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Die Fête de la Musique 2017 im Überblick:
digital und mit unseren Tipps für Berlin

Ob piano oder forte, ob Rock oder Pop, ob Solist oder Band, ob drinnen oder draußen, ob Profi oder Hobby-Musiker – bei der Fête de la Musique ist für jeden Geschmack etwas dabei! Alle Jahre wieder feiern Menschen weltweit, zum Sommeranfang am 21.06., das Fest der Musik, the Worldwide Music Day. In den Straßen der insgesamt 540 teilnehmenden Städte, davon 300 in Europa und 47 in Deutschland, finden sich Musikliebhaber zusammen und lassen sich von Klängen unterschiedlichster Natur treiben – den ganzen Tag, zum Nulltarif.

Auch Berlin zelebriert die Liebe zur Musik auf über 100 Bühnen in unterschiedlichen Spots, in allen 12 Bezirken der Stadt. In diesem Jahr sprechen die Veranstalter von einer Rekord-Beteiligung. So sind am Mittwoch über 25 neue Locations mit dabei. Da kann man schon einmal die Übersicht verlieren. Die kostenlose App FETEberlin (erhältlich für iOS und Android) versucht dem entgegenzuwirken. Wir haben sie getestet, verraten Euch, ob sich ein Download zur optimalen Vorbereitung auf Mittwoch lohnt und geben Euch alle weiteren Infos in die Hand, um den Tag musikalisch auskosten zu können.

App FETEberlin

Die App macht Angaben zur Geschichte des musikalischen Festes und klärt über die Regeln zur Straßenmusik auf: Wer darf wann, wie und was musizieren. Die integrierte FdM-Berlin Map verschafft dem Nutzer zunächst einmal einen Überblick über alle Bühnen sowie das jeweilige Programm vor Ort. Wird eine der Locations ausgewählt, so erhält man die wichtigsten Informationen: die Agenda, inklusive Uhrzeiten, Künstler sowie Angaben zum Gerne. Wer lieber direkt nach Bezirk, Bandname, Bühne, Stilrichtung (z.B. Hip Hop, Rock, Raggae, Indie) und/oder Eventart (z.B. Open Air, Indoor, Fête de la Nuit) filtern möchte, kann dies in einer gesonderten Suchmaske ebenfalls tun.

Die YouTube-Playlist FETE-Künstler 2017, auf welche die App verweist, ist gespickt mit den Musikvideos teilnehmender Künstler – so kann man sich bereits im Vorfeld erkundigen, welche Acts interessant und einen Besuch wert sind.

Mithilfe der App können sich die Nutzer einen guten Überblick über die musikalischen Highlights und die benötigten Informationen verschaffen – insbesondere für Kurzentschlossene eine schnelle und effektive Möglichkeit, sich musikalisch durch den Tag zu manövrieren. So findet jeder für seinen individuellen Musikgeschmack die richtigen Locations. Bedenken sollte man jedoch, wie bei allen Veranstaltungen dieser Größenordnung auch, dass in den Ballungszentren die benötigte Internetverbindung schwächeln kann.

Unsere Tipps für Eure Fête de la Musique 2017

Für den ersten Überblick geben wir euch schon einmal einige Tipps für die Fête de la Musique in Berlin mit. Bisher meint es der Wetterbericht gut mit uns, sodass sich die letzten Sonnenstrahlen beispielsweise gut im Birgit & Bier genießen lassen: Auf zwei Open Air Floors wird unter Beweis gestellt, dass auch an ein und demselben Standort unterschiedliche Geschmäcker auf ihre Kosten kommen können. So treten hier die Künstler The Blue Ones (Blues), Rosie and the Amateurs of Speed (Folk), B6BBO (Power Polka), SwingSchlampen (Swing), RasgaRasga (Gipsy, Balkan) sowie Mike Book, DirrtyDishes, Daniel Jaeger und Mr. Schug (Dance, Electro) auf.

Auch auf dem RAW-Gelände im “Badehaus x Cassiopeia Openair” gibt es einen bunten Musik-Mix: Von HipHop, Soul und Funk über Pop, Indie, Alternative oder Garage ist alles dabei.

Der Mauerpark ist jedes mal aufs neue Highlight der Fête de la Musique in Berlin. Im Programm der Red Bull Music Academy stehen Auftritte von Cuthead, Alis, Jameszoo, Dorian Concept, Thundercat und Flying Lotus. In der Vergangenheit besuchten die Mauerpark-Bühne ca. 15.000 Besucher. Leider bleibt uns dabei aber auch eine schlechte Nachricht nicht erspart: Kurz nach der Fête de la Musique beginnen im Mauerpark zwei Jahre andauernde Bauarbeiten. In diesem Zeitraum ist der Park zwar zugänglich, Veranstaltungen dieser Art können dort jedoch nicht mehr stattfinden. Ein Argument mehr, die Location auf dem Plan zu haben – so als Abschied.

Auch leise Töne

Fête de la Musique = laute Party-Sounds? Nicht nur! Schließlich lebt das Fest von seiner musikalischen Vielfalt! So kommen auch die leisen Töne nicht zu kurz. Wer möchte, kann sich zum Beispiel beim Event “Yoga meets Music at BeachMitte”, passend zum gleichzeitig stattfindenden internationalen Yoga-Tag, entspannen. Meditieren statt tanzen – auch das ist möglich.

Wer es lieber klassisch mag, sollte den Tag im Nikolaiviertel verbringen – hier spielen hauptsächlich traditionell klassische Musiker. Auch der Berliner Dom ist mit zahlreichen Chören ein geeigneter Anlaufpunkt – von Barock bis Filmmusik ist hier alles vertreten.

Bis die Wolken wieder lila sind

Um 22 Uhr muss das musikalische Erlebnis noch lange nicht vorbei sein. Beim sich anschließenden Fête de la Nuit kann bis in die Nacht hinein getanzt und musiziert werden. Insgesamt setzen 25 Standorte ihr Programm indoor fort, darunter: Gretchen, Yaam, Kesselhaus-French Night, Tresor Club, Ritter Butzke, Hafenbar Tegel, Mein Haus am See, Musik & Frieden sowie der Void Club Berlin.

 

Die Fête de la Musique Berlin – am Mittwoch, den 21.06.2017
Wetterprognose: sonnig, 25 Grad

– Musik in unseren Ohren!

 

Bild: @Fete berlin,  Fotograf: Dirk Mathesius

Das FridaMoji: geschmacklos oder innovativ?

Im Dschungel der Emoticons zieht eine Kunstikone ein: Frida Kahlo. Die sogenannten „FridaMojis“ sind ab sofort via App erhältlich.

Die Reaktionen der Netzgemeinde reichen von einem “wonderful”, “inspiring”, “creative”, bis hin zu: “what is this? it’s horrible… be ashamed! you created a frightening puffy alien but certainly not a ‘depiction’ of Frida”. Ist diese Kritik berechtigt oder entsteht hier nicht gar eine neue Art von Kunst?

Ein Bild der eigenen Geburt, auf welchem die Mutter bereits verstorben ist. Ein Bild des eigenen gespaltenen Brustkorbes, die Haut mit Nägeln besetzt, Totenmasken, Fleisch und Fischabfälle, in den Körper einverleibt – Frida Kahlos Werke sind nicht ohne! Es sind intime, nachdenkliche, ernste, ja zum Teil sogar brutale, verstörende, in erster Linie aber tiefgründige Abbildungen. Vielen ist die mexikanische Künstlerin vor allem durch ihre Monobraue bekannt. Ihre zahlreichen Selbstporträts zeigen sie meist vor dem Hintergrund farbenfroher Natur. Oft an ihrer Seite: Affen und Blumen. So wirken einige ihrer Bilder zwar auf den ersten Blick etwas naiv, bunt und verspielt, doch ein genauerer Blick offenbart letztlich in jedem ihrer Werke einen Schmerz, eine nachdenkliche Stimmung – und sei es allein der ernste Gesichtsausdruck der Malerin, der diese vermittelt.

Man stelle sich nun Frida Kahlo und ihre Kunstwerke als bunte, verspielte und knuffige Emojis vor, die im Gegensatz zu den Werken der Malerin primär positiv und leichte Ironie anmuten. Kulturell anspruchsvolle Gemälde, übersetzt in ein modernes Kommunikationsbeiwerk. Nicht möglich? Und ob! Das dachte sich sowohl die Instagram-Community als auch der in Los Angeles lebende Grafikdesigner Sam Cantor. Er und sein Team entwickelten, in Kooperation mit der Galerie Cantor Fine Art, eine Kollektion von über 160 sogenannten “FridaMojis”. Die Follower konnten zuvor in einer Online-Abstimmung auf Instagram unter mehreren Künstlern auswählen und so den Ausgangspunkt für das Projekt “Museumito” bestimmen. Die Entscheidung fiel auf die bekannte Malerin Frida Kahlo, deren Einzigartigkeit sich in den kreierten Emoticons widerspiegelt. Diese greifen die markanten Elemente der Originalbilder auf und denken ihre Bedeutungen weiter: einerseits, indem sie die Gedanken Frida Kahlos in den Kontext unseren heutigen Alltags stellen und sie andererseits zum Teil sogar emotional umkehren.

Die Trivialisierung einer Kultfigur?

Frida Kahlo hat mit ihren surrealistischen Werken Kunstgeschichte geschrieben und ist postum zu einer Kultfigur geworden. Heute sind ihre Bilder gefragt, Millionen wert. In den 70er Jahren wurde sie zum Vorbild der Frauenbewegung und weltbekannt. In ihren Bildern verarbeitete sie eigene Gedanken, Lebenskonflikte und Schicksalsschläge. Nicht zu verkennen ist auch ihre Bedeutung als Modeikone. Durch ihren unverkennbaren Look, in welchem sie folklorische und extravagante Elemente miteinander verband, sich aber auch mal in einem Hosenanzug präsentierte, gilt sie in der Branche bis heute als eine Inspiration.

Bei dieser Bedeutsamkeit werden kritische Stimmen laut, die eine Neuinterpretation von Frida Kahlos Bildern in Form von Emoticons ablehnen, da sie dem Schaffen der Künstlerin, ihrer Meinung nach, nicht gerecht werden. So argumentieren Gegner der FridaMoji, dass Emoticons doch lediglich einfache, schmückende Beiwerke von Textnachrichten und Online-Chats seien, welche Konversationen nicht ausmachen, sondern “nur” ausschmücken und eine technische Spielerei darstellen.

Ein Aufschrei der Kunstliebhaber:

Deborah Wood: “Even more trivialisation and commodification of a great artist -tacky.”

Elise Nicole: “Her life was short and filled with constant horrible pain and tragedies but hey let’s take the art she made and turn it into simple fun emojis! This is so insulting.”

Shania Naderipour: “Her work was really complex, and represented personal and political struggles on a deeply human level. This is so the antithesis of what she stood for I think. I don’t think she would have been pleased. Stop trying to profit on her pain.”

Richard Lawrence: “it feels strange… as if she’s just an eccentric character and is famous for her looks. so many people use her image on clothes and other products to make money, it’s annoying… the woman had the courage to bare her soul and now is turned into cute little creatures for people to use on their phones, perhaps to decorate shallow conversations. Poor Frida!”

Nein! Eine Hommage an eine Kultfigur!

Emoticons und Fridas Werke haben eine Gemeinsamkeit: Emoticons laden schriftliche Aussagen mit Emotionen auf, sie können Gestik und Mimik ersetzen und einer Textnachricht die finale Botschaft verleihen. Das Herzstück von Frida Kahlos Gemälden sind Emotionen, sie sind die Grundlage für ihr Schaffen. Dies sah auch FridaMoji-Macher Cantor als ausschlaggebenden Faktor an: “Frida was just perfect for the project. She conveyed her emotions so honestly and openly in her work. What better artist to translate into emoji, which we use to express emotion today?” Der Unterschied liegt darin, dass Emojis an sich spielerisch und lustig, Frida’s Werke hingegen „schwer“ wirken. Da kommt einem spontan das Gefühl auf, nicht zu wissen, ob man dieses Projekt gut oder schlecht finden soll und vor allem darf. Doch genau dieser Stilbruch ist eine neue Art der Kunst.

Eigentlich sind die Frida-Emoticons sogar eine Hommage, ein digitaler Feldzug der Erinnerung an die Künstlerin und ihr Werk. Sie rufen die Malerin auch zukünftigen Generationen ins Gedächtnis. Gleichzeitig stellen sie einen Versuch dar, ihre Gedanken neu zu beleuchten. Es heißt die Gedanken bestimmen unser Leben. In jedem Schmerz, jedem Scheitern, kann eine Chance liegen sich weiterzuentwickeln und so negative in positive Emotionen zu transformieren. Durch den Perspektivwechsel ergibt sich ein ganz eigener neuer künstlerischer Anspruch, der Fridas Schaffen ehrt und bewahrt, aber auch erweitert und dadurch bereichert.

Findet ihr auch? Klickt euch einfach mal selbst durch!

Die englischsprachige App FridaMoji ist für iOS erhältlich und leicht auf dem Smartphone zu installieren. Doch auch Android-Nutzer können hoffen: laut der Frida Kahlo Corporation ist ab nächster Woche eine Android-Version erhältlich. Der Download ist, ebenso wie die Verwendung von ausgewählten FridaMojis, kostenlos. Bei Bedarf, beziehungsweise auf Wunsch, können weitere Motive (auch als Paket) hinzugebucht werden. Die Vorschau von preisgebundenen Emojis ist umso verlockender, da die Auswahl der gebührenfreien Bilder doch leider etwas begrenzt ist.

Wer seinem Chatpartner FridaMojis schicken möchte, kann sich aus einem mehr oder weniger großen Pool bedienen. Zur Auswahl stehen unter anderem:

Las Fridas: Smiley-Klassiker im Frida Style
Queen of Pain: Frida’s Melancholie ist ein extra Bereich gewidmet
Los Animales: Affen – natürlich! Rehe und Pandas und Co.: viele süße Emojis, aber auch eine Kahlo als erlegter Hirsch
Viva La Vida: eine Rubrik, so bunt und detailliert wie das Leben

In der zuletzt aufgeführten Kategorie finden sich einige Abwandlungen ihrer bekanntesten Werke. In Anlehnung an Fridas „Selbstbildnis mit abgeschnittenem Haar“, gibt es beispielsweise ein Emoji, in welchem sie sich, im Gegensatz zum Original,  gemeinsam mit ihrem Affen fröhlich und munter ans Werk macht, sich ihrer Haarpracht zu entledigen. Aus dieser Ironie ergibt sich so eine ganz eigene Kommunikationsform und -möglichkeit.

Emotionen zeigen! Mit Frida!

Was würde wohl Frida von all dem halten? Wahrscheinlich wäre sie über ihre neue Online-Präsenz erfreut, würde es als Querdenkerin begrüßen, zu neuen und ungewohnt gewohnten Ufern aufzubrechen. Vielleicht hätte man ihr gar ein Lächeln entlocken oder ihr helfen können, sich sogar selbst neu zu entdecken. Wir finden: Emoticons sind in der Online-Kommunikation essentiell, sie zeigen Emotionen, die nicht immer nur mit Worten beschreibbar sind. Frida’s Werke stehen für Emotionen. Warum also nicht beides kombinieren und Frida Kahlo’s Erbe bewahren, es neu erfinden und es zum Beispiel mit positiven Stimmungen aufladen?

Frida ist Kult! FridaMojis sind Online-Kult!

Video: @ Frida Kahlo Corporation, Museumito
Bild 1: @ Frida Kahlo Corporation, Museumito
Bild 2: @ Frida Kahlo Corporation, Museumito; flickr
Bild 3: @ Frida Kahlo Corporation, Museumito

Tipps für eine gelungene Video-Bewerbung

Video- statt Passbild! Immer mehr Unternehmen und Ausbildungsstätten bieten Bewerbern die Option an, sich via Bewegtbild bei ihnen zu bewerben, einige verlangen es sogar. Eine von Talentcube in Kooperation mit AUBI-plus entwickelte App ermöglicht genau dies. Mittels der kostenlosen und unkomplizierten Anwendung können sich Ausbildungsinteressierte direkt via Smartphone-Kamera online bei dem gewünschten Betrieb bewerben. Doch auch für eine Initiativbewerbung kann ein Vorstellungsvideo eine Chance bedeuten, sich von anderen Anwärtern auf einen Job- oder Ausbildungsplatz abzuheben und der Firma quasi “direkt ins Auge zu springen”.

Es ist eine Art Werbefilm über sich selbst: du bist der Regisseur, der Drehbuchautor, der Protagonist und Bühnenbildner deiner eigenen Video-Bewerbung. Das bedeutet, du hast die Möglichkeit, dich als die Person, die hinter den theoretischen Bewerbungsunterlagen steckt, erlebbar zu machen, den Freiraum, dich kreativ zu entfalten und dich von deiner besten Seite zu präsentieren. Doch diese Freiheiten bergen mindestens genauso viele Gefahren. Mit diesen Tipps vermeidest du mögliche Fehlerquellen und Patzer.

Zeitmanagement

Einige Unternehmen geben dir eine Zeitspanne vor, innerhalb derer du die Vorstellung deiner Person beendet haben musst. Deshalb solltest du vor dem Dreh einen Probedurchlauf starten, die Zeit stoppen und dein Timing anpassen.
Gibt es keine zeitlichen Vorgaben, solltest du darauf achten, dass dein Video nicht zu lang wird. Dies birgt die Gefahr, dass sich der Betrachter schnell langweilt oder sich weder die Zeit nehmen will, noch kann.

Authentizität & Vorbereitung

In diesem Zusammmenhang ist eine gute Vorbereitung das A & O einer gelungenen Video-Bewerbung. Lege dir im Vorfeld zurecht, was genau du sagen möchtest. Hierbei achte darauf, nicht einfach nur das wiederzugeben, was dem Personaler aus deiner schriftlichen Bewerbung bereits bekannt ist. Vielmehr solltest du das Video als Zusatz sehen und einen Mehrwert bieten. Dafür kannst du bei den Fakten ansetzen. Zum Beispiel: “In diesem Praktikum konnte ich mich intensiv mit dem Bearbeitungstool XY auseinandersetzen. Durch die Arbeit im Team habe ich dann auch gemerkt, dass ich leidenschaftlich gerne die Rolle des Koordinators einnehme, der alle Fäden zusammenhält”. Sei dabei ehrlich und authentisch – einfach du selbst!

Um sich nicht hetzen zu müssen, gilt generell: lieber weniger, dafür aber relevanten Inhalt.
Aufgrund von möglicher Nervosität ist es ratsam, dass du dir dazu Notizen machst.

Stimme & Körperhaltung

Deine Gedanken solltest du allerdings nur grob formulieren und in Stichpunkten festhalten. Ansonsten besteht die Gefahr, dass du zum Ablesen tendierst. Wie in jeder anderen Präsentation auch, ist es immer besser, möglichst frei zu sprechen. Dabei stehst du – und das möglichst gerade: Brust raus, Bauch rein (aber bitte nicht verkrampft!). Dies vermittelt nicht nur dem Betrachter deine Präsenz und Tatkraft, sondern gibt auch dir ein selbstsicheres und positives Gefühl. Gleichzeitig ist der Klang deiner Stimme dadurch automatisch klar und souverän. Die Aussprache sollte deutlich, die Lautstärke normal und die Betonung der Sätze abwechslungsreich sein. Lass dich ebenfalls nicht dazu verleiten, durch den Text zu hetzen, um die Sache schnellstmöglich hinter dich zu bringen. Achte außerdem darauf, dass du einen Mittelweg zwischen wilder Gestikulation und unmotiviert herabfallenden Armen findest. Am besten handhabst du es in etwa wie “Angie”, die in ihrer bekannten Merkel-Raute-Handgeste ihre Daumen und Zeigefinger in Höhe der Taille zueinander führt (haargenau die gleiche Pose ist eventuell trotzdem nicht ratsam 😉 ). In jedem Falle ist aus der Psychologie bekannt, dass sich Arme und Hände bei einer Präsentation über den Hüften befinden sollten, um Kompetenz und Engagement auszudrücken. Wenn du dann auch noch Blickkontakt zur Kamera aufnimmst, freundlich schaust und dich authentisch präsentierst, kann nichts mehr schief gehen.

…wenn da nicht die Technik wäre

Ob du nun ein Technik-Nerd bist oder nicht, auch hier können potentielle Gefahrenquellen lauern.

Die Wahl des richtigen Mediums für deine Video-Bewerbung ist dir, sofern nichts anderes vorgegeben, letztlich selbst überlassen. Wenn du einen stabilen „Selfie-Arm“ hast und dich mit dem Smartphone wohlfühlst, dann nutze es. Die Entscheidung, ob du mit der Spiegelreflexkamera oder dem Smartphone filmst, sollte sich allerdings auch nach der Job-Position und/oder Branche richten. Wird ein Social Media Manager gesucht, so kann dich die Verwendung des Smartphones sogar auszeichnen. Für eine bessere Auflösung und Qualität sorgt die Verwendung einer professionellen Kamera. Daraus ergibt sich gleichzeitig die Frage, ob du den Selbstauslöser drückst oder dich von jemandem filmen lässt. Letzteres ist, wenn möglich, vorzuziehen, da du dich so voll und ganz auf deine Präsentation konzentrieren kannst. Stelle in jedem Fall im Vorfeld sicher, dass alles funktioniert und die Akkus ausreichend geladen sind. Weiterhin kann ein Stativ bei Kameranutzung für die gewünschte Stabilität sorgen. À propos Stabilität: erfolgt die Bewerbung via Internet, wird natürlich eine stabile WLAN-Verbindung benötigt.

Styling & Umgebung

Zu guter Letzt ist die Optik nicht zu unterschätzen – dies betrifft sowohl Frisur und Kleidung als auch die Umgebung, in der du dich befindest. Ziehe dir das an, was zur Branche und Position passt und worin du dich wohlfühlst. Dein Äußeres ist selbstverständlich gepflegt. Gleiches gilt für die Umgebung. Hierbei sollte die Wahl allerdings auf einen möglichst neutralen (du stehst im Fokus!) und vor allem ruhigen Ort fallen. Idealerweise drehst du bei dir Zuhause – schließe die Fenster, schalte nicht benötigte Medien aus, beziehungsweise stelle sie auf lautlos, gehe sicher, dass du keinen Paketboten erwartest oder deine Nachbarn Radau machen. Dann steht deiner gelungenen Video-Bewerbung nichts mehr im Wege.

And the Oscar goes to…

Bild: @pixabay

Die Zukunft hat zwei Räder

Fahrradfahren bedeutet Mobilität, Spaß und Ausgleich – und ist damit weit mehr als eine bloße Möglichkeit, um von A nach B zu gelangen. Wer aufs Fahrrad steigt, zeigt einen aktiven und modernen Lifestyle aus. In unseren ständig verstopften Großstädten, in denen jeder Parkplatz ein Glücksgriff und der Feierabendverkehr einem täglich kostbare Zeit raubt, greifen deshalb immer mehr Menschen zur Zwei-Rad-Version. Morgens vor der Arbeit weckt die Bewegung die Lebensgeister, nach der Arbeit bietet Fahrradfahren die perfekte Möglichkeit, um abzuschalten, den Kopf freizubekommen und sich nach dem vielen Sitzen im Büro noch einmal zu bewegen. Aber auch in der Freizeit ist Fahrradfahren eine wunderbare Alternative zum Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Smart unterwegs – mit mobilen Apps

Vor allem beim Fahrradfahren in der Stadt sind mobile Apps von Vorteil und vereinfachen die Orientierung enorm. Die meisten sind mit einer Vielzahl möglicher Einstellungen ausgestattet. So können neben einem optimalen Weg auch die individuelle Fahrgeschwindigkeit mit einbezogen oder Vorlieben zu Straßentypen angegeben werden. Auch längere Fahrradtouren lassen sich mit einer App problemlos planen.

Einige Apps – darunter Naviki und Bike Citizens – sind inzwischen so optimiert, dass sie die zurückgelegten Wege registrieren und so eine Heatmap über stark frequentierte Strecken erstellen können. Diese sind wiederrum für Städte und Kommunen von Nutzen, um die Infrastruktur für Radfahrer zu optimieren. Etwa indem fehlende Radwege auf viel befahrenden Strecken erkannt und in anstehenden Planungen für Radwege berücksichtigt werden. Und die Routenplaner haben noch einen weiteren Vorteil: Anders als in anderen europäischen Städten, wie etwa in Kopenhagen, wird der Radverkehr in deutschen Städten bisher kaum registriert. App-Nutzer, die einer Aufzeichnung ihrer Daten zustimmen, bieten hier einen ersten Anhaltspunkt. So sorgt man beim Fahrradfahren darüber hinaus auch für die Verbesserung der Infrastruktur.

Ein Thema, das mobilisiert

Längst schon schlägt der zunehmende Fahrradtrend große Wellen. Die Zeiten, in denen bei Berliner Critical Mass-Veranstaltung nur knapp 100 Leute teilnahmen, sind lange vorbei. Seit 2014 stiegen die Teilnehmerzahlen stetig an. An der letzten Berliner Veranstaltung im August nahmen über 2500 Fahrradfahrer teil. Und auch in anderen deutschen Städten werden regelmäßige Treffen organisiert, mit denen die Teilnehmer auf mehr Rücksichtnahme und die Präsenz von Fahrradfahrern im Straßenverkehr aufmerksam machen wollen.

Aber nicht nur Veranstaltungen wie die Critical Mass zeigen, dass Fahrradfahren immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gelangt. Ende September dieses Jahres veranstaltete der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) eine Veranstaltung unter dem Motto „Mobilität 4.0“, zu der sich Vertreter aus Politik, Fahrradbranche und verschiedenen Start-Ups trafen, um über die Zukunft des vernetzten Radfahrens zu diskutieren. Die Bewegung hin zum Fahrrad und weg vom Auto soll zukünftig auch auf politischer Ebene mehr Unterstützung erfahren und junge Start-Ups feilen schon jetzt an innovativen Ideen, die das Fahrradfahren noch komfortabler und reizvoller machen sollen.

Das Angebot wächst

Ein großer Schritt zu mehr Mobilität in der Stadt sind auch die vielerorts installierten Fahrradstationen, an denen Touristen und Bewohner Fahrräder ausleihen können. Immer mehr im Kommen sind zudem E-Bikes oder auch Penelecs. Laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) wurden allein in Deutschland im vergangenen Jahr über eine halbe Million E-Bikes verkauft – und die Tendenz ist steigend. Durch die unterstützende Leistung eines kleinen Motors erleichtern diese Fahrräder das Vorankommen zusätzlich. Da kommen auch Bewegungsmuffel auf ihre Kosten.

Rauf auf’s Rad!

Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt: Die Zukunft gehört den Fahrrädern. Und dank smarter Apps findet sich jeder nun auch ohne Auto-Navi problemlos in allen Städten zurecht.

Morgen dann also mit dem Fahrrad zur Arbeit?

Foto: @pixabay

Instagram: jetzt optimiert für Unternehmenskommunikation

Auf Instagram werden täglich etwa 60 Millionen Beiträge hochgeladen. Allein in Deutschland nutzen bereits mehr als 9 Millionen Menschen den Online-Dienst, mit dem Bilder und Videos geteilt werden können und weltweit gibt es sogar mehr als 500 Millionen User – Tendenz steigend. Darin steckt Potenzial für Unternehmen, Instagram in ihre Marketing-Strategie einzubinden. Anders als Facebook und andere Social Media-Netzwerke können auf Instagram jedoch keine externen Links auf Websites in Posts integriert werden, sodass kein Referral Traffic erzeugt werden kann – doch wie betreibt man effizientes Marketing mit Instagram dann?

Marketing mit einem regulären Instagram-Profil

Ein Unternehmen kann ein reguläres Profil anlegen und dort ein Profilbild – beispielsweise das Icon der Marke – und eine Biographie einstellen. Zu beachten ist, dass für die Biographie lediglich 200 Zeichen zur Verfügung stehen, man sollte sich also kurz und prägnant ausdrücken. Außerdem können auf dem Profil externe Links platziert werden, die direkt auf die Homepage des Unternehmens verweisen. Nach der Anmeldung kann direkt damit begonnen werden, Content hochzuladen.

Welcher Content ist für Instagram geeignet?

Es lohnt sich nicht, einfach nur Fotos von aktuellen Produkten zu posten, denn das ist für User eher langweilig. Beim Marketing mit Instagram steht vor allem der emotionale Kontakt zum Kunden im Vordergrund. Fotos sollten daher Insights in die Unternehmenskultur geben und einen vornehmlich privaten Charakter besitzen. Damit die Fotos im Newsfeed der Abonnenten oder bei der Suche herausstechen, sind Ästhetik und gute Qualität Voraussetzung. Außerdem sollte man versuchen, einen authentischen Charakter zu erzeugen und konstant beizubehalten, denn neben der Herstellung von direktem Kundenkontakt ermöglicht es Instagram auch, das Image des Unternehmens zu prägen.

Marketing-Agenturen können bisweilen wahrscheinlich nicht genug interessanten Content produzieren, um täglich ansprechende Bilder hochzuladen, die den Followern im Gedächtnis bleiben. Deswegen kann man durchaus auch Bilder von Instagram-Usern, die Produkte des Unternehmens verwenden, sharen oder rebloggen veröffentlichen. Oft wissen diese User besser, wie ein Bild aussehen muss, um sich von der Bilderflut abzuheben und besitzen selbst viele Follower – und genau das ist neben dem Content die zweite große Frage:

Wie erreicht man mit dem Content möglichst viele User?

Hashtags

Damit Inhalte durch User gefunden werden können, werden auf Instagram Hashtags verwendet. Welche Hashtags geeignet sind, ist sowohl vom Bild selbst, als auch vom postenden Unternehmen abhängig. Kurze Hashtags, wie der Name des Unternehmens und eines Produktes, sind einprägsam und können durch solche, die den Bildinhalt oder auch die Unternehmensphilosophie beschreiben, ergänzt werden. Zudem empfiehlt sich eine Mischung aus bekannten Hashtags, mit denen man eine breite Masse erreicht, und unbekannteren, die ein spezifisches Publikum ansprechen und aus weniger konkurrierendem Content besser herausstechen.

Auch kurze Kampagnen-Slogans oder Werbesprüche sind geeignet. Sie können das Image des Unternehmens bleibend prägen und laufende Kampagnen verlängern. #justdoit ist ein hervorragendes Beispiel dafür – oder denken Sie gerade etwa nicht an Sportschuhe?

Influencer

Influencer sind besonders aktive User mit vielen Followern, die durch das, was sie sharen und liken, Produkte und Unternehmen promoten und ganze Trends in Gang setzen können. Sie sind essentiell, um User zu erreichen und an Bekanntheit zu gewinnen. Die Zusammenarbeit mit Bloggern, Influencern und Stars zählt somit zu den wichtigsten Strategien, die Unternehmen für ihr Marketing mit Instagram verfolgen sollten.

Verbindung mit Kanälen

Der Instagram Account kann mit anderen Kanälen, beispielsweise Facebook und Twitter, verbunden werden und so als Verlängerung der Social Media-Aktivität dienen. Der Instagram-Account sollte aber immer auch Unique Conent bieten und nicht nur die Bilder anderer Accounts sammeln – wieso sollte man ihm sonst folgen

Besseres Marketing mit Business Accounts

Seit diesem Jahr bietet Instagram seine Business Accounts auch in Deutschland an und gegen Ende des Jahres soll das Feature sogar weltweit verfügbar sein. Mit einem Business Account können dem Instagram-Profil Kontaktdaten hinzugefügt werden und es ist möglich, Beiträge hervorzuheben und Statistiken über User einzusehen.

Kontaktdaten hinzufügen

Business Accounts können eine Adresse, E-Mail-Daten und eine Telefonnummer angeben. Über einen Kontakt-Button können User sich dann direkt mit dem Unternehmen in Verbindung setzen.

Statistiken sammeln

Damit das Unternehmen seine Zielgruppe besser verstehen kann, werden für Business Accounts Statistiken erstellt. Diese werten unter anderem aus, wie oft Beiträge in den letzten Tagen angeklickt wurden, wie sich das Alter oder das Geschlecht der User verteilt, oder wie oft und wann die User aktiv sind. Da Instagram angezeigten Content oft nach Aktualität sortiert, ist es hilfreich zu wissen, wann die Zielgruppe, die man ansprechen möchte, aktiv ist – und auch das ermöglichen die Statistiken.

Beiträge hervorheben

Die letzte Funktion des Business Accounts ist die (kostenpflichtige) Hervorhebung von Beiträgen. Das Unternehmen wählt aus, was es durch die Hervorhebung erreichen will und welche Zielgruppe angesprochen werden soll. Die Zielgruppe kann auch anhand der Statistiken von Instagram ermittelt werden. Je nachdem, wie viel Geld man in die Hervorhebung investiert, variiert die Anzahl der User, die den Beitrag sehen – und auch die Laufzeit.

Fazit

Durch seine Business Accounts geht Instagram bereits einen Schritt auf Unternehmen zu. Da die meisten Instagram-User zwischen 15 und 30 Jahren alt sind, können vor allem Unternehmen dieser Zielgruppe schon jetzt von Instagram profitieren, um zum einen ihr Image zu promoten und zum anderen Kontakt zu Usern herzustellen. Angesichts der wachsenden Beliebtheit der Plattform, sollten aber auch andere Unternehmen erwägen, Instagram in ihre Marketing-Strategie einzubeziehen. Denn die heutigen Instagram-Nutzer werden schon in einigen Jahren eine ältere Zielgruppe darstellen, die dann über den Online-Dienst erreichbar sind, den sie schon heute nutzen.

Foto: @pixabay

Wearables und Fitness Apps oder: Die Sache mit den guten Vorsätzen

Im neuen Jahr soll alles besser werden. Wir wollen uns mehr Zeit für Familie und Freunde nehmen, im Job richtig durchstarten, sparsamer sein und endlich endlich einmal mit dem renovieren anfangen. Unangefochten auf Platz 1 der To-Do Liste für die kommenden 366 Tage ist und bleibt jedoch mehr Bewegung und eine gesündere Ernährung. Wie praktisch, dass man sich an Weihnachten schon mit den entsprechenden Tools hat ausstatten lassen. Fitnesstracker, Smartwatch und die dazugehörigen Apps auf dem Handy sollen den nötigen Motivationsschub geben.

Der Erfolg scheint den Gesundheits-Helferlein Recht zu geben: Fitnessarmbänder, wie das Jawbone oder FitBit, zählen aktuell zu den beliebtesten Wearables auf dem Markt. Ihr Absatz stieg im Jahr 2015 im Vergleich zum Jahr 2014 um satte 30 Prozent an. Und auch entsprechende Apps werden überdurchschnittlich häufig heruntergeladen. Der Yahoo Analyse Dienst Flurry verzeichnete bei iOS Nutzern im vergangenen Jahr einen 62 prozentigen Anstieg bei der Nutzung von Gesundheits- und Fitness Applikationen. Im Vergleich dazu: die übrigen Bereiche verzeichnen im Durchschnitt gerade einmal einen Anstieg von gut 30 Prozent. Das steigende Gesundheitsbewusstsein der Gesellschaft eröffnet einen komplett neuen Markt, auf dem sich Wearables und Apps fröhlich tummeln. Da die meisten Applikationen in ihrer Basisausführung kostenlos angeboten werden, werden sie einem Abo im Fitnessstudio oder kostenintensiven Traditionsmarken, wie Weight Watchers vorgezogen. Die neuen Gesundheitstools bieten also bei geringerem finanziellen Aufwand ähnliche Möglichkeiten und schaffen durch ihre Verknüpfung untereinander einen komplett neuen Mehrwert für den Nutzer.

Doch die Handhabung der Apps und Wearables will bewusst sein. Und damit soll hier keinesfalls auf den leichtsinnigen Umgang mit den eigenen, doch recht privaten gesundheitlichen Daten angespielt werden – das steht auf einem ganz anderen Blatt. Viel mehr geht es um einen gesunden Umgang mit derartigen technischen Tools. Natürlich: Das Bewusstsein für die eigene Ernährung und Fitness zu schärfen ist wichtig und gut. Allerdings sollte dies nicht ausschließlich über eine App oder das Wearable erfolgen. Anwender sollten sich zusätzlich über andere Kanäle informieren und gerade bei Gesundheitsfragen bestenfalls einen Experten hinzuziehen. Wenn dazu noch die nötige Motivation mitgebracht wird, stehen die Überlebenschancen für den guten Vorsatz gar nicht mal so schlecht.

Foto: pixabay.07

Wearables im Alltag: Segen oder Fluch?

Unterwegs noch ausstehende E-Mails erledigen, Zugverbindungen heraussuchen oder sich einfach durch eine nette Spieleapp zerstreuen: Smartphones und Tablets sind in unserem Alltag omnipräsent. Der Sprung vom Gerät hin zu einem tragbaren technischen Accessoire mit optimierter Nutzeroberfläche ist also kaum verwunderlich. Wearables stellen das Benutzen des Computers als hauptsächliche Tätigkeit in den Hintergrund. Viel mehr dienen sie zur Unterstützung verschiedenster Tätigkeiten in der realen Welt.

Praktischer Begleiter..

Smartwatches, Fitness Armbänder oder Google Glasses: Die Liste der auf den Markt schwappenden tragbaren Computer ist lang. Was alle gemein haben ist die Idee, den Alltag des Nutzers zu vereinfachen und komfortabler zu machen. So sind die neuen Trend Accessoires in erster Linie praktisch. Sie liefern uns in Kombination mit Assistenzprogrammen wie Siri oder Google Now schnelle Informationen, bieten uns Vorteile in der Kommunikation untereinander und mit anderen Endgeräten, oder tracken unsere Körperfunktionen. Gerade letzteres Anwendungsgebiet ist dabei, sich auf dem noch relativ jungen Markt der Wearables zu etablieren. Doch nicht nur im privaten Gebrauch werden tragbare Computer in der Zukunft gesehen. So ist es vorstellbar, dass Google Glasses auch im professionellen Bereich Einsatz findet. So zeigte beispielsweise ein Pilotprojekt in den USA auf, dass sich das Tragen der Computerbrille bei Einsätzen der Polizei positiv auf das Verhalten aller Beteiligten auswirkt. Bei so viel schöner Zukunftsmusik kann es schnell passieren, dass Nachteile oder eventuelle Risiken der tragbaren Minicomputer in den Hintergrund gedrängt werden.

..oder Malware als Accessoire?

Kritiker schlagen gerade hinsichtlich des Datenschutzes Alarm. Vor allem im Bereich des Trackens der eigenen Körperfunktionen und sportlicher Aktivitäten werden über Apps und Fitnessarmbänder höchst sensible Gesundheitsdaten gesammelt. Bei einem Test des Sicherheitsunternehmens Symantec ergaben sich bei fast allen getesteten Wearables und Apps Sicherheitslücken. Eine von fünf Apps überträgt die gesammelten Daten sogar komplett unverschlüsselt. Doch nicht nur empfindliches Wissen über das eigene Wohlbefinden können so in die Hände Dritter gelangen. Über die aufgezeichneten Informationen könnte zum Beispiel auch herausgefunden werden, ob der Nutzer sich aktuell im Haus befindet und ein Einbruch somit mit höherer Wahrscheinlichkeit unentdeckt bleiben würde. Auch Smartwatches weißen derartige Sicherheitslücken auf. So testete der Sicherheitsspezialist Kaspersky Lab die Uhr eines bekannten Anbieters auf ihre Datenverschlüsselung. Tatsächlich ist es möglich, über den Minicomputer am Handgelenk unbemerkt Fotos von der Umgebung des Trägers zu schießen. Mit wenig Aufwand lässt sich das Betriebssystem manipulieren und auf diese Weise an Bildmaterial gelangen. Auch Google Glasses bietet dem Nutzer zu wenig Schutz der eigenen Daten. Generell tritt hier jedoch ein bereits bekanntes Problem auf: Beim Einloggen in das WLAN ist es für Angreifer ein Leichtes, sich unbemerkt zwischen Endgerät und Hotspot zu schalten. Neben dem Zugriff auf private Daten, bleibt jedoch vor allem bei der Idee die Brille zur Aufzeichnung von Arzt- oder Polizeieinsätzen einzusetzen ein fader Beigeschmack und weckt Assoziationen an ein gewisses TV Format.

Letztlich ist es also vor allem die Kommunikation der technischen Geräte untereinander, die für ein mulmiges Bauchgefühl sorgt. Während die Entwicklung der Wearables an sich in sieben Meilenstiefeln voran zu schreiten scheint, bleiben Datenschutz und Sicherheit auf der Strecke. Es bleibt also spannend, den Markt und dessen Dynamik weiter zu beobachten. Denn die Grundidee und Entwicklung der tragbaren Minicomputer ist in jedem Fall interessant und auch wichtig – man denke nur an Hörgeräte und Herzschrittmacher.

Foto: pixabay.

Fitnessarmbänder und Apps: erfinden wir uns gesund?

Digitale Produkte erobern nicht nur unsere Kommunikation, sondern auch unsere Gesundheit. Das Problem des chronischen Zeitmangels trifft auf technische Innovationen, welche uns den Zugang zu mehr Fitness im Leben erleichtern sollen. Skeptiker und Sportler sind sich uneinig: Verlassen wir uns zu sehr auf die liebe Technik oder bahnt sie uns den Weg zu mehr Sport im Alltag?

Wo führt der Weg hin?

Die Athleten sind begeistert. Fitnessapps wie Runtastic und mobile Devices wie das Microsoft Band ermöglichen maximale Gestaltungsfreiheiten des Trainingsplans. Wo immer und wann immer: Die Trainingsgestaltung ist nun mobil und ermöglicht kürzere und zielgerichtete Einheiten, wenn die Zeit mal knapp ist. Ein wichtiger Punkt für die Sportindustrie, welche den Herausforderungen eines immer schneller werdenden Lebenstils begegnen muss. Sie versucht die Lücke zwischen Arbeitsalltag und dem Bedürfnis nach mehr Fitness zu schließen. Experten erwarten das große Geschäft – die technische Evolution weckt scheinbar das Bedürfnis nach Selbstverbesserung.

Tragbare Fitness boomt und birgt das Heilsversprechen von einem besseren und längeren Leben. Das Marktforschungsinstitut CCS Insight erwartet hohe Absätze bei Sport-Technologien, welche in Kleidung und modischen Assecoires integriert sind. Der Umsatz soll bis zum Jahr 2018 um das zehnfache steigen. Die Liste der geplanten Fitness-Gadgets ist lang: integrierte Sensoren zur Auswertung der Bewegungsabläufe oder digitale Tattoos zur Überwachung der Körperfunktionen sind längst keine Science Fiction mehr. Die Privilegien der Spitzensportler sind jedoch schon mit der Appel Watch Sport im Heimtraining angekommen. Das Gerät soll mit seinen Apps das persönliche Bewegungsverhalten positiv beeinflussen und Auskunft über den Energiehaushalt des Trägers liefern. Mit Herzfrequenz- und Beschleunigungssensoren erhebt die Watch die Aktivitätsdaten und motiviert durch Status-Updates und virtuelle Medaillen zur kontinuierlichen Leistungssteigerung.

Auch das Geschäft mit den Apps boomt: Freeletics konnte innerhalb von zwei Jahren mehr als vier Millionen Nutzer für seine Mobile Software gewinnen – und versetzt dabei die Fitnessstudio-Welt fast in Panik. Die Universität der Bundeswehr hat in einer Studie 533 Personen im durchschnittlichen Alter von 30 Jahren zu den digitalen Fitnessageboten befragt und stellt fest: „Schon jetzt nutzen 40 Prozent der jungen Erwachsenen Angebote wie Apps, Online-Kurse oder -Tools.“ Studioketten stehen vor neuen Herausforderungen, denn mit der ermöglichten Flexibilität und Mobilität der Innovationen können sie nicht mithalten. Genau das wünschen sich die Verbraucher jedoch: Ein moderner Lebensstil erfordert mehr Unabhängigkeit in der Gestaltung eines jeden Lebensbereichs.

Inzwischen gibt es über 350.000 Produkte zur gesundheitlichen und sportlichen Selbstkontrolle auf dem Markt. Kaum ein Angebot wird einer Prüfung unterzogen. Demnach gelten viele Produkte als unseriös und der neue Fitnesswahn als digitaler Hokuspokus. Doch was ist dran an der Kritik der Sportwissenschaftler und Marktforscher? Experten halten Health Apps zur Erklärung von medizinischen Inhalten und zur Begleitung eines Therapieverlaufs für sinnvoll. Apps, die der Motivation zu mehr Bewegung dienen, sind ihrer Meinung nach ebenfalls eine gute Idee. Mediziner raten unsportlichen Menschen jedoch erst mal zu einem Gesundheitscheck beim Hausarzt, bevor sie sich von Maschinen zu Höchstleistungen anspornen lassen, denn der Service der Software oder einer Smart Watch ist begrenzt. Die Effektivität der digitalen Analysen wird von nebensächlichen Faktoren wie der Qualität der Hardware, ihre Positionierung und die Art der Anwendung stark beeinflusst. Abgesehen davon kann ein Gerät die persönliche Beratung durch Experten nicht ersetzen. Die Diagnose durch Technik scheitert also an der Individualität ihrer Nutzer.
Die Krankenkassen begreifen die neue Technik jedoch als Chance. Schließlich sammeln die Apps jede Menge Gesundheits- und Fitness-Daten. Software soll in Zukunft verstärkt benutzt werden, um die Versicherten zu einem gesünderen Lebensstil zu ermutigen. Jedoch warnen Verbraucherschützer vor dem Missbrauch durch Datenklau. Auch können die gesammelten Datensätze zur individualisierten Gestaltung von Tarifen für Versicherte führen und das solidarische Konzept der Versicherungen kippen.

Egal ob Vor- oder Nachteile – Mediziner, Sportler und Hersteller sind sich in einer Sache einig: Die neue Technik kann die Funktion von Organismen indirekt optimieren, jedoch nicht ersetzen. Agieren muss der Mensch schon selbst.

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