Kategorie: Business

Tipps für eine gelungene Video-Bewerbung

Video- statt Passbild! Immer mehr Unternehmen und Ausbildungsstätten bieten Bewerbern die Option an, sich via Bewegtbild bei ihnen zu bewerben, einige verlangen es sogar. Eine von Talentcube in Kooperation mit AUBI-plus entwickelte App ermöglicht genau dies. Mittels der kostenlosen und unkomplizierten Anwendung können sich Ausbildungsinteressierte direkt via Smartphone-Kamera online bei dem gewünschten Betrieb bewerben. Doch auch für eine Initiativbewerbung kann ein Vorstellungsvideo eine Chance bedeuten, sich von anderen Anwärtern auf einen Job- oder Ausbildungsplatz abzuheben und der Firma quasi “direkt ins Auge zu springen”.

Es ist eine Art Werbefilm über sich selbst: du bist der Regisseur, der Drehbuchautor, der Protagonist und Bühnenbildner deiner eigenen Video-Bewerbung. Das bedeutet, du hast die Möglichkeit, dich als die Person, die hinter den theoretischen Bewerbungsunterlagen steckt, erlebbar zu machen, den Freiraum, dich kreativ zu entfalten und dich von deiner besten Seite zu präsentieren. Doch diese Freiheiten bergen mindestens genauso viele Gefahren. Mit diesen Tipps vermeidest du mögliche Fehlerquellen und Patzer.

Zeitmanagement

Einige Unternehmen geben dir eine Zeitspanne vor, innerhalb derer du die Vorstellung deiner Person beendet haben musst. Deshalb solltest du vor dem Dreh einen Probedurchlauf starten, die Zeit stoppen und dein Timing anpassen.
Gibt es keine zeitlichen Vorgaben, solltest du darauf achten, dass dein Video nicht zu lang wird. Dies birgt die Gefahr, dass sich der Betrachter schnell langweilt oder sich weder die Zeit nehmen will, noch kann.

Authentizität & Vorbereitung

In diesem Zusammmenhang ist eine gute Vorbereitung das A & O einer gelungenen Video-Bewerbung. Lege dir im Vorfeld zurecht, was genau du sagen möchtest. Hierbei achte darauf, nicht einfach nur das wiederzugeben, was dem Personaler aus deiner schriftlichen Bewerbung bereits bekannt ist. Vielmehr solltest du das Video als Zusatz sehen und einen Mehrwert bieten. Dafür kannst du bei den Fakten ansetzen. Zum Beispiel: “In diesem Praktikum konnte ich mich intensiv mit dem Bearbeitungstool XY auseinandersetzen. Durch die Arbeit im Team habe ich dann auch gemerkt, dass ich leidenschaftlich gerne die Rolle des Koordinators einnehme, der alle Fäden zusammenhält”. Sei dabei ehrlich und authentisch – einfach du selbst!

Um sich nicht hetzen zu müssen, gilt generell: lieber weniger, dafür aber relevanten Inhalt.
Aufgrund von möglicher Nervosität ist es ratsam, dass du dir dazu Notizen machst.

Stimme & Körperhaltung

Deine Gedanken solltest du allerdings nur grob formulieren und in Stichpunkten festhalten. Ansonsten besteht die Gefahr, dass du zum Ablesen tendierst. Wie in jeder anderen Präsentation auch, ist es immer besser, möglichst frei zu sprechen. Dabei stehst du – und das möglichst gerade: Brust raus, Bauch rein (aber bitte nicht verkrampft!). Dies vermittelt nicht nur dem Betrachter deine Präsenz und Tatkraft, sondern gibt auch dir ein selbstsicheres und positives Gefühl. Gleichzeitig ist der Klang deiner Stimme dadurch automatisch klar und souverän. Die Aussprache sollte deutlich, die Lautstärke normal und die Betonung der Sätze abwechslungsreich sein. Lass dich ebenfalls nicht dazu verleiten, durch den Text zu hetzen, um die Sache schnellstmöglich hinter dich zu bringen. Achte außerdem darauf, dass du einen Mittelweg zwischen wilder Gestikulation und unmotiviert herabfallenden Armen findest. Am besten handhabst du es in etwa wie “Angie”, die in ihrer bekannten Merkel-Raute-Handgeste ihre Daumen und Zeigefinger in Höhe der Taille zueinander führt (haargenau die gleiche Pose ist eventuell trotzdem nicht ratsam 😉 ). In jedem Falle ist aus der Psychologie bekannt, dass sich Arme und Hände bei einer Präsentation über den Hüften befinden sollten, um Kompetenz und Engagement auszudrücken. Wenn du dann auch noch Blickkontakt zur Kamera aufnimmst, freundlich schaust und dich authentisch präsentierst, kann nichts mehr schief gehen.

…wenn da nicht die Technik wäre

Ob du nun ein Technik-Nerd bist oder nicht, auch hier können potentielle Gefahrenquellen lauern.

Die Wahl des richtigen Mediums für deine Video-Bewerbung ist dir, sofern nichts anderes vorgegeben, letztlich selbst überlassen. Wenn du einen stabilen „Selfie-Arm“ hast und dich mit dem Smartphone wohlfühlst, dann nutze es. Die Entscheidung, ob du mit der Spiegelreflexkamera oder dem Smartphone filmst, sollte sich allerdings auch nach der Job-Position und/oder Branche richten. Wird ein Social Media Manager gesucht, so kann dich die Verwendung des Smartphones sogar auszeichnen. Für eine bessere Auflösung und Qualität sorgt die Verwendung einer professionellen Kamera. Daraus ergibt sich gleichzeitig die Frage, ob du den Selbstauslöser drückst oder dich von jemandem filmen lässt. Letzteres ist, wenn möglich, vorzuziehen, da du dich so voll und ganz auf deine Präsentation konzentrieren kannst. Stelle in jedem Fall im Vorfeld sicher, dass alles funktioniert und die Akkus ausreichend geladen sind. Weiterhin kann ein Stativ bei Kameranutzung für die gewünschte Stabilität sorgen. À propos Stabilität: erfolgt die Bewerbung via Internet, wird natürlich eine stabile WLAN-Verbindung benötigt.

Styling & Umgebung

Zu guter Letzt ist die Optik nicht zu unterschätzen – dies betrifft sowohl Frisur und Kleidung als auch die Umgebung, in der du dich befindest. Ziehe dir das an, was zur Branche und Position passt und worin du dich wohlfühlst. Dein Äußeres ist selbstverständlich gepflegt. Gleiches gilt für die Umgebung. Hierbei sollte die Wahl allerdings auf einen möglichst neutralen (du stehst im Fokus!) und vor allem ruhigen Ort fallen. Idealerweise drehst du bei dir Zuhause – schließe die Fenster, schalte nicht benötigte Medien aus, beziehungsweise stelle sie auf lautlos, gehe sicher, dass du keinen Paketboten erwartest oder deine Nachbarn Radau machen. Dann steht deiner gelungenen Video-Bewerbung nichts mehr im Wege.

And the Oscar goes to…

Bild: @pixabay

Wenn Personaler das eigene Social Media-Profil stalken

Ob das feuchtfröhliche Party-Bild vom letzten Wochenende, der aktuelle Beziehungsstatus, ein Bild des gestrigen Mittagsessen, oder kürzlich gelikte Personen, Marken und Unternehmen – tagtäglich teilen wir auf Social Media Plattformen mehr oder weniger Informationen über unser Leben. Doch sind wir uns auch immer wirklich darüber bewusst, wer in unserem Leben mitlesen kann? Freunde? Klar! Bekannte? Ja, wahrscheinlich. Die Außenwelt? Ja, es ist okay! Doch was passiert, wenn uns die Personalabteilung jenes Unternehmens googelt, bei welchem wir uns kürzlich beworben haben? Was ist öffentlich, was nicht? Was sagt das Profil über uns als Person aus? Und was bedeutet dies für den weiteren Bewerbungsprozess?

Personaler achten längst nicht mehr nur auf Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse. Sie bedienen sich der Möglichkeiten des Internets und der Digitalisierung. Immer mehr Firmen nutzen Social Media für ihre Unternehmenskommunikation. Doch Facebook, Twitter und Co. werden zunehmend auch für Recruiting-Zwecke eingesetzt. Nach einer vom Branchenverband Bitkom durchgeführten Studie informieren sich fast die Hälfte der befragten Personaler auf derartigen Plattformen über ihre Bewerber. 75 % sprechen dieser Verfahrensweise sogar eine zunehmende Bedeutung zu. Die in einer Bewerbung gelisteten Angaben können für die Verantwortlichen zwar aufschlussreich sein, geben allerdings wenig Auskunft über den Menschen dahinter. Nicht alle positiven oder auch negativen Eigenschaften lassen sich anhand einer schriftlichen Bewerbung ablesen. Insbesondere Soft Skills, wie die zwischenmenschliche Kommunikation, Ausdrucks- und Umgangsformen sowie Wertvorstellungen können wichtige Kompetenzen darstellen.

Zeig mir, wer du bist

Die Plattform Xing ist ein Beispiel dafür, wie Firmen und Interessenten bewusst aufeinander zugehen und Informationen miteinander teilen können. Die meisten Plattformen dienen jedoch privaten Zwecken und sind Ausdruck der eigenen Persönlichkeit in all ihren Facetten – zumindest dem Gefühl der meisten Nutzer nach. Sie sind private Räume, in denen User ihre Lebensereignisse teilen. Gerade deshalb geben sie interessante Aufschlüsse und tiefgründige Einblicke. So können sich allein schon im User-Namen Vorlieben und Persönlichkeitsmerkmale widerspiegeln. Werden Kandidaten wie “mickeymouse85” oder “chillpaule” dadurch vielleicht direkt aussortiert oder erhalten diese dafür sogar einen Pluspunkt in Sachen Sympathie und Kreativität? Doch auch ein Blick in Details wie Fotos, Profilbeschreibungen oder Postings können im Run um die Jobs entscheidend sein. Derartige Informationen geben der Person ein Gesicht und ermöglichen Personalverantwortlichen einen Blick hinter die Fassade. Ähnlich wie Profiler des Kriminalamtes können sie den “Fall” in umfangreichem Maße analysieren: berufliche Angaben können abgeglichen, Rechtschreibung überprüft, Ausdrucksfähigkeit beurteilt werden. Welche Prioritäten setzt der Bewerber in seinem Leben, was macht er in seiner Freizeit? Was ist ihm wichtig? Veröffentlicht er gar brisante Informationen über ehemalige Arbeitgeber? Was teilt er und vor allem: was nicht?

Die Frage ist, ob dieses Bild wirklich der Persönlichkeit des Bewerbers entspricht. Derartige Plattformen sind Räume der Selbstdarstellung und verleiten dazu, ein Idealbild von sich zu kreieren, welches letztendlich nicht der wahren Identität entspricht. Zwar wird hierbei häufig weniger an zukünftige Arbeitgeber, als an die allgemeine Öffentlichkeit oder Freunde und Bekannte gedacht, aber genau darin kann psychologisch gesehen zusätzlich ein ausschlaggebender Faktor für die Personalabteilung liegen. Ist der Bewerber authentisch? Oder handelt er eher sozial erwünscht? Was gibt er von sich preis, was nicht? Dies zu erkennen benötigt allerdings einen geschulten Blick das Profil im Zusammenhang zu betrachten und ist als Kritikpunkt an einer Bewerberauswahl 2.0 zu werten.

Wo hört Privatsphäre auf und wo beginnt Öffentlichkeit?

Das Netz vergisst nie, heißt es so schön. Doch wenn wir ehrlich sind, sind wir in den meisten Fällen selbst dafür verantwortlich, was auf besagten Seiten über uns zu finden ist. Letztendlich liegt es in unserer Hand: Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen ermöglichen nur das ganz offiziell Preis zu geben, was auch gewünscht ist. Es benötigt das Bewusstsein darüber, was wir mit wem teilen. Würden wir jedem beliebigen Menschen auf der Straße unser Familienfoto in die Hand drücken? Ist es wirklich nötig, dass jeder weiß was wir gestern zum Mittag gegessen haben oder wann wir schlafen gegangen sind?

Wenn jene Dinge unserer wahren Persönlichkeit entsprechen und wir sie aus voller Überzeugung und mit gutem Gewissen teilen können: Warum nicht? Es kommt immer auf das Maß an, auf die Mischung, vor allem aber auf die Authentizität!

Konnten wir den gewünschten Job ergattern, gehen wir mit dem Unternehmen eine Art Beziehung ein. Spinnt man das Ganze weiter, dann verhält es sich ähnlich wie bei einer Liebesbeziehung: wer nicht authentisch ist oder dem anderen etwas vormacht, der riskiert eine zukünftige Partnerschaft. Denn über kurz oder lang zeigen sich so oder so die wahren Persönlichkeitsmerkmale – und sei es in der Kennenlern- oder Probezeit. Natürlich ist es möglich, dass es gar nicht erst in diese Phase übergeht, weil das Unternehmen dem Bewerber bereits aufgrund seines Social Media Profiles einen „Korb“ gibt. Möglicherweise ist aber gerade dies auch eine Chance für Bewerber, die sich authentisch präsentieren: es passt einfach nicht, beide Seiten hätten sich gegenseitig nicht bereichert. Letztlich kommt es auch immer auf das jeweilige Unternehmen an: was auf Firma X verrückt, undiszipliniert und chaotisch wirkt, kann Firma Y als Zeichen der Kreativität sehen und werten. Was den Erfolg des einen Jobs potentiell gefährdet, kann den anderen zu neuen Höchstleistungen treiben. Nur wenn beide Parteien auch wirklich harmonieren, können sie sich bereichern und einen erfolgreichen Output generieren.

Freundschaftsanfrage bestätigt!?

 

Bild: @pixabay

Unternehmenskommunikation à la Zuckerberg

Mit 1,7 Milliarden angemeldeten Nutzern ist Facebook die größte Online-Plattform weltweit. Sie ermöglicht die Kommunikation mit Freunden und bietet die Möglichkeit Fotos, Videos und andere Beiträge online zu teilen. Dabei wird die Plattform vor allem für das Privatleben genutzt. Facebooks neues ambitioniertes Ziel ist es nun, auch in der Kommunikation von Unternehmen den führenden Service zu bieten.

Was lange währt, wird endlich gut

Nach 20 Monaten in der Beta-Phase veröffentlichte Facebook in der letzten Woche seine erste Plattform für Unternehmen. Workplace heißt die App, die weltweit die Unternehmenskommunikation vereinfachen und optimieren soll. Über 1000 Unternehmen testeten die Anwendung, die zunächst unter dem Namen „Facebook at Work“ eingeführt wurde. Darunter namenhafte Global Player wie der Lebensmittelkonzern Danone, die Hilfsorganisation Oxfam und der Reiseanbieter Booking.com. Eine direkte Verbindung zum Social Network Facebook besteht dabei nicht. Die Anmeldung erfolgt über die E-Mail-Adresse des Unternehmens, sodass Nutzer auch ohne Facebook-Profil von dem Angebot profitieren können. Was gleich bleibt, ist das bereits bekannte Layout von Facebook. Lediglich Logo und Farbe unterscheiden sich von der Facebook-Optik. Der Vorteil: Viele Angestellte nutzen privat bereits Facebook und finden sich so problemlos auf der neuen Plattform zurecht.

Das bietet Workplace

Workplace soll die interne Kommunikation eines Unternehmens und den Kontakt zu anderen Firmen erleichtern und optimieren. Ähnlich der bekannten Funktionen, die Facebook bietet, finden sich auch bei Workplace ein Chat, Gruppen und ein Newsfeed. Aber auch Audio- und Videoanrufe gehören zu der Anwendung. Dazu kommen verschiedene Analyse-Tools, mit denen die Aktivität der Mitarbeiter aufgezeichnet werden kann. Besonders praktisch ist zudem, dass Workplace auf allen mobilen Endgeräten funktioniert. So können auch Berufstätige, die sich wenig am Arbeitsplatz direkt aufhalten, problemlos mit ihren Kollegen und Unternehmenspartnern in Kontakt stehen – und das alles über eine einzige App. Momentan zählen die USA, Indien, Frankreich, Norwegen und Großbritannien noch zu den Top-Usern. Abzuwarten bleibt, wie und ob sich Workplace auch in Deutschland etablieren wird.

Kosten unterwandern die Konkurrenz

Workplace berechnet die Kosten der Anwendung in Abhängigkeit von der Unternehmensgröße. Dabei fallen für Firmen mit bis zu 1000 Mitarbeiter monatlich etwa drei Euro Gebühren an, für solche mit bis zu 10 000 Angestellten zwei Euro. Unternehmen mit einer Mitarbeiterzahl von über 10 000 Euro zahlen nur noch einen Euro pro Nutzer. Zusätzlich bietet Workplace eine Besonderheit: Es wird nur das bezahlt, was auch wirklich genutzt wird. Die monatlichen Kosten werden erst dann fällig, wenn ein Nutzer Workplace mindestens einmal geöffnet hat. Für Universitäten und Nichtregierungsorganisationen ist der Online-Dienst zudem kostenlos. Damit unterscheidet sich Workplace klar von seinen Konkurrenten, wie Slack und Yammer, die bis zu 6-mal höhere Kosten berechnen.

Sicherheit geht vor

Wenn es um Datenschutz geht, hat Facebook vor allem in vielen europäischen Ländern einen schweren Stand. Im Laufe der letzten Jahre gerieten die Datenschutzpraktiken des Unternehmens immer wieder in die Kritik, weil sie nicht den deutschen und europäischen Vorgaben entsprachen. Insbesondere die Verwendung von Nutzerdaten ließ das Vertrauen in das Unternehmen sinken. Gesichtserkennung und personalisierte Werbung beflügelten die Kritik noch zusätzlich. Facebook reagierte mit wiederholten Anpassungen der Privatsphäreeinstellung. Dennoch – Vertrauen gehört bis heute nicht zum Image des Unternehmens. Jetzt, mit der Einführung von Workplace, stellt sich erneut die Frage nach der Sicherheit der angegebenen Daten. Dieses Mal – so scheint es – garantiert Facebook für den gesetzmäßigen Datenschutz. Das Unternehmen ist bezüglich der Anwendung dem Privacy Shield Abkommen beigetreten, das seit Juli dieses Jahres das Datenschutzrecht zwischen den USA und Europa regelt. Unternehmen, die dem Privacy Shield beitreten, versichern, Daten nach den europäischen Vorgaben zu sichern. Da trotzdem eine Übertragung der Daten in die USA stattfindet, empfiehlt es sich, im Zweifelsfall die Regelungen zu prüfen.

Fazit

Das größte Social Network ist Facebook bereits. Ob es eine gleiche oder ähnliche Position auch im Bereich der Unternehmenskommunikation erreichen kann, wird sich zeigen. Durch die bekannte Aufmachung ist das Angebot für viele Nutzer leicht zu verstehen und problemlos anzuwenden. Es verspricht für einen vergleichsweise niedrigen Preis eine perfektionierte Kommunikation, die auch mobile Endgeräte einschließt. Aufgrund seines schlechten Images in Sachen Datenschutz ist es dennoch denkbar, dass die Anwendung in Deutschland einen schweren Start haben wird.

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Instagram: jetzt optimiert für Unternehmenskommunikation

Auf Instagram werden täglich etwa 60 Millionen Beiträge hochgeladen. Allein in Deutschland nutzen bereits mehr als 9 Millionen Menschen den Online-Dienst, mit dem Bilder und Videos geteilt werden können und weltweit gibt es sogar mehr als 500 Millionen User – Tendenz steigend. Darin steckt Potenzial für Unternehmen, Instagram in ihre Marketing-Strategie einzubinden. Anders als Facebook und andere Social Media-Netzwerke können auf Instagram jedoch keine externen Links auf Websites in Posts integriert werden, sodass kein Referral Traffic erzeugt werden kann – doch wie betreibt man effizientes Marketing mit Instagram dann?

Marketing mit einem regulären Instagram-Profil

Ein Unternehmen kann ein reguläres Profil anlegen und dort ein Profilbild – beispielsweise das Icon der Marke – und eine Biographie einstellen. Zu beachten ist, dass für die Biographie lediglich 200 Zeichen zur Verfügung stehen, man sollte sich also kurz und prägnant ausdrücken. Außerdem können auf dem Profil externe Links platziert werden, die direkt auf die Homepage des Unternehmens verweisen. Nach der Anmeldung kann direkt damit begonnen werden, Content hochzuladen.

Welcher Content ist für Instagram geeignet?

Es lohnt sich nicht, einfach nur Fotos von aktuellen Produkten zu posten, denn das ist für User eher langweilig. Beim Marketing mit Instagram steht vor allem der emotionale Kontakt zum Kunden im Vordergrund. Fotos sollten daher Insights in die Unternehmenskultur geben und einen vornehmlich privaten Charakter besitzen. Damit die Fotos im Newsfeed der Abonnenten oder bei der Suche herausstechen, sind Ästhetik und gute Qualität Voraussetzung. Außerdem sollte man versuchen, einen authentischen Charakter zu erzeugen und konstant beizubehalten, denn neben der Herstellung von direktem Kundenkontakt ermöglicht es Instagram auch, das Image des Unternehmens zu prägen.

Marketing-Agenturen können bisweilen wahrscheinlich nicht genug interessanten Content produzieren, um täglich ansprechende Bilder hochzuladen, die den Followern im Gedächtnis bleiben. Deswegen kann man durchaus auch Bilder von Instagram-Usern, die Produkte des Unternehmens verwenden, sharen oder rebloggen veröffentlichen. Oft wissen diese User besser, wie ein Bild aussehen muss, um sich von der Bilderflut abzuheben und besitzen selbst viele Follower – und genau das ist neben dem Content die zweite große Frage:

Wie erreicht man mit dem Content möglichst viele User?

Hashtags

Damit Inhalte durch User gefunden werden können, werden auf Instagram Hashtags verwendet. Welche Hashtags geeignet sind, ist sowohl vom Bild selbst, als auch vom postenden Unternehmen abhängig. Kurze Hashtags, wie der Name des Unternehmens und eines Produktes, sind einprägsam und können durch solche, die den Bildinhalt oder auch die Unternehmensphilosophie beschreiben, ergänzt werden. Zudem empfiehlt sich eine Mischung aus bekannten Hashtags, mit denen man eine breite Masse erreicht, und unbekannteren, die ein spezifisches Publikum ansprechen und aus weniger konkurrierendem Content besser herausstechen.

Auch kurze Kampagnen-Slogans oder Werbesprüche sind geeignet. Sie können das Image des Unternehmens bleibend prägen und laufende Kampagnen verlängern. #justdoit ist ein hervorragendes Beispiel dafür – oder denken Sie gerade etwa nicht an Sportschuhe?

Influencer

Influencer sind besonders aktive User mit vielen Followern, die durch das, was sie sharen und liken, Produkte und Unternehmen promoten und ganze Trends in Gang setzen können. Sie sind essentiell, um User zu erreichen und an Bekanntheit zu gewinnen. Die Zusammenarbeit mit Bloggern, Influencern und Stars zählt somit zu den wichtigsten Strategien, die Unternehmen für ihr Marketing mit Instagram verfolgen sollten.

Verbindung mit Kanälen

Der Instagram Account kann mit anderen Kanälen, beispielsweise Facebook und Twitter, verbunden werden und so als Verlängerung der Social Media-Aktivität dienen. Der Instagram-Account sollte aber immer auch Unique Conent bieten und nicht nur die Bilder anderer Accounts sammeln – wieso sollte man ihm sonst folgen

Besseres Marketing mit Business Accounts

Seit diesem Jahr bietet Instagram seine Business Accounts auch in Deutschland an und gegen Ende des Jahres soll das Feature sogar weltweit verfügbar sein. Mit einem Business Account können dem Instagram-Profil Kontaktdaten hinzugefügt werden und es ist möglich, Beiträge hervorzuheben und Statistiken über User einzusehen.

Kontaktdaten hinzufügen

Business Accounts können eine Adresse, E-Mail-Daten und eine Telefonnummer angeben. Über einen Kontakt-Button können User sich dann direkt mit dem Unternehmen in Verbindung setzen.

Statistiken sammeln

Damit das Unternehmen seine Zielgruppe besser verstehen kann, werden für Business Accounts Statistiken erstellt. Diese werten unter anderem aus, wie oft Beiträge in den letzten Tagen angeklickt wurden, wie sich das Alter oder das Geschlecht der User verteilt, oder wie oft und wann die User aktiv sind. Da Instagram angezeigten Content oft nach Aktualität sortiert, ist es hilfreich zu wissen, wann die Zielgruppe, die man ansprechen möchte, aktiv ist – und auch das ermöglichen die Statistiken.

Beiträge hervorheben

Die letzte Funktion des Business Accounts ist die (kostenpflichtige) Hervorhebung von Beiträgen. Das Unternehmen wählt aus, was es durch die Hervorhebung erreichen will und welche Zielgruppe angesprochen werden soll. Die Zielgruppe kann auch anhand der Statistiken von Instagram ermittelt werden. Je nachdem, wie viel Geld man in die Hervorhebung investiert, variiert die Anzahl der User, die den Beitrag sehen – und auch die Laufzeit.

Fazit

Durch seine Business Accounts geht Instagram bereits einen Schritt auf Unternehmen zu. Da die meisten Instagram-User zwischen 15 und 30 Jahren alt sind, können vor allem Unternehmen dieser Zielgruppe schon jetzt von Instagram profitieren, um zum einen ihr Image zu promoten und zum anderen Kontakt zu Usern herzustellen. Angesichts der wachsenden Beliebtheit der Plattform, sollten aber auch andere Unternehmen erwägen, Instagram in ihre Marketing-Strategie einzubeziehen. Denn die heutigen Instagram-Nutzer werden schon in einigen Jahren eine ältere Zielgruppe darstellen, die dann über den Online-Dienst erreichbar sind, den sie schon heute nutzen.

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