“

Das Bild “ Electronic Graveyard / The Upload ” erinnert stark an einen Friedhof. Anstelle der Grabsteine befinden sich Smartphones auf dem Gras. Vor einem der Smartphones, steht eine Roboterfrau. Es ist eine Anspielung auf das Zusammenwachsen aller sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Systeme der modernen Gesellschaft in eine Software. Sie ist für Gannis der unsichtbare Leim, der alles zusammenhält. Das Wort “Persona” steht für die Identität, welche Menschen im Internet annehmen und anderen präsentieren. Auf dem Bild wird die “Persona” durch die Künstlerin selbst symbolisiert.

 

Ausstellung: 15. November – 20. Dezember 2017

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Kinder Dreirad an Laterne angeschlossen auf dem Bürgersteig zum Thema Berliner Kindheitsgeschichten

Berliner Kindheiten:
Ein Blog von Johannes Zillhardt

Die Berliner beklagen ja immer, dass es keine Berliner mehr gibt und, dass sie die letzten ihrer Art sind – so Johannes Zillhardt. Dem möchte er mit seinem Blog Berliner Kindheiten entgegenwirken. Hier sammelt Johannes die Kindheitsgeschichten der Stadt. Johannes Zillhardt ist freier Redakteur und Dozent für kulturelle Bildung an einer Berliner Berufsschule. Er selbst kommt aus Essen, lebt aber aktuell in Wedding. Uns hat er von den Erinnerungen und Wohnzimmergesprächen der Stadt erzählt.

Wie bist Du auf die Idee gekommen Berliner Kindheitsgeschichten zu sammeln?

Ich habe früher in der Böckhstraße in Kreuzberg gewohnt. Meine Nachbarin war Frau Gasche, Jahrgang 27. Sie ging zwei Mal am Tag mit ihrem Hund Janni Gassi. Auf dem Rückweg hat sie jedes Mal geklingelt oder geklopft und einen Vorwand gefunden, warum jetzt ganz dringend jemand hoch kommen müsste. Ich war eigentlich jeden Tag einmal bei ihr. Sie war eine süße Frau und irgendwie auch einfach cool. Wir hatten Briefkästen, wo die Post direkt in die Wohnung geworfen wird. Sie hat dann den Briefkastenschlitz immer hochgeklappt und ”huhu Hannes bist du da? Ich brauche was, ick seh Euch doch, ick seh Euch doch” gerufen. Irgendwann hat sie mir die Story erzählt, dass sie in meiner Küche geboren ist und, dass sie in ihrem ganzen Leben quasi nur ein Mal ein Stockwerk nach oben gezogen ist. Sie hat als Näherin für H&M am Heinrich-Heine-Platz gearbeitet, aber ansonsten fand eigentlich alles in diesem Haus statt. Dann haben wir uns zum Kartenspielen verabredet. Sie hat von ihrer Kindheit erzählt und davon, wie Kreuzberg früher aussah. Die Kamera lief die ganze Zeit mit. Nach und nach hat das dann immer lauter gerufen “mach was damit”. Und dann habe ich angefangen andere Kindheiten zu sammeln und habe bei Leuten rumgefragt, ob sie in Berlin geboren sind. Weil die Berliner beklagen sich ja immer, dass es keine Berliner mehr gibt und, dass sie die letzten ihrer Art sind. Gut, dachte ich – dann werden die jetzt gesammelt.

Gibt es eine Geschichte, die Dich besonders gepackt hat?

Ich mag die Storys alle gerne. Es gibt keine spektakulären Geschichten. Es sind alles eher alltägliche Sachen. Es gibt Personen, die mir sehr am Herzen liegen. Zum Beispiel eben Frau Gasche. Die hat eigentlich eine ganz harte, triste Kindheit gehabt. Keiner wollte sie. Sie wurde immer abgeschoben, aber es war eine extrem witzige und lebensfreudige Frau. Im Interview mit Wolle, habe ich ihn gefragt, ob er ein eigenes Kinderzimmer hatte. Da sprang er sofort in die Szene rein und spielte seinen Vater: “Wie? Eigenes Zimmer? Du? Hast ja wohl nen Schatten oder wat?”. Solche Personen berühren mich. Die Geschichten selber sind auch toll, aber noch mehr mag ich die Art der Leute, wie sie die Storys erzählen.

Warum hast du Dich für einen Blog als Medium der Veröffentlichung entschieden? Oder hattest du auch noch andere Ideen?

Die Kernidee war eigentlich kein Block. Es gibt einen Amerikaner, „Studs“ Terkel, der hat ziemlich dicke Bücherbände über Amerika verfasst. Der eine Band heißt „Work“. Da erzählen 200 Amerikaner von ihrer Arbeit. Der andere Band heißt „Dreams“. Da erzählen 200 Amerikaner von ihren Träumen. Es gibt verschiedene Bände, wo er ganz verschiedene Leute in Amerika thematisch ‘abinterviewt’. Da kann man Ewigkeiten mit verbringen, weil man da ganz toll amerikanisches Alltagsenglisch lernen kann. Es hat mich immer geärgert, dass es das im deutschen Raum nicht gibt. Das war mein ganz privater Säulenheiliger. Die Idee war von Anfang an so ein Lesebuch zu haben, aus 100 Jahrgängen und aus jedem Jahrgang einen zu finden, der seine Kindheit erzählt und, dass neben 80-Jährigen auch 16-Jährige erzählen. Der Blog ist jetzt eher so dazwischen. Das ist wie so eine lange Werbekampagne für das Buch irgendwann, aber der Blog bringt im Augenblick extrem viel Spaß. Seitdem ich es online gestellt habe, haben mir bestimmt schon 500 Leute gemailt, die so etwas schreiben wie: „Hey das würde ich auch gerne machen“, oder „ich erinnere mich auch“, oder „kannst du mal bei Frau so und so nachfragen, ich habe mal in der gleichen Straße gewohnt – erinnert die sich auch an folgende Sache?“. Auf einmal hast du ein Vielfaches an Kommunikation oder an Anstößen. Es wächst und das ist das Entscheidende.

Zeichnen sich zwischen den Bezirken Unterschiede ab?

Man merkt, wo die Leute herkommen. Das ist auch von den sozialen Lagen in den Bezirken und der Zeit, in der sie dort gelebt haben, abhängig. Wolle zu Beispiel, ein Arbeiterkind aus dem Wedding, der Berlinert ganz anders, sitzt nie still und raucht. Und dann ein Steglitzer, Akademiker-Sohn, bürgerlich, der sitzt mit einer ganz anderen Haltung da. Der ist gesetzter und nicht so impulsiv. Schon bevor das Interview losging, hat er sich ein paar Punkte gesetzt, die er auf hochdeutsch erzählt. Das ist auch spannend, aber eben eine ganz andere Welt.  Auch das Alter hat einen Einfluss. Umso jünger die Leute sind, desto mehr muss ich dabei helfen zu erinnern. Mit 20 denkt man noch nicht so viel über die Kindheit nach, sondern ist eher noch dabei das eigene Leben selbst aktiv zu gestalten. Ab 80 haben die Leute richtig Spaß daran da einzusteigen. Da merkst du auch: Die gucken anders. Irgendwann schweifen die Blicke an die Zimmerdecke ab und du merkst die sind jetzt nicht mehr bei dir, sondern in der Wohnung, von der sie gerade erzählen, oder sehen die Leute live vor sich. Das ist eine schöner Moment im Interview: Wenn du merkst, die sind wirklich in der Szene drin. 

Was ist typisch für die Berliner Kindheit?

So eine Art Standardkindheit gibt es eher nicht. Eigentlich haben alle einen gewissen Berlin-Stolz. Für viele ist es etwas Besonderes Berliner zu sein. Auch innerhalb von Berlin herrscht ein Kietzstolz. Es gibt natürlich ein paar historische Marken, die viele erlebt haben. Bei einigen ist es der Mauerbau oder das Kriegsende, bei anderen der Mauerfall, die Wende. Die Loveparade ist bei den Jüngeren ein Fixum, das sie miterlebt haben. Die Erlebnisse in der Stadt sind meistens sehr entscheidend in der Erinnerung.  Ich finde die älteren Generationen der Westberliner sind immer spezieller, weil die noch ein starkes gemeinsam geteiltes Inselgefühl haben. Die Ostberliner teilen häufig die zwei Identitäten. Das merkt man schon, dass das teilweise zwei voneinander getrennte Blöcke sind.

 
Und was sagt Wolle zu der Idee? Ihm hat die digitale Konservierung seiner Kindheit Spaß gemacht: „Das ist ein Projekt, dem ich uneingeschränkt zustimmen konnte. Da kam er dann an, mit seiner Kamera und hat die aufgebaut und los ging es.  Auf manche Sachen wäre ich so auch nicht gekommen, so Fragen wie, an welchen Geruch oder welches Geräusch erinnerst du dich?“

Bist Du selbst Berliner, oder kennst jemanden, der ein waschechter Ur-Berliner ist? Dann melde Dich bei Johannes  auf facebook oder per Mail an: berliner.kindheiten@gmail.com. Zur Zeit werden insbesondere noch Berliner aus den 1910er und 1920er Jahrgängen, sowie aus Ost-Berlin gesucht. 

große Halle bunte Leinwände Menschen schwarzer Hintergrund

Von Monet bis Kandinsky:
VISIONS ALIVE lädt zum Träumen ein

Die dritte Multimediale Bildershow von VISIONS ALIVE zeigt das Best-Of der 16 bekanntesten Künstler des 19./20. Jahrhunderts. “Von Monet bis Kandinsky” ermöglicht eine ganz neue moderne Perspektive auf die Kunst.

 

Jutebeutel und teure Teelichter

Wer die Multimedia-Ausstellung “Von Monet bis Kandinsky” sehen will, muss sie erst einmal suchen. Da sie sich in einem, nicht besonders schönen, Hinterhof befindet, ist die Ausstellung schwer zu finden. Die grünen Pfeile auf dem Boden, die später mit rotfarbigen Pfeilen überklebt wurden, helfen auch nur bedingt weiter. Wer aufgrund der berühmten Künstler einen einladenden Eingangsbereich erwartet hat, der wird spätestens beim Betreten der Location enttäuscht. Die Ausstellung besteht aus vier Räumen: zwei Informationsräumen und zwei Ausstellungsräumen, in denen die Video-Projektionen laufen. Informationstafeln geben Aufschluss über das Leben der Künstler. Die Bilder auf den Tafeln passen nur leider nicht zu den Informationen. Als interessierter Betrachter fragt man sich also, warum nicht das Porträt gezeigt wird, das Monet berühmt gemacht hat, sondern ein völlig zusammenhangloses Werk. Was auffällt ist, dass fast alle 16 Künstler zu Lebzeiten arm waren und aufgrund einer schlimmen Krankheit gestorben sind.  Der andere Teil des Raumes ist der Verkaufsbereich. Hier kann man Jutebeutel mit Van Goghs Gesicht und Teelichter für 30 Euro kaufen.

 

Man muss Kunst nicht verstehen

In beiden Ausstellungsräumen läuft die 60-minütige Videoshow in Endlosschleife. Man kann zwischen Stühlen, Bänken und Sitzsäcken wählen. Innerhalb dieser Stunde werden Werke der Künstler auf unterschiedliche Weise dargestellt. So werden Bilder von Edgar Degas gezeigt, der eine Schwäche für das Ballett hatte. Dementsprechend  wurden animierte Balletttänzerinnen, bestehend aus glitzernden Lichtpunkten, gezeigt. Claude Monets Abschnitt dreht sich um die Schönheit der Blumen, welche er als Impuls für seine Künstlerkarriere ansieht. Besonders herausstechend ist ein fast schon hektisch animiertes Labyrinth, bestehend aus der abstrakten Kunst von Wassily Kandinsky. Die erste halbe Stunde wird es dem Zuschauer nicht leicht gemacht. Vor allem weil kurze Zitate der Künstler der einzige Kontext sind, den der Betrachter bekommt. Irgendwann erscheint ein Zitat von Claude Monet, in dem er verkündet, dass man Kunst nicht verstehen, sondern einfach nur lieben muss. Inspiriert von dieser Aussage, bekommt die Ausstellung plötzlich eine ganz andere Wirkung.      

 

VISIONS ALIVE erschafft Traumwelt

Je länger man sich die Videoshow ansieht, desto mehr kann man sich gedanklich von der gezeigten Kunst in eine andere Welt tragen lassen. In den Sitzsäcken liegend, verwandelt sich der Ausstellungsraum in einen realen Traum. Vor allem die wunderschön abgestimmte Musik trägt einen großen Teil zu diesem Gefühl bei. Viele Besucher haben sich auf den Boden gelegt und die Videoshow teilweise dreimal in Folge angeschaut. Sobald man aufhört das Gezeigte verstehen zu wollen, beginnt erst die Fantasiereise, die einen Raum und Zeit vergessen lässt. Der kleinere Ausstellungsraum ist zwar weniger eindrucksvoll aber dafür hat man dort einen besseren Überblick über alle gezeigten Kunstwerke. “Von Monet bis Kandinsky” ist, im Gegensatz zum ersten Eindruck, eine Ausstellung für jedermann: egal ob Kunstkenner oder interessierter Laie. Es ist quasi ein digitalisiertes und animiertes Museum mit den Werken von bekannten Künstlern. Oder auch modern aufbereitete Kunst, die die Emotionen der Betrachter einfängt.

 

 

Ausstellung: 21. Juli 2017 bis 28. Januar 2018

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Titelbild: iVision Entertainment GmbH

 

DOCMA Award 2017: Digitale Kunst macht Bilder lebendig

DOCMA Award 2017:
Digitale Kunst macht Bilder lebendig

Eine Zigarette, die ihren Besitzer vermisst. Ein eventuell einmaliger Ritt, der dir den besonderen Kick gibt. Ein Schneemann, der sich sonnen will und dabei sein tragisches Ende findet. Das alles und noch viel mehr hat der diesjährige DOCMA AWARD in Sachen digitale Kunst zu bieten.

 

Wie digitale Kunst Geschichten erzählt

Seit 2002 hat sich der Docma Award im Bereich digitale Kunst zu einem der renommiertesten Auszeichnungen in Deutschland entwickelt. Hinter dem Award steht das Fachmagazin Docma. Jedes Jahr bekommen professionelle und nicht professionelle Künstler die Chance ihre Fotografien, Zeichnungen und Fotomontagen einzureichen. 2017 lautet das Motto “SST: Super Short Story Telling”. Demnach standen die Teilnehmer vor der Herausforderung, eine ganze Geschichte in einem einzigen Bild sowohl schriftlich als auch künstlerisch zu verpacken. Um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, hatten sie dafür maximal 300 Zeichen zur Verfügung. Jede Einreichung, die diese Vorgabe nicht erfüllte, wurde nicht gewertet. Ausgezeichnet wurde in den Kategorien Meister, Geselle und Lehrling. Darüber hinaus gab es auch einen Sonderpreis zu vergeben. In diesem Artikel haben wir eine Auswahl der von Docma gekrönten Sieger zusammengestellt. 

 

Reza: „Ich vermisse ihn…“ (Platz eins, Kategorie Meister)

Ich vermisse ihn … wie er mich zwischen seinen zarten Lippen hielt und meine Seele in seine warme Lunge zog, wo ich aus den Teichen schwarzen Sirups wieder empor stieg, mal sanft hinaus schwebend, mal in gewaltigen Stößen heraus geschleudert … nur er hat immer zu mir gehalten … gegen den Rest der Welt. | Bild: Reza

 

 

Florian Janßen: „Verschwunden“ (Platz 1, Kategorie Lehrlinge)

Sie wollte nur ein bisschen Auszeit. Ein paar Tage in die Sonne, die Wärme genießen, dem Alltag entfliehen. Jetzt stand er vor ihr und doch würde sie nie mehr zurückkommen, seine verflossene Liebe. | Bild: Florian Janßen

 

   

Brigitte Kuckenberg-Wagner: „Rent a croco“ (Platz 2, Kategorie Geselle)

Ein garantiert einmaliges Erlebnis für alle, die den besonderen Kick suchen! So stand es im Prospekt. Beim Anblick der süffisant grinsenden Reittiere bekam das Wort ‚einmalig‘ doch eine etwas andere Bedeutung, und es tauchten leichte Zweifel auf … | Bild: Brigitte Kuckenberg-Wagner

 

 

Flint Stelter: „Christian Bäcker“ (Platz 1, Kategorie Geselle)

Besonders anfällig für extreme Ideologien sind junge Männer im Alter von 25–35 Jahren, die sich von der Gesellschaft abgehängt fühlen. Christian Bäcker war so jemand. Christian machte sogar andere dafür verantwortlich, wenn er zu dumm war, einen Fuß vor den anderen zu setzen. | Bild: Flint Stelter

 

Bis 19. November im Museum für Kommunikation Frankfurt

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Titelbild: John Wilhelm

 

Keyboard Musiker vor Sonne mit Display zum Artikel Kreatives Youtube Musikvideo erzählt Liebesgeschichte auf 14 Screens

Kreatives Youtube Musikvideo erzählt
Liebesgeschichte auf 14 Screens

Kreative Musikvideos gibt es viele. Mit der Digitalisierung eröffnen sich zusätzlich vollkommen neue Möglichkeiten der Darstellung. Von einem durch künstliche Intelligenz erzeugtem Clip berichteten wir bereits. Doch ein durchchoreographiertes digitales Musikvideo auf verschiedenen Screens gab es so noch nie. „Knock Knock“ heißt der Song der ukrainischen Band Brunettes Shoot Blondes. Das dazugehörige Video erzählt die Liebesgeschichte zwischen einer jungen Frau und einem Hasen. Zugegeben eine etwas ungewöhnliche Story einer Band mit einem ebenso bizarren Namen. Noch überraschender ist allerdings die kreative Darstellungsweise des Videos: Die Liebesstory wird auf 14 verschiedenen Bildschirmen unterschiedlicher Medien erzählt. So versucht der Hase über Smartphone, Tablet und Laptop seine Herzensdame zu erreichen und stößt dabei nicht nur einmal an die Grenzen des Bildschirmrandes.

Die Choreographie einer Liebesgeschichte

Die erste Begegnung findet auf zwei sich gegenüberliegenden Smartphones statt. Auf dem Ersten tritt ein Hase lässig, mit einem Blumenstrauß in der einen und einer Zigarette in der anderen Hand, in den Screen. Im anderen Bildschirm zeigt sich die Dame davon nicht sonderlich beeindruckt und macht sich auf den Weg in den dritten Screen. Dessen Rand fungiert nun als Tür, welche sie hinter sich abschließt. Der Hase versucht sich nicht beirren zu lassen, nimmt den technisch steinigen Weg auf sich und folgt in dem durchchoreografierten Musikstück seinem Glück. Dabei purzelt der Verehrer seiner großen Liebe von Medium zu Medium hinterher. Bei all den Wirrungen und Irrungen sei so viel schon einmal verraten: Es gibt ein süßes Happy End.

Musikvideo Performance mit 14 Screens in Echtzeit

Die große Herausforderung ist es, die Figuren und ihre Gestiken auf die Sekunde genau richtig zu programmieren und zu platzieren. Denn das Video läuft in Echtzeit. Dafür bedarf es einer ganzen Choreographie. Doch es muss nicht nur virtuell geplant werden. Für einen reibungslosen Ablauf ist es ebenfalls wichtig, dass alle Beteiligten das jeweilige Gerät zum richtigen Zeitpunkt und gleichzeitig an der richtigen Stelle platzieren. So beginnt der Clip mit einem Countdown, die Finger verharren bis zum Start auf den Displays.

Kreativer Youtube-Hit und Award-Gewinner

Im Netz wurde Kritik laut, dass es sich bei dem Video eventuell um verschleierte Werbung handelt. Schließlich sind die eingesetzten Medien durchweg Apple Produkte. Offiziell bestätigt ist dieser Zusammenhang allerdings nicht. So oder so handelt es sich um eines der wohl kreativsten Musikvideos – insbesondere hinsichtlich des Einsatzes von Medien. Der Youtube-Clip wurde bereits über 9 Millionen mal aufgerufen, namenhafte Medien wie Billboard, The Daily Mirror, Rolling Stone, The Huffington Post und viele andere berichteten bereits darüber. “Knock Knock” wurde für die innovative Arbeit belohnt und staubte im Jahr 2015 einen Berlin Music Video Award in der Kategorie “Best Concept” ab.

Und nun die ganze Liebesgeschichte mit allen ihren digitalen Brückenschlägen: