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Altstadt blauer Himmel weiße Wolken zum Artikelthema Tarragona: Streetart in der Altstadt

Tarragona:
Streetart in der Altstadt

Kunst findet man ja bekanntlich überall. Eine bunte Mischung davon gibt es in Tarragona, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Süden der Region Katalonien. Kreative Künstler haben sich an Mauern, Gebäudefassaden und Straßenpfeiler ausgelassen und damit eine große Bandbreite an großartiger Streetart geschaffen. Wer jetzt neugierig geworden ist, muss dafür nicht extra einen Flug nach Katalonien buchen. Wir haben in diesem Artikel eine künstlerische Auswahl für euch erstellt.

 

Moderne Streetart trifft auf Geschichte

Die Altstadt von Tarragona ist zu einem der Hotspots für Kreative geworden. Es haben sich dort mehrere Kreativbüros, wie beispielsweise feeling mit seinen dunkel verspiegelten Fensterscheiben, niedergelassen. Touristen und Einheimische können sich von einer Vielfalt an Wandmalereien und zufälligen urbanen Strukturen inspirieren lassen. Ein entspannter Stadtrundgang lohnt sich in Tarragona auf jeden Fall. Die ganzen Kontraste und die bunten, chaotisch verspielten Eindrücke erinnern an Städte wie Berlin oder Kiew. Hier trifft moderne Kunst auf historische Geschichte. Es folgt eine kleine Auswahl der kreativsten streetart-Kunstwerke in Tarragona.

 

Domino

Emojis an der Wand

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Der Dirigent

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Elefant im Regen

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In Gedanken

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Hier gibt es noch mehr Streetart aus Tarragona

Weihnachtsbaum zum Artikel-Thema Weihnachtsvideos

Digital XMAS:
Top 5 Weihnachtsvideos in der Werbung

Wer trotz des Schnees immer noch nicht in Weihnachtsstimmung ist, sollte sich unsere Top fünf der schönsten Werbespots zu Weihnachten nicht entgehen lassen! Viele Unternehmen produzieren zu Weihnachten wirklich schöne Filme, die nicht wie üblich “Kauf mich!” schreien. Wir haben euch die fünf besten Weihnachtsvideos mit viel Liebe, süßen Tieren und leckerem Essen ausgesucht.

 

Platz 1

Der diesjährige Weihnachtsspot von Conrad Electronic setzt auf Ehrlichkeit und Humor. In einem Chat mit seiner Werbeagentur hat der Elektronik-Versandhandel um die ungefähre Umsetzung einiger Ideen gebeten. Die sehr unterhaltsame Sprachnachricht von Karsten wurde daraufhin eins zu eins umgesetzt. Herausgekommen ist “So ‘ne Sache, die richtig im Internet abgeht”. Dieser Weihnachtsspot hat sich in unserem Ranking den ersten Platz verdient!

Platz 2

In dem aufwendigen Weihnachtsspot von EDEKA befinden wir uns im Jahr 2117. Die Menschheit ist geflohen und Roboter mit künstlicher Intelligenz haben den Planeten übernommen. Ein neugieriger Roboter wird auf ein altes Plakat an einem verlassenen Kino aufmerksam, auf dem “Wunderbare Weihnachten” geschrieben steht. Nachdem er sich den Film angeschaut hat, begibt er sich auf die Suche nach Menschen, die mit ihm zusammen Weihnachten feiern. Ein Werbespot mit Herz auf dem zweiten Platz.

 Platz 3


Das Weihnachtsvideo auf Platz drei ist wie ein auffaltbares Buch gestaltet. Der Protagonist, ein einsamer Bär, kann seinen Winterschlaf wegen der Unruhe im Wald nicht beginnen. Eichhörnchen und Hirsche stellen traurige und sich streitende Menschen zu Weihnachtszeit dar. Der Bär verschickt Briefe an alle Waldbewohner und lädt sie zu einem Treffpunkt ein. Dort angekommen, erwartet sie ein wunderschönes Weihnachtsfest.

Platz 4

Im REWE-Weihnachtsspot begleitet die Kamera sowohl eine Mutter bei der Weihnachtsvorbereitung als auch ihren Sohn, der sich auf den Weg nach Hause macht. Die Mutter füllt ihren Einkaufswagen, der Sohn seine Reisetasche. Sie liest das Rezept für einen Weihnachtsbraten, er den Flugplan am Flughafen. Die Straße auf der der Sohn fährt, wird von der Mutter mit einer Spritztülle fortgeführt. Ein wirklich ansprechendes Video mit kreativem Splitscreen.

Platz 5

Bei der familiären Weihnachtsfeier angekommen, freut sich eine Frau über das mit IKEA-Möbeln eingerichtete Wohnzimmer. Die Vitrine sei total „schick“, das Sofa mega “comfy” und es gibt “a lot” Wandschrank. Jeden Satz beginnt sie mit einem langezogenen “Jesus”. Zu ihrer Überraschung sitzt der Wein trinkende Jesus dann auch noch höchstpersönlich im Zimmer und begrüßt sie herzlich. Jesus, das ist wirklich ein funny Weihnachtsspot!

Holztisch Blatt Papier Bild vom Weihnachtsmann bunte Farben Schneeflocken Hand mit Stift zum Artikelthema Viraler Hit auf Twitter: Zweitklässler pfeift auf den Nikolaus

Viraler Hit auf Twitter:
Zweitklässler pfeift auf den Nikolaus

Was habt ihr heute in eurem Stiefel gefunden? Schokolade, Lebkuchen oder doch eine Rute? Es gibt auf jeden Fall jemanden, der sich für den heutige Tag überhaupt nicht interessiert: den sechsjährigen Sohn einer amerikanischen Reporterin. Seine Hausaufgabe zum Thema Nikolaus wurde in kürzester Zeit zum viralen Hit auf Twitter.  

 

Brief an Nikolaus wird zum viralen Hit

Die meisten Kinder freuen sich auf den Nikolaus und suchen in ihren Stiefeln fleißig nach Süßigkeiten. Ein amerikanischer Zweitklässler, der bereits jetzt nicht mehr an Weihnachtsmann, Osterhase und Co. glaubt, bildet hier eine Ausnahme. In der Schule hat er die, für ihn äußerst unangenehme Hausaufgabe bekommen, einen Brief an den Nikolaus zu schreiben. Weil er sich nicht wegen Unglaubens verweigern konnte, gab es für den Schüler keine andere Wahl als die Aufgabe zu erledigen. Das hat er allerdings auf seine eigene Art und Weise erledigt.    

 

 

Adventskränze und Totenköpfe  

Der Zweitklässler hat sich bei der Gestaltung seines Briefes ganz besonders viel Mühe gegeben. Auf der linken Seite befinden sich weihnachtliche Adventskränze und auf der rechten Seite wurden Totenköpfe gezeichnet, die seine Stimmung im Bezug auf die Aufgabe hervorragend wiedergeben. Seine Mutter, eine amerikanische Reporterin des Radiosenders National Public Radio (NPR), hat den wütenden Brief ihres Sohnes direkt bei Twitter gepostet. In kürzester Zeit wurde der Tweet zu einem viralen Hit: 23.000 Shares, 70.000 Likes und 700 Kommentare.   


„Lieber Nikolaus,
Nikolaus, ich mache das nur für die Schule. Ich weiß, dass deine böse Liste leer ist. Und deine gute Liste leer ist. Und dass dein Leben leer ist. Du hast keine Ahnung, welche Probleme ich in meinem Leben hatte. Leb wohl.
Herzliche Grüße
Meinen Namen verrate ich dir nicht“

 

Anonymer Verfasser

Bei der Unterzeichnung des Briefes war der Sohn der Reporterin sich dann doch unsicher. Im Endeffekt hat er sich dafür entschieden sich in Anonymität zu hüllen. Ob sein Lehrer oder eventuell ein letzter Restzweifel an der Nichtexistenz des Nikolaus der Grund dafür ist, bleibt sein Geheimnis. Unter dem Tweet plauderten viele Eltern die Schulgeschichten ihrer Kinder aus. Andere amüsieren sich über die tiefschürfenden “Probleme” des Zweitklässlern. Damit keine falschen Vermutungen entstehen, postete seine Mutter noch einen zweiten erklärenden Tweet: „P.S. – die „Probleme“ in seinem Leben? Sein Bruder. Ruft nicht das Jugendamt an. 😂”.

 

 

schwarz angezogener Mann viele Gegenstände schwarzer Boden

Unternehmen ohne Büro:
Start-up-Gründer entwickelt neue App

Ein Schweizer gründet Start-Ups auf der ganzen Welt und braucht zum Leben nicht mehr als das, was in einen Koffer passt. Cédric Waldburger kauft keinen unwichtigen Krimskrams. Stattdessen entwickelt er lieber neue Apps, die seine Arbeit besser organisieren.           

 

Zuhause in der ganzen Welt

Er wohnt nirgendwo aber irgendwie auch überall: Cédric Waldburger ist ein Start-Up-Gründer von mehreren Unternehmen. Seine Wohnung hat er schon vor eineinhalb Jahren aufgegeben, die braucht er schließlich nicht mehr. Das, was er braucht, passt alles in einen einzigen Koffer. 64 Dinge reichen ihm aus, um die Welt zu bereisen. Fast alle Gegenstände sind, der Einfachheit halber, schwarz. Nur bei seinem Apple-Ladekabel und dem schweizer Reisepass musste er eine Ausnahme machen.    

 

Reisen, arbeiten und leben

Start-Ups faszinieren Cédric seit seiner Kindheit. Deswegen hat er auch gleich eins im zarten Alter von vierzehn Jahren gegründet. Heute sind seine Projekte auf der ganzen Welt verteilt. Egal ob San Francisco, Miami, Berlin, Frankfurt, St. Gallen oder Zürich: Alle diese Städte sind für Cédric Zuhause und Arbeitsplatz zugleich. Auf die oft gestellte Frage, wo denn sein Zuhause sei, antwortet er: “Zuhause ist da, wo ich Freunde treffe”. Was Cédric so interessant macht, ist seine moderne Lebensweise, die sowohl Mobilität als auch Minimalismus vereint.

 

Neue App erleichtert Organisation

Was mindestens genauso modern ist, sind Cédric Waldburgers Unternehmen. Eines davon ist eine Firma, die kein Büro braucht: Sendtask. Dabei handelt es sich um eine App, die Aufgaben organisiert. Dafür muss man nicht einmal registriert sein. Cédric wollte ein Tool kreieren, dass es zulässt, Arbeit ohne Beachtung von Raum und Zeit zu organisieren. Mittlerweile hat Sendtask neun Mitarbeiter aus ganz verschiedenen Ländern wie Mazedonien, Russland oder Schottland. Jeder von ihnen hat einen anderen Arbeitsrhythmus. Laut Cédric ist die zeitliche Flexibilität eine der größten Stärken von seinem Start-Up. Um trotzdem organisiert zu bleiben, nutzt das Team natürlich Sendtask.

 

Kinder Dreirad an Laterne angeschlossen auf dem Bürgersteig zum Thema Berliner Kindheitsgeschichten

Berliner Kindheiten:
Ein Blog von Johannes Zillhardt

Die Berliner beklagen ja immer, dass es keine Berliner mehr gibt und, dass sie die letzten ihrer Art sind – so Johannes Zillhardt. Dem möchte er mit seinem Blog Berliner Kindheiten entgegenwirken. Hier sammelt Johannes die Kindheitsgeschichten der Stadt. Johannes Zillhardt ist freier Redakteur und Dozent für kulturelle Bildung an einer Berliner Berufsschule. Er selbst kommt aus Essen, lebt aber aktuell in Wedding. Uns hat er von den Erinnerungen und Wohnzimmergesprächen der Stadt erzählt.

Wie bist Du auf die Idee gekommen Berliner Kindheitsgeschichten zu sammeln?

Ich habe früher in der Böckhstraße in Kreuzberg gewohnt. Meine Nachbarin war Frau Gasche, Jahrgang 27. Sie ging zwei Mal am Tag mit ihrem Hund Janni Gassi. Auf dem Rückweg hat sie jedes Mal geklingelt oder geklopft und einen Vorwand gefunden, warum jetzt ganz dringend jemand hoch kommen müsste. Ich war eigentlich jeden Tag einmal bei ihr. Sie war eine süße Frau und irgendwie auch einfach cool. Wir hatten Briefkästen, wo die Post direkt in die Wohnung geworfen wird. Sie hat dann den Briefkastenschlitz immer hochgeklappt und ”huhu Hannes bist du da? Ich brauche was, ick seh Euch doch, ick seh Euch doch” gerufen. Irgendwann hat sie mir die Story erzählt, dass sie in meiner Küche geboren ist und, dass sie in ihrem ganzen Leben quasi nur ein Mal ein Stockwerk nach oben gezogen ist. Sie hat als Näherin für H&M am Heinrich-Heine-Platz gearbeitet, aber ansonsten fand eigentlich alles in diesem Haus statt. Dann haben wir uns zum Kartenspielen verabredet. Sie hat von ihrer Kindheit erzählt und davon, wie Kreuzberg früher aussah. Die Kamera lief die ganze Zeit mit. Nach und nach hat das dann immer lauter gerufen “mach was damit”. Und dann habe ich angefangen andere Kindheiten zu sammeln und habe bei Leuten rumgefragt, ob sie in Berlin geboren sind. Weil die Berliner beklagen sich ja immer, dass es keine Berliner mehr gibt und, dass sie die letzten ihrer Art sind. Gut, dachte ich – dann werden die jetzt gesammelt.

Gibt es eine Geschichte, die Dich besonders gepackt hat?

Ich mag die Storys alle gerne. Es gibt keine spektakulären Geschichten. Es sind alles eher alltägliche Sachen. Es gibt Personen, die mir sehr am Herzen liegen. Zum Beispiel eben Frau Gasche. Die hat eigentlich eine ganz harte, triste Kindheit gehabt. Keiner wollte sie. Sie wurde immer abgeschoben, aber es war eine extrem witzige und lebensfreudige Frau. Im Interview mit Wolle, habe ich ihn gefragt, ob er ein eigenes Kinderzimmer hatte. Da sprang er sofort in die Szene rein und spielte seinen Vater: “Wie? Eigenes Zimmer? Du? Hast ja wohl nen Schatten oder wat?”. Solche Personen berühren mich. Die Geschichten selber sind auch toll, aber noch mehr mag ich die Art der Leute, wie sie die Storys erzählen.

Warum hast du Dich für einen Blog als Medium der Veröffentlichung entschieden? Oder hattest du auch noch andere Ideen?

Die Kernidee war eigentlich kein Block. Es gibt einen Amerikaner, „Studs“ Terkel, der hat ziemlich dicke Bücherbände über Amerika verfasst. Der eine Band heißt „Work“. Da erzählen 200 Amerikaner von ihrer Arbeit. Der andere Band heißt „Dreams“. Da erzählen 200 Amerikaner von ihren Träumen. Es gibt verschiedene Bände, wo er ganz verschiedene Leute in Amerika thematisch ‘abinterviewt’. Da kann man Ewigkeiten mit verbringen, weil man da ganz toll amerikanisches Alltagsenglisch lernen kann. Es hat mich immer geärgert, dass es das im deutschen Raum nicht gibt. Das war mein ganz privater Säulenheiliger. Die Idee war von Anfang an so ein Lesebuch zu haben, aus 100 Jahrgängen und aus jedem Jahrgang einen zu finden, der seine Kindheit erzählt und, dass neben 80-Jährigen auch 16-Jährige erzählen. Der Blog ist jetzt eher so dazwischen. Das ist wie so eine lange Werbekampagne für das Buch irgendwann, aber der Blog bringt im Augenblick extrem viel Spaß. Seitdem ich es online gestellt habe, haben mir bestimmt schon 500 Leute gemailt, die so etwas schreiben wie: „Hey das würde ich auch gerne machen“, oder „ich erinnere mich auch“, oder „kannst du mal bei Frau so und so nachfragen, ich habe mal in der gleichen Straße gewohnt – erinnert die sich auch an folgende Sache?“. Auf einmal hast du ein Vielfaches an Kommunikation oder an Anstößen. Es wächst und das ist das Entscheidende.

Zeichnen sich zwischen den Bezirken Unterschiede ab?

Man merkt, wo die Leute herkommen. Das ist auch von den sozialen Lagen in den Bezirken und der Zeit, in der sie dort gelebt haben, abhängig. Wolle zu Beispiel, ein Arbeiterkind aus dem Wedding, der Berlinert ganz anders, sitzt nie still und raucht. Und dann ein Steglitzer, Akademiker-Sohn, bürgerlich, der sitzt mit einer ganz anderen Haltung da. Der ist gesetzter und nicht so impulsiv. Schon bevor das Interview losging, hat er sich ein paar Punkte gesetzt, die er auf hochdeutsch erzählt. Das ist auch spannend, aber eben eine ganz andere Welt.  Auch das Alter hat einen Einfluss. Umso jünger die Leute sind, desto mehr muss ich dabei helfen zu erinnern. Mit 20 denkt man noch nicht so viel über die Kindheit nach, sondern ist eher noch dabei das eigene Leben selbst aktiv zu gestalten. Ab 80 haben die Leute richtig Spaß daran da einzusteigen. Da merkst du auch: Die gucken anders. Irgendwann schweifen die Blicke an die Zimmerdecke ab und du merkst die sind jetzt nicht mehr bei dir, sondern in der Wohnung, von der sie gerade erzählen, oder sehen die Leute live vor sich. Das ist eine schöner Moment im Interview: Wenn du merkst, die sind wirklich in der Szene drin. 

Was ist typisch für die Berliner Kindheit?

So eine Art Standardkindheit gibt es eher nicht. Eigentlich haben alle einen gewissen Berlin-Stolz. Für viele ist es etwas Besonderes Berliner zu sein. Auch innerhalb von Berlin herrscht ein Kietzstolz. Es gibt natürlich ein paar historische Marken, die viele erlebt haben. Bei einigen ist es der Mauerbau oder das Kriegsende, bei anderen der Mauerfall, die Wende. Die Loveparade ist bei den Jüngeren ein Fixum, das sie miterlebt haben. Die Erlebnisse in der Stadt sind meistens sehr entscheidend in der Erinnerung.  Ich finde die älteren Generationen der Westberliner sind immer spezieller, weil die noch ein starkes gemeinsam geteiltes Inselgefühl haben. Die Ostberliner teilen häufig die zwei Identitäten. Das merkt man schon, dass das teilweise zwei voneinander getrennte Blöcke sind.

 
Und was sagt Wolle zu der Idee? Ihm hat die digitale Konservierung seiner Kindheit Spaß gemacht: „Das ist ein Projekt, dem ich uneingeschränkt zustimmen konnte. Da kam er dann an, mit seiner Kamera und hat die aufgebaut und los ging es.  Auf manche Sachen wäre ich so auch nicht gekommen, so Fragen wie, an welchen Geruch oder welches Geräusch erinnerst du dich?“

Bist Du selbst Berliner, oder kennst jemanden, der ein waschechter Ur-Berliner ist? Dann melde Dich bei Johannes  auf facebook oder per Mail an: berliner.kindheiten@gmail.com. Zur Zeit werden insbesondere noch Berliner aus den 1910er und 1920er Jahrgängen, sowie aus Ost-Berlin gesucht. 

Social Media im Wandel:
Gemeinsam gegen veraltete Schönheitsideale

Bilder von perfekt zurecht gemachten Frauen im Bikini, die sich nur von Green Smoothies und Salat ernähren, gibt es bei Instagram wie Sand am Meer. Immer mehr User und Influencer setzen sich mittlerweile gegen unrealistische Schönheitsideale ein. Doch tragen sie damit auch zu einem Wandel der sozialen Netzwerke bei?

Influencer gegen oder für übertriebenen Schönheitswahn?

Die geschönte Online-Welt vieler Influencer beeinflusst über soziale Netzwerke wie Instagram hunderttausende, größtenteils sehr junge, Follower. Model und Influencer Stefanie Giesinger ist sich dessen bewusst und versucht, ihren 2,6 Millionen Followern realistische Einblicke in ihr Leben zu geben. Der Instagram-Star hat sich dafür einen zweiten Account erstellt. Dort postet sie Bilder, die sich stark von ihrer offiziellen Instagram-Seite unterscheiden: kein makelloses Styling, teure Designerklamotten oder gestellte Bilder. Stattdessen zeigt sich Giesinger ungeschminkt, mit Doppelkinn und Schokolade zwischen den Zähnen. Damit wolle sie verdeutlichen, dass niemand makellos ist, auch wenn ihre sonstigen Instagram-Posts diesen Eindruck vermitteln. Obwohl diese Aussage zunächst sehr positiv klingt, weist die Umsetzung jedoch einige Mängel auf. Wozu brauchen Influencer überhaupt einen zweiten Account, auf dem sie sich “authentisch” zeigen? Wenn sie ihren Followern wirklich vermitteln wollen, dass niemand perfekt ist, warum tun sie das nicht über ihren offiziellen Account? Schließlich würde damit eine viel größere Reichweite angesprochen werden. Das zweite Profil von Stefanie Giesinger ist mit hunderttausend Abonnenten relativ unbekannt. Die Trennung der beiden Instagram-Profile erweckt den Anschein, dass es Giesinger vielmehr um die Verbesserung ihres Images als um die Aufklärung über verzerrte Schöheitsideale geht.

Das dicke Geschäft auf Instagram

Auf Instagram gilt: Je größer die Reichweite, desto mehr Geld lässt sich durch Werbung und Product Placement verdienen. Vor allem im Modelgeschäft haben soziale Netzwerke stark an Bedeutung zugenommen. Models mit hohen Abonnentenzahlen werden demnach öfter gebucht als Models, die keine starke Onlinepräsenz haben. Wenn ein Unternehmen beispielsweise mit Stefanie Giesinger zusammenarbeiten will, ist der Grund dafür nicht zuletzt ihre große Fangemeinde im Internet. Denn 2,6 Millionen Follower sind 2,6 Millionen potenzielle Kunden. Damit die Abonnentenzahlen und die geschäftlichen Anfragen weiterhin hoch bleiben, müssen die Influencer in der Öffentlichkeit ein perfektes Bild von sich inszenieren – egal, wie unrealistisch dies auch sein mag.  

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Kampf gegen Body Shaming und oberflächliche TV-Formate

Nicht nur Instagram-Stars setzen sich gegen unrealistische Schönheitsideale ein. Nachdem Heidi Klum dazu aufrief, sich für ihre Castingshow “Germany’s Next Topmodel” zu bewerben, löste sie damit eine unerwartete Reaktion aus. Unter dem Hashtag “notheidisgirl” wurden über 2.800 Bilder auf Instagram gepostet, um sich gemeinsam gegen Body Shaming, Size Zero und Magerwahn einzusetzen. Frauen und Männer jeder Altersklasse halten auf diesen Bildern ein weißes Blatt Papier in die Kamera, auf dem neben dem Hashtag “#notheidisgirl” auch eine persönliche Begründung geschrieben steht, warum sie dieses TV-Format ablehnen. Die Instagram-Userin na_trash begründete ihren Hashtag damit, wie gefährlich es sei, jungen Frauen Anerkennung für “erfolgreiches Hungern” zu geben. In den Kommentaren gab es dafür großen Zuspruch. Im Bezug auf das Thema Schönheitsideale schrieb jemand: “Keiner muss hungern um gut auszusehen! Keiner muss Sport machen, um viel zu erreichen! Keiner muss Kleidergröße Zero haben, um toll zu sein!”. Auf der anderen Seite kritisierten einige Kommentatoren, dass es viele Frauen gäbe, die von Natur aus schlank seien und ungerechtfertigt als Magersüchtige abgestempelt werden.

Zwischen Schein und Sein

In sozialen Netzwerken wie Instagram wird das Thema Schönheit immer noch sehr stark thematisiert. Influencer wie Stefanie Giesinger versuchen mit einem zweiten Instagram-Account ihren Abonnenten ein realistisches Bild von sich zu vermitteln. Darüber, ob dies nicht doch mehr Schein als Sein sei, lässt sich streiten. Trotzdem hat Instagram als Plattform das Potenzial, dem oberflächlichen Perfektionismus entgegenzuwirken – wie #notheidisgirl beweist. Um sich nicht in negativer Weise von sozialen Netzwerken beeinflussen zu lassen, ist es wichtig, sich einen bewussten und auch kritischen Umgang mit diesen Medien anzutrainieren. Denn Instagram-Bilder zeigen nur einen winzigen Ausschnitt aus dem Leben einer Person und Influencer entscheiden gezielt, was sie posten. Schließlich ist es ihr Job, sich selbst als Marke in Szene zu setzen. Nichts und niemand ist perfekt und daran wird auch Instagram nichts ändern.

Netzreaktionen
auf die Ergebnisse der btw2017

Deutschland hat gewählt. Gestern Abend sorgten bereits die ersten Hochrechnungen für die ein oder andere Überraschung, in erster Linie aber für Enttäuschung und Entsetzen. Während CDU und SPD große Verluste hinnehmen und damit eine ihrer schlechtesten Wahlergbnisse überhaupt einstecken mussten, konnten die kleineren Parteien neue Stimmen einsammeln. Die scheinbaren Gewinner der btw2017 sind demnach die Grünen, die FDP sowie zum Teil die Linken. Allen voran leider auch die AfD. Zum ersten Mal seit dem 2. Weltkrieg, zieht eine Partei mit zum Teil stark rechtspopulistischem Gedankengut in den Bundestag ein. Laut Umfragen entschieden sich die meisten AfD-Wähler nicht aus inhaltlicher Überzeugung, sondern aus Protest.  Im Netz sorgt das Wahlergebnis für hitzige Diskussionen.

Einige können dem Resultat nur mit einem Galgenhumor begegnen

btw2017: Das Glas ist nicht halb leer sondern halb voll?

Was nicht vergessen werden darf ist, dass sich rund 87% der Wahlberechtigten gegen die AfD ausgesprochen haben. Auf Twitter trendet daher momentan der Hashtag #87. Mit ihm bringen die User ihre Ablehnung zur AfD zum Ausdruck und äußern ihre Wünsche für eine friedvolle Zukunft Deutschlands.

Doch dies ist nur ein schwacher Trost

Spielen vielleicht gerade solche Abgrenzungen der AfD ihre Wähler zu? Fehlen den anderen Parteien klare Profile?

 

Von daher sollten wir einen Blick auf weitere Reaktionen werfen:

Unabhängig vom Wahlergebnis feiert das Netz die tapferen Wahlhelfer-Helden aus Basdorf (Rheinsberg).  In dem kleinen Ort waren 23 Bürger wahlberechtigt. Von ihnen wählten 18 per Brief. Auf die rerstlichen fünf konnte das Wahllokal dann 10 Stunden warten. Sehen ganz durchgefroren aus die Armen!

Ein kurzes Fazit im Online-Wahlkampf 2017

Ob  online oder offline: Der Wahlkampf 2017 war weitaus weniger markant und turbulent als die sich nun anschließende Diskussion der Wahlergebnisse und die neue Regierungsbildung. Gewaltige Shitstorms und erwähnenswerte Konfrontationen blieben in den vergangenen Wochen aus. An sich nichts Schlechtes, vermissten die Wähler jedoch immer wieder konstruktive Diskussionen um und mit vielfältig relevanten Inhalten. Im Online-Wahlkampf hatte man daher den Eindruck es gehe eher um Coolness und Optik (siehe FDP), zeitgemäße Spielereien (WhatsApp Chat mit den Grünen), oder klassische Öffentlichkeitskommunikation. Von Livevideos und Twitter-Interviews bis hin zu WhatsApp-Chats und YouTube-Diskussionen nutzten allerdings viele Parteien die volle Bandbreite  der Online-Kommunikation. Insbesondere die FDP, die Grünen und zum Teil auch die SPD schöpften diese Möglichkeiten aus und wussten die digitalen Möglichkeiten geschickt  zu nutzen.

Bundestag Sitze Saal zum Artikelthema Wahlkampf 2017

Die heiße Phase im Wahlkampf 2017:
Wer macht das Rennen?

Die Parteien widmen sich voll und ganz dem Endspurt im Wahlkampf 2017. Denn am Sonntag heißt es: Wählen gehen! Unentschlossenen bleiben nur noch zwei Tage, um sich zu entscheiden, wem sie ihre Stimmen geben möchten. Vielleicht hilft dem ein oder anderen ja der WahlSwiper, eine App im Tinder-Stil, von der wir bereits berichteten. Den Parteien ist bewusst, dass fast sich fast die Hälfte der Wahlberechtigten bis zum Schluss noch nicht ganz sicher ist. Im finalen Countdown geben sie auf den letzten Metern deshalb nochmal alles, mobilisieren Anhänger und liefern Argumente.

Endspurt CDU

Die CDU will nach eigenen Angaben in den letzten “100 Stunden – 100 % Wahlkampf” betreiben. Unter dem Hashtag #100hCDU berichten Anhänger auf Facebook, Twitter, Instagram und Co. von dem Schlussspurt der Partei. Ob die Dokumentation von Hausbesuchen, Kundgebungen oder Brötchenverteilungen: Mit der Aktion möchte die CDU nochmal alle Kräfte mobilisieren.

Warum CDU?

Endspurt SPD

Die SPD zählt ebenfalls den Countdown runter und startete die Aktion #72hSPD. Darin heißt es: “Wach bleiben für mehr Gerechtigkeit”. Bis zur Schließung der Wahllokale am Sonntag um 18 Uhr stehen die SPD-Teams auf allen Kanälen für Fragen zur Verfügung. Via Telefon, E-Mails und Online-Aktivitäten, wie zum Beispiel Livestreams und Twitter-Interviews, wirbt die Partei in der heißen Phase um die letzten Stimmen potentieller Wähler.

Warum SPD?

Endspurt DIE GRÜNEN

Die Grünen nehmen es sportlich und läuten den Wahlmarathon “16 Bundesländer. 16 Stopps. 42 Stunden live” ein. Katrin und Cem touren auf den letzten Wahl-Metern mit Rad, Zug, Bus oder einfach nur zu Fuß durch Deutschland und beantworten die Fragen der Bürger. Nutzer können die Grünen bei Aktionen, Townhalls, Haustürwahlkämpfen und Kneipentouren durch die Nacht online verfolgen. „Die Grüne Pasta Party“ soll den Höhepunkt dieser 42 Live-Stunden darstellen. Die Stops ihrer Reise können auf der Partei-Website eingesehen werden.

Warum DIE GRÜNEN?

Endspurt FDP

Die FDP versucht ebenfalls nochmal alle Kräfte zu mobilisieren. Anhänger werden aufgefordert, ein letztes Mal aktiv zu werden. Zum Beispiel durch einen personalisierten Wahlaufruf in Sozialen Netzwerken. Dieser lässt sich auf der Website der Partei mit wenigen Klicks generieren. Dort können Nutzer aus den 400 Forderungen der FDP ihre Favoriten wählen und teilen. Die letzte Großveranstaltung wird außerdem in einem Livestream übertragen.

Warum FDP?

Endspurt DIE LINKE

Die Linke zelebriert den Auftakt zum 48-Stunden-Wahlkampf mit einem Wahlkampfabschluss-Programm in Berlin. Am Neptunbrunnen werden heute unter anderem Gregor Gysi, Katja Kipping und Sarah Wagenknecht sprechen. Für die musikalische Untermalung sorgt die Punk-Ikone Nina Hagen. In einem Post erklärt die Sängerin, ihr Engagement: “Ich finde es ausgesprochen gut, wenn sich auch prominente Künstler gesellschaftspolitisch zu Wort melden. Aber ein “ Weiter So ! “ der Regierungsparteien wird eine Verbesserung der Lebensumstände in unserem Land nicht zustande bringen, sondern immer nur weiter verhindern. Ich bin der Meinung , dass nur ein Politikwechsel unser Land und seine Lebensumstände verbessern können wird. Deswegen, und aus weiteren guten Gründen, z.B. #GOLBAL_ZERO , habe ich bei der Briefwahl wieder #DiELiNKE gewählt“.

Warum DIE LINKE?

Wahlkampf 2017: Prominenz trifft Politik

Auch andere etablierte Parteien können auf prominente Unterstützung zählen. Für Merkel sprechen sich unter anderem Uschi Glas, Lena Meyer-Landrut und Sophia Thomalla aus. Schulz erhält unter anderem prominente Hilfe von Iris Berben, Sebil Kekilli oder Leonard Lansink.

Wer wird das Rennen machen?

Die Umfragemethode des Meinungsforschungsinstituts YouGov berechnet nicht nur Zweit- sondern auch Erststimmen. Demnach wäre wohl die AFD nach der Union und der SPD, die drittstärkste Partei. Wer diese Wahlprognose fürchtet, sollte seine Stimme nutzen und bei einem Sonntagsspaziergang einen Abstecher ins Wahlbüro machen. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Es liegt in unserer Hand, wer am Sonntag die Bundestagswahl für sich entscheidet. 

Für Norbert Lammert markiert die Wahl ebenfalls das Ende seiner Laufbahn als Bundestagspräsident. Der Sympathieträger scheidet aus dem Parlament aus und richtet sich vor seinem Abgang mit einer Botschaft an die Bevölkerung: „Wer sich entschieden hat, sich nicht für Politik zu interessieren, hat sich entschlossen, anderen die Zukunft zu überlassen“. Seiner Meinung nach haben Nichtwähler „mindestens moralisch den Anspruch verwirkt, sich nachher zu beschweren“.

Pärchen umarmt sich auf Berg zum Artikelthema neue Dating-Apps

Sehen, hören, dichten, lieben?
Neue Dating-Apps im Vergleich

Hachja, die Liebe – verworren und schön zugleich. Ob der Beziehungsstatus nun “es ist kompliziert”, “Single” oder “Mingle” lautet: Jeder sehnt sich früher oder später nach ihr. Dennoch gibt es in Deutschland mehr Alleinstehende denn je – Tendenz steigend. Wenn es dann unter den existierenden Partnerschaften heißt: “Und wo habt ihr euch kennengelernt”, hat man den Eindruck, dass immer öfter die Antwort “im Internet” fällt. Neue Dating-Apps versprechen auf kreative Art und Weise, die große Liebe zu finden. Die Anwendungen sprechen ganz unterschiedliche Sinne an. Dabei zählt meist der erste Eindruck: Wie ist es Menschen einzig und allein anhand der Stimme, einer Frage oder Antwort kennenzulernen? Kann daraus Liebe entstehen?

Wenn Menschen und Beziehungen zur Ware werden

Die wohl bekannteste und meistgenutzte Dating-App ist Tinder – vollkommen überlaufen und fast schon aus der Mode gekommen. Ihren Ruf als Plattform für schnelle Nummern hat sie bereits weg. Für viele ist die App auch nur ein Mittel zum Zweck, das eigene Ego aufzupolieren. Schuld daran ist nicht zuletzt die oberflächliche Funktionalität: Personen werden einzig und allein aufgrund von Fotos nach links oder rechts (weg)gewischt und bewertet. In Apps wie badoo wird es sogar so gruselig, dass die eigene Beliebtheit anhand von Ampelfarben angezeigt wird. Da sieht der ein oder andere nur noch rot… Anhand von Fotos können sogar Doppelgänger von Brad Pitt oder dem eigenen Nachbarn gesucht werden. Hier wird der Mensch austauschbar, er wird zur Ware in einem Massenmarkt. Und der Onlinedating-Markt? Boomt!

Neue Dating-Apps versprechen durch besondere Funktionen besondere Treffen

Zahlreiche Anbieter werben damit, anders zu sein als Tinder und Co.. Statt Massenabfertigung, versprechen sie Tiefgang. Sie versuchen, die Nadel im digitalen Heuhaufen auf kreative Art und Weise zu finden. Dafür besinnen sie sich wieder auf das Wesentliche: Slow-Dating statt Massenabfertigung, Kreativität statt Standartsprüche, mehr Sinneseindrücke statt standardisierter Bilder. 

Once: Du musst nicht viele Frösche küssen

Qualität statt Quantität ist das Leitmotiv der Dating-App Once. Hier werden dem Nutzer jeden Tag jeweils nur wenige, meist drei bis sechs Vorschläge, unterbreitet. Diese sind laut Entwickler das Resultat eines Matchmakings: „Erstmal trifft ein Algorithmus anhand von etwa 40 Kriterien – beispielsweise Alter, Standort und sexueller Orientierung – eine Vorauswahl von 15 bis 20 potenziellen Matchpartnern”. Das klingt erstmal nicht besonders innovativ. In einer ähnlichen Größenordnung können Nutzer dann jeden Tag andere User ’swipen‘. So ergeben sich bereits Matches. Doch noch ist die Kontaktaufnahme nicht möglich. Zunächst werden (aus datenschutzrechtlichen Gründen) ausschließlich Fotos an einen Matchmaker von Once übergeben. Dieser stellt dann anhand von Details oder dem optischen Eindruck die Paare zusammen. So bilden sich die wenigen Vorschläge, die einem dann unterbreitet werden. On top ist es auch möglich, dass ein guter Freund für einen auswählt. Ein Mix aus Algorithmen und Jemanden, der nach subjektivem Eindruck entscheidet, ob Menschen optisch gut zusammenpassen: Absurd? In jedem Falle ist es äußerst angenehm, nicht permanent mit Vorschlägen überhäuft zu werden.

Erhältlich für iOS  und Android

Candidate: Literarisches Frage-Antwort-Spiel

In Candidate wird es literarisch, gar poetisch? Das Swipen funktioniert anhand von Fragen. Je nachdem, ob diese einem, zusammen mit dem Bild und Profil des Kandidaten, gefallen, entscheidet man, ob man antworten möchte oder nicht. In weiteren Spielen entstehen die Matches ausschließlich anhand von Fragen. Bilder und Profildetails gibt es dann nicht. Stattdessen verleiht der Nutzer den Antworten eine Platzierung. Nach und nach werden so Kandidaten ausgeschlossen. Am Ende gibt es ein Match zwischen dem Fragesteller und der – anhand der Antworten – am besten zu ihm passenden Person. Was hier zählt, ist das geschriebene Wort. Allerdings mussten wir feststellen, dass nicht jeder ein Talent zum Schreiben hat. Viele Fragen sind einfallslos, oberflächlich oder nicht einmal zu verstehen. Bei manch anderem geht hingegen die Phantasie durch. Manchmal lassen sich jedoch auch Wesenszüge erahnen. Hier eine kleine Auswahl:

“Ist dein zweiter Zeh länger als der große?”

„Wir sind in einer Beziehung. Wie reagierst du, wenn ich dich ärger und mega Spaß dran habe?“

“Bier oder Bananenhefe mit Lemon?”

“Welchen Duft/Geruch liebst du am meisten?”

„Candelight-Döner mit Bier aus der Dose?“

“Würdest du lieber Tarzan oder Batman daten?”

„Als ich 6 Jahre alt war, war meine Schwester halb so alt wie ich. Jetzt bin ich 70. Wie alt ist meine Schwester?“

„Wenn ich ich bin und du du bist, wer ist dann cool?“

Erhältlich für iOS und Android

Whispar: Die Stimme als erster Eindruck

Sprich mit mir, heißt es bei whispar. Denn die Partnerwahl erfolgt anhand der Stimme. Zunächst können Nutzer das Foto der anderen Person nicht sehen, sie hören diese ausschließlich. Das Bild wird mit der Zeit immer klarer. Anschließend kann man entscheiden, ob man verbunden werden möchte. Bei whispar legt sich jeder User ein 30 sekündiges Stimmprofil an. Eine Stimmfarbe kann anziehend sein. Doch kann sie auch Charakter und Optik in den Schatten stellen? Phillip versucht es mit einem durchgängigen Flüsterton. Dabei wird jedoch nicht ganz klar, ob er nun Erotik versprühen oder sich einfach nur abheben möchte.

Erhältlich für iOS und Android

Bumble: Die Bienen entscheiden

Bei Bumble macht immer die Frau den ersten Schritt. Dafür hat sie 24 Stunden Zeit. Der ausgewählte Mann kann ihr dann ebenfalls innerhalb von 24 Stunden zurückzuschreiben. Die ganze App ist im Honigbienen-Stil gestaltet. Bis auf die festgelegte Regelung zur Kontaktaufnahme, gleicht die Funktionalität den klassischen Swiping-Apps. Fast alle Profile wirken aber seriös und vermitteln den Eindruck, dass hier Menschen angemeldet sind, die ernsthaft an einer Beziehung interessiert sind. Der Mann muss nicht immer den ersten Schritt machen. Nur schade, dass ihm diese Möglichkeit hier sogar verwehrt bleibt. Oder nicht?

Erhältlich für iOS und Android

OkCupid: Prozentualer Vergleich von Persönlichkeit und Interessen

Ob „Gleich und gleich gesellt sich gern“ oder „Gegensätze ziehen sich an“: OkCupid erstellt und vergleicht Persönlichkeitsprofile. Dafür wird man in einer Art Interview zu Dating, Lifestyle, Religion, Sex, Ethics and Other befragt. Hier kann jeder jeden anschreiben und selbst entscheiden, wie viele angebliche Gemeinsamkeiten wichtig sind. Schnell mussten wir feststellen, dass die Fragen mitunter doch sehr unbequem und direkt sein können. Um den heißen Brei wird hier auf jeden Fall nicht geschwafelt. Bei uns gingen die Meinungen darüber, wie wir das finden, sehr weit auseinander. Hier ein kleines Beispiel dafür, was einen die App so fragt:

“Have you ever fantasized about hooking up with a co-worker?“

  • „yes, and I have acted on it“
  • „yes and I have not acted on it“
  • „no”

Übrigens hat man ebenfalls die Möglichkeit auszuwählen, was die andere Seite darauf antworten soll. Liegt man selbst zum Beispiel gerne unten, kann praktischerweise gleich angegeben werden, dass der Partner doch bitte das Gegenteil ankreuzen soll. Na dann dürfte ja wohl nix mehr schief gehen!

Was bringen neue Dating-Apps?

Letztlich verführt das Netz seine User allein durch die zahllosen Optionen dazu, wählerisch zu werden. Gibt es noch jemand schöneren, besseren, tolleren? Vielleicht kommt ja gleich ein noch geeigneterer Kandidat. „Was nützt dir die schönste Schüssel, wenn nichts drin ist“, lautet der Rat unserer Großmütter. Und sie haben recht. Vielleicht ist diese eine Person, die auf dem Bild so gar nicht dein Typ ist, ja in Wahrheit ein Seelenverwandter. Na klar sind die neuen Apps interessant, mehr als rein äußerliche Aspekte von einer Person zu erfahren. Wissenschaftlich ist es sogar bewiesen, dass beispielsweise die Stimme zur Anziehung beiträgt. Doch wo bleibt bei derartigen Apps das wirkliche Kennenlernen eines Charakters? Können wir das so überhaupt noch?

Eine Dating-App bietet die Chance, dass sich zwei Menschen kennen und lieben lernen, die sich im normalen Alltagsleben aufgrund von Schüchternheit, verpassten Gelegenheiten oder anderen Umständen vielleicht nie begegnet wären. Gleichzeitig eröffnet das Web eine Vielzahl an Optionen und Möglichkeiten immer wieder neue Personen kennenzulernen. Wenn man einzig und allein ein wenig Spaß sucht, okay. Jemanden wirklich KENNENLERNEN, kann man allerdings nur im wahren Leben. Vielleicht kommt es deshalb gar nicht so sehr auf die Frage nach der richtigen App, sondern auf unsere innere Einstellung an. Klingt komisch, aber eventuell sollten wir uns erst einmal mit unserem eigenen Ich daten: Denn nur wer sich selbst liebt, kann andere lieben und begreift, dass es in Herzensangelegenheiten kein Besser oder Schlechter gibt.

Reise-Collage, in welcher ein Paar die Arme um sich legt; aus der Fotokunst von Half Half Travel

Half Half Travel: Eine Fernbeziehung
als Fotokunst auf Instagram

Getrennt und doch zusammen: Die Fotografen Rebecca Siegel und Dan Gold führen eine Fernbeziehung, die es in sich hat. Beide umreisen die Welt – jedoch nicht zusammen, sondern voneinander getrennt. Eine Liebe auf Distanz aufrechtzuerhalten, ist alles andere als einfach. In ihrem Blog und gleichnamigen Instagram Account „Half Half Travel“, zeigt das Paar eine kreative Möglichkeit mit der räumlichen Trennung umzugehen. Die beiden lichten sich jeweils an dem Ort, an dem sie sich gerade befinden ab, halbieren die Fotografien in der Mitte und fügen die Hälften zu einem neuen Bild zusammen. Nicht trotz, sondern gerade wegen der Darstellung der unterschiedlichen Aufenthaltsorte, erschaffen sie so gemeinsam einzigartige Collagen.

Die Sehnsucht nach der Ferne

Rebecca und Dan lernen sich im Dezember 2015 in New York kennen und lieben. Beide haben den Wunsch für einige Zeit ins Ausland zu gehen. Er will ein Jahr lang durch Europa, Afrika und Südamerika reisen und dabei jeden Monat eine neue Stadt entdecken. Rebecca lebt aktuell in New York. Nachdem sie fast drei Jahre lang in Hongkong und China verbrachte, möchte sie nun noch mehr vom Rest der Welt sehen und diese auf eigene Faust erkunden. Zwei Menschen, zwei unterschiedliche Lebenspläne: Ist die junge Liebe dadurch von vornherein chancenlos?

Getrennt reisen, zusammen fotografieren

Für Rebecca und Dan nicht. Die beiden möchten – trotz der räumlichen Trennung – weder sich als Paar, noch ihre individuellen Träume und Wünsche aufgeben. In der heutigen Zeit hilft ihnen dabei das World Wide Web. Auf kreative und bezaubernde Art und Weise zeigen sie online, dass Liebe keine Grenzen kennt. Sie bedienen sich ihrer Reisebildarchive, wählen zueinander passende Fotografien aus und fügen diese durch digitale Bildbearbeitung liniengetreu zu einem neuen Motiv zusammen. Indem sich die Atmosphären der unterschiedlichen Orte zu einer Einheit verbinden, entstehen interessante Kombinationen. Was Rebecca und Dan über ihre Beziehung hinaus offensichtlich vereint, ist die Liebe zur Fotografie und zum Reisen. Was sie trennt, sind eben genau diese 1000 Kilometer Entfernung. In den Bildern verbinden sich die Welten von Rebecca und Dan. Durch ihre Fotokunst kommen sich die beiden wieder ein Stück näher.