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Instagram Star: Avocados kunstvoll auf dem Brot drapiert als neuer Fototrend

Instagram Star: Die Avocado

Hipsterfrucht und jetzt auch Instagram Star: Die Avocado hat schon seit mehreren Jahren unser aller Herz erobert. Ob auf dem Brot, im Salat oder als Dip: sie ist fester Bestandteil unserer Ernährung. Dabei zögern wir nicht, mal den einen oder anderen Euro mehr auszugeben. Schließlich handelt es sich um Superfood!

Avocado wird zu Kunst geschnitzt

Die grüne Frucht kann aber weit mehr, als nur lecker zu schmecken und ein sich endgültig durchsetzender Foodtrend zu sein. Auch Kunst lässt sich hervorragend daraus schnitzen. Diesen Sommer entsteht ein regelrechter Hype auf Instagram, der zeigt, wie schön die Avocado in Szene gesetzt werden kann. Fein geschnittene Scheiben mit Schnittlauchringen und Sesambröseln waren gestern: Jetzt wird in die Frucht zu einer Skulptur. Der Hashtag avocadoart zählt 3.433 Beiträge. Die beliebtesten Posts bekommen mindestens ebenso viele Herzen. Wir haben für euch die Favoriten gesammelt.

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Ein Beitrag geteilt von gaku carving (@gakugakugakugakugaku1) am

gakugakugakugakugaku1 nennt sich ein User, der es sich “Thaicarving” auf die Fahne schreibt, also das kunstvolle Schnitzen von Obst und Gemüse in der ganzen Welt zu verbreiten. Beim Chinesen wird die geschnitzte Tomate am Rand des Tellers von den meisten hippen Großstädtlern normalerweise eher belächelt. Doch mit der Avocado scheint es anders zu sein. Zahlreiche Influencer teilen die Avocado-Bilder von gakugakugakugakugaku1. Avocadokitsch liegt voll im Trend.

Bei dem australischen Blog cookrepublic geht es Gott sei Dank etwas geometrischer zu. Die Bloggerin ist bekannt für gesunde und moderne Küche. Da darf die Avocado natürlich nicht fehlen. Die feinen Würfel scheinen auf den ersten Blick auch weniger kompliziert zu sein. Beim nächsten Kauf müssen wir das natürlich unbedingt mal ausprobieren, um den neuen Instagram Star gebührend zu feiern.

Auch die kreative Szene hat Gefallen an dem Instagram Star gefunden. Als neue Idee wird hier nicht das Fruchtfleisch in Szene gesetzt. Der Kern lässt sich ebenso gut bearbeiten. Ein Fabelwesen meditiert mit viel Gelassenheit in der Avocado.

Mehr zum Thema Trends auf Instagram gibt es in unserer Rubrik „News und Trends“ und aktuell auch zum Thema Regenbogendorf in Indonesien.

Orgie in Love Hurts in Tinder Times von Patrick Wengenroth

Patrick Wengenroth:
„Love Hurts in Tinder Times“

Polyamorie, Polygamie, offene Beziehung, Monogamie, freie Beziehung. Noch nie schwirrten so viele Begriffe in unseren Köpfen, die beschreiben, wie wir mit unserer Partnerwahl grundsätzlich umgehen könnten. Eine große Freiheit, die wir genießen können und genau hier setzt die neuste Inszenierung der Berliner Schaubühne von Patrick Wengenroth an und fragt: Was macht diese Freiheit mit uns? Macht sie uns glücklicher?

Patrick Wengenroth bietet viel Farbe und eine Orgie

„Love Hurts in Tinder Times“ titelt das Stück und lässt den Zuschauer eine Analyse der weit verbreiteten Dating App erwarten. Was hat sich, seit die Onlinedating-Kultur unsere Herzen erobert hat, geändert ? Gegen diese Erwartung kommt das Stück aber weitgehend ohne das Thema Liebe im digitalen Zeitalter aus. Zu Beginn tritt der Regisseur als Frau verkleidet auf die Bühne und singt „Love is a Catastrophe“. Es scheint auch heute nicht besser geworden zu sein mit der Liebe. Das lässt zunächst nicht auf einen heiteren Abend hoffen. Melancholische Musik und Texte über Herzschmerz dominieren. Im Anschluss an den Eröffnungssong werden die drei Hauptdarsteller direkt mit Hilfe einer Orgie eingeführt. Keine Schonfrist für den Zuschauer. Die Schauspieler wälzen sich nackt in Farbe, berühren sich, legen sich übereinander, pressen ihre Körper im Anschluss auf eine „Leinwand“ und bestaunen den Abdruck von ihrem mit Farbe beschmierten Körperteil. Im Grunde machen sie also Portraits, oder, wie wir heute sagen würden, Selfies von sich. Das Ganze passiert aber ganz und gar analog.

Bitte keine Exklusivbeziehungen im digitalen Zeitalter!

Lise Risom Olsen und Mark Waschke kurz vor einem Kuss
Lise Risom Olsen und Mark Waschke in Love Hurts in Tinder Times

Exklusivbeziehungen, das wird bei „Love Hurts in Tinder Times“ klar, sind in unserem Zeitalter kaum möglich. In der Programmbeschreibung steht: „Zur Zeit kommen, auf jede befriedigende Liebesbeziehung, auf jede kurze Zeit der Bereicherung, zehn niederschmetternde Liebeserfahrungen“. Zwei der drei Schauspieler knutschen mitereinander, der Dritte erlebt Herzschmerz, dann wird getauscht, mal Mann und Frau, mal Mann und Mann, mal alle drei. Nichts scheint endgültig zu funktionieren.

Patrick Wengenroth erzählt Geschichten über Pizza und das Fremdgehen

Schauspieler als Band in Love Hurts in Tinder Times von Patrick Wengenroth
Popmusik in Love Hurts in Tinder Times

Dem Thema zum Trotz wird das Stück im Verlauf des Abends immer heiterer, was der Zuschauer zum einen der Ästhetik und zum anderen dem Schauspieler Mark Waschke zu verdanken hat. Stilistisch orientiert man sich an die 80er Jahre. Auf ästhetischer Ebene dominieren bunte Farben und musikalisch lassen bekannte Songs den Zuschauer beschwingt mit wippen. Und Mark Waschke? Er wird im Gegensatz zu den anderen Schauspielern eindeutig in den Vordergrund gestellt: Trotz der Gespräche über Herzschmerz, Eifersucht und Begierde, sind seine teils improvisierten Monologe über das Beziehungschaos sehr unterhaltsam. Er fragt sich zum Beispiel: Wann wird ein Stück Pizza zu Mark? Wenn ich es kaue? Oder wenn ich es herunterschlucke? Oder wenn ich es verdaue? Damit leitet Mark zu Beziehungen und Fremdgehen über: Ab wann ist man fremd gegangen? Beim Nachdenken darüber? Nein! Beim Berühren? Nein?! Schlussendlich lautet die Definition: Körperflüssigkeiten sind die Grenze. Streckenweise wurde Marks Selbstinszenierung vielleicht etwas zu lang. Da aber der Regisseur höchstpersönlich mit auf der Bühne war, hieß es einfach zwischendurch: Mark jetzt reicht’s, mach mal weiter. Es wird versucht, den Zeitplan zu retten.

Learning to love yourself is the greatest Love of all?

Wie kann dieses eigentlich so amüsante Stück mit schwerer Thematik zu einem Schluss kommen? Der letzte Satz lautet, gesungen nach Whitney Houston: ‚Learning to love yourself is the greatest Love of all‘. Etwas flach kommt die Aussage daher, sagen viele Kritiker. Doch das kann meiner Meinung nach verziehen werden, da sich das Stück selbst auch nicht allzu ernst nimmt. Als sich diese Aussage anbahnt, bricht Mark in Wut aus: Soll es das gewesen sein – nach zwei Stunden? Es mag keine neue Erkenntnis sein, der Abend hinterlässt aber immerhin einen Orientierungspunkt im Liebeschaos des digitalen Zeitalters. Beeindruckend sind der Humor, die scheinbare Leichtigkeit und die Energie der Darstellung. Und eins ist sicher: Bei meiner nächsten Pizza werde auch ich mich fragen, ab wann die Pizza noch Pizza ist und ab wann sie zu Marie wird.

Wo: Schaubühne Berlin
Wann: 13., 14., 15. und 16. Juli 2017
Web: schaubuehne.de

Bilder: @Schaubühne

Müll zerbeulte Bierdose auf dem Boden soll auf Notwendigkeit der Müllvermeidung hinweisen

E-Book: 70 Tipps zur Müllvermeidung

Weniger in Sachen Müllvermeidung, vielmehr in puncto Müllproduktion zählt Deutschland im europaweiten Vergleich zu den Spitzenreitern. Hoher Konsum, geringere Haushaltsgrößen von ein bis zwei Personen und müllbegünstigende Einkaufsgewohnheiten – diese drei Faktoren lassen den Müllberg in den heimischen vier Wänden wachsen. Im Jahr 2015 betrug die Abfallmenge in Deutschland satte 454 Kilogramm pro Einwohner. Auch die Industrie trägt durch überflüssige Verpackungen ihren Teil dazu bei.

Ratgeber zum Thema Müllvermeidung

Doch die Verbraucher müssen sich mit dieser Tatsache nicht abfinden. Unser E-Book „Müllvermeidung und Recycling: 70 praktische Tipps für den Alltag“ zeigt Möglichkeiten auf, den Müllberg schrumpfen zu lassen und damit der Umwelt ein gutes Stück entgegen zu kommen. Das Thema Müllvermeidung muss fest in den Köpfen der Bürger verankert sein.

Müllvermeidung beginnt beim Einkauf

Bereits vor dem Weg zum Supermarkt sorgt die Planung des Einkaufs dafür, dass nur notwendige Produkte gekauft werden, während Überflüssiges in den Regalen bleibt. Wer ohne Einkaufszettel durch den Markt geht, kauft tendenziell zu viel ein. Nicht selten landen diese Spontankäufe später ungeöffnet im Abfalleimer. Das Mitnehmen von Einkaufskörben oder Tragetaschen erspart an der Kasse den Griff zur Plastiktüte. Sollte sich diese einmal nicht vermeiden lassen, kann sie zu Hause als Mülltüte wiederverwendet werden. Der Gang in den Bioladen oder auf den Wochenmarkt lohnt sich ebenfalls, denn hier sind viele saisonale und regionale Produkte unverpackt erhältlich.

Teilen vermeidet Müll

Das E-Book bietet etliche Tipps zur Weitergabe von Kleidung oder Smartphones sowie zur gemeinschaftlichen Nutzung von Zeitschriften und Büchern. Auch Gartengeräte, die nur ein- oder zweimal im Jahr genutzt werden, können von mehreren Haushalten gemeinschaftlich angeschafft werden.
Der unvermeidbare Müll sollte nach Vorschrift getrennt werden, um eine korrekte Entsorgung und Wiederverwertung zu garantieren. Die regelmäßige Entleerung und Reinigung der Mülleimer beugt Krankheitserregern und unangenehmen Gerüchen vor.
Bevor Lebensmittel – möglicherweise originalverpackt – im Müll landen, lohnt sich eine genaue Qualitätskontrolle. Das Überschreiten des Mindesthaltbarkeitsdatums ist nicht gleichbedeutend mit Ungenießbarkeit!

Vom Recycling zum Upcycling

Bei richtiger Mülltrennung können verschiedene Abfallprodukte wie Glasflaschen oder Papier recycelt werden. Kreative Köpfe und geschickte Handwerker werfen Verpackungen oder alte Möbel außerdem nicht in den Müll, sondern lassen daraus individuelle Einzelstücke entstehen. So können beispielsweise Tetra Packs oder Eierkartons einer neuen, sinnvollen Aufgabe zugeführt werden. Anders als beim Recycling kommt es hierbei zu einer stofflichen Aufwertung, weswegen von sogenanntem Upcycling gesprochen wird.

Biomüll: lebendiger Abfall

Aufgrund rascher Geruchsbildung sollte der Biomülleimer öfter entleert werden. Direkte Sonneneinstrahlung sorgt in der Mülltonne für rasche Madenentwicklung. Ein schattiger Platz, gute Belüftung und etwas Kalkmehl zur Hebung des pH-Werts halten ungebetene Gäste fern.
Doch Biomüll muss nicht unbedingt in der Tonne landen. Kaffeesatz ist beispielsweise ein fabelhafter Dünger, vertreibt Schnecken und lässt Rosen oder Geranien in intensiveren Farben erstrahlen.

Jahr für Jahr türmt sich in Deutschland ein gewaltiger Müllberg, zu dessen Verkleinerung jeder Einzelne beitragen kann. Oft sind es schon kleine Veränderungen der täglichen Einkaufs- oder Lebensgewohnheiten, die eine große Wirkung haben.
Mit insgesamt 70 Tipps zur Müllvermeidung und wertvollen Informationen rund um das Thema Abfall bietet das E-Book Hilfestellungen, die sich einfach in den Alltag übertragen lassen. Als Abschluss gibt eine Tabelle einen Überblick über sämtliche Abfallarten und deren Entsorgung.

Mehr Ratgeber aus unserer Redaktion findet ihr hier.

Bild: @pixabay

Stadtkarte Landkarte von Berlin und Umgebung

Der mobile Städteführer – Reisen mit Apps

Die Digitalisierung betrifft all unsere Lebensbereiche. Längst prägt sie auch unsere Reiseplanung. Der Weg ins Reisebüro ist schon länger nicht mehr der typische erste Schritt der Planung. Vielmehr gestalten sich Reisefreudige ihren Urlaub von zuhause. Eine Vielzahl von Online-Plattformen macht es möglich.

Reisebüro – nicht mehr zeitgemäß?

Die Buchung von Flug, Unterkunft und Mietwagen bedarf nur wenige Klicks. Dass ein Großteil der Urlaubsplanung genau auf diese Weise ihren Urlaub geschieht, zeigt eine repräsentative Studie des Digitalverbands Bitkom. Die Ergebnisse zeigen, dass 80 Prozent der Internetnutzer bereits online Flüge, Unterkünfte oder Mietwagen gebucht haben. Die Tourismus- und Reisebranche muss sich darauf einstellen, dass Online Plattformen in Zukunft noch mehr an Bedeutung gewinnen. Aber noch eine andere Anwendung gewinnt an Beliebtheit: Apps. Wer heute in der Stadt unterwegs ist und ein nettes Lokal sucht, der zückt sein Smartphone. Schnell den Standort angeben und schon erscheint eine Reihe von Lokalen ganz in der Nähe. Meist gleich mit Bewertung, Speisekarte und Öffnungszeiten. Ebenso verhält es sich mit Sehenswürdigkeiten und Unterkünften. Was im Alltag eine nette Hilfe ist, wird beim Reisen zu einem praktischen Stadtführer: Mit Städte-Apps werden Wochenendtrips in eine fremde Stadt zu einem stressfreien Kleinurlaub ohne viel Planungsbedarf.

Die App als Stadtführer

Nahezu jeder Smartphone User kennt und nutzt Google Maps. Schnell mal den Standort lokalisieren, den Weg zur nächsten U-Bahn-Station suchen, ein vietnamesisches Restaurant in der Nähe ausfindig machen. Vor allem dann, wenn man als Tourist in einer neuen Stadt unterwegs ist, sind Anwendungen wie Google Maps und Co. eine echte Hilfe. Viele Apps sind inzwischen so spezialisiert und ausgestattet, dass sie als digitalen Reiseführer durch die Stadt führen und dabei ganz auf individuelle Wünsche eingehen. Vorbei die Zeit, in der man vor einem Kurztrip noch schnell die örtliche Buchhandlung nach dem passenden Reiseführer durchforsten musste. Städte-Apps komprimieren alle wichtigen Informationen und Geheimtipps in einer Anwendung.

Planung spontan von unterwegs

Klarer Vorteil einer App: Schneller und direkter Zugriff auf die gewünschten Informationen. Und das unabhängig vom Standort einfach übers Smartphone. Als Expertin in Sachen Reisführer Apps haben wir Elisa Fliegner, Produktmanagerin der Top10 Berlin App, interviewt. Die App wurde letztes Jahr vom renommierten Touristikmagazin fvw zur besten Reiseführer-App gewählt. „Mehr als 60 Prozent der Zugriffe auf Top10 Berlin erfolgen mittlerweile mobil von unterwegs“, erklärt Fliegner. „Und gerade während eines Ausflugs in die Stadt möchten User nicht umständlich eine URL eingeben, sondern die gewünschten Infos schnell auf einen Blick erhalten.“

Top10 Berlin ist ursprünglich eine Website, die Touristen und Bewohner Berlins mit Tipps und Infos zu Essen, Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen in der Hauptstadt versorgt und jetzt auch als App zur Verfügung steht. „Nutzer können beispielsweise ganz einfach und schnell zwischen einer Karten- und der Listenansicht wechseln, wenn sie nach Berlin-Locations suchen. Die Angaben zu den Locations sind auf das Wesentliche reduziert und Nutzer bekommen nach wenigen Klicks die gewünschten Infos auf einen Blick. Mithilfe der Umgebungssuche können Nutzer direkt vor Ort schauen, welche interessanten Locations in ihrer Nähe sind und sich vom Standort zur Location navigieren lassen.“, beschreibt Fliegner die Vorzüge der App. „Sollte einmal keine Internetverbindung verfügbar sein, ist das gesamte Angebot der App auch offline nutzbar.“

Städte entdecken leicht gemacht

Berlin ist mit seinen knapp 13 Millionen Besuchern im vergangenen Jahr eine der am meistgefragtesten Städteziele Europas. Inzwischen findet man aber auch Apps, die durch kleine Städte führen – und das weltweit. Durch die Möglichkeit der ständigen Aktualisierung bleiben Reisende auf dem neuesten Stand. Städte auf der ganzen Welt werden so authentisch erfahrbar und ein Kurztrip umso lohnender.

Foto: @Pixabay

farbige Pinselborsten Nahaufnahme. Digitale Kunst steht im Kontrast zu diesem Bild

Digitale Kunst: Wie das Netz Kunst neu definiert

In der Kunstgeschichte ist der Begriff des Genies fest verankert. Spätestens seit dem Zeitalter des “Sturm und Drang” wird der Schöpfer über sein Erzeugnis erhoben. Jene Ära huldigte dem Geist der Aufklärung. Sue trug paradoxerweise jedoch auch zur Mystifizierung des Schaffungsprozesses der künstlerischen Klasse bei. Eine beinahe geschlossene Gesellschaft, die aus Mentoren und deren Protegés bestand, entwickelte sich zu einem elitären System – eine sich selbst erhaltende Subkultur, in der bloß das berühmte “Vitamin B”, Kontakte und Empfehlungen, aufgenommen wurde. Denn Kunst machen und verkaufen konnten bisher nur diejenigen, welche Teil der Szene waren oder jemanden aus der Szene kannten.

Digitale Kunst relativiert Privilegien

Inzwischen ist alles anders: Das romantisierte Bild der privilegierten Künstler-Bohemians hat seit der Digitalisierung keinen Bestand mehr. Das Netz, frei zugängliche Informationen und gestalterische Dienstprogramme haben zu einer Demokratisierung der Kunst geführt. Kunst ist nicht länger das Privileg weniger Auserwählter, sondern der Lifestyle vieler. Sie ist Teil dessen, was es heißt, User zu sein. Digitale Kunst ist überall.

Remix der Kunst ist digitale Kunst

Das Verständnis von Kunst und Kreativität hat sich gewandelt. Inzwischen kann dank der digitalen Kunst jeder Künstler sein. Im Internet ist das Urheberrecht bloß noch ein blasser Schatten, welcher bloß noch dem Geschäftsmodell der Kunsthändler dient, jedoch selbst bei Künstlern keine große Strahlkraft mehr besitzt. Copy Paste, Recycling, Remix: Das Original scheint es in der digitalen Kunst nicht mehr zu geben. Alles neue ist die Kombination von bereits existierendem. Schaffungsprozesse sind systematisiert und beliebig editierbar. Jeder kann sich ausprobieren, jeder kann sich bedienen; jeder besitzt eine Kamera, jeder ein Bildprogramm – oder zumindest Instagram oder (next level) die Prisma-App. So werden Künstler zu Kuratoren, welche dem, was sie mögen, einen eigenen Stempel aufdrücken.

„Jeder Mensch ist ein Künstler“

Künstler sind Sammler, die neu editieren – diese Definition kann auf jeden Menschen zutreffen, welcher die Möglichkeit dazu besitzt. Joseph Beuys hat mit folgendem Statement zu diesem Kunstverständnis beigetragen: “Jeder Mensch ist ein Künstler. Damit sage ich nichts über die Qualität. Ich sage nur etwas über die prinzipielle Möglichkeit, die in jedem Menschen vorliegt…Das Schöpferische erkläre ich als das Künstlerische, und das ist mein Kunstbegriff.”

Digitale Kunst ist Mashup

Das Kommunikationsverhalten des Users hat sich mit den neuen Möglichkeiten gewandelt: Jeder kommuniziert durch Bilder. Der obligatorische Satz darunter wird zum Beiwerk – es sei denn, der User begreift sich als Poet. Hashtags geben den Wortkünstlern eine weitere Möglichkeit des kreativen Selbstausdrucks und bieten gleichzeitig eine strategische Maßnahme, um das eigene Werk zu positionieren und sichtbar zu machen. Und sie alle bedienen sich an dem Bilderschatz in der Cloud, nehmen sich, was sie brauchen und bereichern ihn mit den eigenen Kreationen. Wenn es eine Richtung gibt, welche die digitale Kunst hervorgebracht hat, dann lässt sie sich unter dem Begriff Mashup zusammenfassen.

Jeder wird zum Prosumer

Die neuen Möglichkeiten hinterfragen die Bedeutung der Kreativität und den Auftrag des Künstlers. Die Schule des Bauhaus hat deutlich gemacht, dass Kunst aus dem Alltag erwächst und ebenso die Lebenswirklichkeit des Menschen komplementiert. Selbst Gebrauchsgegenstände können Kunst sein – hier befindet sich die Schnittstelle zum Design. Durch digitale Prozesse entwickelt sich jedoch der Alltag selbst zu einem Ort der Kunst. Denn Mensch sein bedeutet heute User zu sein. Und der User ist nicht bloß mehr Consumer, sondern auch Producer – er ist Prosumer. Er gestaltet mit. Nicht nur den Diskurs, sondern auch Ästhetik und kreative Prozesse. Letztendlich erfüllt sich, was viele Künstler zuvor propagierten und sich wünschten: Der aktive Betrachter.

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Durch die Vermengung von Selfmade-Kunst der Iphone-Dilettanten mit den Werken und Analysen gebildeter Künstler entsteht, welches die Avantgarde einst zu erreichen versuchte: die Auflösung von autoritären Strukturen. Schließlich kann jeder kreativ sein, denn jeder kann persönlich sein. Dazu hat die digitale Kunst ihren Beitrag geleistet. Der Mensch ist das Unikat, welches dem Werk die Bedeutung schenkt.

Statue vor Hochhaus

Der Mensch als Technologie

Künstliche Intelligenz ist in Form der Google-Suchmaschine bereits heute Teil des alltäglichen Lebens – kaum jemand beschwert sich und der User profitiert von einer optimierten Experience. Googles AI-System RankBrain wird von der Suchmaschine längst zur Bewertung von Webseiten herangezogen, um die Suchergebnisse zu interpretieren und dem Menschen einen Service möglichst nahe an seinen Bedürfnissen zu bieten. Ray Kurzweil, Chefingenieur von Google, geht gleich unzählige Schritte weiter: Er verspricht die Singularität, die Verschmelzung der menschlichen Intelligenz mit der künstlichen Intelligenz. Bereits im Jahr 2030 soll es so weit sein: Die menschliche Biologie soll ein Upgrade erleben.

Kurzweil gilt als Pionier und prominenter Verfechter des Transhumanismus mit einem beeindruckenden Profil: 19 Ehrendoktorwürden, Erfinder des Flachbett-Scanners und Sprach-Synthesizers sowie anerkannter Futurist. In den achtzigern konnte er korrekt den Zusammenbruch der Sowjetunion voraussagen. Heute arbeitet er bei Google entschlossen an der Abschaffung des Todes durch Maschinen und prophezeit, dass schon bald Nanobots, kleine Roboter im Blut, fester Bestandteil des menschlichen Immunsystems im Kampf gegen Viren, Krebszellen oder Bakterien sein werden. Sollte die ewige Jugend des menschlichen Körpers scheitern, so könne in Zukunft zumindest die Identität und Persönlichkeit eines Menschen heruntergeladen und auf Avatare übertragen werden, sodass das menschliche Bewusstsein nicht stirbt.

So beeindruckend die Ideen der Transhumanisten auch sind; die Kritiker lassen nicht auf sich warten. Wissenschaftler wie Stephen Hawking und Hugo de Garis warnen, dass die Umsetzung des Transhumanismus zum Ende der menschlichen Spezies führen wird. Während Transhumanisten die Verschmelzung von Mensch und entwickelter Technologie als logischen Schritt zur nächsten Evolutionsstufe betrachten, werfen die Gegner ihnen eine Ignoranz der ethischen Aspekte vor. Der Wissenschaftler Francis Fukuyama kritisiert, dass der Transhumanismus die menschliche Natur und die menschliche Gleichheit zu verändern versuche und somit die Ideale der liberalen Demokratie kritisch unterminiere. Ohne Zweifel ist die Motivation einiger Transhumanisten, das menschliche Leben zu verlängern und Krankheiten vorzubeugen, nicht verwerflich.

Die Frage lautet nicht, ob dem Menschen geholfen werden soll, sondern welche ethischen Veränderungen sich durch den Einsatz transhumanistischer Methoden einstellen werden und einen langfristigen Effekt auf die Lebensqualität des Menschen haben werden. Der Ursprung der Kontroverse ist zutiefst religiös und befasst sich mit der Frage, woran sich Menschlichkeit definieren lässt. Sind es Werte oder Funktionen? Wenn Wissenschaft und Gesellschaft versuchen, wertfrei zu bleiben, werden sie vermutlich die Funktion des Menschen als maßgebend für ihre Entscheidungen definieren und dabei ganz außer Acht lassen, dass die scheinbare Neutralität trotzdem zu einer Werteverschiebung führt. Kritiker fragen sich, welche Zukunft jene Menschen haben, welche nicht in das transhumanistische Weltbild passen und gegenüber dem optimierten Menschen benachteiligt sind.

Digitale Landkarte Stadt von oben

Digitale Weltbilder: Warum wir heute sehen müssen, bevor wir glauben können

Der Mensch denkt heute mit den Augen und versucht sich in einer Medienlandschaft voller Symbole zurechtzufinden, in welcher die Grenzen zwischen Alltag, Kunst, Kultur, Religion, Marketing und Aufklärung verschwimmen. Was der User nicht sieht, das existiert für ihn auch nicht. Die Baylor Universität in Texas fand in einer Studie heraus, dass junge Social Media-Nutzer sich und ihren Glauben auf Plattformen wie Facebook oder Instagram vor allem über eine Vielzahl von Optionen definieren. Nicht länger steht ein Regelwerk, eine Ideologie im Zentrum, welches alles Handeln bestimmt.

Der User folgt inspirierenden Impulsen: Ein schönes Bild, ein netter Spruch und viel Zustimmung von der Community, bestenfalls der Peer-Group, machen einen Post für den User relevant. Wenn ihm gefällt, was er sieht, dann liked er den Inhalt und gibt der Welt indirekt zu verstehen, dass dies seiner Persönlichkeit entspricht. So wird jeder neuer gelikter Inhalt auch zu einem Stück Identität derer, welche mit ihm interagieren. Love Brands spielen geradezu mit dem emotionalen Selbstverständnis der Zielgruppe und zielen auf eine Bestätigung des Selbstbewusstseins einer Generation, welche nach Orientierung sucht.

Die Vergangenheit zählt nicht, der User scrollt im Heute

Seit Anfang des neuen Jahrtausends ist für die Generation Y scheinbar nichts mehr für die Ewigkeit. Während die Gestalter von heute in den 1990er Jahren wohlbehütet in einer Überflussgesellschaft aufgewachsen sind, ist mit dem neuen Jahrtausend ein Welle der regelmäßigen Krisen auf das Bewusstsein und das Weltbild der Gesellschaft geschwappt. Ob 9/11, Finanzkrise, Fukushima oder Flüchtlinge: Die jungen Erwachsenen von heute haben mit einer aus den Fugen geratenen Welt bereits ihre erste Fundamentalkrise überwunden. Das Regelwerk ihrer Eltern verspricht ihnen keine Sicherheit mehr. Stattdessen haben sie gelernt, zu beobachten und sich ihre eigene Existenz zusammenzubasteln. Biografiebastler werden sie genannt, welche einen auf Individualisierung zugespitzten, globalen Lebensstil pflegen.

Eine neue Sinus-Studie gibt Einblick in den psychografischen Wandel der Jugendlichen von heute, der Generation nach Y, und betitelt sie als “Generation Mainstream”. Religiöse Institutionen und Ideologien verlieren für sie an Relevanz. Stattdessen zählt vor allem die eigene Geschichte, eine unaufgeregte Normalbiografie mit konservativen Werten, die trotz aller Unsicherheiten Stabilität versprechen und in einem sozialen Miteinander gelebt werden. Darin erklärt sich die Kraft des Social Media: Der Mensch kann selbstbestimmt und erzählend seine eigene Person, seinen Freundeskreis und seine Biografie über Likes, Shares und Kommentare zusammenbasteln.

Selbstfindung durch soziale Interaktion im Netz

Ganz im Sinne der Existenzbastler ergab die Studie der Baylor Universität, dass Nutzer sozialer Medien zu 50 bis 80 Prozent offener für andere Glaubensrichtungen und Weltbilder seien und stärker zu Patchwork-Religionen tendieren. Vor dem Web 2.0 gab es für den einzelnen User ungleich weniger Möglichkeiten, sich in einem digital-soziologischen Umfeld selbst zu finden, darzustellen und durch Interaktion mit anderen Usern inspirieren zu lassen. Heute ist der Mensch nicht mehr auf seine Vorstellungskraft angewiesen, um über seinen sozialen, kulturellen oder emotionalen Tellerrand hinauszuschauen. Seine Welt wird von Medien definiert. Und da der User im Social Media nicht nur Consumer ist, sondern auch selbst Content produziert, liegt sein Leben im digitalen Raum in seiner Hand. Zumindest kann er bestimmen, was andere von ihm wahrnehmen. Schließlich ist es für die Generation Mainstream vor allem das Sichtbare im Leben der Mitmenschen, welches ihnen eine greifbare und glaubwürdige Orientierung gibt. Wenn Ideen und Werte im Feed der Freunde keine Erwähnung finden, scheinen sie auch nicht relevant zu sein.

So ist der Mensch also nicht bloß Mensch, sondern zunehmend User, dessen digitale Identität sich in einer Wechselbeziehung mit seiner Offline-Identität befindet. Denn was digital geschieht ist für den Menschen inzwischen genauso real und relevant, wenn nicht sogar prägender, wie die Erfahrungen im physischen Raum.

Foto @NASA unsplash

aus der Erde sprießen grüne Keimlinge

Das Grün der Großstadt

Die Schwärmerei für die Natur kommt von der Unbewohnbarkeit der Städte. – Bertolt Brecht

Unsere Städte sind ein Musterbeispiel für die technologische Gesellschaft. Zwischen hochmodernen Wolkenkratzern ziehen sich kilometerlange Bahnen an Kabeln, die uns mit der Welt vernetzen. Wir sind umgeben von geschäftigen Treiben und dem Lärm des Verkehrs. Unsere Lebensmittel, die aus den verschiedensten Herkunftsländern zu uns kommen, kaufen wir im Supermarkt.

In dieser Umgebung hat sich in den vergangenen Jahren in Städten auf der ganzen Welt eine kleine Revolution aufgetan. Weg von Beton und Abgasen, hin zu sattem Grün und frischem Gemüse. Der moderne Großstädter möchte nicht länger aufs Land fahren müssen, um sich zwischen Blumen und Pflanzen zu entspannen. Er möchte beides: Großstadt und Natur – und zwar in einem. Der Trend, dem sich immer mehr Bewohner kleiner und großer Städte anschließen, heißt deshalb „Urban Gardening“. Dabei geht es um mehr als das einfache „Schrebergarten-Prinzip“. Statt sich am Rand der Stadt in sein wohlgepflegtes Stück Gärtchen zu verziehen, wird der Garten in die Stadt geholt. Auf Brachland und Hausdächern, in Parks und auf dem eigenen Balkon entstehen in Gemeinschaft oder privat kleine grüne Oasen, in denen neben Blumenwiesen vielfach auch eigene Gemüsebeete angelegt werden. Stück für Stück gewinnen die Städte so an Grün – und frischem Gemüse.  Die Selbstversorgung im kleinen Stil ist dabei vielmehr ein ausgleichendes Hobby als ein Muss. So schaut man seinem eigenen Gemüse beim Wachsen zu und profitiert dabei von mehr als nur ein paar zusätzlichen Lebensmitteln.

Begegnung im Grünen

In vielen Städten – so etwa in Berlin – bedeutet das gemeinsame Wirken auf einem kleinen Stück Natur inzwischen weit mehr als einfache Gartenarbeit. Initiativen haben sich gebildet, die bei ihrem Gartenprojekt das gemeinsame Miteinander, die Begegnung verschiedener Kulturen und das Bewusstsein für die Natur betonen. Die eigene Produktion von Lebensmitteln bringt darüber hinaus ein Verständnis für den Anbau und die Herkunft lokaler Nahrungsmittel mit. Tomaten, Kürbisse, Kartoffeln und vieles mehr gedeihen in Reissäcken und großen Behältern mit nahrhafter Erde oder direkt im Boden. Mancherorts wird das so produzierte Gemüse sogar lokal verkauft. Es zeigt sich: Urban Gardening bildet eine gelungene Kombination aus modernem Leben in einer stark bebauten Großstadt und dem Kontakt zu dem ganz Ursprünglichen. Die Bewegung zeigt, dass Großstadt und Natur sich nicht prinzipiell ausschließen – man kann beides haben.

Quelle der Fantasie

Was für Erwachsene eine willkommene Abwechslung zum Arbeitsalltag ist, ist für Kinder eine wunderbare Möglichkeit, um auszuprobieren, zu entdecken und Eigenes entstehen zu lassen. Zeit in und mit der Natur ermöglicht es Kindern, diese zu begreifen und regt ihre Fantasie an. Dabei braucht es oft nicht viel, um die Kleinen für Pflanzen und Blumen zu begeistern. Vor allem dann, wenn sie selber Hand anlegen dürfen. In unserem neuen E-Book greifen wir deshalb das Thema Garten und Kinder auf und erklären, wie man Kinder am besten mit dem Gärtnern vertraut machen kann. Dabei lernen auch Erwachsene noch etwas und dann ist es bis zum eigenen kleinen „urban Garden“ nur noch ein kleiner Schritt.

Foto: @pixabay

Wall Street Straßenschild New York

Online Banking: Ein Zukunftsszenario

Dass Online Banking alltäglich geworden ist, ist nun tatsächlich nichts Neues. Und auch, dass Banken dem allgemeinen Innovationstempo der Branche hinterherhinken, ist offensichtlich. Über die Gründe dieser Entwicklungen lässt sich jedoch streiten. Allem Anschein nach sind sich die alt eingesessenen Finanzriesen der Zeichen der Zeit durchaus bewusst. Ist es der Kostendruck, der den Weg für Neuerungen erschwert? Fehlt der Wille zur Veränderung, aus Angst vor dem Neuen und den damit einhergehenden Herausforderungen? Oder mangelt es schlicht am Verständnis der immer anspruchsvoller werdenden Kunden? Abgesehen von der Tatsache, dass derartige Spekulationen nicht auf solch ein Minimum an Aussagen heruntergebrochen werden können, wird es wohl eine bunte Mischung verschiedenster Faktoren sein. Dieses Potpourri führt jedoch dazu, dass die Banken gerade im Online Bereich auf der Stelle treten.

Welchen Ansprüchen muss eine Bank überhaupt genügen?

Kunden wünschen sich individuell nutzbare und auf sie zugeschnittene Lösungen. In erster Linie ist auch das keine sensationelle Neuigkeit. Interessant ist viel mehr, dass eben diese Lösungen nun sowohl online, als auch offline angeboten werden sollen. Der Verbraucher möchte unterwegs Überweisungen tätigen, gleichzeitig jedoch bei komplizierteren Vorhaben einen Berater aus Fleisch und Blut im persönlichen Gespräch treffen. Beide Welten möglichst galant und benutzerfreundlich zu verbinden, scheint eine der zukünftigen Hauptaufgaben der Banken zu sein. Diese Angelegenheit erweist sich jedoch als besonders schwierig, wenn einer der beiden Bereiche so offensichtlich nicht Schritt halten kann.

Wie sieht sie denn nun aus, die Zukunft des Bankings?

Online Banking eröffnet einen ganz neuen und dynamischen Markt, der noch lange nicht ausgeschöpft ist. Welche Entwicklungen dürfen wir also erwarten? Fragt man Fintech Spezialisten, haben diese eine ganz klare Idee von den Entwicklungen auf dem Online Banking Markt und versuchen sich an einem Zukunftsszenario: Bereits jetzt zu beobachten ist die Verschmelzung verschiedener finanzieller Aktivitäten und Anlagen in einem einheitlichen “Finanzportal”. Eine App bringt hier alle finanziellen Geschäftigkeiten zusammen und bietet dem User einen detaillierten Überblick. Zukünftig können diese Daten jedoch ganz anders aufbereitet werden. Anstatt der bis jetzt gängigen und eher schlichten Auflistung ist es möglich, diese durchdachter und übersichtlicher zu clustern. So können beispielsweise alle Ausgaben für Strom, Gas und Miete im Cluster “Wohnung” gebündelt werden. Neben dieser intelligenten Aufbereitung unserer finanziellen Aktivitäten denkt das Bankprogramm der Zukunft auch generell mehr für uns mit. So weist es uns auf jährlich anstehende Beiträge hin, informiert uns über die Kündigungsfrist von Abonnements oder erinnert uns an ausstehende Rechnungen. Generell wird das Banking ganzheitlicher werden. Durch die Verknüpfung von Apps, Webpages und dem Kreditinstitut verliert das Banking den Charakter eines eigenständigen Produktes. Viel mehr verschmilzt es mit unserem alltäglichen Handeln in den von Finanzen touchierten Bereichen. Beim Online Shopping wird direkt der aktuelle Kontostand angezeigt, Rechnungen werden umgehend für die Steuererklärung abgelegt und bei der Suche nach einem neuen Auto wird uns gleich ein Finanzierungsvorschlag unterbreitet. Online Banking wandelt sich von der hauptsächlichen Dokumentation der finanziellen Vergangenheit also mehr und mehr zu einem Tool der Gegenwart.

Foto: Chris Li, Unsplash